[Multi] [Review] Assassin's Creed: Brotherhood

Alt 14.12.2010, 21:04   # 1
Mayhem
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(getestet - PS3 Version)




  • Entwickler: Ubisoft Montreal
  • Herausgeber: Ubisoft
  • Genre: Third-Person Action-Adventure
  • Erscheinungsdatum: 18. November 2010
  • Sprachenausgabe:
    • Untertitel: Deutsch, Englisch etc.
    • Sprachausgabe im Spiel: Deutsch, Englisch etc.
  • Anzahl Spieler:
    • lokal: 1
    • online: 6-8
  • HD-Auflösung: 720p/1080i/1080p
  • Preis: ca. 50 € (Amazon.de)
  • Altersfreigabe:
    • PEGI 16/ USK 16
  • Trophäen: Ja, siehe Trophyliste im Trophybereich



Seltsam war es ja schon, als Ubisoft Montreal Assassin's Creed: Brotherhood angekündigt hat. Man hat bei der Sache irgendwie einen bitteren Beigeschmack empfunden. Kein Teil 3 aber dennoch eine waschechte Fortsetzung im wahrsten Sinne des Wortes. Brotherhood soll genau da anknüpfen, wo Assassin's Creed 2 endet. Des Weiteren: Ein Online-Multiplayer Modus! Es stellten sich viele Fragen: Assassin's Creed 2.5, muss das sein? Ist das nötig? AC 1 hatte ja schließlich auch nicht sowas? Und überhaupt, Assassin's Creed mit Multiplayer? Neben den Fragen entstanden auch so einige Befürchtungen: Ein schnell hingeklatschtes Sequel mit dem bekannten Namen nur aus Profitgeilheit? Ein Vollpreistitel, der wahrscheinlich ohnehin nur Add-On Charakter hat? Ubisoft Montreal hat vielleicht mit Assassin's Creed: Brotherhood etwas riskiert, und zwar den Ruf, doch ganz unter uns: Nichts ist wahr, alles ist erlaubt.


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It's a me, Mario...NOT!


Wie bereits schon erwähnt: Brotherhood setzt dort an, wo Teil 2 der Reihe aufhört. Rodrigo Borgia bleibt weiterhin am Leben, Ezio übergibt den Edenapfel an seinen Onkel Mario. Alles scheint cool, nur sind die restlichen Assassinen nicht sonderlich erfreut darüber, dass Ezio das Templeroberhaupt nicht umgebracht hat. Schließlich sind Templer nachtragend. Genau das darf der Protagonist sehr bald am eigenen Leibe erfahren, keine Zeit zu verschnaufen, denn Cesare Borgia, der Sohn des Papstes Rodrigo, greift mit seinen Truppen Monteriggioni an. Noch gerade mit der hübschen Catarina Sforza im Bett vergnügt, hüpft Ezio im nächsten Moment in Unterwäsche aus dem Fenster, dabei wird natürlich möglichst elegant auf einem Pferd gelandet. Schnell auf die Verteidigungstürme geklettert und ran an die Kanonen, die man vor der Belagerung austesten konnte, um die feindlichen Truppen abzuwehren. Unglücklicherweise hilft alles nichts und die Stadt wird dem Erdboden gleichgemacht, schlimmer noch: Cesare hat den Edensplitter in seiner Gewalt und damit auch Mario, der vor Ezios Augen erschossen wird. Böse Templer. Böser Spoiler? Nah, nicht wirklich, das geschieht unmittelbar in der ersten Stunde der ca. 15-20 Stunden langen SinglePlayer-Kampagne. Gibt auch viel zu tun. Nachdem Monteriggioni zerstört wurde und der Edenapfel nun in den Händen der Templer ist sollte das Ziel klar sein: Wiederbeschaffen was geklaut wurde! Nur, wo soll man suchen? Nunja, gibt so 'nen altes Sprichwort: Alle Wege führen nach Rom. Also warum nicht da ansetzen? Und um genau zu sein, es gibt keine andere Orte. Kein Damaskus, kein Masyaf, kein Florenz, kein Venedig. Nur Rom. Aber hey, es ist verdammt groß und ist in diverse Viertel unterteilt. Des Weiteren ist Ezio auch nicht mehr der Jüngste. Etwas Hilfe scheint also wohl nicht verkehrt zu sein, und hier setzt die Bruderschaft an. Mit der Hilfe von Niccolò Machiavelli wird ein neues Assassinenhauptquartier mitten in Rom, auf der Tiberinsel, gegründet.


