[PS3] inFamous 2

Alt 21.07.2011, 10:31   # 1
RealMario_MayhemFan
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Entwickler: Sucker Punch Productions
Herausgeber: SCE
Genre: Open World / Action Adventure
Erscheinungsdatum: 07/2011
Untertitel: Deutsch
Sprachausgabe im Spiel: Deutsch
Anzahl Spieler: 1
HD-Auflösung: 720p
Preis: ca. 50 €
Altersfreigabe: USK 16


Cole McGrath lebte in Empire City. Er hatte Freunde, war verheiratet und hatte zwei Töchter. Inzwischen werden Conduits geboren, Menschen mit einer genetischen Mutation die... denkt einfach an die Story aus X-Men.

Auch Cole war ein Conduit, dessen Kräfte weit entwickelt waren als die Bestie, ebenfalls ein Conduit, die Stadt angriff. Er hätte die Bestie vielleicht besiegen können, schützte aber lieber seine Familie und flüchtete, während die Stadt zerstört und die Welt bedroht wurde.

Nachdem seine Familie auf der ziellosen Flucht getötet und die Bestie unaufhaltsam stärker wurde, setzte Cole seine gefährlichste Waffe ein und gelangt durch ein elektromagnetisches Feld in die Vergangenheit.

Er startet eine Kette von Ereignissen um sein jüngeres Ich dieser Zeitlinie auf das kommende Unheil vorzubereiten, er stellt den jungen Cole vor harte Entscheidungen die dazu bestimmt sind, ihn stärker zu machen. Damit er nicht denselben Fehler macht. Die Bestie wird nicht mehr lange auf sich warten lassen.


Soviel zur Story von inFamous2, das zwei Jahre nach seinem Vorgänger die Handlung fortsetzt. Das Spielen des ersten Teils ist kein absolutes Muss, wer sich jedoch für die Details interessiert ist sicher nicht falsch beraten - ein 3rd person action adventure, als Sandboxgame verpackt.


infamous2


Wie in jedem Nachfolger, verfügt Cole auch hier über mehr Möglichkeiten, die nach und nach im Spielverlauf freigeschalten werden: eine neue Waffe für den Nahkampf ist von Anfang an verfügbar, verschiedenste Arten von Blitzen, Granaten, Raketen, Nahkampfsangriffe verwandeln Cole vom anfänglichen Super- (oder Anti-)helden in einen... Donnergott? Ja, das wäre wohl eine passende Bezeichnung, die keineswegs übertrieben ist - kann er doch in einer späteren Mission sogar... Nein, das sollte ich hier noch nicht verraten, wo waren wir noch gleich?

Die vielfältigen Angriffsmöglichkeiten werden mit verschiedenen Fähigkeiten für Fortbewegung, Manipulation der Umgebung und zusätzlichen Kräften abgerundet.

Während die zum Teil recht langen Hauptmissionen die Story weiterführen, können zwischendurch die zahlreichen Nebenmissionen für Abwechslung sorgen.
Um es ruhiger angehen zu lassen, sammelt Cole Explosionsscherben ein, sucht nach verschiedensten Objekten, oder bemüht sich um seinen Ruf.

Wie auch im Vorgänger spielt der Ruf eine wichtige Rolle, und dieses Karma verändert kleine Details, wie etwa die Reaktion der Passanten: Cole wird freundlich begrüßt oder sogar bejubelt, aber als Public Enemy wüst beschimpft, Passanten werden handgreiflich und die Polizei eröffnet
sofort das Feuer. Karma verändert aber auch gravierende Faktoren - es werden nämlich nicht alle Waffen und Fähigkeiten freigeschalten, sondern nur diese, die für die jeweilige Karmaseite vorgesehen sind!

Ebenso wird der Ruf stufenweise geändert - je nachdem, wie schwerwiegend seine Taten sind.

