[PS3] [Review] Uncharted 3

Alt 28.11.2011, 19:09   # 1
Mayhem
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UC3 cover



  • Entwickler: DICE
  • Publisher: Electronic Arts
  • Release: 02.11.2011
  • Plattform(en): PS3
  • Getestet: PS3 Version
  • Genre: Third-Person-Shooter/ Action Adventure
  • Spielmodi: Singleplayer, Koop, Multiplayer
  • Altersfreigabe: USK 16 / PEGI 16
  • Onlinepass: Ja





Was wäre die Welt wenn es keine Veränderungen gäbe? Was wäre, wenn damals der Typ der das Rad erfunden hat, sich gedacht hätte: „Ah, das passt schon so, ich brauch das gar nicht verbessern!“ Man hätte keinen Fortschritt, keine neuartigen Technologien, keine Innovationen. Ähnlich verhält es sich in der Gamingindustrie. Viele Entwickler sind mutig und wagen etwas. Sie lassen ihrem Einfallsreichtum keine Grenzen, probieren Neuerungen und interessante Features aus. Auf der anderen Seite hingegen, gibt es Entwickler, die das nicht tun. Man verlässt sich auf altbewährte Prinzipien, ganz nach dem Motto: „Never change a running system!“
So in etwa hält es Sonys Studio Naughty Dog mit ihrer Uncharted-Reihe. Gameplaytechnische Unterschiede weisen der erste Teil der Reihe und sein Nachfolger im direkten Vergleich nicht wirklich auf. Nun ist der dritte Teil erschienen und wiedermal ändert Naughty Dog nichts an ihrer Haltung. Doch die Kunst dabei ist es, wie sie es schon mit Teil 2 der Reihe gezeigt haben, ohne große spielerische Neuerungen genausoviel, wenn nicht sogar mehr, Spielspaß zu erzeugen.
Mit ''Among Thieves'' hat das Studio ihre eigene Messlatte ziemlich hoch angelegt, denn statt Innovation wurde mehr mit Detailverliebtheit gearbeitet. Ob nun ''Uncharted 3 – Drake's Deception'' diese Messlatte nur ankratzt oder noch höher steigt haben wir mal ausgetestet.