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Rom – Die Stadt der grenzenlosen Möglichkeiten


Ubisoft Montreal muss schon mit etwas aufkommen. Schnell mal einen Pseudofortsetzer auf den Markt schmeißen ist also nicht. Die Frage, was tun? Während Altairs Abenteuer im ersten Teil ziemlich monoton waren, schraubte das kanadische Studio im zweiten Teil an der Langzeitmotivation wie auch an der Abwechslung und das auch mit Erfolg. Die gleichen Features und eine Fortführung der Story sind nicht wirklich den Vollpreis wert. Glücklicherweise hat Brotherhood weitaus mehr zu bieten. Bevor irgendwas Größeres läuft, sollte man an Geld kommen. In Monteriggioni konnte man im zweiten Teil schön wirtschaften, hier hat man ganz Rom zur Verfügung. Die Borgia vernachlässigen die schöne Stadt, ein gefundenes Fressen für die Assassinen. Wie auch sonst kann man seinen Ruf unter dem Volk verbessern. Hier mal eine Schneiderei renoviert, dort mal eine Bank erneuert. Das Schmiedhaus wieder aufgebaut und das ramponierte Aquädukt wieder auf Vordermann bringen. Das bringt nicht nur mehr Geld in die Kasse, renoviert man stets mehr und mehr Gebäude ein und derselben Profession, gibt es Rabatte sowie auch weitere Gegenstände. Durch das Restaurieren der Banken erhöht sich der maximale Geldbetrag, der gehortet werden kann. Wie bereits im letzten Assassin's Creed werden alle 20 Minuten ein gewisser Geldbetrag auf die Bank abgelegt, welchen man zu jeder Zeit abheben kann und in Waffen, Rüstungen oder andere Utensilien investieren kann. Selbst Leonardo DaVinci verlangt jetzt ein paar Goldtaler für seine Erfindungen. Das arme Genie wurde von den Borgia gezwungen schreckliche Kriegsmaschinen zu entwickeln, selbstverständlich gegen seinen Willen. Darum hilft der aufgeweckte Künstler auch weiterhin Ezio, der die gebauten Kriegsgeräte optional zerstören muss. Wer sämtliche Apparaturen (darunter auch das wohl allererste Maschinengewehr) demoliert, dem winkt eine interessante Erfindung. Neben den Erfindungen, die bereits aus Assassin's Creed 2 stammen, gibt es wahrlich nicht viel neues, doch leider muss auch dies eingekauft werden, da sämtliches Equipment beim Angriff auf Monteriggioni abhanden gekommen ist. Doch wenn man sich das Kolosseum leisten kann, kann man auch ein paar Taler für die Doppelklinge springen lassen. Neben dem Restaurieren von diversen Geschäften und Schauplätzen, kann Ezio in leeren Fraktionsgebäuden Diebe, Kurtisanen wie auch Soldaten positionieren, die ihn in dem Viertel stets unterstützen. Selbstverständlich kann man auch mal gegen eine Gebühr durchwechseln, das bedeutet, wenn in Fraktionsgebäude A bereits Diebe untergebracht sind, diese gegen einen bestimmten Geldbetrag gegen Soldaten eingewechselt werden können. Dabei muss jedoch gesagt werden, dass es vor allem bei den Kurtisanen oft zu nervigen Problemen kommen kann. Teilweise läuft die Ablenkung feindlicher Wachen nicht wie geplant, sodass diese gar nicht auf die Frauen reagieren (Absicht?) oder aber die Mädels stehen einem so im Weg, dass man sich unfreiwillig aus der Gruppe entfernt und die Aufmerksamkeit der Wachen auf sich zieht. Uncooler Schönheitsfehler, der allerdings viel zu oft passiert. Noch beschämender ist allerdings der Fakt, dass man weder Soldaten, Kurtisanen noch Diebe wirklich braucht um das Spiel zu bewältigen.


