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| Review-Redakteur Registriert seit: 21.05.2008 Ort: Wien
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| ![]() Entwickler: Platinum Games Herausgeber: Sega Genre: HacknSlay Erscheinungsdatum: 2009 Untertitel: Deutsch Sprachausgabe im Spiel: Englisch Anzahl Spieler: 1 HD-Auflösung: 720p Preis: ca. 48 Altersfreigabe: USK 18 Devil May Cry. Walpurgisnacht. God of War. Nackte Haut. Ninja Gaiden. Britney Spears. Onimusha. Britney Spears nach der Trennung von Marilyn Manson. Hochhackige Schuhe mit Kanonenmündungen als Absätzen. Nackte... Viele Dinge fallen mir ein, nachdem ich meinen ersten Anlauf in Bayonetta durchgespielt habe und die knapp 8 Stunden Revue passieren lasse. Doch fangen wir am Anfang an: Bayo... wer? Die titelspendende Bayonetta ist eine geheimnisvolle Hexe, die nach 5 Jahrhunderten Schlaf in der heutigen Zeit erwacht ist. Es ist 20 Jahre her, dass sie einem Sarg am Grund eines trüben Sees entstieg. Ohne Erinnerung nutzt sie ihre Zauberkräfte, Nahkampftechniken, Faust- und Fussfeuerwaffen im Kampf gegen himmlische Herrscharen, ohne den Grund dieser Rivalität zu verstehen. Erst nach und nach bringt sie ihre eigene Vergangenheit stückchenweise zum Vorschein und erkennt, den Hinweisen zu ihrer Vergangenheit folgend, den Kampf zwischen Gut und Böse dessen Ausgang das Leben der ganzen Welt, ja sogar des gesamten Universums beeinflussen wird. In diesem Universum gibt es kein Gut oder Böse, kein schwarz oder weiß, kein Ying oder Yang. Hier existieren nur Zwischenformen und Grautöne. Bayonetta ist ein Third-Person-Actionspektakel in feinster HacknSlay Manier. Nach einem filmreifen, schwindelerregenden Intro erkannt man auch schon die erste Parallele zu Neros letztem Abenteuer. In einem Tutoriallevel gibt es einen Crashkurs in Sachen Selbstverteidigung, und schnell wird einem das Motto dieses Spiels klar: Hit Me, Baby, One More Time Je nach Button führt Bayonetta einen langsamen, starken oder schnellen, dafür schwächeren Angriff aus, kann springen oder mit den Kanonen in ihren Händen und einem weiteren Paar die an ihren Schuhen befestigt sind schießen. Die Aktionen lassen sich durch ein großflächiges Repertoire an schon von Anfang an verfügbaren Combos miteinander kombinieren. Tastenabfolge und Timing sind hierbei wesentlich beide bestimmen, ob ein Gegner nach einer Schlag- und Trittkombination von einer Salve (bevorzugt in stehender Position, mit einem Bein am Boden und mit dem anderen Richtung Gegner) oder doch von einer magischen Attacke niedergestreckt wird: Als Hexe hat Bayonetta einen Sack voll Zaubertricks auf Lager. So kann eine Combo mittel dämonischer Hilfe abgeschlossen werden, indem die Haare zu einem Portal werden und eine Faust mit etwa 3 Metern Durchmesser den Feind an die dahinterstehende Wand klatscht. Optional darf es aber auch ein Fuss in einem hochhackigem Schuh sein, der den Gegner in den Boden stampft. Detail am Rande: Bayonettas rückenfreier Lederdress ist nicht aus Leder, sondern aus ihrem Haar. Wird das aber für einen Dämonenangriff benötigt, genießt man einen Anblick von... naja, mein Einstiegssatz kommt nicht von ungefähr. Wer durch die Vielzahl an möglichen Angriffskombinationen irritiert ist, dem leistet das System durch zwei recht einfache Schwierigkeitsgrade Abhilfe, außerdem lässt sich die Protagonistin auf Automatikbetrieb umschalten: durch eine Art Option Select-System wird abhängig von Distanz und Art des nächststehenden Gegners automatisch bestimmt, welche Kombination am meisten Sinn macht. Wilde Tastenbetätigungen führen gerade in diesen Schwierigkeitsgraden zu Erfolg und deren Konsequenzen sind auch noch nett anzusehen. Freunde von sorgfältig getimten Tastenaktionen werden mit der Wahl des Systems nicht immer einverstanden sein, die Automatikfunktion kann jedoch nach jedem Level abgeschaltet werden. Weitere Möglichkeiten zur Dezimierung der gegnerischen Heerscharen können wie aus anderen vergleichbaren Spielen gewohnt gegen eingesammelte Heiligenscheine getauscht werden. Eine dieser speziellen