UC3 1


Drake's Fortune


Wem der Name „Nathan Drake“ bis heute unbekannt ist, sollte aber schleunigst mal sein Videospielwissen auffrischen. Schnell nochmal 'Uncharted – Drake's Fortune' einlegen, denn nur so erfährt man, dass Nathan Drake ein direkter Nachfahre von Sir Francis Drake, dem berühmt-berüchtigten Seefahrer, Entdecker und Freibeuter ist. Das weiß nur keiner außer ambitionierten Gamern. (Tjaha, und da soll man mal noch sagen, dass Spiele einen nicht weiterbilden)
Mit dem ersten Teil der Reihe wurde ein Grundstein für ein imposantes Spielefranchise gebildet. Müsste man 'Uncharted' mit etwas vergleichen würde mir persönlich spontan nur ein 'Tomb Raider' einfallen. Die Protagonisten sind beides gebildete Schatzsucher, dementsprechend sind die Settings dort angelegt, wo man nunmal Schätze vermutet: Maya-Ruinen, Kolumbien, Indien etc.
Unterschiede bezüglich dem Gameplay kann man auch nicht wirklich finden. Sind beides Action-Adventure, jedoch existiert ein ausschlaggebender markanter Unterschied: Tomb Raider ist dort die Luft ausgegangen, wo ein Uncharted erst richtig zu glänzen anfängt und zwar bei der Präsentation, wie auch der Authentizität der Charaktere.
Es war ja eine zeitlang ganz nett die taffe Lara Croft zu spielen, jedoch hat mich persönlich diese Figur nie berührt. Es war immer so als würde sich Ms Croft denken: „Ich habe eine Riesenoberweite und kann über ewig weite Abgründe springen!“ Eine Identifikation fiel immer sehr schwer. Ein Nathan Drake hingegen atmet in seinen Spielen erleichtert auf, wenn er knapp dem Tode entkommen ist, man hört ein wehmütiges Murmeln: „Warum mache ich das alles nochmal!?“ oder fängt an zu Lachen. Sympathie ist hier das Stichwort. Auch die Inszenierung seines Verhaltens bezüglich der anderen Charaktere wie seinem ewigen Freund und Mentor Victor Sullivan oder der hübschen Elene Fisher sind an Echtheit nicht zu übertreffen. Man möchte am liebsten wirklich mitmischen, in finstere, unheilsschwangere Höhlen eindringen, Mythen und Legenden nacheifern, unwissend, ob sie sich nicht als falsch herausstellen; eigentlich nur um Drake an seiner Seite zu wissen. Im dritten Teil der Serie 'Uncharted 3 – Drake's Deception' ist das nicht anders. Naughty Dog geht einen Schritt weiter und hat weitaus mehr Arbeit in die Darbietung der Charaktere sowie des Storytellings gesteckt. Bereits zu Beginn wird der Spieler in die Zeit geworfen, in der der 14 jährige Nathan bei einem persönlichen Raubzug den älteren Gauner Victor kennenlernen darf. Solche Momente sind es, die den Charakteren Leben einhauchen und sie einfach echt wirken lassen. Die Beziehung zu seinen zwei Damen hingegen, Chloe und Elenea, bleibt im dritten Teil jedoch etwas auf der Strecke; der Fokus liegt in dieser Fortsetzung vielmehr in der Partnerschaft zwischen Nathan und Victor. Diese entwickelt sich stetig im Laufe der Geschichte zu einer Vater-Sohn-Beziehung, die bereits in den Vorgängern spürbar ist.
Denn dieses Mal geht es um den stets gut behüteten Ring von Sir Francis Drake, den Nathan bei sich hat. Eine alte Bekanntschaft von Sullivan, Katherine Marlowe, welche den Antagonisten darstellt, wollte mit ihrem Handlanger, Talbot, der im gesamten Spiel omnipräsent und einer der wohl langweiligsten Schergen in der Spielgeschichte ist, Drakes Ring gegen eine beträchtliche Summe kaufen. Der Deal platzt jedoch und die ganze Aktion eskaliert. Mit Hilfe von einem Maulwurf, Charlie Cutter, gelingt es den beiden jedoch die zwielichtige Marlowe auf die falsche Fährte zu schicken und herauszufinden, was sie mit dem Ring vorhat. Die Dame ist nämlich im Besitz einer Scheibe, die auf Drake's Ring reagiert und den Weg zu der verlorenen Stadt Iram weist, welches auch als „Atlantis der Wüste“ bekannt ist. Diese Scheibe gilt es also zu stibitzen und die geheime Stadt ausfindig zu machen, was den Protagonisten auf die Spuren des berühmten Lawrence von Arabien bringt und ihn dadurch die halbe Welt bereisen lässt. Vom Londoner Untergrund über ein Schloss in Frankreich bishin nach Yemen mit einem Zwischenstop in Syrien werden Schauplätze ohne Verschnaufpause abgeklappert, was ein wenig an der Atmosphäre zieht. Ob ich mich nun in einem französischen Schloss befinde habe oder es ein englisches Anwesen ist, auf den ersten und zweiten Blick konnte man das nicht wirklich feststellen. Sicherlich bleibt man für eine Weile an dem jeweiligen Ort und hat einiges zu tun, Gegnerwellen erlegen oder Rätsel lösen, aber in den Uncharted Spielen davor wurden die Übergänge zwischen den Örtlichkeiten besser gelöst; vielleicht liegt es auch einfach nur daran, dass man für relativ kurze Zeit an bestimmten Plätzen ist und man sich nicht die Zeit nehmen kann, sich nun zum Beispiel in einem Syrien wiederzufinden.




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Uncharted 3 – Drake, Beat'em Up!


