[Multi] [Review] Warhammer 40k: Space Marine

Alt 09.10.2011, 14:47   # 1
HeadWind
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  • Entwickler: Relic Entertainment
  • Publisher: THQ
  • Release: 06.09.2011
  • Plattform(en): PC, PS3, XBO360
  • Getestet: PS3 Version
  • Genre: Third Person Shooter
  • Spielmodi: Singleplayer, Multiplayer
  • Trophies:Ja [42 Bronze / 5 Silber / 3 Gold / 1 Platin]
  • Altersfreigabe: USK 18 / PEGI
  • Homepage: Space Marine
  • Trailer: W40k: Space Marine - Cinematic-Trailer (dt.) - YouTube


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Das facettenreiche Warhammer 40k Universum hat bereits für einige Videospielumsetzungen gesorgt. Bereits 1993 veröffentlichte EA beispielsweise einen rundenbasierten Taktikshooter namens "Space Hulk" für PC und Amiga, der jedoch nur mäßigen Anklang bei der Fangemeinde fand. Denn eigentlich handelt es sich bei Warhammer um ein klassisches Tabletop Spiel der Firma "Games Workshop" bei dem man sich mit selbst bemalten Figuren in einem taktisch orientierten Brettspiel in die Schlacht stürzt. Den stilgerechten Umgang mit dieser Serie hat Relic Entertainment bereits mit der "Dawn of War" Reihe bewiesen und das Ganze in ein Echtzeit-Strategiespiel a la Warcraft verwandelt. Doch damit nicht genug. Um weitere Spieler von dem Universum rund um die patriotischen Ultra Marines, Horden an brachialen Orks und den fiesen Chaos Dämonen begeistern zu können, legt Relic vorerst den Strategie-Faktor auf Eis und präsentiert uns einen Third-Person-Action-Shooter der einem Gears of War Konkurrenz machen soll. Ob das wirklich eine so gute Entscheidung war ... ?


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" Hoffnung ist der erste Schritt auf der Straße der Enttäuschung "

Die Story, welche vorweg genommen ein wenig mager und vorhersehbar ausfällt, ist schnell erklärt. Die Orks greifen den Waffenfabrik-Planeten Graia an um sich den riesigen Titan Kampfroboter unter den Nagel zu reißen. Dies muss natürlich verhindert werden und so stürzt man sich in der Rolle des Ultramarine Captain Titus in den blutigen Kampf gegen die Horden von Orks. Unterstützt wird man dabei von den Veteran Sergeant Sidonus und Veteran Leandros. Doch spätestens mit dem Auftreten der Inquisition wird klar, dass noch eine weitaus größere Bedrohung als die Orks ihre Finger im Spiel hat. So darf man ab der zweiten Hälfte des Spiels Bekanntschaft mit dem Chaos Dämonen Lord Nemeroth und seinem Gefolge machen. Welche Rolle Captain Titus dabei spielt und was es mit dem "Warp" auf sich hat ( Warhammer Fans werden dies bereits wissen ) soll der Spieler jedoch selber erleben und wird an dieser Stelle nicht verraten.
Man muss Relic im Vorfeld dafür loben, dass sie sich in Space Marine atmosphärisch sehr nah an das Original gehalten haben. Für dieses Universum kommen die Figuren allesamt sehr authentisch rüber. Kenner werden das zu schätzen wissen. Doch spätestens im Storyverlauf sieht es dagegen unheimlich mager aus. Das muss nicht unbedingt daran liegen, dass Warhammer keine gute Vorlage für eine Story bieten würde, denn da haben bereits zahlreiche Romane und Comics das Gegenteil bewiesen. In Space Marine scheint nur alles ein wenig notdürftig zusammengeschustert worden zu sein, um die ein oder andere Fraktion doch noch ins Spiel bringen zu können. Captain Titus und sein Gefolge kommen unheimlich inhaltslos daher und bieten keinerlei Einstieg in die Charaktere. Ein Charakter der wirklich überzeugen konnte ist der Waaaghboss Grimschäd’l. Aber er ist auch leider so ziemlich der Einzige der ein wenig charakterlichen Tiefgang in Form von Humor mit sich brachte. Die Space Marines selber hinterlassen mit ihrer stark pathetisch und patriotischen Art einen sehr steifen Eindruck. Zudem rauben komplett inhaltslose Dialoge in überflüssigen und trockenen Zwischensequenzen den letzten Funken an Spannung aus dem Spiel. Da hätte wahrhaftig um einiges mehr drin sein können.

