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| Review-Redakteur Registriert seit: 07.01.2008
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| ![]() (getestet: Xbox360 Version)
Was, wie? Shinji Mikami macht ein neues Spiel? Wurde aber auch wieder Zeit. Der gute alte Shinji. Für Unwissende: Das ist der Kerl, der der Gamingwelt die Resident Evil-Reihe geschenkt hat. Auch Devil May Cry ist zu Teilen ihm zugeschrieben. Als Videogamedesigner hat er also schon einen gewissen Ruf. Den möchte man selbstverständlich nicht verlieren. Irgendwie hat sich also Herr Mikami in das Studio 'Platinum Games' eingeschleust, welches schon mit MadWorld, Infinite Space und vor allem Bayonetta gezeigt hat, was es drauf hat. Wirklich gebraucht haben Platinum Games den erfahrenen Designer nicht, wenn man sich den Erfolg der Spiele anschaut. Doch was hat Shinji Mikami da als Director gezaubert? Das Spiel nennt sich 'Vanquish' (zu dt. besiegen/überwinden), und man könnte meinen es sei eine Videospieladaption des Animes Casshern ist. Ein Third-Person Shooter der seinesgleichen suchen will. Schafft er das? Hat Altmeister Mikami es immer noch drauf? ![]() I want YOU.... Die Russen kommen. So sieht die Story aus. Wie, ihr findet das langweilig? Hm, kann man niemandem verübeln. Aber ich hole mal etwas aus, vielleicht liest es sich dann besser: Der Titel spielt in einer etwas entfernten Zukunft, in der die Welt am Ressourcen- beziehungsweise Energiemangel leidet. Ist ja wohl klar, dass man dafür Terraforming-Programme eingeleitet hat um zu expandieren. Insofern baute man, also die USA, gigantische Raumstationen auf anderen Planeten um Ressourcen zu scheffeln. Hat auch gut geklappt, bis....nunja, die Russen gekommen sind. Ich weiß nicht, ob das an mir liegt, aber irgendwie ist die Story ja schon peinlich. Ich hätte eine bessere auf Lager. Und zwar die hier: Die USA findet auf dem Grund des atlantischen Ozeans ein heiliges Schwert und besiegt die Dunkelheit, die über das Land fällt. Mh? Nicht gut? Na gut, ich hab es versucht. Bleiben wir bei den Russen. Diese überfallen nämlich mit einem gigantischen Mikrowellenlaserdingens San Francisco. Warum? Tja, nachdem die russische Regierung von Ultranationalen gestürzt worden ist, wollen die bösen Sowjets nun natürlich die Welt beherrschen. Mit vielen Kampfrobotern, roten Kampfrobotern versteht sich. (Ihr versteht schon. Rot = Sowjets, Kommunismus, wobei hier eine Logiklücke ist: Das sind doch Ultranationale die da an der Macht sind, und Nationalisten sind nicht gleich Kommunisten. Aber hey, was weiß ich schon von Ingame-Politics) Oder sowas in der Art. Klar, ich habe schon aufgepasst, aber ganz ehrlich? Schwach, Herr Mikami, sehr schwach. Noch nie war die Story zwischen zwei Nationen so langweilig präsentiert wie in Vanquish. Ich habe mich regelrecht dazu zwingen müssen, die Zwischensequenzen nicht zu überspringen, die trotz des banalen Inhalts unglaublich gut aussehen und keinen Vergleich zu anderen Titeln scheuen brauchen. ![]() .to dash! Aber das ist auch wieder so eine Sache. Hat man das erste Kapitel beziehungsweise die erste Mission des Spieles bestritten, kommt einem der Gedanke: Das ist doch Absicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei Platinum Games, vor allem von Mikami überwacht, Leute sitzen und sich denken: Leute. Ist euch klar was wir damit schaffen. USA vs. Russland! Das gab es noch nie, versteht ihr? Herr Mikami. Der Story-Schreiberling hat recht. Das wäre der Durchbruch! Okay! So ging das garantiert nicht ab. Insofern denke ich, dass Platinum Games ein solides, altbewährtes Grundgerüst ausgewählt haben um der Action willen. Und die gibt es en masse. Genau genommen, gibt es nur Action. Das Spiel sollte so heißen. Denn Sam geht ordentlich ran, man kommt kaum zur Ruhe. Spieler mit nervösem Zeigefinger haben