[Nintendo3DS] Paper Mario - Sticker Star

Alt 01.01.2013, 11:29   # 1
Mayhem
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  • Entwickler: Intelligent Systems
  • Publisher: Nintendo
  • Release: 07.12.2012
  • Plattform(en): Nintendo 3DS
  • Getestet: Nintendo 3DS
  • Genre: Jump'n'Run / Plattformer
  • Spielmodi: Singeplayer (Offline)
  • Altersfreigabe: USK 0



Ich liebe Nintendo. Ich könnte dem Verein nie böse sein. Sie haben meine Kindheit mit ganz tollen Konsolen und irrsinnig schönen Videospielen geprägt. Natürlich war der gute alte Super Mario ein treuer Freund und Begleiter, vom SNES zum N64 über den Gamecube zur Wii sowie nun auch der WiiU. Von den Handhelds ganz zu schweigen. Auf allen Plattformen hat Nintendo stets an den Core-Mechaniken ihres italienischen Klempners geschraubt und immer wieder versucht dem Spieler etwas anderes zu servieren. Ob der Sprung in die dritte Dimension und sämtliche Variationen über die Zeiten hinweg bis hin zum Abwandeln des Plattformers zu einem Rollenspiel, wie es bei der Paper-Mario Reihe der Fall ist. Hier und heute geht es nämlich um den neuesten Ableger jener Reihe, welcher exklusiv für den Nintendo 3DS erschienen ist: „Paper Mario Sticker Star“. Wieder darf der Spieler die schöne Papier-Version des Mushroom Kingdoms besuchen, und das nun erstmals auf einem Handheld.




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Stickerfest - Party all night long!


Hachja. Was für ein wunderschöner Tag im Mushroom Kingdom, denn es ist wieder Zeit für das Stickerfest. Mario und dutzende von Toads haben sich vor der Bühne versammelt, auf dem Prinzessin Peach den Stickerkomet präsentiert, der heute Abend den Himmel mit seiner Herrlichkeit erhellen soll. Was wäre das allerdings nur für ein Abend wenn es keine Störenfriede gäbe. Und diese treten in Form von Bowser und seinen Schergen in Erscheinung. Kaum ist er da, wird er auch schon gierig; von der Macht des Stickerkometen angelockt will die überdimensionale Schildkröte ihn für sich haben und versucht nach ihm zu greifen. Selbstredend versuchen einige Toads ihn aufzuhalten, allerdings ohne jeglichen Erfolg. Was Bowser nicht wusste: Es ist nicht erlaubt den Stickerkomet anzufassen, da dieser bei Berührung entfesselt wird, sich in fünf „königliche Sticker“ teilt und diese in alle Himmelsrichtungen verteilt. Einer dieser Sticker landet direkt auf Bowsers Kopf und verleiht ihm unglaubliche Macht, welche Bowser natürlich sofort ausnutzt und das gesamte Dorf und ihre Bewohner auf den Kopf stellt. Die Prinzessin ist natürlich auch weg.
Kurz darauf erscheint Mario eine Sticker-Fee namens Kersti, die den Klempner für das Chaos verantwortlich macht und von ihm verlangt den Schlamassel gefälligst wieder in Ordnung zu bringen. Keine Frage, Mario macht sich umgehend auf Bowser zu fassen und die königlichen Sticker wieder einzusammeln um den Stickerkomet wieder herzustellen.




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Von 2D Optik zum Rollenspielflair


