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Es ist mal wieder soweit. Ein neuer Teil der Call of Duty (CoD) Serie steht in den Regalen und wie erwartet werden erneut alle Verkaufsrekorde gebrochen. Doch das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn die Spielreihe hat sich mit schnellem, präzisem Gameplay und einem nahezu auf den E-Sport perfekt zugeschnittenen Multiplayer, an die Spitze des Ego-Shooter Genres gekämpft und den ersten Platz bisher auch tapfer verteidigt. Ob Infinity Ward oder Treyarch, egal welches Entwicklerstudio hinter dem aktuellsten Teil der Serie stand, sie haben es immer wieder geschafft sich mit einem insgesamt stimmigen Gesamtpaket von der Konkurrenz abzuheben. Dabei ist das Prinzip so einfach wie genial: " never change a running System ". Was einmal gut funktioniert hat, wird auch ein weiteres mal klappen. Doch bereits beim Vorgänger CoD:Black Ops hat sich gezeigt, dass die Grafik-Engine so langsam in ihre Jahre kommt und im Vergleich zu anderen Titeln nicht mehr ganz so schön ausschaut. Ob Call of Duty: Modern Warfare 3 dennoch mit altbewährtem Gameplay überzeugen kann und weiter unangefochten die Nummer Eins unter den Shootern bleibt, erfahrt ihr in diesem Test. ![]() " who cares ... ?! " Ganz ehrlich? Die Geschichte rund um Modern Warfare habe ich nie so richtig verstanden. Das "Wer-gegen-wen-und-warum" ist in so ziemlich jedem Ableger fast vollkommen an mir vorbei gegangen. Das mag zum einen an der Action liegen, welche einem kaum Zeit für eine Verschnaufpause lässt und es somit beim ersten mal durchspielen um so schwerer macht, das Geschehen zu verfolgen. Zum anderen ist jedoch im Vorfeld klar, dass die Singleplayer Kampagne, als reines Feature anzusehen ist. Der Multiplayer ist und bleibt das Herzstück eines jeden Call of Duty. Wie auch schon in den Vorgängern wechselt das Geschehen von Mission zu Mission den Protagonisten. Mal erlebt man das geschehen aus Sicht des Delta-Force Soldaten "Frost" oder bspw.: dem ehemaligen Speznas Mitglied "Yuri" und trifft auf alte Bekannte wie Cpt. Price und den bereits aus Modern Warfare 2 bekannten Gegenspieler "Makarov". Doch wie bereits erwähnt ist mir nie wirklich klar geworden, in welchem Bezug die Figuren wirklich zueinander stehen und was der genaue Hintergrund ist. Irgendwie stellen die Persönlichkeiten einfach nur das nötige Mittel zum Zweck dar. Wir haben einen mit Nervengas oder Nuklearwaffen bestückten fiesen Bösewicht, der die halbe Welt bedroht und aufgrund von bereits ausgeführten terroristischen Aktionen unbedingt aufgehalten werden muss. Das muss soweit auch reichen, also auf an verschiedene Schauplätze wie Afrika, Paris, Berlin und in den Kampf gegen eine feindliche Übermacht. Ob direkte offensive Häuserkämpfe, oder dunkle Schleichmissionen, welche an Anzahl deutlich zugenommen haben, ist wie üblich alles an Missionsdesign vorhanden. Und es wäre kein Modern Warfare wenn nicht auch überdeutlich demonstriert werden würde, wie die Moderne Kriegsführung funktioniert. Denn an Board einer AC-130 in aller Ruhe und fern vom Schlachtengetummel ganze Gegnerhorden per simplen Knopfdruck zu zerbomben, verliert nichts an seiner verstörenden Ironie, egal wie oft man auf solche Missionen trifft. Abgestumpft wirkt dagegen das komplette restliche Missionsdesign. Das Spiel bleibt seiner Linie treu und bietet eine komplett durchgescriptete Schießbude im schlauchartigem Leveldesign, bei denen es darum geht, den richtigen Triggerpunkt zu erreichen und sich durch etliche Gegner zu ballern bis man ans Ziel kommt. Die wirkliche Herausforderung findet man dabei nur im höheren Schwierigkeitsgrad wie "Söldner" oder "Veteran" während man sich im Trophyrausch per "Try and Error" Prinzip