Das zieht aber den Spielspaß nur marginal runter. Ist man erst mal in londonschen eigens für Untergrundaktivitäten böser Gegenspieler gebaute Dungeone drinnen, versucht man dementsprechend auch leise weiterzukommen. Der Aufbau von Atmosphäre fällt garantiert nicht unter den Tisch. Die ersten Lakaien kommen und sind selbstverständlich überrascht Eindringlinge zu sehen, schnell also zur schallgedämpften Pistole gegriffen, bevor die überhaupt wissen, was Sache ist. Hinter der nächsten Ecke stehen zwei weitere Anzugträger, bewaffnet mit Sturmgewehren. Mit einem schnellen Druck auf die L3 Taste, will ich meine Schulterperspektive verändern um eine bessere Sicht zu haben, jedoch wird mir das verwehrt. Was soll das denn bitte? In den Vorgängern war das auf Abruf möglich, hier entscheidet die aktuelle Position aus welcher Perspektive die Waffe gehalten wird, was in einigen Situationen ein zwar kurzweiliger aber ausschlaggebender Nachteil sein kann. Insbesondere dann, wenn die härteren Brocken auftauchen. Da hilft nur ein ordentliches Schusseisen, und davon gibt es genüge in Uncharted 3; ganze 22 Waffen hat man im Laufe des Spieles zur Auswahl, von automatischen Sturmgewehren wie der AK47 bishin zur M9 oder halbautomatischen Gewehren mit Zoomaufsatz wie der G-Mal bishin zu altbekannten Scharfschützengewehren und sekundären Waffen wie Magnums oder einfachen Pistolen. Selbstverständlich dürfen auch die Waffen mit etwas BUMS! nicht fehlen, ob schwerer Raketenwerfer oder handliche Schrotflinte in verschiedenster Variation, alles ist vertreten was den Gegnerwellen ordentlich Dampf einheizt.
Und von denen gibt es genug. Nicht das es langweilig wird, aber insbesondere die forcierten Zweikämpfe werden auf Dauer nervig, vor allem wenn das Nahkampfsystem so hakelig aussiehst. Will man durch eine Tür treten, wird diese aufgerissen und vor einem steht ein gigantischer Bodybuilderverschnitt mit dem man dann ein wenig Pseudo-Quicktime-Event spielen darf. Mit Dreieck wird ausgewichen, mit Vierreck geschlagen/gekontert und mit der Kreistaste gepackt. Allerdings beherrscht der Gegner auch dieses Repertoire an Moves, so kann sich also ein Kampf durchaus in die Länge ziehen, vor allem da dies System doch recht träge ist und nicht zum Beispiel so elegant abläuft wie bei einem ''Batman: Arkham Asylum/City'' oder gar einem ''Mafia 2''. Ist man zudem noch in einer Situation, in der man keine Waffe bei sich trägt, wird es nur noch nervenstrapazierender, andernfalls stößt man den Gegner schnell weg, zieht seine Schusswaffe und macht dieser Farce ein schnelles Ende. Das alles wäre nur halb so langweilig, wenn es wenigstens optisch gut aussehen würde. Denke ich hierbei an das oben erwähnte Freeflow-Kampfsystem aus einem Batman, sieht der Nahkampf in ''Drake's Deception'' relativ unsauber aus. Die Bewegungen sind teilweise zu statisch, auf der anderen Seite wieder überragend gut. Hat einer der Gegner Drake gepackt, kommt ein zweiter angerannt um den Schatzsucher zu bearbeiten, schnell auf die Kreistaste gedrückt vollführt man einen Tritt auf den herbeikommenden Gegner und löst sich aus dem Griff. Unbegreiflich warum die Animationen im Spiel so blendend aussehen, die Standbewegungen im Nahkampf allerdings so seltsam. Überhaupt waren die Bewegungen in Uncharted seit jeher abgehackt, was andere Spielreihen schon gelöst haben, bekommt die UC Reihe auch nicht im dritten Ableger hin: dreht man sich rapide hin und her, gibt es keine fließenden Animationen, dass sich der gesamte Körper dahindreht, nein, man lässt eine Vielzahl von Frames im Rendervorgang aus. Ein wenig schade, da sonst alles wie aus einem Guß wirkt. Gameplaytechnisch hat sich des Weiteren nicht viel geändert, was etwas schade ist. Man hätte ruhig weiter am Deckungssystem pfeilen können, da es noch ein wenig schludrig abläuft. Kann sich denn niemand den Quellcode des Gears-Of-War-Deckungssystems klauen und allen Entwicklern von Third-Person-Shootern schenken? Aber das ist eigentlich nicht weiter furchtbar, da es kaum redundante Gegnerwellen im traditionellen Sinne gibt, was schon fast zu schade ist, da die KI genauso langweilig wie präzise im Schießen ist. Dass Naughty Dog das nach drei Teilen noch nicht hinbekommt, bleibt mir persönlich ein Rätsel. Gegner reagieren erst nach ein paar Schüssen mit Animationen. Schieße ich zum Beispiel bei einem 'Call of Duty: MW' einen Gegner an kommt er wenigstens ins Stolpern, selbst der alte TPS 'Army of Two' hat die Gegner bei Schüssen in die Beine, diese wegknicken lassen. Bei der Uncharted-Reihe und damit auch dem aktuellen dritten Teil fehlt sowas gänzlich.




