[Multi] SOCOM - Special Forces

Alt 09.05.2011, 13:37   # 1
sirhenrythe3rd
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  • Developer/Publisher: "Zipper Interactive" (bekannt durch MAG) / SONY SCEE
  • weitere Namen: "Socom 4-U.S. Navy Seals" (US-Version)
  • Genre: Taktik EGO-Shooter
  • Erscheinungsdatum: 20.04.2011
  • Anzahl Spieler: 1 (Kampagne), bis 32 (MP)
  • Altersfreigabe: USK18
  • MOVE-Support: ja
  • 3D-Support: auch das
  • Trophys: 34xBronze, 6xSilber, 4xGold, 1xPlatin

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Da ist er nun, der neueste Teil der SOCOM ("US Special Operations Commands")-Reihe.
Der Entwickler Zipper Active schickt die Spieler mit Ambitionen zum Elitesoldaten dieses mal in ein Kriegsszenario in einem fiktiven südostasiatischen Staat und darf sich sogar damit brüsten Schützenhilfe vom U.S. Naval Special Warfare Command erhalten zu haben.
Bei so einer professionellen Unterstützung sollte ja eigentlich nichts schiefgehen.
Ziel des Spieles ist es innerhalb von sechs Tagen eine Rebellion und das damit verbundene Chaos zu zerschlagen und den Frieden in Asien wieder herzustellen.

Videospielhistorisch ist damit ein weiteres mal untermauert worden, dass der böse Feind nun nicht mehr in osteuropäischen Gefilden angesiedelt wird, sondern Asien diesen Platz eingenommen hat.
Realpolitisch gesehen ein Verweis auf China, Nordkorea & Co.

Interessanterweise wird nur in der US-Version die operierende Spezialeinheit auch klar definiert: man verkörpert eine Elite-Truppe der NAVY-Seals; ihres Zeichens eine der best ausgebildeten Einheiten der Welt zur See, in der Luft und auf dem Lande. (SeaAirLand)

Das reale Zeitgeschehen hat diese Truppe just in die Öffentlichkeit gebracht, waren es doch die SEALs, die Osama bin Laden liquidiert haben.
In der internationalen Version lautet der Untertitel dagegen wie man sieht lapidar "Special Forces", so dass sich wohl jeder Spieler selber aussuchen kann welche Rambo-Einheit er denn nun verkörpern möchte.
Erschwert wird dies lediglich dadurch das sich die starke amerikanische Note aus dem Spiel nicht wegdenken lässt.

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(Nur in den USA erhältlich: das Komplett-Paket inkl. Sharpshooter-Aufsatz für den MOVE-Controller)


It is a Man´s World!

SOCOM 4 alias Special Forces stellt mal wieder unter Beweis das dieser Umstand ganz besonders von Spieledesignern untermauert wird, wenn sie ein Kriegsspiel entwerfen.

Im vorliegenden Falle treibt man diese Archetypik sogar in der Form auf die Spitze, dass eigentlich alle Figuren, seien sie Gegner oder eigene Mitstreiter, komplett einer Spezies entsprechen: dem stets humorlosen und kampfbereiten Soldaten - allzeit gewillt in die Schlacht zu ziehen.
Frauen dagegen kommen zwar auch in dem Spiel vor, unterscheiden sich aber in Punkto Rhetorik und Verhaltensweise keinen Deut von ihren männlichen Kameraden.

Dieses einheitliche Bild verhindert rigeros das sich im Laufe der Einzelspielerkampagne wirkliche Charaktere entwickeln, aber streng genommen erwartet das ja auch niemand von der SOCOM-Reihe.
Der Schwerpunkt liegt hier letztendlich in der klassischen Ballerei.
Ob, und wenn ja - in welcher Form, SOCOM sich hier von der nicht gerade spärlichen Konkurrenz abheben kann durchleuchten wir im Folgenden.


Let´s MOVE to the Battlefield!

Nachdem man die Wartezeit, induziert durch die obligatorischen MOVE-Hinweise und einem Zwangsupdate auf v1.02, idealerweise damit überbrückt hat sich das Gesicht noch flott mit Tarnfarbe zu verschönern, kann man im Hauptmenü zwischen drei verschiedenen Spielmodi wählen:
dem Kampagnenmodus, welcher ein Debut in der SOCOM-Reihe darstellt, dem beliebten Koop-Modus und, natürlich!, dem Online-Multitplayermodus.
Zur MOVE-Steurung sei gesagt das diese richtig gut funkioniert, das Auto-Fokus-System ist sogar etwas zu gutmütig, aber an einem Nachteil krankt, den viele Spiele haben: anvisieren und abdrücken klappt super.
Will man sich aber schnell drehen oder andere aufwändige Aktionen starten ist man mit dem Pad doch besser dran.
Tut dem Spielspass aber keinen Abruch, solange man nicht auf Platin-Trophäen-Kurs ist darf man sich nach Herzenslust mit dem Move-Controller austoben.

Der Kampagnenkurs beginnt storytechnisch wenig spektakulär.
Unser Protagonist, der Special-Operations-Commander Cullen Gray, kommt an einem US-Stützpunkt im Feindesland an, erhält ein kurzes Briefing, gibt dazu ein paar Testosterongeschwängerte Kommentare ab und zieht in die Schlacht.
Erinnert entfernt an den Tom Cruise Klassiker "Top Gun"; rein in die Basis, ein wenig militärischer Pathos - und ab in den Flieger.