mit diesem Titel wohl ihr Lieblingsspiel gefunden. Steuert man Sam also durch die Gegend, fallen nach und nach kleine Fußsoldat-Roboter ein, die euch das Leben schwer machen wollen, teilweise in einer unfair überlegenen Anzahl. Interessant ist dabei zu beobachten, dass es keinerlei Framerate-Einbrüche gibt, im Gegenteil, je mehr Gegner auf dem Bildschirm rumhantieren und durch die Gegend ballern hat man das Gefühl, dass das Spiel sogar schneller abläuft. Zeit ist in Vanquish ein essentieller Faktor, denn die habt ihr nicht wirklich. Während man in den ersten Missionen noch damit klar kommt Gegner mittels Kimme und Korn kleinzukriegen, wird es später schon schwierig. Ergo muss man sich wohl oder übel mit dem im obligatorischen Tutorial gezeigten Moves vertraut machen. Und ganz genau genommen: Nur so macht das Spiel auch wirklich Spaß. Sam ist ein Agent der DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) und besitzt den Prototypen eines neuartigen Kampfanzuges, den sogenannten Augmented Reaction Suit. Diesem wurde an Beine und Arme Jet-Boosts installiert, sodass Sam grazil von A nach B düsen kann. Selbstverständlich soll er dabei feindliche Einheiten ausschalten, und das klappt auch sehr gut. Des Weiteren hat er ein mächtiges Tool namens BLADE. Nein, das ist kein cooler Vampirjäger sondern ein kleines Scantool, mit dem Sam sämtliche Waffen (MG, Schrotgewehr, Raketenwerfer, Scharfschützengewehr, LFE Gewehr) scannt und ein exaktes Replika aufklappt. Das sieht optisch sehr schön in Szene gesetzt aus, denn es erfolgt kein Waffenwechsel, bei dem Sam sich eine Waffe vom Rücken holen muss. Will man nicht mehr mit dem MG schießen klappt sich BLADE umgehend zusammen und baut sich wieder als großer Raketenwerfer aus. Es sieht also nicht nur cool aus, es ist cool. Boosts am Anzug, cooles Waffendings. Was kann da noch schief gehen? Wie oben erwähnt: Die Zeit. Es ist keine Seltenheit, dass der Bildschirm von Gegnern überfüllt ist. So gilt es also in mehr oder weniger typischer Third-Person Manier sich halsbrecherisch von Gegner zu Gegner zu bewegen. Es kann gut passieren, dass man sich im Eifer des Gefechts selbst verliert, da man direkt im Kreuzfeuer steht. Wie also oben schon beschrieben: Vom Anzug Gebrauch machen. Es macht höllisch Spaß in cooler Manier rumzudüsen und Gegnerwellen zu bearbeiten. Jedoch sei eines gesagt: Nicht alles was düst, hält lange. Oder so. Auf jeden Fall hält Sams Anzug eine Dauerbelastung nicht lange aus, deswegen gibt es auch eine Anzeige, die dem Spieler mitteilt, wann dieser überhitzt. Geschieht das, benötigt er einige Sekunden um sich wieder abzukühlen. Dumm, wenn das genau dann passiert, wenn man von allen Richtungen angegriffen wird. Was also tun? Kein Problem, erstmal eine Runde chillen und eine rauchen. Witzige Idee. Sam, Kettenraucher par excellence, kann sich, während er in Deckung ist, eine Zigarette anstecken und diese dann in die Ferne schmeißen. Die Gegner sind kurzzeitig abgelenkt, der Anzug hat sich wieder abgekühlt, Sam dreht ab und geht auf der anderen Seite der Deckung raus, dasht los und haut erstmal ein paar Ladungen Schrot in die Roboter rein. Sind es dann doch zuviele und man steht am Rande des Pixeltodes aktiviert sich automatisch der AR-Modus. Nichts außergewöhnliches, ihr verwandelt euch nicht in einen Megaroboter oder so. Zeitlupenmodus. Ich weiß, langweilig. Aber nicht in Vanquish. Im AR-Modus habt ihr womöglich genügend Zeit in Deckung zu gehen oder eure Feinde zu dezimieren. Diesen Modus kann man auch jederzeit manuell starten, man muss sich also nicht absichtig von Gegner anschiessen lassen. Wichtig ist auch hier: AR läst den Anzug auch überhitzen, man muss also aufpassen, was man wann und wie einsetzt. Schnell (ja, ich weiß, aus der Zeitlupe betrachtet ist 'schnell' nicht gerade das adäquateste Wort) zum