UC3 3




Among Thieves


Ansonsten macht 'Drake' Deception' so ziemlich alles richtig. Trotz der etwas holprigen Übergänge von Schauplatz zu Schauplatz, wird Atmosphäre geschaffen. Musikalische Untermalungen sind hier nur eines der vielen Stilmittel, ob Trommeln gepaart mit melodischen Bässen oder orientalisch-angehauchte Violinen die aber passend und flott in schrille Gitarrensounds wandeln, wenn Action angesagt ist. Ob man nun in einem kleinen französischen Schloss ist, steht eigentlich nicht wirklich zur Debatte, die Größe und der Grad der Details im Gebäude selbst, lässt einen doch abseits der eigentlichen Ziele forschen und so den einen oder anderen Schatz finden. Nebenbei angemerkt sind die Schätze die man durchgehend finden kann, vorausgesetzt man hält ein oder beide Augen offen, wieder nur ein nettes Gimmick und bringt keineswegs etwas. Eine kleine Datenbank wäre nett gewesen. Aber wie erwähnt, das nur am Rande.
'Drake's Deception' eigentlich einzig großer Fehler ist das wiederholende Gamedesign. Das ist ansich nichts schlimmes, da viele Spiele repetetiv aufgebaut sind. Totale Abwechslung ist auch in der Entwicklung sehr zeitintensiv, was ich aber damit genau meine ist die Tatsache, dass bestimmte Elemente zu oft in kurzen Abständen geschehen, was eben den Eindruck erweckt, der Aufbau des Spieles sei immer der Gleiche. Wenn man innerhalb einer Stunde zwei Fluchten von vielen weiteren unternehmen muss, ist das Ganze nicht mehr so eindrucksvoll würde da eine größere Zeitspanne dazwischenliegen.
Auf der anderen Seite hingegen setzen Naughty Dog wieder erfolgreich auf Bombast. Hat man sich actionreich auf ein Flugzeug geschleust, dass Richtung Yemen fliegt, ist es sensationell zuzusehen, wie der Flieger abhebt. Noch spektakulärer wird es natürlich, wenn man dann entdeckt wird und Gefahr droht aus dem Flugzeug geschmissen zu werden. Es gibt zwar wieder viele gescriptete Szenen, die jedoch mehr als gut in Szene gesetzt worden sind und zu beeindrucken wissen. Dank dem diesmal herrlich arrangierten Storytelling, wird auf perfide Art und Weise Spannung eingebaut, die fast alles andere beinahe wettmacht. Auch wenn einige Charaktere zu fahl gehalten wurden, machen sie ihre Arbeit mehr als gut und zwar die Hauptcharaktere besser auszuleuchten wie auch deren Persönlichkeit zu betonen. Trifft Marlowe also auf Nathan und Victor wünscht man sich schon beinahe eine Tüte Popcorn und gedämmtes Licht.