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(Sieht nach Taktik aus, aber diese kommt im Spiel zu kurz)

Auf den weiteren Verlauf der Story lohnt es sich kaum einzugehen, es erwartet einen das Erwartete...
Zipper Interactive bemüht sich zwar unter Zuhilfenahme von Scripts und kleinen Cutscenes einen gewissen Flair zu entwicklen, aber die Betonung liegt hier klar auf "bemüht".
Dem Spielgeschehen schadet es nicht weiter, aber es fällt dem Titel spürbar schwer einen eigenen Charakter zu entwicklen.

Das Spiel selber macht durchaus Spaß, aber ab und zu hakt es leider auch.
So kann es passieren das man Waffen nicht aufnehmen kann, weil sie nicht auf dem Boden liegen, sondern auf Objekten (Kisten o.ä.), manchmal will der durchtrainierte Supersoldat einfach nicht springen (ein halber Meter ist natürlich auch eine Hausnummer! ^^) und das Werfen von Granaten ist unnötig kompliziert und zudem in der Hektik des Geschehens schwer erlernbar.
Soviel zur Schattenseite.
Für SOCOM 4 spricht eine recht gute Grafik, trotz verwaschener Texturen in der Distanz, ein bombastischer Sound und vor allem der leichte Einstieg.

"Wie jetzt - leichter Einstieg ???" werden nun viele Anhänger von SOCOM 1-3 zu Recht fragen!
Und da kommen wir zu dem Haupt"problem" von SOCOM 4: man weiß überhaupt nicht wo man es einordnen soll.
Ich selber kenne die ersten drei Teile nicht, daher habe ich mir einen PS2- und SOCOM-Veteranen in Haus geholt um mich bei diesem Review zu unterstützen.
Die Spielengine konnte ich grob mit den vielen bereits erschienenen Ego-Shootern vergleichen.
Auch wenn mich mancher Kriegsspielexperte für diesen Vergleich lynchen wird: mir kam es vor wie ein "Kane & Lynch" mit Uniform im Kriegsgebiet.

Und genau da ist der Schwachpunkt für hartgesottene Fans der Serie.
Handelte es sich bei den Vorgängern doch um höllenschwere Taktikshooter, die kaum einen Fehler verziehen und ein überlegtes Handeln erforderlich machten, geht Zipper Interactive mit dem vierten Teil eher den derzeit populären Weg des Casual-Gamings.

Zwar hat man Teammember, die man auch befehligen kann, aber zum einen reduziert sich das Kommando auf das allernötigste ("bleib stehen", "schiess", "schiesse erst wenn ich es sage",...), und zum andern benötigt man diese Befehlsgewalt nicht zwingend zum Erreichen der Endsequenz.
Letzteres ist wohl die bitterste Pille für alte SOCOM-Hasen.
Man *kann* zwar den einen oder anderen Gegner auch durch taktische Sniperaktionen aus dem Hinterhalt eliminieren....*muss* man aber nicht.

Der Spagat vom anspruchsvollen Taktikshooter zum Egoshooter mit leichten Taktikelementen ist nur ansatzweise gelungen.
Fragt man SOCOM-Anhänger, dürften die sogar antworten: gar nicht!

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(Im Gegensatz zur restlichen Grafik sind die Explosionen im Spiel nicht besonders spektakulär und zudem verwaschen)


Superbombe oder Rohrkrepierer?

Das Fazit stellt sich alles in allem noch positiv für SOCOM dar.
Technisch setzt sich das Spiel mit der Ausnahme kleinerer Bugs gut in Szene und es wird einem durchaus eine solide Action geboten.
Schwer wird es der Titel nur haben sich am Markt zu platzieren und von der Konkurrenz abzuheben.
Dem Titel "Taktikshooter" wird er nicht gerecht, geht er doch eher den Weg eines "Call of Duty" oder "Medal of Honor".
Letztere bieten aber eine wesentlich intensivere Atmosphäre und individuellen Charme, das gelingt SOCOM 4 definitv nicht.
Man kann abschliessend sagen: "Solides Actionspiel...ohne Besonderheiten!"


Wertung

* Story / Atmosphäre : 3 / 6 - zuviel Typisches, zu wenig Eigenes.
* Optik / Grafik : 5 / 6 - viel verwaschenes am Horizint, sonst auf der Höhe der Zeit
* Steuerung / Gameplay : 4 / 6 - geht locker von der Hand, kränkelt aber an kleinen Bugs
* Sound / Musik : 5 / 6 - die Sound-Artists haben einen guten Job gemacht. Keinen Grammy wert, aber gut!
* Langzeitmotivation : 3 / 6 - 12 Level ohne besondere Vorkommnisse, dieses Spiel spielt man nur einmal

GESAMT : 20/30 Punkten.


HINWEIS:
Der Multiplayer-Part konnte aufgrund des mehrwöchigen Ausfalls des PSN nicht berücksichtigt werden.
Es darf aber damit gerechnet werden das einem auch hier nur Genre-übliches erwartet.
Sollte sich dies überraschenderweise anders verhalten, wird ein Update nachgereicht!
__________________
2PSN Gamercards
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Alt 28.05.2012, 09:18 # --
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