„Paper Mario“ wurde seit jeher als Rollenspiel konzipiert. Dabei hat Nintendo mit jedem Ableger immer ein klein herumprobiert und verschiedene Sachen ausprobiert, was meiner Meinung nach sehr wichtig für einen Entwickler ist, solange die Veränderungen keine Rückschritte des Gameplays oder anderer relevanten Faktoren darstellen ist das mehr als legitim. In dem letzten Ableger für die Wii hat man z.B. die rundenbasierten Kämpfe weggelassen und eher ein Echtzeitkampfsystem eingebaut. „Paper Mario – Sticker Star“ kehrt wieder zu den rundenbasierten Wurzeln zurück. Bewaffnet mit seinem Hammer und seinen mächtigen Sprüngen kann Mario ziemlich austeilen. Vorausgesetzt man hat dir nötigen Sticker!
Richtig gelesen. Der Name des Spieles ist nämlich Programm. In der gesamten Spielwelt, die man über die Weltkarte erreichen kann (die einzelnen Level sind wieder in sechs große Welten zerlegt), sind hier und da verschiedene Sticker verteilt. Am meisten wird man folgende zwei Arten von Stickern finden: Hammer- und Schuhsticker. Während man mit den Hammersticker Gegner die sich am Boden befinden angreifen kann, sind die Schuhsticker für Gegner geeignet die am Boden sind aber auch in der Luft fliegen. Läuft man also in einem Level herum und trifft auf einen Gumba wird der Kampf initiiert. Der Screen ändert sich und man ist in einem kleinen Kampfareal in dem man dann Runde für Runde entscheiden kann wie man agiert. Wie bei einigen Vorgängern kann Mario seine Angriffe verstärken, wenn er zur richtigen Zeit den passenden Knopf dafür drückt. Gleiches gilt für das Blocken um Schaden zu reduzieren. Angriffe kann Mario nur starten, wenn er die passenden Sticker dafür hat. Neben den Hammer-/Schuhsticker gibt es noch Sticker für Feuer- oder Eisblumenangriffe, Pilzsticker die Mario heilen oder Schneeballsticker, die einer ganzen Reihe Gegner Schaden zufügen und viele andere. Des Weiteren hat jeder einzelne Sticker noch einen eigenen Seltenheitsgrad, welchen man anhand des Glitzerfaktors erkennt; je bunter der Faktor, desto seltener und somit auch stärker im Einsatz. Das ist ein durchaus interessantes System, allerdings scheitert es an einem wichtigen Punkt:
dem Rollenspielfaktor. Denn dieser wurde stark zurückgeschraubt. Nach erfolgreichem Bestehen eines Kampfes gibt es keine Erfahrungspunkte. Hin und wieder ein paar Münzen, von denen man sich in der Hauptstadt und in einigen Leveln von Toad-Händlern Sticker kaufen kann. Die Lebenspunkte steigert der Spieler in dem er Herzcontainer einsammelt, die in vielen Level gut versteckt sind. Dieses System macht die Kämpfe nämlich zu einer Farce, da sie keinen wirklichen Zweck erfüllen. Hier und da gibt es natürlich Kämpfe die man bestreiten muss. Darunter zählen Bosskämpfe, und die haben es in sich. Man sollte stets mit einem großen Vorrat an starken Stickern gegen die Bosse antreten, ansonsten hat man keinerlei Chance. Insofern sind die meisten Kämpfe nicht nur sinnlos sondern auch, wenn sie sich in die Länge ziehen, ermüdend. Empfehlenswert ist es allerdings Gegner zu bekämpfen die man vorher noch nicht gesehen hat, da diese oft starke beziehungsweise seltene Sticker fallen lassen, was sich eben in weiser Voraussicht gut auf die Bosskämpfe auswirkt.
Ein spaßiger Faktor bei dieser Stickergeschichte ist, dass es „reale“ Gegenstände in der Spielwelt gibt, die man einsammeln und zu einem Sticker verarbeiten kann. Zum Beispiel eine Schere oder ein Heizgerät. Diese kann man nicht nur in den Kämpfen einsetzen, wo sie ziemlich hohen Schaden erteilen, sondern auch in der Spielwelt!




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Stickers – Assemble!


Denn mit Hilfe der Stickerfee kann Mario die schöne Papierwelt auf Sticker analysieren, in dem er in den Paperisation-Modus wechselt, und diesen gilt es ziemlich oft zu benutzen, wenn man im Spiel weiterkommen will, denn „Paper Mario – Sticker Star“ ist schwieriger als gedacht und erwartet vom Spieler, dass er nicht stur durchrennt sondern etwas nachdenkt und die einzelnen Level gut untersucht. Hin und wieder ist das etwas frustrierend, da man nicht genau weiß, was man machen soll, aber auf der anderen Seite ist es einfach nur klasse, wie man mit der Spielwelt interagieren kann: so kann man einzelne Papierbüsche mit dem Hammer bearbeiten bis sie einfach umfallen und eventuell einen seltenen Sticker preisgeben oder aber auch einen Gegner. Jeder einzelne Spielscreen könnte Geheimnisse bergen, die es mittels des Paperisation-Modus aufzudecken gilt. In einem Winter-Level gilt es zum Beispiel einen verschneiten Durchgang zu erreichen, das klappt allerdings nur, wenn man an der passenden Stelle ein Heizungs-Sticker anbringt, der das Eis dann schmilzt. Das bedeutet, für den Spieler, dass erstmal die reale Heizung im Spiel finden muss, diese dann in einen Sticker umwandeln und dort im Winter-Level platzieren muss. Da das Spiel Backtracking erlaubt, kann man stets aus den einzelnen Level raus und rein.
Will man nämlich einen Level erfolgreich Beenden muss man im jeweiligen Level ein Stück des Stickerkometen einsammeln, dadurch wird der Weg zum nächsten Level freigeschaltet. Neben den Spielwelträtseln gibt es nicht nur leveltechnische Abwechslung sondern auch im Gameplay. Neben dem Befreien einiger Toads aus den Klauen von Bowsers Lakaien darf Mario bei lustigen Minispielen teilnehmen oder einem Wiggler (das sind die süßen Raupen) dabei helfen seine Einzelteile wieder einzufangen oder in einem alten Herrenhaus sämtliche Geister einzufangen. Das ganze ist nicht nur damit getan, dass man diverse Gegner bekämpft, sondern auch seine grauen Zellen etwas anstrengt. Denn hin und wieder stimmt etwas an einer Stelle im Level nicht, eine Tür ist auf den Kopf gestellt, sodass man nicht durch sie durch kann. Ab in den Paperisation-Modus und siehe da, man ist in der Lage die Tür „abzuuziehen“ und wieder richtig zu platzieren.




