Er war der Größte


Alt 20.06.2009, 00:16   # 1
Wiesengrund
 
Registriert seit: 07.04.2009
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Er war ein Verlierer seiner Zeit. Rund um die Uhr. Die größte Niete unter der Sonne. Frauen gingen ihm aus dem Weg. Männer waren froh, nicht er zu sein.

Nicht viele Menschen kannten diesen Mann. Doch diejenigen, die schon vor ihm ausgespuckt hatten, würden ihn wohl bald auch mit Ohrfeigen und Fußtritten traktieren.

Sein Name war Gerd, und Rosi ahnte, dass ihr mit diesem Mann – nicht groß, nicht klein, nicht schlank, nicht dick, dafür aber mit einem leeren Gesicht - der ideale Partner begegnet war. Und heute, wenn sie ihn auf der Müllhalde träfe, sähe sie ihn sich genauer an.

Rosi selbst, von Frauen verachtet, von Männern ausgebeutet, von Depressionen vergewaltigt, begegnete in Gerd einem Menschen, der es offensichtlich verstand, jeden Tag im Dreck, mit wenig Essen, doch ausreichend Rotwein, zu leben. Und wenn sie sich an ihn hänge, besäße sie einen Beschützer und vielleicht auch ein viel längeres Leben.

An diesem hellen Sommerabend war Rosi die erste an der Müllhalde. Ihr machte es nichts aus, warten zu müssen. So konnte sie wenigstens die Hände an ihrer abgetragenen Kleidung säubern. Auch das verschwitzte graue Haar musste etwas in Form gebracht werden.

Und da Rosi bisher nichts zu lachen hatte und auch heute dafür keinen Grund erkennen konnte, würde ihr Partner ihre Zahnlücken nicht bemerken, aber auch nicht die gelbgraue Farbe der ihr noch verbliebenen Beißer.

Gerd war plötzlich da und Rosi wertete das gerade noch als pünktlich. Und er schien sogar etwas mitgebracht zu haben. Aus der alten Plastiktüte kramte er ein halbes altes Brot hervor.

„Ist luftgetrocknet“, kommentierte er seine Gabe, „und deshalb noch nicht verschimmelt. Doch dafür eben ein bisschen hart.“

„Egal!“, krächzte Rosi, „ich habe eine Flasche Wasser dabei, damit können wir das Brot weich machen.“

„Dich und deine Flasche Wasser schickt mir der Himmel“, freute sich Gerd, „konnte nämlich heute im Supermarkt kein Getränk abstauben.“

Gerd schien diese Bemerkung irgendwie lustig zu finden, denn er begann nun mit weit offenem Mund laut zu lachen, so, dass die Möwen erschreckt aufflogen. Rosi genügte ein Blick in Gerds offene Mundhöhle. Um Gottes Willen, der hat ja noch weniger Zähne im Maul als ich. Da muss ich das Brot aber gut einweichen.

Gerd schien auf dieses Mahl vorbereitet zu sein. Denn er kramte aus seiner Tüte plötzlich ein Essbesteck. Zwei große Muschelschalen.

„Habe an alles gedacht“, sagte er zu Rosi, „damit können wir das Brot löffeln.“

Nachdem Rosi gerülpst hatte, meinte sie: „Brei essen ist gut, da klauen wenigstens die Möwen nichts.“

„Wäre für die aber auch nicht schlecht, der Brotbrei“, meinte Gerd nun.

„Wieso denn das?“, erkundigte sie Rosi neugierig und reinigte ihre wenigen Zähne mit einem dünnen Ästchen, das sie auf der Müllhalde gefunden hatte.

„Weil Möwen auch allerlei Unrat im Magen haben“, belehrte Gerd seine Partnerin, „genau wie wir Menschen. Und der Brotbrei unterstützt die Verdauung.“

Was der Gerd alles weiß, wunderte sich Rosi. Ob der mich wohl auch als Frau wahrnimmt? Ein Versuch kann ja nicht schaden. Und deshalb rückte Müll-Rosi jetzt ganz dicht an ihren Partner heran.

