[Multi] Shadows of the Damned

Alt 08.07.2011, 09:21   # 1
Mayhem
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(getestet wurde die PS3 Version)




  • Entwickler: Grashopper Manufacture
  • Herausgeber: EA
  • Genre: Third Person - Action Adventure
  • Erscheinungsdatum: 26. Juni 2011
  • Sprachenausgabe:
    • Untertitel: Deutsch
    • Sprachausgabe im Spiel: Englisch
  • Anzahl Spieler:
    • lokal: 1
  • HD-Auflösung: 720p
  • Preis: ca. 50 € (Amazon.de)
  • Altersfreigabe:
    • PEGI 18/ USK 18 (deutsche Version UNCUT!)
  • Trophies: ()






Die Tage sind nicht selten. Tage, an denen man einfach mal die Sau rauslassen will. Der inneren Stimme folgen, die einem ständig sagt: „Los! Trau dich! Nimm keine Rücksicht auf die Anderen!“
Ich meine, genau das haben sich die Entwickler von 'Shadows of the Damned' wohl gedacht, als sie es entwickelt haben. Und man kann es ihnen gar nicht verübeln, denn von wem ist hier die Rede? Das Spiel wurde von Grasshopper Manufacture entwickelt, das Studio des legendären Goichi Suda, besser bekannt als Suda51, ('Flower,Sun and Rain' , 'Killer7', 'No More Heroes' etc.) dem aber noch der gute alte Shinji Mikami ('Resident Evil' , 'Devil May Cry', 'Dino Crisis' , 'Vanquish' , 'Bayonetta' etc.) über die Schulter geschaut hat. Und als ob das nicht genug wäre, haben sie sich noch Akira Yamaoka dazu geholt (am bekanntesten als Composer der Silent Hill Reihe). Man hat fast das Gefühl, da steckt gewollte Perfektion dahinter, mir persönlich fehlt eine Prise Hideo Kojima, aber es geht bestimmt ohne. Denn:


Drei Japaner und ein Videospiel, saßen im Studio und überlegten viel.
Da fiel allen ein: „Ein psychologischer Action-Horror-Thriller!“
Drei Japaner und ein Videospiel!


Denn genau das soll das Machwerk letzten Endes sein; ob die drei Ausnahme-Entwickler da was Einzigartiges geschaffen haben oder ob mal wieder zuviele Köche den Brei verdorben haben, habe ich für euch rausgefunden.




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Eine göttliche Komödie


Sein Name ist Garcia Hotspur und er ist professioneller Dämonenjäger. Das geht den Dämonen natürlich ordentlich auf den Senkel, dass da ein Mexikaner rumläuft und ihr Volk ausrottet. Also beschließt Fleming, das Oberhaupt der Dämonen, ihn da anzupacken wo es wehtut: der Teufel schafft es, die äußerst attraktive Freundin des Jägers, Paula, zu entführen und in der Unterwelt gefangen zu halten. Außer sich vor Zorn springt Garcia natürlich hinterher, denn was mit Paula dort passiert ist nicht wirklich nett: Um den Dämonenjäger eins auszuwischen tötet Fleming die hübsche Paula, setzt sie wieder zusammen und tötet sie erneut. Das ist bei Leibe keine amüsante Vorstellung. Aber bereits in den ersten Minuten hat man das Gefühl: „Also irgendwie kommt mir das bekannt vor. Freundin wird vom Teufel entführt, Typ springt hinterher um sie zu retten...“ Richtig, das Ganze riecht nach einem 'Dante's Inferno' (die Review dazu gibt es HIER zu lesen!) und ist es in gewisser Weise auch, nur...moderner!
Glücklicherweise ist der feurige Mexikaner nicht alleine unterwegs, an seiner Seite beziehungsweise an seiner Hand befindet sich ein Ex-Dämon namens Johnson. Dieser ist eine Multifunktional-Waffe und ein außerst eloquenter Zeitgenosse, der Garcia mit Rat und Tat zur Seite steht, wenn man denn auf Porno-Humor steht. Und ganz im Ernst: Mein Ding ist es eigentlich nicht, aber ich hätte mir nichts sehnlicher gewünscht als genau diesen Humor in diesem Spiel. Wenn Garcia und Johnson nämlich erst anfangen Sprüche zu klopfen, steigert sich das Schmunzeln sehr schnell zum Lachen. Streift man nämlich durch die düstere und Blut übersäte Dämonenlandschaft, schießt einem Monstrum den Kopf von den Schultern weg, kann man die Situation gar nicht mehr ernst nehmen wenn Johnson sagt, dass sein Großvater auch so gestorben sei. So machen die Synchronsprecher einen ausgezeichneten Job; die rauchig-kratzige Stimme von Steve Bloom verleiht Garcia ungemein viel Charakter, so ist es nett anzuhören, wie er beim Smalltalk und auch im Kampf des Öfteren spanische Sätze raushaut.
Der Stilbruch zwischen Komik und Ernst ist wunderbar in Szene gesetzt, während man durch die Unterwelt streift, die nur so von Leichen und Monstren strotzt wirken die Dialoge zwischen den Beiden wie kurze Verschnaufpausen, die aber nie aufgesetzt wirken, schließlich hat Garcia eine Mission zu erfüllen: Seine Freundin zu retten und jedem verdammten Dämon vor ihrem Tod seinen Namen ins Fleisch zu ritzen. Gesagt, getan!