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Mission to Mars....eh...Rom!


Doch Ubisoft Montreal hat sich etwas Interessantes einfallen lassen um Missionen attraktiv zu gestalten. Wenn man schon gemeint hat, Assassin's Creed 2 ist abwechslungsreich, dann sollte man wirklich mal dieses Sequel hier anschauen. Larmoyantes Gerede von wegen das Missionsdesign ist auf Dauer zu einfach wurde zu Herzen genommen. Jede Haupt- wie auch Nebenmission wird mit der DNS von Desmond synchronisiert, der Clou dabei ist: es gibt in jeder Mission eine Art Hürde die es zu überwältigen gibt, um eine 100% Synchronisation zu erlangen. Das kann alles mögliche sein. Hat Ezio den Auftrag einen Spion zu verfolgen, könnte die Hürde sein, keine Gesundheit zu verlieren oder den Fußboden nicht zu berühren, sodass er nur sämtliche Wände, Dächer etc. verwenden darf um an sein Ziel zu gelangen. Wer die Hürde nicht schafft, erhält nur eine 50% Synchronisation, die Mission wurde zwar erfolgreich beendet, jedoch verpasst man am Ende Zusatzinformationen. Gelungene Idee. Sie ist einsteigerfreundlich und bietet zudem ein attraktives Angebot für Coregamer; falls die Mission nur zur Hälfte synchronisiert wird, einfach die Erinnerungssequenz wiederholen. Was aber bedeutet, dass die gesamte Erinnerung erneut gespielt werden muss. Hier muss klar differenziert werden. Eine Erinnerung bedeutet nicht eine Mission. Eine Erinnerungssequenz ist in bestimmte Missionen gegliedert, was, typisch für die Spielreihe, auch an der Levelbegrenzung bemerkbar ist. So kann man in bestimmte Gebiete erst vordringen, wenn man die Hauptquests erledigt. Apropos Gebiete. Da Rom nach wie vor unter der Herrschaft der Borgia steht, gibt es sogenannte Borgiatürme, die überall in der Stadt verteilt sind. Diese sind Verteidigungsanlagen und simultan Aussichtspunkte. Wer auf die Minimap blickt wird merken, wenn er im Borgiagebiet ist. So kann man, falls man auf eine runtergekommene Schmiede stößt, diese gar nicht renovieren, bevor man den Turm nicht zerstört hat. Dies kann erst geschehen, wenn man den Hauptmann des Gebietes ermordet hat. Mal ist dieser stärker bewacht, mal nicht. Danach klettert man schnell auf den Turm und fackelt den schön ab. Bevor man das tut, synchronisiert man aber noch schnell mit der Umgebung. Jetzt sieht doch auch alles besser aus. Die Wiesen sind grüner und so! Je mehr Gebiete befreit sind, desto mehr Geschäfte kann man renovieren, je mehr Bereiche leveltechnisch betretbar sind, desto mehr Gebiete offenbaren sich. Es ist ein, sozusagen, positiver Teufelskreis, der sich aber doch irgendwann schließt. Was auch noch vergeht, ist die Langeweile. So gibt es nebem dem Wirtschaften und der Hauptstory auch noch dutzende Nebenmissionen. Auftragsattentate, Kurtisanenaufträge, Diebesangelegenheiten oder eben die bereits genannten Maschinen-Kaputtmach-Aufträge für DaVinci. Das Spektrum des Abwechslungsreichtumes in diesen Missionen ist zwar nicht gerade groß, stellt aber einen netten Zeitverertreib dar; die Hauptquests dagegen könnten nicht unterschiedlicher inszeniert sein. Sicher, das Ende vom Lied spielt sich nach dem selben Muster ab ''Töte Person XYZ'', jedoch ist die Präsentation erste Sahne. Mal muss Catarina Sforza aus dem Kerker befreit und ein schönes Stück getragen werden, unbemerkt natürlich. Dann mal 20 Soldaten verprügeln, deren Rüstungen klauen um dann ein feindliches Lager zu infiltrieren. Da geht schon was. Um das auch unbeschadet schaffen zu können, sollte man sich stets mit aktuellstem Waffen- und Rüstungsgut ausstatten. Schön ist ein kleines Handlungsfeature, das Tauschmöglichkeiten eröffnet, so muss man diverse Gegenstände besitzen und dem Händler bieten um gewisse Items (Schwerter mit hohem Schaden, Rüstungen mit extrem hoher Abwehr oder ziemlichem Gesundheitsschub) freizuschalten, diese kann man zum Beispiel aus den Schatztruhen erlangen, die in ganz Rom verteilt sind. Die Frage ist aber letzten Endes: Warum denn eigentlich? Die größte Schwäche der Assassin's Creed Reihe wurde nicht ausgemerzt. Das war keineswegs die Abwechslung oder die Langzeitmotivation. Es war beziehungsweise ist das Kampfsystem. Die Kämpfe sind nach wie vor langweilig und lieblos. Vor allem mit der Fähigkeit Gegner mit einem Mal zu Tode zu kontern. Sicher gibt es auch Gegner, bei denen das nicht funktioniert, doch genau da setzt das schreckliche „Solange draufhauen und treten bis der Gegner stirbt“-System ein. Entweder sind die Kämpfe mit den Wachen zu kurz oder zu langwierig. Keine Spannung und keinerlei Abwechslung. Da fliehe ich doch lieber. Über Dächer und Objekte zu hüpfen macht immer noch mehr Spaß als gähnend auf die Kontertaste zu hämmern.