„Findest du mich attraktiv?“, flüsterte sie Abfall-Gerd ins Ohr, „ich hätte nichts dagegen, wenn du ein bisschen nett zu mir wärst.“

Gerd erhob sich langsam und sah Rosi lange in die trüben und vom Elend des Lebens gezeichneten Augen.

„Ich bin nur nett zu mir selbst“, meinte er dann, „und deshalb werde ich dich nun verlassen.“

Rosi bettelte: „Bleib hier. Ich wollte dich doch nicht drängen. Dachte, dir gefällt so etwas.“

„Schon lange nicht mehr, Müll-Rosi“, entgegnete Abfall-Gerd.

„Und was soll jetzt aus uns werden?“, wollte Rosi wissen.

„Aus uns gar nichts“, erwiderte Gerd, „nur aus mir wird wieder der alte werden. Ich geh‘ zurück in die Redaktion und schreibe dort eine Reportage über das Leben auf einer Müllhalde.

Jetzt ging der Rosi ein Licht auf.

„So ist das!“, kam es hohl aus ihrem fast zahnlosen Mund, „du bist ein Zeitungsschreiberling.“

„Journalist, Rosi. Ich bin Journalist“, verteidigte sich Abfall-Gerd.

„Und wir werden uns dann nie wiedersehen?“, Rosi standen Tränen in den Augen, „du hast mich also nur für deinen Bericht gebraucht.“

„Nicht gebraucht, Rosi. Recherchieren nennt man so etwas.“

Gerd wandte sich zum Gehen, drehte sich dann aber noch einmal um und sagte: „Für den Bericht werde ich ein gutes Honorar erhalten. Die Hälfte davon bekommst du.“

Rosi schluckte erst, begann dann jedoch herzzerreißend zu weinen.

„Ich hoffe, ich seh‘ dich noch einmal wieder, Abfall-Gerd. Sag mir vorher Bescheid. Dann werde ich mich besonders hübsch für dich machen.“

© 19.06. 2009 joWiesengrund
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Alt 20.06.2009, 00:54   # 2
Pascal1984
Swagman
 
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Zitat:
Zitat von Wiesengrund Beitrag anzeigen
© 19.06. 2009 joWiesengrund
Die Geschichte kennen wir schon ==> Klick mich
Nur damals hiess es:
Zitat:
Zitat von joLepies Beitrag anzeigen
© 02.07.2007 joLepies
Willkommen zurück. Soweit ich mich erinnern kann hatten wir damals viel Spass mit dir.
__________________
.
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Alt 20.06.2009, 08:54   # 3
Wiesengrund
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Warum kann sich hier niemand sachlich äußern ...?

joWiesengrund
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Alt 20.06.2009, 11:23   # 4
egomane
 
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Reichen dir unsere "sachlichen" Äußerungen vom letzten mal nicht? smilie frech 003
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Alt 20.06.2009, 11:51   # 5
schnippewippe
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Wenn ihr Euch äussern wollt Solltet ihr vielleicht den Link von Pascal von Anfang an lesen.
http://www.netzwelt.de/forum/netzwel...-maschine.html

Da sehe ich gerade einen interessanten Post von mir. Das werde ich mal hier noch einmal einstellen.
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Am besten machen wir es doch gleich so.

Diese hier geschriebene Geschichte hat die Überschrift :

Er war der Größte
Kurzgeschichten > Alltag | 14. Januar 2008

Weiter Geschichten sind :

Zitat:
Autoren > joLepies
am 25. Mai
Lebt in Deutschland
Mail: ..........................
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Könnt ihr hier alle nachlesen.

Nun sind alle Deine Geschichten , für alle User zu lesen und du (joLepies) musst sie nicht alle einzeln posten.