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I am a Mexi-Can....not a Maxi-Can't!“


Neben zahlreichen Anspielungen auf die Popkultur und diversen Zitaten aus bestimmten Horrorfilmen, glänzt 'Shadows of the Damned' aber auch noch mit spielerischer Qualität! Das Gameplay orientiert sich stark an Mikamis neuen Resident Evil Ableger, was also steuerungstechnisch für jene, die bereits RE4 und/oder 5 gespielt haben, kein Problem sein wird. Allgemein hat es das typische Over-the-Shoulder-Third-Person-Gameplay.
Wie bereits erwähnt kann sich Johnson per Knopfdruck in drei verschiedene Waffen transformieren, die passenderweise ganz bestimmte Namen tragen. Das Arsenal besteht aus einer Pistole, einem Maschinengewehr und einer Schrotflinte. Selbstverständlich verschießt man keine Patronen, nein. Feuert man mit der Pistole Knochen ab (daher der Name BONER, was man durchaus zweideutig sehen darf, nein, sogar MUSS!), verschießt die Schrotflinte Totenschädel und das MG Zähne. Das mag ansich mickrig klingen, drei Waffen, aber die Upgrades, die man im Laufe des Spieles, in Form von blauen Diamanten, für Johnson erhält, pimpen die Dinger im wahrsten Sinne des Wortes auf, sodass man mit der Schrotflinte zeitgleich vier Schädel abfeuern kann. Insbesondere genial ist das Upgrade vom Boner zum BIG BONER, den man in dem Rotlichtmileu der Unterwelt bekommt und Johnson sich zum 3m Stände....zur 3m Pistole ausfährt um Riesendämonen niederzuballern.
Hat man sich an die Steuerung gewöhnt, mit den Waffen herumexperementiert, kann es schon losgehen. Es gibt nämlich so einige Dämonen zur Hölle zu schicken, also...ach, ihr wisst schon.
Die Gegnervielfalt ist angemessen, wobei man meinen könnte, dass Akira Toriyama ein wenig beim Gegnerdesign mitgeholfen und aus dem Silent-Hill-Nähkästchen geplaudert hat. Grotesk entstellte Monstren, bluttriefende Dämonen, geschützt mit Gas- oder Ziegenmasken um Kopfschüssen zu entgehen oder eklig wendige Krabbeldämonen und viele andere. Diesen Kreaturen stellt man sich so gut wie nur in Arenakämpfen entgegen, und um die Sache natürlich zu erschweren breitet sich die Finsternis aus. Was das heißt? Die Finsternis umhüllt die Dämonen mit...nunja Finsternis, was ihnen einen erheblichen Vorteil bringt, da sie, solange sie davon umgeben sind, unverwundbar werden. Da kann man jedoch Abhilfe schaffen, indem man auf die Dämonen mit Johnson per Nahkampf attackiert oder ihnen mit einer der drei Waffen einen Lichtschuss verpasst, was die Finsternis um sie herum auflöst, sodass sie wieder verwundbar sind. Das sollte man aber natürlich nicht machen, wenn die Finsternis gerade omnipräsent ist, denn dann nützt das rein gar nichts, außerdem sinkt nach einer Weile die Lebensanzeige von Garcia, wenn er zu lange in der Finsternis unterwegs ist. Was kann man da also machen? Ganz einfach: Die Finsternis auflösen. Das geht durch Lichtquellen wie Lampen oder Ziegenbockköpfen die es abzuschießen gibt. Und falls die Lebensanzeige doch mal gegen Null gehen sollte, dann einfach einen Schluck Tequlia zu sich nehmen, denn in der Unterwelt tut Alkohol dem Körper nämlich gut!


