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| - Braucht ein Song einen zu singenden sinnvollen Text? - Der Maler braucht Farben und Formen, der Schriftsteller Worte und Sätze und der Musiker Rhythmen, Töne, Klänge und Stimmen. Das unterscheidet im wesentlichen die verschiedenen Kunstarten. Für den Maler und Musiker sind Worte und Texte nicht notwendiger Bestandteil der gewählten Ausdrucksform. Für Mal- und Musikwerke genügen Namen oder Titel. Die Aussagekraft liegt allein in der jeweiligen Kunstform. Musik ist eine Sprache für sich. Das beweist die Instrumentalmusik (Konzerte, Symphonien, Orgel-, Klaviermusik u. s. w.). Rhythmen, Töne, Melodien, Klänge und Stimmen vermitteln auch ohne gesungenen, sinnvollen Liedtext ein Gefühl und eine Stimmung. Viele internationale Songs und Hits z. B. sind nicht deshalb erfolgreich, weil sie einen besonderen Liedtext verwenden, sondern wegen der einzigartigen musikalischen Komposition und dem akustischen Charakter der Singstimme, die den Stimmungen, Gemütern und Geschmäcker vieler Zuhörer entsprechen. Allerdings ist die menschliche Stimme ein individuell verschiedenes musikalisches Instrument, das in einem Song, in einem Musical oder in einer Oper ein herausragendes Stilmittel darstellt. Um eine Stimme musikalisch hörbar zu machen, sind Laute z.B. in Form von Vokalen, Konsonanten und klangvollen Silben notwendig. Liedermacher und Rapper z.B. verwenden Worte und Texte aus natürlichen Sprachen, die zum gewählten Rhythmus passen. Um eine Stimme wirkungsvoll musikalisch, akustisch in einem Musikstück zum Ausdruck zu bringen, ist eine natürliche Sprache wie Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch,... nicht unbedingt erforderlich. Auch eine Kunst- und Fantasiesprache erfüllt den gleichen Zweck in einer musikalischen Komposition. Das Volkslied, der Schlager, Musicals und Opern verwenden traditionsgemäß sinnvolle Texte für den Gesang und Sprechgesang. Viele fremdsprachliche Gesangstexte werden aber bei einem solchen Musikerlebnis nicht immer und auch nicht vollständig von der Masse der Zuhörer verstanden. Es ist auch nicht notwendig, die jeweilig verwendete Sprache inhaltlich zu verstehen, um in den Musikgenuss zu kommen. Naturgemäß ist es einfacher, eine natürliche Sprache für einen Liedtext zu verwenden, als eine passende und klangvolle Kunstsprache jeweils zu erfinden. Es gibt jedoch die Imitation einer natürlichen Sprache und Mischformen, bei der es auf die charakteristischen phonetischen Merkmale der jeweiligen natürlichen Sprachen ankommt. Sehr bekannt sind z.B. die Nasallaute und die Intonation der französischen Sprache. Wer eine solche Sprachimitation in einem Gesang verwendet, kann genau so gut einen Song komponieren und stimmlich gestalten wie der traditionelle Liedermacher. Allerdings gibt es noch sehr wenig Musik mit Gesang in einer Kunst- und Fantasiesprache. So wie die sogenannte dichterische Freiheit in der Literatur viele Ausdrucksformen herausbringt, kann auch die Musik in der Gesangskomposition neue phonetisch-akustische und sprachähnliche Formen kreativ verwenden. Was spricht dagegen? Philos60 Werbung |
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