und etlichen an die Wand geschmissenen Controllern durch die Missionen kämpft. Eine packende Story oder tiefgründige Charaktere mit Handlungssträngen sucht man in Call of Duty absolut vergeblich. Was das Spiel zu bieten hat ist eine plumpe aber gelungene Actionkulisse, die an Adrenalin geladenen Szenarien nur so strotzt. Eine kurze Pause hat man allerhöchstens in den kurzen Ladezeiten zwischen den Missionen, doch sobald man das Geschehen wieder übernimmt, heißt es Action pur. Wenn man ehrlich ist, ab und zu braucht man das, doch auf Dauer und in Gänze betrachtet wirken die CoD-Singleplayer Kampagnen dann doch sehr ernüchternd und enttäuschend. Da gibt es zahlreiche Titel die dann doch wesentlich mehr Spannung und Handlung zu bieten haben und somit wenigstens im Gedächtnis bleiben. ![]() "... sieht aus wie CoD, spielt sich wie CoD, is auch CoD " Wer vorher auch nur einen der Vorgänger gespielt hat, wird sich bei MW3 sofort heimisch fühlen. Es ist einfach Alles beim Alten geblieben. Warum auch was an der für Anfänger und Fortgeschrittene durchdachten Steuerung ändern ? Doch wer das kurz vorher erschienene Battlefield 3 gespielt hat wird feststellen, wie schnell ein Call of Duty eigentlich ist. In den ersten Minuten musste ich mich tatsächlich fragen, ob ich nicht vielleicht doch an Motion-Sickness leide, denn das Geschehen lief tatsächlich in einem schwindelerregendem Tempo ab, wogegen eine darauf folgende Session in Battlefield 3 merklich wie in Zeitlupe wirkte. Und die Spielgeschwindigkeit ist nicht der einzige Unterschied zur Konkurrenz. Eine gewisse Waffenballistik ist in CoD nicht zu finden. Egal wie weit der Gegner entfernt ist, das Fadenkreuz muss einfach nur drauf gerichtet werden um zu treffen. Zwar hat jede Waffe seine eigene Streuung, doch auf gekonntes Vorhalten wurde seit je her verzichtet. Im Vergleich wirkt das auf mich dann doch ein wenig zu plump, doch letztendlich bleibt es reine Geschmackssache. Ich persönlich habe es dann doch lieber ein wenig realistischer. Doch für das Leveldesign in MW3 ist es absolut zweckdienlich. Denn offene und weite Felder sind hier sowieso nicht zu finden. Die Level und Multiplayer Karten sind allesamt grundsätzlich eng und schlauchartig aufgebaut und wirken daher sehr beklemmend. Doch hat man sich, besonders im Multiplayer, erst mal mit den Karten auseinander gesetzt, merkt man schon, dass jeder schmale Durchgang, jede Ecke und Erhöhung seinen Sinn macht, denn schlechtes Leveldesign kann man den Entwicklern wirklich nicht vorwerfen. Besonders bei den etwas taktischeren Varianten im Multiplayer wie "Suchen und Zerstören" merkt man deutlich, dass man sich um das Balancing starke Gedanken gemacht hat. Die durchdachten Karten sind auf jeden Fall eine der großen Stärken dieses Spiels. Wirklich schwach kommt dagegen jedoch die Gameplaydynamik daher. Bis auf wenige kleine Objekte findet man kaum physikalische Spielereien. Auch von zerstörbaren Objekten ist keine Spur. Das springen, laufen und ducken, wirkt dabei sogar ziemlich hölzern. Was mittlerweile jahrelang für diese Shooter-Serie sehr gut funktioniert hat, wurde von der Konkurrenz gnadenlos in den Boden gestampft. So hart wie das klingt, aber das muss man einfach so sagen: Battlefield 3 hat in genau diesen Punkten die Messlatte um einiges nach oben geschoben und das leicht angestaubte Call of Duty kann in Sachen Dynamik nur sehr schwer mithalten und wirkt dann leider doch ziemlich altbacken. Aber es bleibt eine Frage, ob man darauf so großen wert legt, denn an sich funktioniert Modern Warfare 3 im Gameplay noch immer genau so gut wie eh und je. Flüssig, schnell und präzise. ![]() " der Zahn der Zeit " Wenn wir schon beim Thema altbacken sind, dann bleibt an