Leider, leider wird in 'Shadows of the Damned' nicht wirklich viel getan außer dem Abschießen von Subjekten. Zwar gibt es, genau wie bei 'Alice: Madness Returns' (die Review könnt ihr HIER lesen), 2D-Scherenschnitt-Optik-Level, jedoch bilden die eher eine Ausnahme. Die vermeintlichen Rätsel, die aufkommen, sind jedoch nicht der Rede wert, weil sie unglaublich einfach gestrickt sind. Man hangelt sich von Kapitel zu Kapitel, von Ort zu Ort, Friedhof zu Friedhof, mal wird der Weg von einer Baby-Dämonentür versperrt, die man entweder mit einer Erdbeere, einem Augapfel oder einem Gehirn füttern muss. Und wo gibt es eines der drei Dinge? Natürlich irgendwo wo es Dämonen abzuschießen gilt. Abwechslungsreich ist was anderes, da aber das Spiel selbst relativ kurz ist und in rund acht Stunden durchgespielt ist, könnte man sowas beinahe verzeihen, jedoch spricht die Spielzeit nicht wirklich dafür. Selbst die Suche nach roten Diamanten, die die upgegradeten Waffen oder die Lebensanzeige verstärken, ist meist gar nicht von Nöten, da es ohnehin auf dem Weg liegt oder man sie sich einfach bei Christop, einem Dämonenhändler, kaufen kann. Das Gamedesign versucht nicht repetetiv zu sein, jedoch läuft es in der Regal auf das Abschießen von Dämonen aus, was ansich langweilig erscheinen mag, doch ziemlich cool in Szene gesetzt ist. Wenn man Johnson in seiner Urform, einer Fackel, auflädt. einen Nahkampfangriff ausführt und Garcia ein „Magnifico!“ hinterherbrüllt kann man es eigentlich kaum erwarten den nächsten Gegner anzutreffen. Wiederholende Arenakämpfe mit Coolness kaschiert, interessante Vorgehensweise, aber es funktioniert!




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Die Ballade des gutaussehenden Pendejo


