[Multi] Mortal Kombat Fightstick

Alt 10.06.2011, 07:57   # 1
sirhenrythe3rd
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  • Designer: "Netherrealm Studios"
  • Hersteller "PDP" (Performance Design Products), Kalifornien
  • Art: Arcade-Stick (High End)
  • Erscheinungsdatum: 20.05.2011
  • Bestückung: "Suzo-HAPP"-Komponenten
  • Auflage: 20.000 Stück (sold out)
  • Systeme: PS3, X360 (+ Windows-PCs, da USB)


Historie Mortal Kombat

"Mortal Kombat" dürfte eigentlich jedem schon einmal über den Weg gelaufen sein.
Sei es in Form der zahlreichen Videospiele, als Buch oder Comic, oder als Filme mit u.a. Jeanne Claude van Damme in den Besetzungslisten.

Für die passionierten Anhänger der Spieleserie gibt es eigentlich nur drei wirklich herausragende Teile: exakt die ersten drei Automatenspiele, bzw. deren Konsolen- und Computerumsetzungen.
Der vierte Teil hielt zwar auch noch in den Spielhallen Einzug, war aber nicht mehr vom ursprünglichen Team entwickelt worden und zudem der erste dreidimensionale Ableger der Kampfspielreihe.

Mit diesem vierten Teil und den etlichen Ablegern und Spin-Offs für diverse Systeme hatte der ursprüngliche US-Entwickler, "Midway", keinen kommerziellen Erfolg mehr, so dass dieser anno 2009 die Pforten schliessen musste.

Nach vielen Reibungsverlusten durch die Weitergabe der Rechte in Tateinheit mit immer neuen Konzepten und floppenden Verkaufszahlen hat sich der jetzige Rechteinhaber, die "Warner Bros. Entertainment Inc.", auf alte Tugenden besonnen und das einzig richtige gemacht: den postmodernen ´Reboot´ der Serie.
Zu diesem Zweck holte man sich niemand Geringeren als den ursprünglichen Chefentwickler Ed Boon zurück, dieser ist maßgeblich verantwortlich für die sehr erfolgreichen ersten drei Teile.
Spielern dieser Urfassungen kennen ihn auch noch als InGame-Gag: es handelt sich um den jungen Mann, der mitunter schon mal in das Spielfeld hüpft und mit hoher Stimme "Toastyyyy!!!" singt.
Auch der Figur "Scorpion" lieh er in beiden Filmen seine Stimme.



Let´s do something special!

Doch bei der Entwicklung beließ es Ed Boon nicht mit der Erschaffung eines -endlich wieder!- exzellentem Remakes der Mortal-Kombat-Serie.
Zum 20. Jubiläum von Mortal Kombat wollte man noch etwas Besonderes anbieten.
Neben recht schönen Sammlereditionen plante man daher auch direkt einen würdigen Controller, designt von dem Netherrealm-Team höchstpersönlich.
Federführend hierbei wiederum Mr. Boon - und dieser hat es auf meisterhafte Art und Weise verstanden den Spielern eine grosse Portion echtes Spielhallenfeeling in das Wohnzimmer zu transferieren.

Mit der eigentlichen Umsetzung des Controller-Konzepts wurde ebenfalls ein Profi beauftragt, die kalifornische Designschmiede "PDP".
Das Resultat ist wirklich bemerkenswert, zwei deutliche Unterschiede zu den konventionellen Arcadesticks, wie man sie in der Regel als Spielebundle-Perpherie bekommt, lassen sich auf den ersten Blick erkennen:

Erstens fällt sofort auf das es sich um ein eigenständiges Designkonzept handelt.
Bis dato war es üblich, weil bequemer und schnell durchführbar, einfach einen bereits etablierten Arcadestick mit einem für das jeweilige Spiel passenden Design auszustatten und diesen dann als gesonderte Edition auf den Markt zu bringen.
Aktuell ist da der Tournament-Stick von ´Mad Catz´ in aller Munde: diesen gibt es als "Street Fighter IV"-, als "BlazBlu"- und als "KoF XII"-Editionen; darüber hinaus existieren noch Sonderauflagen zu einigen rein asiatischen Titeln.

Hier geht der Mortal Kombat Fight-Stick einen komplett anderen Weg.
Der Stick orientiert sich absolut an den Automatenvorbildern.
Das beginnt mit dem Tastenlayout, geht über die verwendeten Materialen und hört beim Design auf.