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Fazit


Ich persönlich bin ein sehr großer Fan der Rollenspielvariationen der Mario-Titel. Insbesondere der Paper-Mario-Spiele. Sie sind erfrischen und laden oft zu einer mächtigen Ladung Humor ein. Schade ist, dass Nintendo nur mit diesem „Franchise“ Änderungen vornimmt. So hat die Paper Mario Reihe seit jeher verschiedene Gameplay-Iterationen durchgemacht. Der Ableger für die Wii hatte andere Mechaniken als das N64- respektive das Gamecube-Spiel. Der 3DS Ableger versucht wieder etwas anderes. Und ganz ehrlich? Ich finde das sehr löblich, dass die Entwickler immer etwas Neues ausprobieren und nicht stagnieren. Denn, es macht das Spiel nicht schlechter. Es ist schließlich nicht nur spielbar, es macht auch noch sehr viel Spaß. Der Sinn der Kämpfe geht allerdings stark flöten, was die Kämpfe so gesehen langweilig macht, da sie den Spieler nicht wirklich belohnen, aber das Prinzip und der Aufbau mit den Stickern ist durchaus gelungen und spaßig präsentiert. Und an Abwechslung mangelt es dem Titel wirklich nicht. Ob es Suchaktionen nach bestimmten Stickern sind, das Untersuchen der Level, Minispiele mit den fiesen Lakaien von Bowser oder Versteckspielchen von Wurmsegmenten. Tjaha, alles was das Herz begehrt!








WERTUNG:

Pro
  • + super witzige Geschichte
  • + interessante Veränderung der „Core“-Rollenspielmeachniken
  • + kein trockenes Levelabklappern → Variation im Gameplay
  • + klasse Soundtrack dank niedlicher Musik und spaßigen Sounds

Contra
  • - Kämpfe sind prinzipiell nichtig und sinnlos
  • - Suche nach Stickern hin und wieder etwas frustrierend






  • Story / Atmosphäre: 6/6 – Klasse. Die Story ist so quietschig-witzig, dass einem mehr als nur einmal ein Schmunzeln über die Lippen fährt. Die Papier/Sticker-Atmosphäre wird dabei auch noch unglaublich schön in Szene gesetzt
  • Gameplay / Steuerung: 5/6 – Die Steuerung ist sehr einfach, was auch elementar ist, da die Kämpfe im Verlauf relativ schwer werden. Generell ist das Spiel durchaus knackig und motiviert am Ball zu bleiben, allerdings lässt sich über Sinn und Unsinn des Spielprinzips streiten
  • Grafik: 5/6
  • Sound: 6/6 – anders als bei einigen der „Super Mario Bros.“-Spielen ist die Musikvariation stark, teilweise von Level zu Level bzw. von Szene zu Szene; die Sounds sind adäquat zur Spielwelt eingesetzt, von Papierrascheln bis hin zum Abreissen von Stickern.
  • Multiplayer / Langzeit: 4/6 – Das Spiel gibt außer dem Spiel nicht wirklich mehr her; aber damit hat man schon ziemlich viel zu tun. Es kann sich linear spielen, muss es aber nicht. Fakt ist aber, dass man sehr viel suchen, entdecken und grübeln muss um bestimmte Level zu beenden.


  • Gesamt: 26/30
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GEBT MIR GLÜHBIRNEN, LEUTE! LET'S GET SAUNA!

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Alt 01.01.2013, 11:29 # --
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Alt 28.07.2014, 06:28 # --
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