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" Erfolg wird in Blut gemessen "

Getreu diesem Motto geht es in Space Marine auch ordentlich zur Sache. Von der ersten Minute an werden Horden an Orks niedergemetzelt und mit Bolter und Kettenschwert zu Gulasch verarbeitet. Im weiteren Verlauf gesellen sich noch weitere Nahkampfwaffen wie die Energieaxt oder der Energiehammer zum Waffenarsenal hinzu. Die obligatorischen Fernkampfwaffen, wie ein Scharfschützengewehr oder Granatwerfer mit manueller Zündung dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Doch irgendwie war es das leider auch schon an gebotener Vielfalt. Denn das Fehlen eines Deckungs- oder Blocksystems, oder gar Waffenverbesserungen sucht man hier vergeblich. Somit können die Kämpfe gegen die Massen an Gegnern, wobei bis zu 30 Gegner gleichzeitig auf dem Bildschirm keine Seltenheit darstellen, mit der Zeit unheimlich ermüdend wirken. Hinzu kommt dass es keinerlei Heilungspacks im Spiel gibt. Man ist zwar mit einem regenerativen Schutzschild ausgestattet, doch um seine Lebensanzeige wieder aufzufüllen, bedarf es einem brachial in Szene gesetzten Nahkampf Finisher. Erst wird ein Gegner mittels Betäubungsangriff vorbereitet und anschließend mit einem Knopfdruck im wahrsten Sinne zersägt. Doch kleine Quicktime-Eevents wie in God of War sucht man hier vergeblich. An sich wirkt diese Methode der Heilung entgegen der sonstigen Heilungspacksuche recht erfrischend. Doch der Umstand, dass man während der Finish-Animation weiter verwundbar bleibt, sorgt in hektischen Momenten, welche recht oft vorkommen, für einen hohen Frustfaktor. Auch das spärliche und stark abgespeckte Kombosystem kann gegen das unfaire Kräfteverhältnis kaum Punkten. Man schnetzelt sich also von einer Arena in die andere und muss dabei immer wieder komplett sinnlose Laufpassagen in schlauchartigem Leveldesign hinnehmen, in denen rein gar nichts passiert. Action - Laufen - Tür öffnen - Laufen - Action - Laufen. Wirklich mehr passiert tatsächlich nicht. Kleine Passagen in denen man mit einem Sprungmodul ausgestattet durch die Level springt und sich von oben herab auf einen Pulk an Gegnern stürzt, wirken zwar ziemlich nett, doch reißen sie die schleppende Action auch nicht mehr rum. Ebenso die bei God of War abgekupferte Wildheit, welche ebenso durch druck auf die beiden Analogsticks ausgeführt wird, sorgt zwar in gewissen Momenten für die nötige Kampfkraft, da man sich in diesem Berserkermodus sehr schnell von lästigen Gegnermassen befreien kann, doch auch daran hat man sich sehr schnell satt gesehen. Spätestens mit dem erscheinen der Chaos Dämonen zieht die Action in dem Spiel jedoch nochmal ordentlich an, dennoch bleibt es bei einem ermüdenden Geballer mit Hack&Slay Einlagen, welche allein in den ersten Minuten begeistern konnten, sich aber durch ständige Wiederholung sehr schnell abnutzen. Als wäre es noch nicht genug, muss an dieser Stelle auch noch das komplett verhunzte Speichersystem bemängelt werden. Geht man in einem Kampf drauf, bei dem nicht selten ein größerer Endboss gegenüber steht, darf man die komplette Sequenz mit eventuell zuvor aufgenommenem Waffenarsenal noch einmal beginnen. Besonders im höheren Schwierigkeitsgrad kann dieser Umstand des öfteren einen "Controller in die Ecke schmeißen wollen" Effekt hervorrufen.
Bei der Steuerung gibt es dagegen kaum Kritikpunkte, denn das Spiel lässt sich wirklich flüssig spielen. Und auch wenn die Bewegungen von Titus unheimlich schleppend erscheinen, so liegt das letztendlich getreu der Vorgabe an der schwer gepanzerten Rüstung der Ultramarines, weswegen man auch komplett auf eine Sprungfähigkeit im Spiel verzichten muss. Und leider ist genau das der Punkt, der dem Spiel zum größten Teil zum Verhängnis wird: Man muss auf zu vieles verzichten, was tatsächlich machbar gewesen wäre.