Hat sich der Ruf erstmal etabliert, fängt das Sammeln der Erfahrungspunkte an, um seine anfangs eingeschränkten Fähigkeiten zu verstärken - womit wir wieder bei den Hauptmissionen angekommen wären, die das Herzstück einiger Faktoren ausmachen, die dieses Spiel für mich so unterhaltsam gemacht haben:

Eine interessante Story führt durch Hauptmissionen, Nebenmissionen, Kharmamissionen in unterschiedliche Bereiche einer New Orleans nach dem Unglück durch Katrina nachempfundenen Stadt; jeder Bereich hat eine vorherrschende Gang mit unterschiedlich starken Mitgliedern deren Kampfweise sich je nach Fraktion unterscheiden.
Man hat sich hier sehr viel Gedanken um Abwechslung gemacht. Die schon beschriebene Unzahl an Fähigkeiten, die Hauptmissionen erzählen die Story, die Nebenmissionen reichen von Entführungen über Verfolgungsjagden bis zum Himmelfahrtskommando gegen das Gang-Hauptquartier. Manchmal verlieren Gegner Fotos, die zu Paketen mit wertvollem Inhalt führen, oder man fotografiert selbst, sucht nach Fernsehern, Satellitenschüsseln, Zielpersonen, Medizinpakete. Schließlich sind da noch Stadtmusikanten und Demonstranten, die es zu vertreiben gilt oder verletzte Menschen denen geholfen werden muss.


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Und falls selbst das irgendwann alles ganz selbstverständlich wirkt, kann man sich mit einem Missionseditor so richtig austoben. Von Usern erstellte und veröffentliche Missionen tauchen wie normale Missionen während dem Spiel auf der Karte auf. Der Editor lässt viel Spielraum, ist aber leider alles andere als benutzerfreundlich. Trotzdem haben engagierte (Anti-)Helden schon eine Fülle an Missionen gebaut, von denen einige keinen Vergleich scheuen müssen.

Leider ist der unübersichtliche Editor nicht der einzige Punkt, der dieses eigentlich tolle Feature etwas dämpft: es gibt keine Suchfunktion für neue und beliebte Missionen oder Missionen von Leuten aus der Freundesliste.


Auch in der Steuerung liegt der eine oder andere Hund begraben: während das Gleiten und Springen von einem Gebäude zum anderen locker von der Hand geht, hat Cole doch etwas Probleme mit der "Feinmotorik": weil er fast überall Halt findet gestaltet sich das Springen zu einem bestimmten Punkt, der inmitten anderer Objekte liegt, gelegentlich recht schwierig. Eine Scherbe die auf einer Werbetafel liegt, die von einer Hauswand in Richtung Straße zeigt, ein Fenster auf der einen Seite, ein Balkon auf der anderen, erreicht man am schnellsten von oben, bei der Kletterpartie greift Cole gerne mal daneben.
Auf der anderen Seite holt man sich eine Scherbe, die sich in derselben Wand nur etwas tiefer befindet am schnellsten, wenn man sich fallen lässt und die Wand nochmal hochklettert.

Es kommt auch zu gelegentlichen Fehlern der Kollisionsabfrage - Cole bleibt in einem knöcheltiefen Schlagloch hängen, größere Gegner fallen nicht um weil sie sich irgendwie in unmögliche Situationen manövriert haben, Gegner laufen rückwärts durch Wände und schießen von innen gegen die Wand, und in seltenen Fällen setzt ein "plötzlicher Cole-Tod" ein: man bewegt sich auf einen Gegner zu um eine Attacke auszuführen und plötzlich bricht man zusammen und startet neu. Im gesamten Spiel gibt es keine Möglichkeit sofort das Zeitliche zu segnen, ausgenommen man hat eine Mission mit Zeitlimit und dieses überschritten. Keine Explosion einer Rakete, kein Treffer eines Feindes, selbst im Wasser stirbt Cole nicht S-O-F-O-R-T. Und doch läuft man auf einen Gegner zu und plötzlich ist der Bildschirm grau.


Doch so schlimm sich das lesen mag, diese Fehler passieren nicht oft - oft genug, um es zu erwähnen aber gleichzeitig sind sie so rar, dass sie nicht den Spielspaß trüben.

Aber wenn wir schon dabei sind könnte man auch erwähnen, dass manche Missionen schlecht beschrieben sind und man noch nicht weiß, was man eigentlich genau machen muss, als man plötzlich hinter Gegnern steht, die das Weite suchen. Nachdem man sie ein- zweimal hintereinander schnellstmöglich erledigt hat aber die Mission wieder abbricht, sitzt man erstmal verwundert vor dem TV. Im Pause-Menü gibt es auch keinen Punkt, der Infos der aktuellen Mission bereit hält. Also wo ist denn nun das Problem? Nach einigen weiteren Versuchen in der Mission selbst und im Menü ist man erstmal ratlos. Durch Zufall schaut man mal auf die Karte, die in dieser Situation absolut irrelevant ist und sieht in dicken Lettern quer über den Screen: "Folgen Sie dem Gegner bis zu seinem Versteck."