Kaum ausgepackt fällt einem als erstes auf das der Stick bemerkenswert hoch gebaut ist und zudem nach unten abfällt.
Wer einmal an einem abgeschrägten Arcadecontroller gespielt hat versteht schnell, warum das in den Spielhallengehäusen standardmässig so gewesen ist: es lässt sich viel entspannter, weil ergonomischer, auf die Tasten hauen - auch langfristig.
Daher waren auch sämtliche Arcadesticks für zu Hause, die sich wirklich an Automatenfreunde richteten, stets abgeschrägt ("X-Arcade", "HotRod", "SlickStick"), nur bei den Spielkonsolensticks blieb man stur bei einer flachen Bauweise.

Die nähere Begutachtung verstärkt den Eindruck, dass das Gerät eindeutig seine Ursprünge in der Spielhalle hatte.
Das Gehäuse selber besteht aus stabilem Pressholz, welches mit einer schwarzen Resopalbeschichtung versehen wurde.
Sämtliche Kanten wurden komplett mit einem stoßfesten und abgerundeten Kunststoffumleimer gegen Kratzer und Schlageinwirkungen geschützt.

Das eigentliche Steuer- und Tastenfeld wurde mit einer mehreren Millimeter dicken Fiberglaslegierung ausgestattet, die wiederum identisch mit den Vorbildern aus der Spielhalle ist: bombenstabil und gegen Kratzer, Schläge und auch Säuren (Handschweiß) so gut wie immun.
Unter dieser Fiberglasversiegelung befindet sich ein sehr schön gestaltetes Mortal-Kombat Overlay, hier glänzen vor allem die Blutflecken an den Aktionsknöpfen - passen vom Design und der Ausführung perfekt zum Gesamtthema.

Auch auffällig: das Chassis ist aussergewöhnlich schwer und groß!
Ersteres verhindert Verrutschen, zweiteres macht dauerhaftes Spielen sehr viel angenehmer.
Warum? Weil der Stick ausreichend Luft zu den Knöpfen hat und man somit nicht die Arme vor der Brust zusammenführen muss um beide Bedienelemente erreichen zu können.
Dadurch spielt sich das ganze sehr viel unverkrampfter als bei den vielen Modellen, bei denen Stick und Knöpfe unmittelbar nebeneinander platziert sind.

Ebenfalls sehr gut: der Controller ist als HighEnd-Einheit natürlich verkabelt, auf Latenzen durch Funkübertragungen, seien es nur Nanosekunden, verzichtet man per se bei Sticks der "Tournament"-Klasse.
Aber im Gegensatz zur Konkurrenz haben wir hier endlich mal keine feste Verkabelung!
An der Frontseite des Controllers befindet sich eine Mini-USB-Anschlussbuchse, man kann also jedes x-beliebige USB-Kabel für die Verbindung zur Konsole oder PC verwenden.
(Es wird aber auch eines mitgeliefert!)

Einzigartig ist auch die Unterseite des Sticks.
Stellt man ihn auf eine glatte oder zumindest ebene Fläche, so steht der Controller stabil auf den beiden Seitenteilen.
Sollte man dagegen zu der Fraktion gehören, die sich ihr Steuergerät gerne auf den Schoß stellt, so ist der MK-Stick eindeutig erste Wahl.
Denn bündig zwischen den Seitenteilen wurde eine dicke Lage elastisches Moosgummi angebracht, so dass sich der Stick weich und bequem der Form der Oberschenkel anpasst, nicht drückt, und mit der Zeit nahezu mit dem Körper verschmilzt.

Abschliessend sei zum ersten Eindruck gesagt, dass der Stick augenscheinlich auch das Prädikat "hochwertig verarbeitet!" verdient hat.
Und bei den verwendeten Arcade-Komponenten sind wir noch gar nicht angekommen...aber jetzt:

Zweitens
Jetzt kommen wir in einen sensiblen Bereich, gibt es doch regelrechte Kleinkriege zwischen den Anhängern der beiden Marktführer der Spielhallensteuerungstechnikindustrie, SANWA und HAPP.

Als Konsolenspieler kennt man eigentlich nur die Komponenten vom japanischen Hersteller SANWA.
Merkmale: am Stahlstift des Joysticks selber prunkt ein runder Ball ("Lollipop"), die Buttons sind tief, nach oben gewölbt, und haben eine Blattmechanik ("Leafs") statt klickender Mikroschalter.

