[PS Vita Review] Unit 13

Alt 30.03.2012, 10:56   # 1
Mayhem
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Unit13cover



  • Entwickler: Zipper Interactive
  • Publisher: SCE
  • Release: 07.03.2012
  • Plattform(en): PS Vita
  • Genre: Third Person Shooter
  • Spielmodi: Singeplayer/ Multiplayer (Coop - MP)
  • Altersfreigabe: USK 16 / PEGI 16




Zum Release der PS Vita, Sonys neuestem Handheld-Wunder, gab es leider nicht viele Core-Titel. Um genau zu sein erstmal nur eins, „Uncharted: Golden Abyss“ (lest die Review hier: Klick!) Natürlich kann das so nicht lange bleiben, das wusste der japanische Konzern, in Japan verkauft sich das Handheld nachwievor schlecht als recht, da es einfach an Software mangelt. Der Launch in Nordamerika und Europa ist allerdings besser verlaufen und in Zukunft steht auch eine große Palette an Casual- wie auch Coretiteln an. Jetzt widmen wir uns dem kürzlich erschienen Third-Person Shooter „Unit 13“ von Zipper Interactive, die bereits sehr viel Erfahrung in Third- sowie Firstperson-Shootern haben (die SOCOM: Navy Seals – Reihe und den massiven FPS MAG für die PS3). Das ist ein durch und durch fähiges Team, dass sich mit taktischem Gameplay auskennt. Spiegelt sich das auch in dem PS Vita exklusiven Spiel wieder oder nicht?




Unit13screen1




There is no „I“ in Unit....oh, apparently there is....


Dieser Third-Person Shooter ist ein wenig anders als das was man vielleicht gewohnt ist. Der Titel ist vielleicht ein klein wenig irreführend, denn man ist zwar Mitglied in dieser Einheit, spielt aber nur stets einen Charakter. Das man also Spieler mit einer Partner-KI arbeitet fällt flach. Fällt das ins Gewicht? Nö. Überhaupt fahren die Entwickler mit ihrem „Unit 13“ einen ganz eigenen Stil. Das Spiel hat keine Kampagne. Startet man das Spiel durchläuft man ein obligatorisches Trainingscamp, bei dem die Steuerung nähergebracht wird. Danach ist man das neue Mitgleid der sog. Unit 13. Man wird in das Hauptmenü des Spieles geleitet wo man die Wahl zwischen vier Reitern hat:


  • Solo Missions
  • Online Cooperative
  • High Value Targets
  • Daily Challenge


Diese vier Spielmodi bieten einem in ihrem eigenen Missionskatalog nicht allzuviel Abwechslung, aber dafür umso mehr Dynamik. Egal in welchem Modus, die Operativen sind oft gleich gehalten. Mal muss man irgendwelche Pläne von Terroristen stehlen, dann mal eine oder mehrere Geiseln befreien oder auch Bombensätze an feindlichen Kampfjets anbringen. Insbesondere die Solo Missionen bieten in ihrer Spielweise abwechslungsreiches Gameplay, was natürlich auch mit den Charakterklassen zu tun hat. Diese sind besonders aufgebaut. Anders als für gewöhnlich unterscheiden die verschiedenen Klassen sich nicht nur durch verschiedene Waffen, sondern durch ihre Parameter. Jede der sechs Figuren (Infiltrator, Gunner, Marksman, Techniker, Commando, Pointman) hat individuelle Statuswerte die sich in Gesundheit/ Regenerationskraft / Geschwindigkeit / Stealth / Munitionskapazität unterteilen lassen. Jede Solomission die man annimmt schlägt einem sogleich den passenden Soldaten vor. Ob man es nach den Regeln der Entwickler spielt oder nicht bleibt einem selbst überlassen. Wenn in einer Aufklärungsmission der Infiltrator vorgeschlagen wird, ist es klug diesen auch auszuwählen.




Unit13screen2


Denn das Missiondesign selbst bietet allerlei taktisches Vorgehen, da es vier verschiedene Arten von Aufträgen gibt: Direct Action-, Covert-, Deadline- und Elitemissionen. Jede dieser Aufträge beinhaltet die oben bereit erwähnten Missionen, jedoch unter verschiedenen Umständen. Im Elitemodus hat man eine Lebensanzeige, geht die zur Neige, stirbt man und muss am letzten Checkpoint starten. Die Anzeige kann man erst wieder auffüllen, wenn man eine Missionsoperative erfüllt hat. Die Deadlineaufträge geben dem Spieler ein gewisses Zeitspektrum vor, in der sämtliche Order erfüllt werden müssen. Der Covertmodus besteht in der Regel aus reiner Aufklärung während der Direct Action-Auftrag seinem Namen alle Ehre macht. Jeder dieser Modi wird, wie bereits erwähnt, ein adäquater Soldat vorgeschlagen. Interessant wird es, wenn man sich nicht daran hält und zum Beispiel bei einer DirectAction-Mission, bei denen es nur so vor Gegnern wimmelt, den Infiltrator nimmt. Dieser hat wenig Leben und eine nicht wirklich rosige Regenerationsrate, dafür einen extrem hohen Geschwindigkeits- und Stealthwert. Man stellt sich selber somit eine Herausforderung. Zudem hagelt es je nachdem wie man vorgeht diverse Erfahrungspunkte. Jeder Kill, jedes erfolgreiche Ausführen einer Aufgabe gibt Erfahrungspunkte und erhöht den EXP-Multiplikator, der die Erfahrungspunkte für eine gewisse Zeit vervielfachen kann. Diese Erfahrungspunkte bringen den jeweiligen Soldaten auf ein höheres Level, hierbei werden neue Waffen und Aufsätze für jene Waffen freigeschaltet. Manchmal hat das Freischalten der Waffen einen kleinen Haken. Will man als Infiltrator eine Shotgun (warum man das auch immer tun sollte) benutzen, muss man die Pointman-Klasse auf Level 7 gebracht haben. Dies forciert den Spieler auf geschickte Art und Weise auch mal die anderen Rollen zu spielen und sich nicht stets festzufahren.