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Schatzsuche auf der ganzen Welt (Multiplayer)


  • Offline


Neben dem tollen Singleplayer hat Naughty Dog bereits im zweiten Teil schon einen Multiplayer eingebaut. Im dritten Teil gehen die Entwickler einen Schritt weiter und bauen noch einen zusätzlichen Offline-Coop mit ein, was ein gigantischer Pluspunkt ist. Dieser Coop besteht aus zwei Spielmodi, einmal der sog. „Arena“ und einmal dem „Adventure“, beide lassen sich entweder über LAN an mehreren Konsolen/Fernsehgeräten oder per Splitscreen an einem Gerät spielen. Letzteres jedoch ist eines von diesen neumodernen Splitscreens, die zwar (glücklicherweise) horizontal geteilt sind, dafür jedoch auch nur ¾ des jeweiligen Screens einnehmen, daneben ist jeweils ein Blackscreen mit einem Logo zu sehen. Es ist wohl nur eine Frage der Gewöhnung, aber ich habe meinen bereits geteilten Screen doch als komplettes Bild und nicht noch weiter reduziert, obwohl es ein qualitativer Verlust ist. Bevor man sich an irgendwas gewöhnen kann, wählt man ein Spielmodi aus, hat man letzteres gewählt, also den Adventuremodus, darf man mit seinem Kollegen/Freund/Freundin/etc als Nathan Drake und Victor Sullivan kleine unabhängige Storymissionen erledigen, was durchaus Spaß macht, da die Partner-KI in der Singleplayerkampagne relativ unnütz ist, hier aber durch einen Mensch ersetzt wird. Das Gameplay selbst unterscheidet sich kaum vom Singleplayer. Von Klettereinlagen bis zum Abwehren gegnerischen Banditen. Zusammen macht es aber mehr Spaß. Schade nur, dass die Missionsgeschichten so schlampig verarbeitet wurden, die Zwischensequenzen brechen willkürlich mitten in den Dialogen oder Monologen ab. Was im Singleplayer glänzt, wurde hier schlecht verarbeitet. Stellt allerdings keinen allzu großen Beinbruch dar, hat man seinen Kollegen dazu genötigt, alle Missionen durchzuspielen, kann man sich im Arena-Modus behaupten. Hier gilt es verschiedene Missionsziele zu erreichen auf acht verschiedenen Maps. Vom Survival-Ziel, bei dem man Gegnerhorden überstehen muss, über die Schatzsuche, bei der es gilt den Schatz, der sich an einer bestimmten Position der Map befindet zu bergen oder dem Territoryfight, bei dem Kills nur zählen, wenn man aus einem bestimmten Bereich feuert, für Abwechslung ist also gesorgt. Und zudem regnet es Geld und Erfahrungspunkte!


Der Witz ist auch hierbei Charactercustomization, man erstellt sich sein Profil und kann sein Aussehen nach Belieben verändern. Hat man genügend Kohle auf dem Konto, dass man sich nach erfolgreichen Arena/Adventure-Sessions eingesackt hat, kann man sich Accesoires für seinen Avatar kaufen, weitere Waffen kaufen und/oder verbessern.