In den Spielhallen selber selber trifft man dagegen wesentlich öfter HAPP-Bauteile an; made in the U.S.A.
Merkmale hier: Knüppelartiger Stick ("Bat"), der einem Baseballschläger ähnelt, sowie konkave Aktionsknöpfe mit deutlich mehr Feedback durch Mikroschalter und einem tieferen Druckpunkt.

Konkret handelt es sich bei den in dem Mortal-Kombat-Fightstick verarbeiteten Bauteile um den seit Jahrzehnten renomierten "HAPP SuperJoystick" sowie um sechs "HAPP Ultimate Push Buttons".
Diese kennt man auf jeden Fall wenn man schon einmal einen Flipper gespielt hat - ein gutes Beispiel für einen Bereich, in dem SANWA wirklich fehl am Platz wäre.

arcadesticksbirdview
(Eine kleine Gegenüberstellung diverser Arcadesticks. Dabei sind sowohl HAPP-Geräte (links) als auch SANWA-Geräte (rechts) dabei)

Ich lasse diesen ewigen Streit, welcher Anbieter von Sticks und Knöppchen denn nun wirklich der Tollste ist, mal ganz aussen vor.
Gestehen tue ich gerne, das ich grundsätzlich ein Anhänger der HAPP-Technologie bin, aber bei dem vorliegendem Stick erübrigt sich so eine Diskussion von vornherein: bei Mortal Kombat muss es einfach HAPP sein.

Mal abgesehen davon, dass damit nun einmal die Authentizität zu den Automatenvorbildern gewährleistet ist, hier noch ein paar kleine Dinge die den Unterschied zum Hauptkonkurrenten ausmachen:
Der Stick! Wenn man sich jetzt mal bildlich einen runden Ball und einen Knüppel vor Augen führt, erkennt man schon den Unterschied beim Greifen.

Einen Ball (SANWA) handhabt man ungefähr so wie eine Gangschaltung im Auto, man bettet ihn mittig in der Handfläche.
Einen Knüppel (HAPP) umgreift man.
Das kann sich bei Spielen, bei denen man oft ruckartig die Richtung wechseln muss, durchaus als Vorteil erweisen.

Bei den Pushbuttons selber ist vor allem die Konkavität ein ausschlaggebender Punkt.
In diese Vertiefungen kann man geschmeidig seine Finger parken und läuft daher weniger Gefahr abzurutschen.
Das Klicken der Mikroschalter gibt in Kombination mit den tieferen Druckpunkten zudem ein herrliches Feedback.

Haptik und auch Schnellfeuerrate sind auf gewohntem Industrieniveau - da gibt es absolut nichts zu meckern.
Angeordnet wurden die Tasten streng nach den Automatenvorbildern:

dedicatedpaneliu6
(Das Tastenlayout wurde 1:1 von den Automatenvorbildern übernommen)

Das ist auch gut! - wenn man die Steuerung bereits von den Automaten kennt kann man eigentlich direkt loslegen.

Die Hauptbuttons sind angeordnet wie eine ´Fünf´ auf einem Würfel, wobei die mittlere Taste die Block-Taste ist (=R2), die vier drumherum führen Schläge oder Tritte aus.
Schräg links unter dieser "Fünf" ist noch eine mit dem rechten Daumen leicht erreichbare Taste für die Tag-Funktionen im Spiel (=L1).

Auch alle Kombos lassen sich durch das simultane Drücken mehrerer Buttons ausführen - die L2 & R1 Schultertasten des Dualshock3 benötigt man im Gegensatz zur Padsteuerung überhaupt nicht mehr, diese sind daher als kleine Pushbuttons links und rechts neben dem PS-Button positioniert, welcher sich wiederum am oberen Rand des Controllers befindet.

Diese eingängige Tastenbelegung erscheint auch logisch: in diesem Falle wurde eine Arcadesteuerung auf ein Pad gelegt - und nicht umgekehrt.

Zu den Bauteilen gibt es zudem noch ein absolutes Highlight!
Auszutauschen sind HAPP-Bauteile grundsätzlich sehr einfach.
Aber PDP macht es den Anwendern mit dem Mortal Kombat Fightstick noch ein bisschen einfacher - und das auf optisch sehr imposante Art & Weise.
An der Vorderseite des Controllers befindet sich ein aufwändig verzierter MortalKombat-Messingbeschlag mit Drachenmotiv.
Löst man die Arretierung, so lässt sich die komplette Oberseite wie eine Motorhaube öffnen.

stickopened
(Sehr praktisch: Stauraum kann man ja immer gut gebrauchen!)