Gegner boosten und aus Wut eine Rakete in den Riesenroboter geschossen. Jetzt gibt er Ruhe. Oh, ne, doch nicht. Er baut sich um. Hm. Naja, dann nochmal das Gleiche spiel. Gegner anschiessen, rumdüsen, AR-Modus, anschiessen, rumdüsen. Ist einfacher als es sich liest, die Steuerung ist anfangs nämlich etwas gewöhnungsbedürftig, aber schon nach dem ersten Kapitel hat man sich bereits damit angefreundet. ![]() I want you...to be a good (friendly) AI! Versager. Müsste ich die KI mit einem Nomen beschreiben, würde ich das nehmen. Selten ist in einem Videospiel mir eine solche Unfähigkeit der Partner-KI unter die Augen gekommen. Nicht selten ist es passiert, dass ich wegen einer einzigen Person, die noch im Kampf mit einem einzigen feindlichen Roboter war, den Weg zu ihr zurücklaufen musste, um diese zu holen. Warum ich das überhaupt tue? Nun, manchmal ist es obligatorisch, dass sich die ganze Truppe fortbewegt. Man eilt also zu dem vermissten Schaf und es präsentiert sich etwas so dämliches, das es wieder lachhaft ist. Man könnte schon beinahe wieder einen Witz darüber reißen. Treffen sich ein roter Russenroboter und ein amerikanischer Spacemarine. Beide schießen aufeinander, treffen aber nicht. Es ist ja auch nicht so, dass der Roboter intelligent genug wäre, seinen Feind, auf den er programmiert worden ist, zu exekutieren, nein, das wäre ja zu nett von dem Roboter. Alles muss man selber machen. Und wo wir gerade bei der Gegner-KI sind. Böse. Die weiß nämlich umgehend wo man ist. Versteckt man sich hinter einer Mauer o.Ä. wird man von sämtlichen Seiten umgehend beschossen, sobald Gegner auf dem Bildschirm erscheinen. Womöglich gibt es eine plausible Erklärung dafür, eventuell haben die Dinger Scanner, mit denen sie durch Wände sehen können. Doch muss man auch hier differenzieren. Intelligente KI ist nicht simultan eine unfaire KI. Da die Gegner oft in Grüppchen agieren, ist es sehr interessant zu beobachten, wie die Gegner vorgehen. Sind fünf Roboter hinter einer Deckung, riskiert oft einer sein Roboleben und läuft vor. Wohin? Genau auf den Spieler zu, der sich selber hinter eine Deckung verkrochen hat. Der rote Kampfroboter späht also mal schnell hinter die Mauer ob da auch wirklich der DARPA-Agent hockt. Wird eine Zigarette rausgeschmissen wird umgehend auf diese geschossen. Intelligent und reaktionsschnell. Aber niemals unfair, trotz der Tatsache, dass die Dinger irgendwie immer wissen wo man ist; diese Russen, lassen sich aber auch Sachen einfallen. ![]() I want YOU to shut up and to do what i say! Nachdem man nun weiß wie die Steuerung funktioniert, worum es eigentlich geht und wer einem in die Quere kommt, kann das Spiel ja losgehen. Verglichen mit einem ''Kane and Lynch 2: Dog Days'' ist Vanquish kein einfacher Thrid-Person-Shooter. Die Abwechslung daran ist sicherlich nicht großartig innovativ, doch recht fein in Szene gesetzt. Sicherlich hat man das Gefühl im Modus des Overkill zu sein, jedoch darf man auch Details nicht außer Acht lassen. Die Gegnervielfalt ist überschaubar, teilweise jedoch so imposant, dass einem in Kombination mit der Grafikpracht einfach nur die Kinnlade nach unten klappt. Als Sam diesem riesigen spinnenähnlichen Panzer gegenüberstand dachte ich mir wirklich: Nein. Mit schießen wird das nichts. So muss man hier und da paar Reaktoren ausschalten, dort mal ein Sneak-Mission bestreiten. An einer anderen Stelle überwacht man ein Fahrzeug, während man in der totalen Finsternis umherläuft und nicht weiß, wann der Gegner zuschlägt. Nichts, was Genrekollegen auch schon gemacht hätten. Jedoch wird es nie langweilig, da stets Gegnerwellen einem zusetzen. Vor allem erfährt das Spiel kaum Ladezeiten, wenn doch, laufen diese fein ungestört im Hintergrund ab, so geht es nahtlos von einer Mission zur nächsten, das einzige was den Spieler zwischen