Da du sie ja wohl eh ,hier nach und nach einstellen willst ,ist das doch so viel einfacher und auch übersichtlicher.
Wenn du die Geschichten nach und nach einstellst , sind ja so viele andere Postings dazwischen. Das ist doch störend. Findest du das nicht auch. !?

Wer es lesen will kann es nun lesen und wer es nicht lesen will ,kann den Link ja in Ruhe lassen.

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Das ändert sich auch nicht dadurch , dass du es jedes Jahr wieder neu versuchst.
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Alt 20.06.2009, 22:35   # 6
Arthur Spooner
Der Mann fürs Grobe
 
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Abgesehen von den Diskussionen im letzten Jahr fand ich die Geschichte gar nicht schlecht. Zumindest habe ich sie mir bis zum schluss durchgelesen, was bei mir nicht immer der fall ist.

Ich finde du hast eine schöne Kulisse aufgebaut und hast sie auch durch die ganze Geschichte durchgezogen. Das Ende war sehr überraschend und nicht vorhersehbar. Finde ich gut.

Allerdings sehen wir Werbung, auch Werbung für sich, nicht so gerne.

Gruß
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Alt 21.06.2009, 12:51   # 7
Wiesengrund
Threadstarter
 
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Beiträge: 5
Hallo Arthur Spooner,

herzlichen Dank für deine Beurteilung.

Endlich mal jemand der vernüftig kommentieren kann. Das andere war doch alles albernes Geschwätz.

Aber: Wieso Werbung? Und Werbung für mich? Ich habe doch nur einen Text eingestellt!

lg

joWiesengrund
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Alt 21.06.2009, 13:11   # 8
Arthur Spooner
Der Mann fürs Grobe
 
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Hallo Wiesengrund,

na ja, soweit ich das weiß sind das Deine Teste, die Du geshrieben hast. Was versuchst Du also damit zu erreichen, wenn Du Deine Texte auf verschiedenen Plattformen einstellst?

Gruß und schönen Sonntag noch
Spooner
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Alt 22.06.2009, 19:59   # 9
Wiesengrund
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Zitat: "na ja, soweit ich das weiß sind das Deine Teste, die Du geshrieben hast. Was versuchst Du also damit zu erreichen, wenn Du Deine Texte auf verschiedenen Plattformen einstellst?

Hallo Spooner,

ich will bei euch jene Leser erreichen, die andere Plattformen nicht bedienen.

Übrigens: Sollte ich neue Texte haben, werde ich nur auf "netzwelt" veröffentlichen.

lg

Wiesengrund
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Alt 22.06.2009, 21:10   # 10
schnippewippe
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Ich verstehe nicht wieso du im Jahre 2008 deine Geschichten hier als joLepies
einstellst.
© joLepies

und jetzt als Wiesengrund

© 19.06. 2009 joWiesengrund

Die Geschichten bleiben ja die selben. Also sind sie hier schon seit einem Jahr vorhanden.

Willst du sie jedes Jahr hier unter einen neuen Namen neu einstellen ?

Wieso ändert denn ein Autor seinen Namen bei den selben Geschichten.
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Alt 22.06.2009, 22:18   # 11
Wiesengrund
Threadstarter
 
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Zitat:
Zitat von schnippewippe Beitrag anzeigen
Ich verstehe nicht wieso du im Jahre 2008 deine Geschichten hier als joLepies
einstellst.
© joLepies

und jetzt als Wiesengrund

© 19.06. 2009 joWiesengrund

Die Geschichten bleiben ja die selben. Also sind sie hier schon seit einem Jahr vorhanden.

Willst du sie jedes Jahr hier unter einen neuen Namen neu einstellen ?

Wieso ändert denn ein Autor seinen Namen bei den selben Geschichten.

Ja, ja, da ist etwas durcheinander gelaufen. Ich musste halt mein Pseudonym ändern. Tut mir leid.

lg

Wiesengrund
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