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" Wir Orkze! Orkze nie geschlag'n in Kampf. Wenn Orkze sieg'n, dann sieg'n! Wenn Orkzesterb'n, dann nich geschlag'n, dann tot. Wenn Orkze renn'n weg, dann nich' sterb'n, dann komm'n wieder und sieg'n. Also Orkze nie verlier'n!"

Dies wäre eine typische Ansicht eines Orks über Sieg und Niederlage. Und auch wenn man sich bemüht hat in Space Marine die Orks so getreu wie Möglich zu gestalten, kommen besonders die Kommentare und der schlechte Akzent der Orks ziemlich trottelig rüber. ( besonders wenn sie mit einer Rakete auf dem Rücken als Kanonenfutter durch die Luft fliegen ^^ ). Schön designt sind die Figuren jedoch allemal. Und auch die Gesichtsanimationen sind um einiges vielfältiger als bei den Protagonisten der Marines, welche insgesamt ziemlich hölzern daher kommen. Optisch bietet das Spiel jedoch keinerlei Neuerungen. Im Gegenteil, denn die matschigen Texturen und das durch die Vorlage sehr öde und sich wiederholende Leveldesign sind nach heutigem Standard alles andere als schön. Wirklich positiv ist dagegen zu erwähnen, dass das Spiel selbst bei einer Vielzahl an Gegnern nicht in die Knie geht und konstant flüssig läuft.
Auch an der Soundkulisse gibt es nicht wirklich viel zu meckern. Die Waffen und Explosionen donnern ordentlich durch die Boxen und und sind zudem auch nett anzusehen. Bei der musikalischen Untermalung wurde jedoch ein wenig an Abwechslung gespart und so kann das Schlachtengetrommel mit der Zeit doch ein wenig auf die Nerven gehen. Insgesamt ist die Musik nicht sonderlich schlecht, aber sie sticht auch nicht besonders hervor.
Einer der wirklich großen Patzer liegt besonders in der deutschen Tonspur, an der komplett fehlenden Lippensynchronität. Ich habe nicht eine einzige Zwischensequenz gesehen, in der sie gepasst hätte. Und auch wenn in dem Spiel wirklich gute Sprecher zum Einsatz kommen, die in den richtigen Momenten auch den den passenden Druck vermitteln, so lassen die Dialoge an sich doch oft zu wünschen übrig. in vielen Fällen ist die beiliegende englische Tonspur dann doch noch eher zu empfehlen.

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" In die Feuer der Schlacht, auf den Amboss des Krieges "

Na was haben wir denn da ? Einen Multiplayer ! Und was hat dieser zu bieten ? Ganze zwei Modi ! Der Wahnsinn.
Gut, schluss mit dem Sarkasmus. Zwei Modi sind für einen Multiplayer mittlerweile wirklich etwas zu wenig. Auch wenn sie in Space Marine wider erwarten recht gut funktionieren und eine Verbindung recht schnell zustande kommt.
Auf zwei Seiten mit jeweils drei Klassen wie Nahkampfexperten, Spezialisten oder taktische Allrounder samt spezieller Ausrüstung geht es mit bis zu 16 Spielern in den beiden Modi Team-Deathmatch und der klassischen Eroberung, bei der Basen erobert und gehalten werden müssen, zur Sache. Ein Erfahrungssystem mit aufsteigendem Rang sowie Waffen und Characterboni dürfen natürlich nicht fehlen. Doch insgesamt mangelt es dem Mehrspieler wie schon der Solokampagne an motivierenden Elementen. Was Anfangs noch recht spaßig wirkt kann mit der Zeit recht langweilig werden und so bleibt die Langzeitmotivation auch hier auf der Strecke. Sehr viel mehr gibt es dazu auch leider nicht zu berichten. Ein kurzer Spaß für zwischendurch, mehr auch nicht.