dieser Stelle nichts anderes übrig als die Grafik des Spiels zu nennen. Was zu Beginn mit Modern Warfare 1 noch eine wahre Grafikpracht war, wirkt beim aktuellsten Teil dann doch unheimlich eingestaubt. So ganz auf der Höhe der Zeit sieht das Alles nicht mehr aus. Das fängt bei den Raucheffekten und Explosionen an und hört bei den veralteten Texturen wieder auf. Als wenn das noch nicht genug wäre, scheint man gewisse Objekte einfach plump aus den Vorgängern kopiert zu haben. Die ein oder andere Textur hat man jedenfalls schon mehr als einmal gesehen. Auch an den Soundeffekten nagt so langsam der Zahn der Zeit. Und erneut ist es die Konkurrenz, die einem klar macht, wie alt das Spiel mittlerweile geworden ist. Ich möchte fast schon das Wort "lächerlich" benutzen wenn ich mir die Grafik- und Soundeffekte näher betrachte und sie in den direkten Vergleich stelle. Kleine Rauchwölkchen bei Explosionen, untermalt von einem zaghaftem "kapufff", haben dann doch ziemlich an Reiz verloren und dienen nur noch als reine Indikatoren für das Spielgeschehen. Das mag jetzt alles ein wenig schlimmer klingen, als es letztendlich ist, denn man kann nicht behaupten dass MW3 wirklich schlecht aussieht. Doch auch hier ist es der direkte Vergleich dem das Spiel nicht stand halten kann. Animationen, Effekte, Texturen und Soundeffekte machen das Erlebnis dann doch um einiges schwächer als man es erwartet hätte und vielleicht wäre eine Restauration von Grafik und Sound doch so langsam nötig. Auf der anderen Seite muss man jedoch sagen dass ein Call of Duty seine konstante Framerate von 60fps auch benötigt und behalten sollte. Denn immerhin gibt es aufgrund der etwas schwächeren Grafik ein durchgängig flüssiges Spielerlebnis. Das Spiel läuft von Anfang bis zum Ende, egal was auf dem Bildschirm an Action abläuft, komplett flüssig. Ruckler oder Einbrüche in der Framerate sind an keiner Stelle des Spiels aufgetreten und manchmal ist das vielleicht doch wesentlich mehr wert als eine vor sich hin ruckelnde Grafikpracht. ![]() " Alles wie gehabt " Kommen wir zum Kernstück von Modern Warfare 3, dem Multiplayer. Und wie erwartet finden wir dort auch gleich eine ganze Palette an abwechslungsreichen Spielmodi. Von Suchen & Zerstören, Herrschaft und Hauptquartier bis Frei für Alle, Team-Deathmatch, und Capture the Flag ist wieder alles mit dabei. Zur Verfügung stehen 16 abwechslungsreiche Karten sowie zahlreiche Perks, Waffen und ihre Freischaltungen, wie bspw. neue Aufsätze, Tarnmuster oder Verbesserungen. Und wie sollte es anders sein, es dauert keine fünf Minuten und man ist sofort wieder im Sammelrausch. Ob man einfach nur seine gewünschte Waffe freischalten möchte und diese dann im neu eingefügten eigenen Rang aufsteigen lassen will um alle Erweiterungen zu erlangen, oder sich mit ständigem Blick auf die Kill/Death-Ratio Stunde um Stunde auf der Rangliste nach oben spielt um doch noch den nächsten Prestige Modus zu erreichen; Wenn der Multiplayer eines kann, dann ist es süchtig machen. Und das funktioniert erstaunlicher Weise bei jedem Ableger der Serie aufs Neue. Da fällt es auch nicht groß ins Gewicht, dass es kaum Neuerungen zu erhaschen gibt. Dennoch wäre da zum Beispiel der Spielmodi "Kill-Confirmed" zu erwähnen, bei dem man erst die Marken eines Gegners aufsammeln muss um den Punkt für den Abschuss zu erhalten, was dann doch für recht witzige oder nerven aufreibende Situationen sorgen kann. Und auch an den Killstreak-Belohnungen wurden einige taktische Änderungen vorgenommen. Es stehen nun 3 verschiedene Klassen für das Erreichen von Abschussserien zur Verfügung. Mit "Assault" hätte man die klassische Variante, die einen nach genügend aufeinander folgenden Abschüssen, zu den gewohnten