  • Online


Gleiches Prinzip gilt auch für den Online-Multiplayer. Man bekommt einen Avatar zur Verfügung gestellt und kann umgehend einsteigen. Zu Beginn hat man noch nicht wirklich viel Auswahl, da noch kein Geld in der Kasse ist, also rein ins Getümmel. Man hat die Auswahl zwischen neun verschiedenen Spielmodi; sei es nun das klassische Teamdeathmatch, das für Einzelgänger interessante Free for All, der Plunder-Modus (Capture the Treasure), die Coop Modi aus dem Offline Coop oder der Hardcore-Mode, für jeden ist etwas dabei. Und nicht nur die Anzahl der Modi ist erfreulich, das Matchmaking funktioniert weitaus besser und schneller als noch im zweiten Teil. Damit aber noch nicht genug, Naughty Dog hat so einige interessante Neuerungen in das Onlineerlebnis gepackt. Was umgehend als erstes auffällt, ist die Tatsache, dass man, anders als in Teil 2, sich seine Waffen selber auswählen kann, anstatt die jeweilige Map abklappern zu müssen um ordentliche Waffen abstauben zu können. Man kann sich vier verschiedene Sets zusammenbauen, zwischen denen man dann während dem Match nach einem virtuellen Tod auswählen kann. In solch einem Set sind eine primäre Schusswaffe (Sturmgewehr, Scharfschützengewehr, Schrotflinte o.Ä.), sekundäre Schusswaffe (Pistole, Uzi, etc.), Booster, die das Charakterverhalten verbessern können (weniger Schaden, schnellere Bewegungen) und ein Kickback enthalten. Kickbacks werden aktiviert, wenn der Spieler eine gewisse Anzahl, das kommt immer auf das soeben ausgewählte Kickback an, an Medaillen erringt. Nehmen wir das RPG-Kickback als Beispiel, dieses kostet 7 Medaillen und übergibt dem Spieler bei Aktivieren einen Raketenwerfer in seinen primären Waffenslot, verschiesst man die eine Rakete die man hat, erhält man seine alte Waffe wieder. Neben dem RPG-Kickback gibt es eine Vielzahl an weiteren, die man sich durch Aufleveln freischalten kann. Sämtliche Spielneuerungen ähneln selbstverständlich den Systemen bekannter Firstperson-Shooter Franchises, jedoch wurden diese Features sinnvoll und passend in den Multiplayer eingefügt.
Vor allem das sog. „Power Play“ macht ein Match erst richtig interessant. PowerPlays werden dann aktiviert, wenn das gegnerische Team zu verlieren droht, dann erhalten sie die Chance das Ruder noch umzudrehen, so kann es passieren, dass im eigenen Team ein oder zwei Leute markiert werden, die es zu beschützen gilt. Schafft man das nicht, bekommt das gegnerische Team für die Eliminierung dieser Personen jeweils drei Punkte statt nur einem.
Mit stetigen Levelaufstieg schaltet man sich nicht nur neue Kickbacks frei sondern auch Waffen, wie auch im Offline-Coop muss man genügend Cash besitzen um sich die freigeschalteten Waffen und ihre Verbesserungen, die auch bestimmte Level benötigen, kaufen zu können.
Summa summarum wurde der Multiplayer generalüberholt, die Steuerung klappt einwandfrei, man kann sogar per Tastendruck rennen, das Matchmaking funktioniert ohne Tadel und das motivierende Erfahrungssystem wie auch die verschiedenen Spielmodi mit ihren Features machen daraus einen äusserst guten und spaßigen Multiplayer.