dem Missionswechsel stoppt, ist eine kleine Übersicht, in der aufgelistet wird was ihr alles so tolles während der Mission geschafft habt. Schnell weggeklickt und weiter geht es, denn die nächste Gegnerwelle wartet bereits. Und genau DAS ist der Punkt bei Vanquish, die gnadenlose Action die einem geboten wird. Gäbe es nicht diese Gegnerwellen, wäre das Spiel wahrscheinlich todlangweilig. Es macht einfach nur Spaß, wenn man in diesem Spiel von Gegnern umzingelt wird. Selbst die Bosskämpfe gegen imposante Maschinen sind beim X-ten Bildschirmtod nicht trostlos, zumal die Verteilung der Checkpoints sehr großzügig angelegt ist. Jeder Boss ist anders zu bekämpfen und muss erst an bestimmten Punkten zielsicher angegriffen werden, bis die Schwachstelle offenbart wird. Nicht nur, doch vor allem bei den Kämpfen mit gigantischen Gegnern, wird einem dieses audiovisuelle Meisterwerk erst richtig bewusst: Wenn solch ein Riesenbot einen Raketenhagel auf Sam abfeuert, zischt es in der Luft, die Rauchschwaden erstrecken sich über Meter hinweg und sehen dabei noch verdammt gut aus. Das Einzige was sich an dem Spiel richtig mies anhört ist die deutsche Synchronisation. Ein furchtbarer Cast, Sam vor allem wird so gesprochen, als ob er versuchen würde cool zu sein, es aber einfach nicht ist. Also schnell auf die Englische oder eine andere Sprachversion umschalten und die deutschen Untertitel laufen lassen, dann hört sich alles wieder schön cool an. Hat man dann auch in cooler Manier das Spiel bestritten, kann man sich dem Herausforderungen stellen, bei denen man verschiedene Aufgaben meistern muss, wobei man sich hier mehr Abwechslung gewünscht hätte. Mehr als "Überlebe so und so viele Gegnerwellen" oder "Verteidige Tor A" ist da nicht wirklich. Auch keine lokale oder online Multiplayerunterstützung bei den Herausforderung, was sicherlich drin wäre. Schade. ![]() Fazit Dennoch. Das hätte ich nicht erwartet. Gut, ich erwarte nie etwas. Aber das hätte ich wirklich nicht erwartet. Trotz der verdammt kurzen Spielzeit (je nach Schwierigkeitsgrad), der 0815 Story, hat Vanquish es mir richtig angetan. Die rasante Inszenierung, die umwerfende Optik und die technische Makellosigkeit machen das alles mehr als wett. Die brachiale auf HighSpeed getrimmte Mucke untermalt die geladene Action. Auch wenn Sam ein todlangweiliger, pseudocooler Bastard ist, geht er als Hauptcharakter in diesem Spiel total durch. Anders ausgedrückt: Ich hätte mir auch keinen anderen in dieser Rolle vorstellen können. Doch Sam macht nicht Vanquish aus. Sicher erinnert Vanquish an viele andere Shooter dieser Generation. Was Vanquish ausmacht ist, das dieser Titel einfach nur cool, stylish und in seiner Form einzigartig ist. Wer einfach nur mal die Sau rauslassen will besorgt sich dieses Spiel! Mit anderen Worten: Vanquish knows good Action. Pro/Contra: (+) sehr schönes, aber repetetives Leveldesign (+) optisch umwerfende Zwischensequenzen (+) technisch makellose Schießereien (+) innovative Ideen mit Boosteuerung sowie dem BLADE-Tool (-) todlangweilige Story in Kombinationen mit blassen Charakteren (-) Multiplayer für die Herausforderungen wäre nett gewesen (-) unfassbar kurze Spielzeit Wertung * Story / Atmosphäre : 4 / 6 - Die Atmosphäre ist herrlich, Sci-Fi auf hohem Niveau, jedoch kann die Story flöten gehen * Optik / Grafik : 6 / 6 - Genrekollegen sollen sich warm anziehen, Vanquish hat visuelle Effekte raus, wie kein anderer * Steuerung / Gameplay : 6 / 6 - Anfangs ungewohnt, später geht es ins Blut über * Sound / Musik : 6 / 6 - Mehr als adäquat. * Langzeitmotivation : 3 / 6 - Die unglaublich freche, kurze Spielzeit trägt nicht gerade zum in die Luft springen bei, auch der Herausforderungsmodus macht nicht wirklich Laune auf Dauer GESAMT : 25/30 Punkten. |
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