Unit13screen3




Es gibt nichts stilleres als eine geladene Kanone!“


Hat man die Solomissionen erledigt, gibt es auch eine Wertung am Ende. Je nachdem wie man vorgegangen ist, gibt es Extrapunkte, je höher dieser Wert desto mehr Sterne verdient man sich damit. Diese Sterne sind insofern wichtig, da man mit ihnen die „High Value Target“-Missionen freischaltet, bei denen man unter verschiedenen Bedingungen große Drogenbosse, Menschenhändler, Terroristen und weiteren gefährlichen Abschaum erledigen soll. Großartig anders als einige der Solomissionen sind die nicht, aber je nach Leveldesign kann sich das Spielerlebnis schnell zum Denksport wandeln (was im Übrigen auch für jeden Spielmodus gilt, hier ist das ganze nur um einiges schwerer). Wie geht man vor? Sämtliche Passagen sind überwuchert von Tretminen oder Kameras, die bei Sichtung umgehend Alarm schlagen. Lasesensoren die beim Durchqueren giftige Gase ausströmen und auch noch die Aufmerksamkeit der Gegner auf einen Lenken. Geht man akribisch steril und leise vor, indem man sich jeder einzelnen Mine nähert und per Touchscreen deaktiviert oder schießt man mit der Pistole drauf, alarmiert damit zwar die Wache, kann diese aber dann auch in weiser Vorraussicht umgehen. Es bleibt ganz dem Spieler überlassen, was das Spielgeschehen jedesmal aufs Neue interessanter macht. Bin ich mit dem Gunner unterwegs, erwische ich mich teilweise selbst damit, wie ich trotzdem auf Stealth spiele. Gezielte Kopfschüsse geben mehr Punkte als ein Instantkill mit dem Messer. Führt man mehrere Tötungen der gleichen Art und Weise hintereinander aus, gibt es Boni.
Wenn man von den ganzen Missionen alleine genug hat, holt man sich einen Kollegen, vorrausgesetzt der/die hat auch eine PS Vita samt „Unit13“. Umgehend kann man dann zu zweit per Coop durch Missionen kämpfen, die durch den Einsatz zweier Köpfe weitaus mehr strategisches Gameplay bieten und die Angehensweisen bezüglich dem Gameplay sehr interessant gestalten.





Unit13screen4


Die Jagd nach dem Highscore


Mal ganz ehrlich. Zuerst dachte ich mir so? „Wie, keine Kampagne, einfach nur paar billige Missionen? Och nö.“ Aber so schnell mir der Gedanke in den Sinn kam, so schnell wurde er auch vom spaßigen und leicht suchterregenden Gameplay verdrängt. Denn, im Prinzip geht es nicht um das Abklappern der Missionen. Es geht darum, wer die Missionen am Besten abklappert. Je höher der Score (was ja auch die EXP darstellt), desto besser. Die Eckpfeiler dieses Spieles sind Wettbewerb und Prestige, gleich zu Beginn wird man nämlich mit dem PSN verbunden, sodass die Punkte, die man während einer Mission erreicht gleich online gestellt werden und man im Highscore suchen kann, wer denn besser/schlechter ist. Wer ganz nach Pokémonmanier der Allerbeste sein will, darf so einige Missionen nochmal machen, um seinen Scoremultiplikator in die Höhe zu treiben.
Was zu dem noch motivierend ist, dass Spiel noch öfter einzulegen ist der vierte Spielmodus: Daily Challenge. Der Name ist nämlich Programm. Die Entwickler sind nämlich sehr sozial und versorgen die Spieler tagtäglich mit einer exklusiven Mission, die unterschiedliche Operative hat, sich aber auch nicht sehr von den Offline-Missionen unterscheidet. Hier verläuft das mit der Highscore-Jagd allerdings viel verstärkter, da man die jeweilige Mission eben nur einen Tag zur Verfügung hat, wer da an der Spitze ist, hat ordentliche Kronjuwelen. Weil das Spielprinzip so simpel, aber dennoch so dynamisch ist, macht es ordentlich Spaß. Zu alledem ist „Unit 13“ auch noch sehr hübsch anzusehen. Das Leveldesign ist in der Masse nicht allzugroß, da man des Öfteren in den gleichen Orten operieren muss, allerdings erweitern sich die Räume, in denen man agiert ständig, Kantenflimmern oder Texturprobleme, Popups sowie irgendwelche anderen grafischen Fehler sucht man vergebens. Die Animationen sind flüssig und sauber. Grafisch gibt es an dem Spiel nichts auszusetzen. Auch aus gameplaytechnischer Sicht gibt es nicht viel zu meckern. Die KI ist relativ intelligent. Sie lässt sich zwar verwirren, schaut bei Unsicherheit hier un da nach dem Rechten, rückt aber gut aus in Alarmsituationen. Sperrfeuer von links während zwei Wachen auf einen zukommen, da muss man schonmal schnell reagieren. Auf Einschüsse wird vorbildlich reagiert, es wird zur Seite geknickt, zum Boden gefallen und gekrochen. Allerdings funktioniert der Umgang mit den Waffen zu gut. Das Balancing der Waffen ist stellenweise nicht wirklich geglückt. Insbesondere was die Schrotflinten angeht. Das man auf eine Entfernung von sagen wir nahezu 75m einen Kopfschuss mit einer Shotgun erzielt (mit RedDot Sight) halte ich für stark übertrieben. Das man dann auch noch Probleme mit der Deckung hat, wirkt vorerst zweitrangig, wenn aber ohne Shotgun unterwegs ist, könnte das gefährlich werden. Das Deckungssystem wirkt hin und wieder nämlich leicht eingeschnappt und will manchmal nicht so funktionieren wie es eigentlich sollte. Sowas reißt ein klein wenig an der Atmosphäre.