Fähigkeiten mit dem klingenden Namen Breakdance ist ein besonderer optischer Leckerbissen. Wie der Name schon vermuten lässt, kreist Bayonetta über den Boden, alle Vier von sich gestreckt und schießt, was ihre Pistolen hergeben. Nach Beendigung der Aktion wird der Abschluss durch eine Modelpose samt Kameraklicken gekrönt. Schwer vorzustellen? Richtig. Das muss man eben einfach gesehen haben. Genau dieser Satz passt zu so vielen Eindrücken: You Drive Me Crazy Schon im Anfangs erwähnten Intro staunt man über das bunte Chaos, dass sich einem das ganze Spiel hindurch bietet: Im Mondschein blicken zwei Frauen Richtung Horizont, mehrere gefiederte Wesen sind erkennbar. Die Kamera zoomt etwas weiter raus und man erkennt die weitere Umgebung des Geschehens: der Boden ist die äußere Seitenwand eines sich im freien Fall befindenden Uhrturms, die Schwerkraft scheint aber für beide Kontrahentinnen nicht zu gelten, weitere Trümmerteile fliegen zusammen mit den nun als Monster erkennbaren Wesen durch das Bild, und als man sich endlich an den wilden Stakkatoschnitt der Kamera gewöhnt hat, übernimmt man urplötzlich die Steuerung. Ohne der geringsten Idee von derselben beginnt man wahllos alle Knöpfe zu drücken, und identifiziert die eigene Spielfigur als eine der beiden Frauen. Man ist restlos überfordert, soll man sich doch gegen eine Horde.... Monster? Dämonen? Paparazzi?... verteidigen, obwohl es schwer genug ist in dem Durcheinander die eigene Spielfigur im Auge zu behalten. Nach einer halben Schreckminute wird man erlöst und nach einer weiteren Zwischensequenz startet das Tutoriallevel. Hier werden nicht nur die ersten Angriffsversuche unternommen, sondern auch die ersten beeindruckenden Szenen präsentiert, die man nonstop das komplette Spiel hindurch genießen darf: Bei jedem Doppelsprung breitet Bayonetta ihre Schmetterlingsflügel aus, die eigenen Angriffe lassen einem auch nach der x-ten Wiederholung ungläubig den Kopf schütteln, und das Design so mancher Abschnitte ist einfach nur phänomenal: So befindet man sich während des Spielens plötzlich im Weltraum, auf einer sich um die eigenen Achse rotierenden Plattform mit einem Schloss, auf dessen Spitze man von einem Glockenturm nach draußen in den Nachthimmel mit hunderten Sternen blickt. Allein das Hinaussehen führt zu einem leichten Schwindelgefühl. Durch das Fenster springt man zu einer weiteren Plattform, die sich selbst um die eigene Achse dreht. Beide Plattformen bewegen sich aber zusätzlich noch um ihre gemeinsame Achse, was die Verwirrung perfekt macht. Da bleibt man schon mal etwas länger stehen und starrt mit offenem Mund in den Bildschirm. Auch die magischen Comboender haben es in sich: abgesehen von mit Haaren umwickelten Fäusten und Schuhen werden, die nötige Magieleiste vorausgesetzt, die Gegner mittels Folterangriffen vorschnell beseitigt. Mit einem Fingerschnippen lässt die herbeigezauberte Giullotine ihre Beil herunterkrachen oder Feinde werden in eine eiserne Jungfrau gestoßen, um zwei weniger spektakuläre Beispiele zu nennen. Schwer zu beschreiben, was einer ganz bestimmten, weiblichen Gegnerart widerfährt... Ebenso beeindruckend sind die oft haushohen Endgegner, die sich dem Vergleich zum Koloss von Rhodos aus God of War II nicht scheuen brauchen. Klarerweise fallen hier die abschließenden Angriffe größer und spektakulärer aus als beim gemeinen Fussvolk statt Fäusten und Schuhen werden Bayonettas Haare zu riesigen Hunden, Händen oder allerlei Raubtieren. Für größeres Volumen werden mehr Haare benötigt somit ist aber auch weniger Kleidung vorhanden. Doch mit weiblichen Reizen wird hier sowieso nicht gegeizt. ![]() Dont F*&k With A Witch! Im Kampf gegen die gegnerische Übermacht sind starke Combos nicht alles; falls Ihr in Bedrängnis kommt, kann es oft ratsam sein, sich im allerletzten Moment einem vernichtenden Schlag eines Gegners zu entziehen und somit die Bayonetta-eigene Bullettime die Witchtime zu aktivieren: während der gesamte Bildschirm einfriert und alle Gegner sich nur noch in Zeitlupe bewegen, könnt ihr im normalen Tempo schnellere