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Brotherhood


Das Spiel heißt ja nicht umsonst so. Ab einem gewissen Punkt, ist es Ezio möglich direkte Hilfe zu ordern. Und zwar zusätzliche Assassinen! Es gilt Rekruten zu sammeln; diese stellen Bürger in Not dar, die auf der Karte mit einem bestimmten Symbol gekennzeichnet sind. Aufsuchen, Wachen ausschalten und den Bürger in die Revolution eingliedern. Einmal Bürger rekrutiert, könnt ihr diese mittels der L2 Taste jeder Zeit herbeipfeifen. Man sollte dies natürlich mit gutem Grund tun, es gibt nämlich eine Leiste, die immer zur Neige geht, wenn ihr eure Assassinenschützlinge herbeiruft und sich erst regenerieren muss. Die Leiste steigt bis zu einer gewissen Anzahl von Barren, sind drei Barren voll, könnt ihr an die sechs Assassinen zur Hilfe holen, die dann sämtliche Feinde aus dem Weg räumen. Manchmal erweist sich das als Nachteil. Will man einen Bürger rekrutieren, muss man ja vorerst sämtliche Wachen, die die Person belästigen, beseitigen. Pfeift man nun seine Helferchen her, bringen die jeden um, auch den armen Bürger, der selber Assassine werden wollte. Und es passiert jedes Mal. Ich weiß ja nicht, was denen auf der Assassinenschule beigebracht wird und was für eine Moral die eingepaukt bekommen, jedoch bin ich stark dagegen! Doch abgesehen von diesem nervigen Makel, sind die Assassinen äußerst nützlich. Will man unbemerkt an Wachen vorbei, räumen sie einem den Weg frei, ohne das die Aufmerksamkeit auf Ezio gelenkt wird. Warum auch. Manchmal jedoch klappen nicht alle Attentate der Assassinen, sodass sie forciert werden den direkten Kampf zu wählen. Wie auch bei Gegnern wird die Lebensanzeige der Helfer über den Köpfen dargestellt. Einmal gestorben, kann man sie nicht wiederbeleben. Wenn einem also etwas an den Mitgliedern der Bruderschaft liegt, sollte man denen hin und wieder mal unter die Arme beziehungsweise unter die Klinge greifen. Besiegen die Assassinen ihre Gegner selber, ernten sie Erfahrungspunkte. Werden davon genügend gesammelt gibt es einen Level-Up! Dieser verleiht demjenigen Assassinen einen Fertigkeitspunkt den man entweder in ein Rüstungs- oder ein Waffenboni investieren kann. An Taubenanschlägen könnt ihr auf die Daten eurer Assassinen zugreifen und jene Punkte verteilen. Darüber hinaus bietet es ein passives Attentatssystem. Die Bruderschaft ist international aktiv, im Menü des Taubenanschlags könnt ihr eure Assassinen auf Missionen schicken. Das erfolgreiche Beenden solcher Aufgaben verleiht den Mitgliedern Erfahrung und Ezio Geld oder seltene Güter, die man, wie bereits erwähnt, für teuer Geld verkaufen kann. Dabei werden die Assassinen für einige Minuten, das genaue Zeitfenster ist in der Mission beschrieben, inaktiviert, sodass ihr die entsandten Mitglieder nicht mehr per L2-Druck rufen könnt.
Ist die Zeit vorbei sind die Assassinen wieder einsatzbereit. Oder auch nicht, denn ein Auftrag muss auch glücken. Während ihr die Missionen aussucht, klärt eine Anzeige euch über den Schwierigkeitsgrad der Aufgabe auf. Mit jedem weiteren Assassinen, den ihr mit auf eine Mission schickt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass diese glückt, jedoch wird der gesamte Erfahrungspunktebonus auch unter den Leuten aufgeteilt. Spaßige Angelegenheit, vor allem, da die Aufträge euroasienweit stattfinden. Mal Gerüchte verbreiten in Berlin, einen Kaufmann in Köln erlegen, dann wiederum Spione in Moskau eleminieren. Noch toller wäre das Ganze, wenn man live dabei sein könnte, was einem leider verwehrt bleibt.