Unit13screen5



Fazit


Hellyeah! Zuerst dachte ich Zipper Interactive geht da ihren alten linearen SOCOM-Weg mit „Unit 13“, aber es kam komplett anders. Keine Kampagne, dafür einzelne Missionen. Highscore-Jagd mit dynamischem Gameplay. Ich bin für gewöhnlich nicht der Fan von solchen Geschichten. Achievements und Trophies gehen an mir vorbei wie Hausstaub, aber aus irgendeinem Grund habe ich mich des Öfteren dabei erwischt, wie ich die Highscore einer Mission geprüft habe und mir gleich gedacht habe: „Ah, vorhin hatte ich mehr als die Hälfte von dem Typen, dass werd ich wohl noch besser hinbekommen.“ 'Unit 13' ist zwanglos und somit eine tolle Spielerfahrung für unterwegs. Dauert die Busfahrt ein bisschen länger, kann man wunderbar eine Solomission hinlegen oder die Daily Challenge aufs Neue übertrumphen. Das Levelsystem der Charakterklassen ist nichts neues, dafür bringen die Parameter eine sehr gewichtige taktische Komponente in die Spielweise ein. Die KI ist durchaus solide und mehr als brauchbar; das Spiel hat leider keine wirkliche Inszenierung oder Präsentation, allerdings wird die Atmosphäre der Missionen in den jeweiligen Leveln doch gut eingefangen. „Unit 13“ ist Pflicht für jeden Fan von Third-Person Shootern!






WERTUNG:

Pro
  • + bequeme Steuerng / sinnvolle Touchbefehle
  • + motivierendes, dynamisches Gameplay
  • + Daily Challenge als Katalysator für Highscore-Prinzip
  • + gutes Verhalten der KI
  • + sehr lange Spieldauer da vieler Missionen und der Daily Challenge

Contra
  • - Waffen teilweise unausbalanciert
  • - Deckungssystem müsste überarbeitet werden
  • Story / Atmosphäre: 3/6 – so toll das Spiel ansich ist, der Einfallsreichtum der Missionsoperativen ist schon recht lau. Bomben hier platzieren, Bombensätze dort deaktivieren, bisschen Intel klauen, Wachen töten. Alles nur Mittel zum Zweck. Macht aber dennoch Spaß.
  • Gameplay / Steuerung: 5/6 – das Spiel lässt sich wunderbar (bis auf die zickige Deckung) steuern; mit Touchbefehlen deaktiviert man Fallen, wechselt mit der Waffe in den Visier/Ego-Modus, die Straight-Over-The-Shoulder Kamera ist gut platziert, die Vielfalt an Möglichkeiten eine Mission anzugehen ist klasse.
  • Grafik: 6/6 – gestochen scharfe Optik, flüssige Animationen, keine wirklichen grafischen Fehler, schönes und authentisches Leveldesign, passt!
  • Sound: 5/6 – es wird nicht viel geredet, das Klangbild ist dagegen richtig gut, insbesondere die Soundeffekte; es ist genau rauszuhören, wann ein Projektil auf welch Oberfläche auftrifft, schön!
  • Multiplayer / Langzeit: 6/6 – die 36 Solomissionen nehmen viel Zeit ein, die High Value Targets auch, der Online-Coop bockt jedes Mal und wenn die Daily Challenge in Zukunft genauso toll funktioniert wie bisher, wird es hoffentlich bis Ende aller Tage neue Missionen geben, sodass man immer wieder zu dem Spiel greifen kann
  • Gesamt: 25/30
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