und vernichtendere Angriffe starten. Diese Aktion ist auch nötig um die raren Rästelpassagen zu überwinden: hier gilt es meist, einem Schlag auszuweichen um mit der durch die Witchtime erlangte Schnelligkeit z.b. über Wasser laufen zu können oder sonst unerreichbare Plattformen zu erreichen. Sollte zu einem ungünstigen Zeitpunkt eure Energie- oder Magieleiste zur Neige gehen, ist ein Blick ins Startmenü ratsam: hier können gekaufte Lollipops für entsprechenden Nachschub sorgen oder eingesammelte Zutaten zu hilfreichen Zaubertränken zusammengebraut werden. Außerdem können in diesem Menü gefundene Dokumente eingesehen werden, die nähere Informationen zu Gegnern und Mitstreitern, Lokalitäten und Waffen beinhalten, letztere können hier ebenfalls gewechselt werden. A pro pos Waffen und verstärkende Items: einer der eingangs erwähnten Grautöne nennt sich Rodin und ist eine Art Waffenhändler zwischen Gut und Böse. Frei nach internationalem Waffenhändlermotto ist ihm egal wer seine Waffen kauft und was damit angestellt wird, und so macht er keinen Hehl daraus, beide Seiten zu bedienen. Nach und in bestimmten Punkten während jedem Levels könnt Ihr Euch bei ihm mit allerlei Hilfsmitteln wie Waffen, Zubehör und sonstigen Objekten eindecken. Me Against The Music J- und Elektro-Pop, Jazz und eine Coverversion von Fly Me To The Moon in einem HacknSlay? Das mag eigenartig zu lesen sein und im ersten Moment gehört diese eigenwillige Mischung auch überhaupt nicht zum Spiel. Bild und Ton passen einfach überhaupt nicht zusammen. So zumindest der erste Eindruck. Doch schon nach kurzer Zeit passt es wie angegossen, und man kann sich einfach nicht satthören, keine andere musikalische Untermalung würde die Atmosphäre des Spiel dermaßen perfektionieren. Und als Zuckerl ist jede noch so kurze Passage des Soundtracks nach dem ersten Mal durchspielen in einer eigenen Gallerie frei anwählbar. Ebenso wie das Musikvideo, dass direkt nach dem Abspann das erste Mal zu sehen ist. Dieses kann und will ich hier nicht beschreiben. Das muss man einfach gesehen haben....... Das Ende des Lobliedes Bayonetta. Devil May Cry. Walpur... Deja vu, mein Fehler. Trotz des durchgehenden Augenschmauses hat man ab der Hälfte des Spieles das Gefühl, den einen oder anderen Endboss schon mal irgendwo gesehen zu haben. Oder zumindest Teile davon. Das Gesicht kommt einem einfach bekannt vor, die Art und Weise des jeweiligen Endkampfes ebenso. Ebenso bekannt ist das Shoppen nach Levelende, und das ewige Farmen von Orbs (in diesem Fall Heiligenscheine, die in gewisser Weise an die Ringe erinnern, die Segas blaues Maskottchen so gerne eingesammelt hat) um weitere, stärkere Waffen zu kaufen. Einen weiteren Minuspunkt stellen die Ladezeiten dar, die am besten durch eine Installation des Spiels minimiert werden. Ab diesem Zeitpunkt sind die Ladezeiten zwar deutlich geringer und man vertreibt sich die Zeit durch Üben der gängigsten Combos, jedoch geht man bei einer Installation eigentlich davon aus, zumindest in den Levels keine weiteren Ladebildschirme mehr erwarten zu müssen. Alles in allem ist Bayonetta ein Titel, der ohne weiteres mit Titeln wie God of War oder Devil May Cry im selben Atemzug genannt werden kann. Die bombastische Präsentation geht aber etwas auf Kosten der Story. Actionfans, denen ein gut durchdachtes Kampfsystem aber wichtiger ist als eine mitreißende Handlung können hier aber getrost zugreifen und werden rundum begeistert sein. Pro: - ausgeklügeltes und komplexes Kampfsystem, kann jedoch auch automatisiert werden - neuartige Features wie Foltercombos und Hexengang - hohe Langzeitmotivation durch eine Fülle an Freispielbarem - äußerst gelungene Präsentation Contra: - Story ist nicht immer sofort nachvollziehbar - mit der Zeit nerven die Ladezeiten, trotz Übungsmöglichkeiten - Menüführung ist anfangs etwas verwirrend WERTUNG * Story / Atmosphäre : 5 / 6 * Optik / Grafik : 5 / 6 * Steuerung / Gameplay: 5 / 6 * Sound / Musik : 6 / 6 * Langzeitmotivation : 3 / 6 * Gesamt: 24 / 30
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