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Was man beim ganzen Wirtschaften und Rekrutieren vermissen könnte, ist der Fakt, dass man es nicht miteinander kombinieren und koordinieren kann. Ich hätte mir mehr Eingriffe gewünscht, zum Beispiel die Einnahmen selber zu verwalten, Steuern zu erlassen. Wenn ich schon Geld in Gebäude etc. investiere, will ich nicht nur einen fixen Betrag ernten. Solch ein System wäre eigentlich genau für dieses Feature gedacht, vor allem, da Rom in diverse Viertel geteilt ist. Ein verfeinertes Reputationssystem wäre da ein feiner zusätzlicher Katalysator! Wären die Steuern in den Armenviertel niedriger, wäre die Bereitschaft sich den Assassinen anzuschließen höher. Mehr Freiwillige, anstatt Bürger in Not. So sieht eine Revolution aus. Wenn man einem Fremden hilft, der von drei Typen belästigt wird, schließt er sich ja auch nicht meinem Geheimbund von Mördern an. Denk ich mal.


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Schönes Roma. Mit Fehlern.


Ubisofts hauseigene Engine namens ''Anvil'' ist ein echter Augenschmaus. Die herrliche Weitsicht, die herrlich präsentierten Bauten, selbstverständlich so authentisch wie nur möglich gehalten. Betrachtet man allein das Kolosseum, kriegt man die Tür vor Staunen nicht mehr zu. Früher noch unter dem Namen ''Scimitar'' verbreitet, bot die Engine ja bereits in Assassin's Creed 2 eine weitaus hübschere Optik. Doch nach wie vor kämpft das Spiel mit nervigen PopUps, die das Gesamtbild ziemlich stören. Reitet man zu Pferde durch die Stadt (achja, man kann mit Pferden durch die Stadt reiten) so fallen diese gar nicht auf, ist man auf dem Lande, brennen sich die PopUps dem Spieler schon fast ins Hirn. Das hat Teil 2 schon als Problem, warum also hier keine Veränderung, zumal noch mehr Energie in eine fabelhafte Optik gesteckt wurde. Keine matschigen Texturen, scharfe Konturen und feine Details. Auf der anderen Seite ist das lieblose Design der Nebencharaktere doch zu eindeutig. Die immer wiederkehrenden gleichen Charaktermodelle mit tristen Gesichtsausdruck. Während die Renderings bei Artworks zeigen, was die Designer auf dem Kasten haben, wirken die Modellfiguren in der Spielwelt selbst steif und charakterlos. Insbesondere die Gesichtsdetails sehen klobig aus. Am besten lassen sich die NPC folgendermaßen vergleichen: Sie sind wie jemand, der in der U-Bahn angemacht wird – einfach ignorieren. Was irgendwie noch ignoriert wird, ist der Score. Jesper Kyd ist ein echter Meister, keine Frage, doch beinahe jeder Track der im Hintergrund läuft, wirkt, als hätte man ihn schon gehört. Jedoch will ich es ihm gar nicht vorwerfen, wäre vielleicht auch etwas zu weit hergeholt, wenn man plötzlich komplett andere Musik serviert bekommt, und das bei einem direkten Sequel! So hört man den Unterschied aus Teil 1 und 2 deutlich heraus. Sicher, das Setting ist ein komplett anderes, so sind die audiotechnischen Untermalungen in dem neuen Titel natürlich hervorragend, doch fehlt da eine charakteristische Note die sagt: DAS ist AC – Brotherhood, SO hört es sich an.