UC3 MP





FAZIT


Ich weiß noch gut, wie ich keinerlei Interesse damals zu Release des ersten Uncharted-Spieles hatte, weil ich dachte, dass wäre ein schlechterer Abklatsch eines Tomb Raider, aber kaum 1 Stunde gespielt, total fasziniert von den Charakteren, der Spielwelt und den Mechaniken. Ich kannte den zweiten Teil kaum erwarten und wurde von Detailverliebtheit erschlagen. Nach dem famosen Singleplayer bin dann in den Multiplayer gesprungen und habe so einige nette Matches hingelegt.
Drake's Deception allerdings ist anders als seine Vorgänger. Es hat der Reihe auf jeden Fall gut getan, die Charaktere weiter zu beleuchten, jedoch ist das Spiel stellenweise zu überladen. Es wirkt als ob Naughty Dog alles auf einmal und wiederum gar nichts in eine Szene gepackt hat. Eine Flucht oder Verfolgungsjagd zu Fuß jagt die nächste, ein Zweikampf folgt dem anderen. Da hilft es auch meiner Meinung nach nicht, wenn man jene Elemente mit einer, zurecht zugegebenermaßen, imposanten Kamerafahrt kaschieren zu versucht. Einmal top, auf Dauer wirkt das aber langweilig und einfallslos. Dadurch fehlen dem Spieler denkwürdige Momente, die sich vom gewohnten Spielverlauf abheben. Sicher gibt es die in Drake's Deception, jedoch wurden diese in Teil 1 und in Teil 2 besser verteilt. Um nur ein Beispiel zu nennen: Die Zugfahrt im zweiten Teil. Das Sich-durchboxieren-von-Wagon-zu-Wagon war bemerkenswert, insbesondere, weil sich die Umgebung auch stets verändert hat. Als dann noch der Helikopter angegriffen hat, stieg das Adrenalin höher und höher. Elemente in solchem Ausmaß fehlen in Drake's Deception völlig. Die Antagonisten waren auch eher blass und stellten nicht wirklich ernstzunehmende Gegner dar. Der dritte Teil der Reihe macht meiner Meinung nach nicht wirkliche Fehler, er verteilt seine spielerischen Elemente nur recht schlampig. Der Spaßfaktor ist nach wie vor relativ hoch, jedoch komme ich, was die Singleplayer-Kampagne angeht zu folgendem Entschluss:
Storytechnisch und inszenatorisch ist 'Drake's Deception' seinen Vorgängern einige Schritte weit voraus, gamedesigntechnisch hingegen, bleibt 'Uncharted 2 – Among Thieves' jedoch unangetastet.
Dem Multiplayer hingegen wurden zwar militärshooterähnliche Elemente spendiert (Waffenauswahl, Perks etc, Costumization, etc.), jedoch bringen spielerische Faktoren wie PowerPlays, Kickbacks und Treasurehunts vielmehr Würze in das Multiplayererlebnis. Gutes Ding!






WERTUNG:

Pro
  • + hochwertige Inszenierung und Präsentation
  • + Erweiterung des Fokus auf Storytellings und Beleuchtung der Charaktere
  • + nach wie vor bemerkenswertes Leveldesign
  • + hohe Langzweitmotivation durch spaßigen Multiplayer dank vieler interessanter Neuerungen




Contra


  • - KI ist nicht wirklich intelligent, Bodyphysics reagieren auch nicht wirklich auf Schüsse
  • - forcierte nervige Nahkämpfe
  • - Rätsel fallen im Vergleich zu Vorgängern doch zu einfach aus
  • - Adventure-Coop weist Makel im Storytelling auf (Cutscenes brechen willkürlich ab!)



  • Story / Atmosphäre: 4/6 – Toller Plot samt Inszenierung, jedoch versteift sich die Kulissenvielfalt und einige Charaktere sind viel zu platt (Cutter, Marlowe, Talbot)
  • Gameplay / Steuerung: 4/6 – traditionelle Steuerung (kein Punkt Abzug wegen dem fehlenden Schulterperspektivenwechsel, da im MP sogar erweitert), KI ist allerdings stellenweise zu blöde und Faustkämpfe gehen stark auf die Nerven
  • Grafik: 6/6 – was soll man sagen, an Detailverliebtheit nicht zu überbieten
  • Sound: 6/6 – Greg Edmonson liefert wiedermal zu jeder Situation passende actiongelade Beats ab
  • Multiplayer / Langzeit: 6/6 - hoher Wiederspielwert, dank sinnvoller und spaßiger Neuerungen und Modi und das wichtigste: OFFLINE COOP!
  • Gesamt: : 26/30
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style7,Mayhem

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Alt 28.05.2012, 11:42 # --
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