Natürlich ärgert das erstmal, der Text gehört meiner Meinung nach einfach nicht auf die Karte, sondern muss anders zugänglich sein.

Die Anzeige und Blickrichtung der eigenen Position auf der Karte finde ich etwas nerviger: kein Pfeil markiert meinen Standpunkt auf der Karte, sondern ein Kreissegment, dessen Bogenlänge etwa genauso lang ist wie der Radius - es sieht also aus wie ein Klecks auf der Karte, und wenn man etwas weiter weg sitzt muss man hineinzoomen um zu erkennen ob man gerade Richtung Süden oder doch Norden geht.


Aber auch das tut dem Spiel keinen Abbruch - im Gegenteil, trotz dieser marginalen Fehler baut sich zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf. Einfach nur ziellos durch die Gegend zu springen/fliegen/gleiten macht unheimlich Laune: Cole legt mit Hilfe von Hochspannungsleitungen zwischen den Gebäude innerhalb kürzester Zeit beachtliche Strecken zurück, und mit verstärkten Fähigkeiten ist man selbst von den Stromleitungen unabhängig - es wird einfach nicht langweilig zu sehen wie sich Cole zwischen riesigen Tanks, Hochhäusern und Kirchentürmen bewegt.


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Die Optik besticht schon in den ersten Minuten:
Auf einem Steg verdunkelt sich der Himmel, die Brandung lässt den Steg lebendig werden und Funken künden die Gefahr an: die Bestie ist hier! Cole ist noch zu schwach, und nach einem kurzen Kampf zeigt die nächste Zwischensequenz die Flucht, in Comicstrips werden Rückblenden erzählt, auf die Präsentation hat man ebenfalls viel Wert gelegt. Grafische Fehler sieht man kaum, dafür fällt die Liebe fürs Detail auf: allein Coles Animationen, wenn er den Abschluss einer Nahkampfcombo ausführt oder sich an einer Stromquelle komplett neu auflädt sind optische Leckerbissen. Auch die verschiedenen Bereiche sind toll in Szene gesetzt, ganz gleich ob man sich gerade in der Sumpflandschaft, im Industriegebiet mit den zahlreichen Fabrikshallen oder Containerhafen, oder in der Stadt aufhellt, bei deren Anblick man sich an eine Fernsehsendung über Mardi Gras erinnert.

Cole verändert mit dem Karma auch sein Äußeres - als Held rasiert, helles Shirt und verschießt blaue Blitze während er als Antiheld schäbig aussieht, die Elektrizität hinterlässt tribalartige Narben auf seiner Haut und rote Blitze abfeuert.

Auch die musikalische Komponente trifft immer den richtigen Ton. Ruhig zwischen den Missionen, Rocksounds während Kampfszenen und auch in dramatischen Momenten der Story weiß die akustische Untermalung zu überzeugen.


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Für das komplette Spiel benötigt man etwa 15 Stunden, abhängig davon wieviel Zeit man sich für Nebenmissionen und Collectables lässt. Durch die zwei Karmaseiten ergeben sich unterschiedliche Missionen, man muss das Spiel also zweimal beenden um alle Missionen und beide Enden zu sehen.
Hat man auch den zweiten Durchlauf beendet, hat man freie Verfügung über alle Fähigkeiten und darf sich in der Stadt austoben oder sieht sich die Missionen an, die von anderen Usern erstellt worden sind.


Mit ein paar geringen Bugs ist inFamous2 vielleicht nicht gleich Spiel des Jahres, aber auf alle Fälle ein Erlebnis für alle Fans des ersten Teils. Und all diejenigen, die mit dem zweiten Teil anfangen, werden wohl ebenfalls auch Fans des Originals.


Pro:
- offene, frei begehbare Welt
- vielfältige Fähigkeiten und Waffen
- abwechslungsreiche Missionen
- hohe Spielzeit (15h+)

contra:
- vereinzelte Glitches
- kein Filtersystem für User generated contents
- Positionsanzeige auf der Karte wäre als Pfeil besser erkennbar

WERTUNG

* Story / Atmosphäre : 6 / 6
* Optik / Grafik : 5 / 6
* Steuerung / Gameplay: 5 / 6
* Sound / Musik : 4 / 6
* Langzeitmotivation : 4 / 6
* Gesamt: 24 / 30
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Alt 21.07.2011, 10:31 # --
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Alt 26.05.2013, 02:35 # --
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