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In the Matrix


Weg von Fehlern, Story oder sonstigem. Back to the Future, oder so. Wir wollen ja nicht vergessen, eigentlich spielen wir ja nicht Ezio, sondern Desmond, der sich erinnert, dass da mal ein Ezio war, der sein x-ter Urgroßvater ist. Aber vielleicht hätte man dabei bleiben sollen. Während in Teil 1 und 2 die Sache mit Desmond sehr storygebunden und spannend inszeniert worden ist, fällt es in Brotherhood eher flach. Man kann zu jeder beliebigen Zeit aus dem Animus aussteigen und sich mit der Crew unterhalten. Mehr als teils nichtige Informationen kitzelt man aus denen eh nicht heraus, und wer an Erkundung der Umwelt denkt, der wird sehr bald eines Besseren belehrt. Zum Glück gibt es noch gewisse Anspielung auf Subjekt 16, so kann man wieder optional die Glyphenrätsel
lösen und weiter über das unbekannte Subjekt aufgeklärt werden. Desmond und seine Aktionen in Brotherhood sind langweilig und auch zu nichts zu gebrauchen. Schade, man hätte viel mehr mit dem Charakter Desmond machen können. Entwicklung von Nebenwirkungen oder Traumata, die sich dann auf das Agieren im Animus auswirken könnten. Am Besten, man steigt gar nicht aus dem Animus aus und genießt lieber Ezios Abenteuer.


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Multiplayer


Langsam nähere ich mich dem Attentatsziel; es scheint nichts zu bemerken. Sanft schiebe ich Passanten ruhig zur Seite um näher an das Opfer zu gelangen. Es ist dieser Kaufmann, einer von vielen. Der Markt ist voll von Bettlern, Huren und Bauern; die Luft ist mit nervöser Spannung geladen. Um auf Nummer sicher zu gehen habe ich meine Klinge mit Gift getränkt. Es wird sauber, kurz und schmerzlos ablaufen, binnen weniger Minuten wird er zu Boden sacken und sterben. Niemand wird mich verdächtigen. Doch plötzlich überkommt mich ein merkwürdiges Gefühl, mein Blick neigt sich nach unten. Ich greife an meinen Wams, die Hände blutgetränkt. Langsam wird mir schwarz vor Augen, ich falle auf die Knie und sehe gerade noch einen Harlekin an mir vorbeilaufen, der mir einen flüchtigen aber spöttischen Blick zuwirft.


Ich war ja skeptisch, als dick Werbung mit dem Multiplayer gemacht worden ist. Warum? Ein Spiel, das für den Singleplayer ausgelegt ist, bekommt nun einen MP Modus verbaut? Wird God of War auch einen Multiplayer erhalten? Wie sieht der dann aus? Ich wollte es mir nicht ausmalen müssen. Und ich habe mir schon gedacht, dass der MP von AC: Brotherhood genau SO ablaufen wird. Um ganz ehrlich zu sein, man hätte es sich eigentlich gar nicht anders vorstellen können. Das Spiel ist prädestiniert, solch ein Mehrspielersystem zu haben.