Stichwort Coolness. Der Soundtrack. Wie natürlich auch nicht anders zu erwarten. Sitzt Großmeister Yamaoka am Mischpult, röhren da selbstverständlich saftige Beats und rockige Untertöne. Eine Portion Silent-Hill Flair ist nicht zu verkennen, aber den wird der gute Akira wohl auch schwer wieder los. Aber das muss ja auch gar nicht. Denn 'Silent Hill' und 'Shadows of the Damned' sind ja vom Ambiente nun nicht sooo verschieden. Ertönt in einer düsteren Ecke die ungestimmte Gitarre, während elektronische Sounds im Hintergrund düster vibrieren können sich einem schon die Häärchen im Nacken aufstellen bei. Nicht nur die Musik hat es in sich, die Grafik eines 'Shadows of the Damned' kann sich durchaus sehen lassen. Sicher kommt er dabei nicht an seine Genrekollegen ran, man muss auch fairerweise sagen, dass man weitaus mehr aus der UnrealEngine 3 rausholen könnte, was Titel wie 'Bulletstrom' ja schon unter Beweis gestellt haben. Allerdings punktet das Spiel durchaus im Leveldesign. Zwar dauert es bis sie sich geladen haben, aber wenn die Texturen dann mal stehen, ist die schaurige Unterwelt herrlich anzusehen. Gotisch angehauchte Kathedralen, transylvanisch-ähnliche Dorfgegenden, in Finsternis getauchte, erotisch funkelnde Großstadtviertel und die neun Zirkel der Hölle in Form einer Bibliothek. Das Auge spielt beim Design durchaus mit, leider sind die Animationen in den Kämpfen etwas unsauber und hakelig, was einen eher unschönen Eindruck hinterlässt.




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Fazit


Ach Manno! Nach 8 Stunden war der Spaß vorbei. Was ein geiler Ritt. Garcia hat am Anfang des Spiels nicht zu viel versprochen. Es war die Rede von einem abgefahrenen Roadmovie. Ein Abstecher in die modernen Zirkel der Hölle. 'Shadows of the Damned' hat für mich einen ganz besonderen Wert, ähnlich wie 'Vanquish' (die Review dazu gibt es HIER zu lesen!), ist das Spiel nicht wirklich tiefsinnig oder komplex aufgebaut. Was es ausmacht ist der Fakt, dass es sich selbst nicht ernst nimmt. Ein psychologischer Survival-Horror-Thriller-Action-Dingsbums ist es allerdings nicht, denn für Survival-Elemente ist der Protagonist definitiv zu cool, für Thriller-Elemente ist es zu witzig. Bleibt also nur noch ein Action-Horror-Titel, aber Angst bekommt man da auch nicht, da man viel zu beschäftigt ist, die Horrorgestalten ins Jenseits zu befördern. Was ist 'Shadows of the Damned' dann? Ein Blutfest samt herrlich schrägem Humor. Nochmal sowas bitte!




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Pro/Contra:

(+) abgefahrener Actiontrip
(+) extrem guter Score samt sehr guten Synchronsprechern
(+) herrlicher Humor dank cooler/symathischer Charaktere
(+) sinnvolles Upgradverfahren der Waffen
(+) stimmiges, atmosphärisch tolles Leveldesign




(-) unübersehbare Popups
(-) Arenagefechte auf Dauer langweilig
(-) Gameplay ist nicht herausfordernd, „Bosskämpfe“ sind eher mau
(-) leider doch zu kurz


Wertung

* Story / Atmosphäre : 5 / 6 – Dämonenjäger rettet seine Geliebte vor Dämonenherrscher. Banal, ja, aber super in Szene gesetzt!
* Optik / Grafik : 4 / 6 – Das Leveldesign ist düster und konsequent, jedoch kämpfen einige Texturen mit Unschönheit wie auch längerem Nachladen
* Steuerung / Gameplay : 5 / 6 – Optimale, einfache Steuerung. Jedoch sind dauernde Arena-Kämpfe nicht wirklich das Wahre, aber hier und da gibt es doch Abwechslung.
* Sound / Musik : 6 / 6 – Um es mit den Worten des Protagonisten des Spieles zu sagen:
Akira fuckin Yamaoka!
* Langzeitmotivation : 3/ 6 – Das Spiel ist nach ca. 8 Stunden vorbei und danach gibt es rein gar nichts zu machen. Kein Freischalten von Artworks etc. Wer will kann sich Trophies/Achievements holen, mehr ist leider nicht drin. Sehr schade!


GESAMT : 23/30 Punkten
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official oldsql.
style7,Mayhem

Scheiß auf Klimawandel!


GEBT MIR GLÜHBIRNEN, LEUTE! LET'S GET SAUNA!

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Alt 28.05.2012, 11:42 # --
News Flash
 
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