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FAZIT:

Alles in allem bietet Space Marine einen soliden Third-Person-Shooter, dem die Hack&Slay Einlagen ganz gut stehen. Und ich gehe stark davon aus, dass ein treuer Fan der Serie, aufgrund der Bindung zum Warhammer Universum, sogar richtig Spaß daran haben kann. Doch ich bezweifle stark dass der Titel hartgesottene Fans der Third-Person-Action überzeugen kann. Dafür hat man schon zu viel vergleichbares gespielt, das einfach besser war. An der Konkurrenz wie den beiden GOW´s (God of War & Gears of War) kommt das Spiel lange nicht vorbei.
Was jedoch unheimlich schade ist, denn der gesamte Aufbau rund um Warhammer bietet auf jeden Fall genügend Potential um sich abseits des Echtzeit-Strategie Sektors einen Namen machen zu können. Was dem Spiel nach meiner persönlichen Meinung fehlt ist ein Adventure in der Third-Person-Action und das Spiel hätte sich locker neben Spielen wie Darksiders behaupten können. Jedenfalls hätte ich es sehr gerne in dieser Aufmachung gesehen. So bleibt nach allen Abstrichen und Kinderkrankheiten wie Clippingfehlern, tatsächlich nur ein Popcorn-Action-Geballer übrig, durch welches ich mich sogar in den letzten Level eher durch quälen musste um das Ende zu erreichen. Dass die Story so schwach und vorhersehbar daher kommt sorgt im Zusammenhang mit dem schwachen aber dennoch kurzzeitig Spaß machenden Multiplayer dafür, dass das Spiel nach dem einmaligen durchspielen wohl doch eher im Regal verstauben wird. Maximal Trophyhunter werden sich das Spiel vielleicht noch ein paar mal mehr vorknöpfen. Fans werden sich diesen Titel sicher nicht entgehen lassen. Entweder um ihn aufgrund der Authentizität zu feiern, oder ihn aus den selben Gründen zu zerfleischen, denn dazwischen bleibt nicht viel Raum. Jedem anderen kann ich das Spiel jedoch als Low Budget Titel empfehlen, der sich gerne mal mit ein wenig stumpfsinniger Action die Zeit vertreiben möchte und nicht zu hohe Anforderungen stellt.




WERTUNG:

Pro

  • + authentisches Warhammer 40k Universum
  • + flüssiges Gameplay und Animationen
  • + überdurchschnittliche Spielzeit
  • + solide Soundkulisse, gute Sprecher
  • + Koop wird nachgereicht

Contra

  • - sehr schwache Story
  • - zu dünnes Kampfsystem
  • - altbackene Optik
  • - unsinnige Dialoge nicht Lippensynchron
  • - mangel an Multiplayer-Modi


Story / Atmosphäre: 3/6 - authentische Atmosphäre, aber sehr schwache Story
Gameplay / Steuerung: 3/6 - dünnes Gameplay mit wenig Abwechslung
Grafik: 4/6 - man ist Besseres gewohnt
Sound: 5/6 - solide Soundkulisse und Musik, aber nichts besonderes
Multiplayer / Langzeit: 3/6 - spaßig, aber ohne Langzeitmotivation

Gesamt: 18/30
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Alt 28.10.2011, 13:46   # 2
obagiseler
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Benutzerbild von obagiseler
 
Registriert seit: 28.10.2011
Beiträge: 2
hey eine tolle review zum spiel mir persönlich hat die demo gereicht, das spiel ist leider altbacken geworden..
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Alt 28.10.2011, 16:10   # 3
Swissstrike
 
Registriert seit: 26.10.2011
Ort: Marbach SG CH
Beiträge: 75
Ich muss dazu sagen, dass die eigentlich Idee hinter dem Spiel eigentlich richtig gut ist.
Die Umsetzung dagegen gieng ja mal richtig schief...
Von der Optik her is es ziemlich eintönig und der weg ist einem richtig vorgeschriiben, man kann meistens nicht mal 20 meter nach rechts oder liks gehen
Grosse Extras in der Kampanie darf man auch nicht erwarten...ich hab da so ziemlich gar nichts gefunden, hoffe mal dass das nicht nur an meinen Fähigkeiten liegt
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Alt 09.03.2012, 12:11   # 4
BertieH
 
Registriert seit: 09.03.2012
Beiträge: 6
Schade, ich hab ja schon lange ein Faible für das ganze Warhammer-Setting. Da hätte man mehr draus machen können, so wie ich das lese ist das dann doch eher Mau geworden...
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Alt 28.05.2012, 11:42 # --
News Flash
 
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