Einfaches Prinzip. Man geht online und sucht sich eine von vier Spielmodi aus (Gesucht/ Kopfjagd/ Allianz/ Gesucht - Erweitert); nun wartet man bis weitere Spieler gefunden werden. Je nach Modi unterscheidet sich die Anzahl von Spielern, maximal jedoch können es acht Leute sein. Spielt man beispielsweise ''Gesucht'' kommt man in ein Menü bei dem man sich ein Aussehen zuordnen kann. Man kann zum Beispiel als Kaufmann, als Arzt oder Priester agieren. Preferiert man eine bestimmte Optik, sollte man sich diese schnell sichern, da eventuell ein anderer Mitspieler sich dies Aussehen schnappen kann. Glücklicherweise sind die Charaktere die man wählt nicht ausschlaggebend für die Fähigkeiten. Es ist eine reine, im wahrsten Sinne des Wortes, Formsache. Wählt man nun den Arzt, wird man in eine der wenigen Maps eingefügt und bekommt ein Zielsubjekt, dass es zu töten gilt. Dumm nur, dass dutzende von NPCs durch die Gegend laufen, die genauso aussehen wie das Attentatsziel. Was also tun? Erstmal dem Kompass folgen, (Wer mal ''Naruto: Rise of a Ninja'', auch von Ubisoft Montreal, gespielt hat, wird sich umgehend heimisch fühlen!) dieser verrät einem mit einer blauen Markierung wo sich das Ziel befindet. Beim Ziel angekommen gilt es unnatürliche Vorgehensweisen zu bemerken. Wenn euer Mitspieler, den ihr jagt, ein Arzt ist und dieser sich in einer Gruppe von 3 weiteren Ärzten bewegt, kann es schwer werden den richtigen zu schnappen. Während NPC einfach nur schlendern, kann der Onlinemitspieler seinen Charakter nach belieben steuern, wie man selbst. Er kann also auch losrennen. Passiert das, weiß man umgehend, dass genau dieser Arzt das Ziel ist. Und schwupps springt man ihn an und rammt ihm die versteckte Klinge ins Herz. Attentate geben Erfahrungspunkte, je nachdem WIE man sich an sein Opfer anschleicht und wie man es umbringt, gibt es weitere Bonuspunkte. Sammelt man genug, steigt man im Level auf. Steigt man im Level auf, schaltet man nette Fähigkeiten frei. Giftklingen, die den Gegner langsam aber sicher töten und einem einen Punkteschub erteilen oder gar eine kleine versteckte Pistole, mit der man auch sicher aus der Distanz töten kann. Wer meint zu langsam zu sein, stattet sich einfach mit einem Sprintboost aus. Doch das alles muss man sich erst verdienen. Selbstverständlich ist man auch zeitgleich Gejagter, man spielt ja auch nicht alleine. Während man ein Attentatsziel hat, kann es gut sein, dass sogar zwei weitere Mitspieler einen als Ziel haben. Wenn man ganz viel Pech hat, haben die bestimmte Fähigkeiten, sodass man sie gar nicht erkennt und in ihre Fallen tappt. Andere wiederum rennen ohne Überlegen auf einen zu, was sie erkennbar macht und ihnen ein rotes Symbol über dem Kopf beschert. Jetzt gilt es entweder zu fliehen oder zu kontern, ersteres ist die beste Lösung, denn der Konter klappt nicht immer. Wer flieht, sollte sich so schnell wie möglich verstecken. Eine gelungene Flucht schüttelt einem die Jäger vom Leib und vergibt Erfahrungspunkte. Ähnlich funktionieren die anderen Spielmodi Allianz und Kopfjagd, bei denen man sich in Gruppen oder Zweierteams aufteilt und gegeneinander Jäger- sowie Gejagtentrupp spielt. Das System ist simpel und einfach zu beherrschen, das Erfahrungssystem motivierend. Die einzigen Mankos sind:


  • wenige Maps
  • nur vier Spielmodi


Und last but not least: Die Dauer bis ein Multiplayer-Spiel zu Stande gekommen ist. Wer Glück hat, braucht nur 5 Minuten zu warten, wer Pech hat 40 Minuten. An der Leitung liegt es nicht, es wurden 8k, 16k wie auch 32k Leitungen getestet. Wenn Ubisoft nicht schleunigst an den Servern rumschraubt, wid das eine Ente und das wäre tatsächlich schade um den guten Multiplayer, der wohl im Laufe der nächsten Wochen und Monate doch noch so einiges an DLC spendiert bekommen wird. Ich meine, vier Spielmodi? Hallo?