Es eröffnet sich im Unterbau eine konsequent in Schwarz gehaltene Aufbewahrungsmöglichkeit, in der man zum Beispiel das Spiel und das Verbindungskabel deponieren kann.

Der Clou befindet sich aber in dem aufgeklappten Deckel: hinter durchsichtigem Plexiglas, wiederum mit einem Mortal-Kombat-Schriftzug verziert, brilliert die komplette technische Ausstattung und Verkabelung.

sticktechnicinside
(Gibt es auch nicht oft: Revisionsöffnung mit Durchblick)


Der Austausch der Teile ist somit ein Kinderspiel, wenn es mal notwendig sein sollte.
(Dazu ein Hinweis in eigener Sache: bereits 2001 habe ich mir einen HAPP-SuperJoystick und ein gutes Dutzend HAPP-PushButtons für meinen ersten Arcadestick (Hanaho "HotRod SE") zugelegt. Bis heute liegen sie parat...noch nie wurde ein Teil gebraucht.)

Dann noch ein letzter Satz zu dem Tastenlayout:
ich habe in einigen Foren und Berichten eine Kritik an dem Stick vernommen, die sinngemäß besagt "Voll doofer Stick! Mit dem Tastenlayout kann man ja gar nichts anderes spielen!..."

Dem kann ich nur entgegnen:

MUSS man ja auch nicht...
SOLL man ja auch nicht!

Es handelt sich hier um den "Mortal Kombat-Fighting Stick", den es im Bundle mit der "Mortal Kombat: Tournament-Edition" im Handel gibt.
Der ist nur dafür gedacht das man damit Mortal Kombat spielt! ^^
Er stellt somit eine luxuriöse Steuerungsmöglichkeit für Enthusiasten exakt dieses einen Spieles dar - und keinen universellen Controller für die PS3 oder X360.

Es dürfte eigentlich jedem klar sein, das ´Warner Bros.´ recht wenig Interesse an der Frage gehabt hat wie gut der Stick auch für (beispielsweise) "Street Fighter" aus dem Hause Capcom geeignet ist.

Zudem: wenn man möchte kann man den Stick noch wunderbar am PC nutzen.
Durch die freie Konfigurierbarkeit der Tasten und dem geringeren Bedarf an diesen in reinen Arcade-Games eignet er sich hervorragend für eine Verwendung am Computer.

stickampc
(Arcadeemulation am PC macht erst mit entsprechenden Stick richtig Laune. Mit dem Mortal Kombat Stick hat man da ein ideales Werkzeug)


Fazit:

Was soll man sagen?
Ich habe nach Fehlern gesucht und nicht wirklich welche gefunden.
reinrassige Arcade-Technik? Hat er.
robustes Gehäuse für exzessive Fightsessions? Hat er.
ansprechendes Design? Hat er.
Rutschfest? Hat er.
Formschöne Details? Hat er.
Das gewisse Etwas? Hat er.
Dieses Eingabegerät ist qualitativ hochwertig verarbeitet und bestückt, das Design bringt sehr viel Inspirationen der alten Automatengehäuse mit sich und last but not least steht dieses Stück Hardware für eine absolute Kultserie der Videospielgeschichte.
Diesen Stick kann man kompromisslos empfehlen.
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Alt 08.07.2011, 11:17   # 2
sirhenrythe3rd
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NACHTRAG FYI:

Ende August soll ein weiterer MK-Stick zu der "Mortal Kombak Klassik -Edition" herauskommen.
Für diese Kompilation liegt in diesem Falle ein DLC-Code dabei.

mortalkombatklassicfigh

Wie man deutlich erkennt ist dieser Stick noch stärker an den ersten MK-Automaten angelehnt und fällt nahezu identisch zu dem 2-Player-Bereich des Automaten-Control-Panels aus.

Einen grossen Unterschied gibt es aber: PDP verzichtet bei dem Klassik-Stick auf die Möglichkeit den Stick zu öffnen.

Zudem ist dieses Exemplar noch stärker limitiert: es werden nur jeweils 6000 Stück für X360 und PS3 hergestellt.

Quelle: First Exclusive Images/Details of New MK Klassic Fight Stick - gamrFeed
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Alt 28.05.2012, 09:18 # --
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