Geschützen, Helikoptern etc. verhilft. Bei den beiden anderen, wird es dann jedoch ein wenig taktischer. Mit "Specialist" werden nach und nach weitere Perks dazu geschaltet, was dem Spieler ein riesigen Vorteil verschaffen kann, aber somit eher etwas für Einzelkämpfer ist. Bei der "Support"Abschussserie hingegen setzt man seine Belohnungen zum Wohl des Teams ein. Darunter wären zum Beispiel Schutzwesten oder gar eine Fake-Abwurfkiste, die explodiert falls ein Spieler aus dem gegnerischem Team versucht sie zu mopsen. Hinzu kommt, dass diese Team Belohnungen nach dem Tod des Spielers nicht zurück gesetzt werden und man somit nach dem Respawn weiter seine Abschussserie voran treiben kann. Damit weht dann doch ein recht frischer taktischer Wind in das Spielgeschehen. Obendrauf hat Modern Warfare 3 auch noch den Spec-Ops Spielmodi spendiert bekommen, der sich im wesentlichen auf heiße Koop Gefechte Konzentriert. Zum einen wären da die Spezialeinheit Missionen, bei denen es gilt bestimmte Missionsziele aus den Leveln der Kampagne zu erreichen, oder der Survival Modus, bei dem man auf den Mehrspielerkarten gegen immer stärker werdende Gegnerwellen antreten muss. Das Prinzip ähnelt stark dem Zombie-Modus aus den vorigen Ablegern, erscheint in dieser Form allerdings um einiges durchdachter und umfangreicher. Auf jeden Fall bieten diese Modi eine gelungene Abwechslung für jeden der sich nicht sofort in die hektischen online Gefechte stürzen möchte und vielleicht einfach nur mit Freunden im Splitscreen zocken will. Damit das problemlos funktioniert, lassen sich sogar eigene Profile erstellen, die man im Rang samt Waffen und Freischaltungen unabhängig vom Mehrspieler aufleveln kann. Diese lassen sich wiederum auf eine andere PS3 kopieren, womit einer Partie bei Freunden mit dem eigenen Profil nichts im Wege steht. Wer möchte kann das Ganze natürlich auch online spielen, oder sich zufällig mit einem Mitspieler verbinden lassen. Was soll man da sagen ? Da wurde an alles gedacht. Singleplayer Missionen, Koop und Splitscreen Möglichkeiten sowie ein umfangreicher Mehrspieler sorgen auf jeden Fall für etliche Stunden Spielspaß. ![]() FAZIT: Ja, Call of Duty ist sichtlich in die Jahre gekommen. Und nimmt man das Spiel im direkten Vergleich zu Konkurrenten wie Battlefield 3 unter die Lupe sieht es nicht wirklich gut aus, was den sicheren ersten Platz unter den Shootern garantiert. Denn in Sachen Grafik und Spieldynamik kann Modern Warfare einfach nicht mehr mithalten. Doch man muss sich ebenso fragen, ob es unbedingt nötig ist, denn wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht ob das Spiel wirklich besser wäre, wenn es schöner aussieht, dafür aber langsamer laufen würde. Bei der Geschwindigkeit die das Spiel bietet, fällt der Unterschied nach einer gewissen Zeit sowieso kaum noch auf. Denn ob Singleplayer Kampagne oder Multiplayer, bei diesem Action Gewitter hat man ohnehin kaum Zeit, um auf die Kleinigkeiten zu achten. Mit fast schon unzähligen Spielmodi für Singleplayer, Multiplayer und Koop bekommt man auf jeden Fall ein riesiges Packet, das einem etliche Spielstunden vor der Konsole garantiert. Der durch Freischaltungen ohnehin süchtig machende Multiplayer bleibt auch weiterhin das Herzstück des Spiels und ist mittlerweile einfach Kult. Das schnelle und präzise Gameplay mit nahezu perfektem Balancing macht Call of Duty ideal für Clan-Wars. Und auch wenn man Modern Warfare 3 als bloßes Update ohne große Änderungen zum Vorgänger ansehen muss, unterm Strich ist es ganz gut das alles wie gehabt daher kommt. Jeder Fan der Serie wird von Anfang bis zum Schluss seinen Spaß mit dem Spiel haben. WERTUNG: Pro:
Contra:
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