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Fazit



Ganz ehrlich? Zu Beginn des Spieles bin ich nicht wirklich warm mit dem Titel geworden. Aus irgendeinem Grund hat mein Unterbewusstsein das Spiel abgeblockt. Vielleicht wollte ich Ezio einfach nicht wieder sehen, vielleicht habe ich auch den Multiplayermodus kategorisch abgeblockt, weil in letzter Zeit irgendwie alles einen OnlineMultiplayer bekommt, wobei anständige Spiele mit anständigem Offline-Koop weitaus interessanter wären. Auch Monate davor hat mich das Spiel überhaupt nicht gereizt, obwohl ich totaler Fan der bisherigen AC Titel bin. Anfangs hatte das Spiel einfach nur einen AddOn Charakter, doch schon nach einer kurzen Weile hat es mich gepackt. Ich wollte den Controller nicht weglegen bevor ich alles renoviert, alles aufgekauft und sämtliche Rekruten hochgelevelt habe. Wache gesehen, Assassinen herbeigepfiffen. Schnell zum Taubennest gerannt und Missionen an die Leute verteilt. Nebenbei mal durch Rom schlendern, die Optik genießen. Nur wenn man gezielt darauf achtet, fällt einem das eher lieblose NPC-Design auf, während die Pop-Ups einem regelrecht aufs Auge gedrückt werden, da hilft auch die tolle Weitsicht nicht wirklich. Dennoch. Assassin's Creed: Brotherhood ist nicht nur ein gutes Spiel, es macht vor allem sehr viel Spaß. Ich hätte nicht gedacht, dass man noch MEHR Elemente in die Spielwelt einbauen kann, als es bereits in Assassin's Creed 2 gemacht wurde. Auch der Multiplayer ist sehr gelungen, in der Regel total lagfrei, jedoch unglaublich nervtötend, da es, wenn man nicht gerade Glück hat, sehr lange dauern kann bis ein Onlinespiel zu Stande kommt. Wenn da nicht Abhilfe geschaffen wird, war die große Werbung um den MP Modus eine recht peinliche Aktion. Husch, Husch, Ubisoft Montreal, stabilisiert mal die Server, das Spiel hat es verdient! In dem Sinne, bleibt mir nur noch eines zu sagen: Nichts ist wahr, alles ist erlaubt!






Pro/Contra:

(+) überraschend tolle und sinnvolle Weiterführung von Teil 2
(+) unglaublich viele abwechslungsreiche Missionen
(+) Rekrutierung und Koordinierung von Assassinen spaßiger Zeitvertreib
(+) toll aufgebauter Multiplayermodus

(-) Grafik kämpft weiterhin mit nervigen PopUps und teils lieblosem Design
(-) Geschichte um Desmond Miles viel zu oberflächlich
(-) Kaum Eingriffe möglich in Wirtschafts und Rekrutierungssystem
(-) Partner-KI manchmal etwas dämlich und nervig


Wertung

* Story / Atmosphäre : 5 / 6 - Die Fortführung der Story von Ezio macht viel Spaß, sie ist spannend inszeniert und die römische Atmosphäre wird klasse eingefangen. Allein die Geschichte um Desmond und dessen Entwicklung ist ein wenig zu oberflächlich gewesen.
* Optik / Grafik : 5 / 6 - Wunderfein. Außer den nervigen PopUps und dem lieblosen NPC-Charakterdesign.
* Steuerung / Gameplay : 5 / 6 - Wie gewohnt simpel zu beherrschen, jedoch ist das Kampfsystem weiterhin todlangweilig
* Sound / Musik : 4 / 6 - Charakterlos, jedoch passend
* Langzeitmotivation : 6 / 6 - Was soll man nur tun? Multiplayer oder Rom erneuern? Rekruten ausbilden oder hochrangige Assassine auf Mordtour nach Spanien schicken? Kurtisanenauftrag erledigen oder auf Schatzsuche gehen? Am Besten alles simultan!


GESAMT : 25/30 Punkten.
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official oldsql.
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Scheiß auf Klimawandel!


GEBT MIR GLÜHBIRNEN, LEUTE! LET'S GET SAUNA!

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Alt 14.12.2010, 21:04 # --
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Alt 19.05.2013, 02:09 # --
News Flash
 
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