Die Zukunft der Musikindustrie

Alt 18.05.2003, 18:16   # 1
THE ONE
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Das Sterben der Silberlinge

Mit seinem Online-Musikladen gelang Apple-Chef Steve Jobs ein Überraschungserfolg. Die krisengeschüttelten Plattenfirmen sind perplex: Jahrelang hatten sie sich gegen den Verkauf von Liedern übers Internet gewehrt - nun könnte genau das ihre Rettung sein.

Steve Jobs, 48, Chef des notorisch innovativen Computerherstellers Apple, schickt sich gerade an, zum Retter einer in Paranoia verblendeten Branche zu werden. Jobs hat 18 Monate lang heimlich mit den fünf größten Plattenfirmen zäh verhandelt. Jetzt hat er - mit ihrem argwöhnischen Segen - einen Musikverkaufsladen im Internet eröffnet. Schon sind mehr als 200 000 Titel auf radikal einfache Weise online abrufbar: Bezahlt wird automatisch per einmal eingegebener Kreditkartennummer; ein Song kostet 99 Cent, ein Album 9,99 Dollar.

Was Jobs anbietet, ist genau das, was die Musikindustrie seit Jahren mit aller Macht zu verhindern versucht hat; sie fürchtete, dass es ihren Tod bedeuten würde - ein Irrtum.

Denn Apples Music Store ist spektakulär erfolgreich. Vor drei Wochen ist der Dienst gestartet - bisher nur in den USA und bisher nur auf Apple-Computern, die dort einen Marktanteil von kaum fünf Prozent haben. Trotzdem hat Apple schon weit mehr als zwei Millionen Songs verkauft.

Apples Music Store ist eingebettet in das kostenlose Programm iTunes, mit dem Apple-Nutzer ihre MP3-Sammlungen organisieren. Songs zu kaufen ist nicht mühevoller, als Songs auf der eigenen Festplatte zu finden. Mit einem DSL-Anschluss lässt sich ein ganzes Album in rund 15 Minuten übertragen; selbst ein Bild des Covers wird mitgeliefert. Und die Qualität, so Apple, sei dank eines neuen Dateiformats auch noch besser als bei MP3 - das halten Soundtester allerdings für übertrieben.

Wer bei Apple ein Stück kauft, der darf es auf beliebige CDs brennen oder es auf den iPod übertragen - Apples erfolgreichen Digital-Walkman mit Speicherplatz für bis zu 7500 Songs. Nur gegen die Weiterverbreitung in Musiktauschbörsen sind die Stücke geschützt: Sie laufen auf maximal drei autorisierten Rechnern, dann ist Schluss. Doch die meisten Nutzer werden bei normalem Musikgebrauch niemals an diese Grenzen des Copyright stoßen.

Die Musikindustrie hatte zuvor schon eigene Versuche unternommen, Platten im Internet zu verkaufen. Aber keiner erwies sich als erfolgreich. Bei Diensten wie MusicNet, Pressplay und Rhapsody ist die Auswahl begrenzt. Kunden müssen Monatsbeiträge berappen. Sind sie im Verzug, so werden die heruntergeladenen Titel auf der Festplatte gesperrt. Extragebühren werden fällig für das Recht, die Musik auf CD zu speichern. All diese Beschränkungen kommen bei den Fans gar nicht gut an.

Im Herbst plant Apple seinen Musikladen auch für deutsche Kunden zu öffnen. Und noch im Winter will sich Jobs der Wahrheit stellen: Dann sollen auch Windows-Nutzer - weltweit die übergroße 97-Prozent-Mehrheit der Computerbesitzer - bei Apple Musik kaufen können.



http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,249141,00.html
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Alt 18.05.2003, 18:16 # --
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Alt 18.05.2003, 18:26   # 2
Arbitrio
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Zitat:
Zitat von THE ONE
Im Herbst plant Apple seinen Musikladen auch für deutsche Kunden zu öffnen. Und noch im Winter will sich Jobs der Wahrheit stellen: Dann sollen auch Windows-Nutzer - weltweit die übergroße 97-Prozent-Mehrheit der Computerbesitzer - bei Apple Musik kaufen können.
Na, da bin ich mal gespannt...

Nachtrag:
...und wieder einaml werden die Linux-User diskriminiert.
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Alt 18.05.2003, 19:09   # 3
shadowrunner
 
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Tja Apple war ja schon immer das Unternehmem das die Trends erkannt hat.
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Alt 18.05.2003, 21:16   # 4
_Macromonium_
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Klingt echt nicht schlecht.

PS: Wenn ich was von der Firma Apple höre, denk ich immer an Forrest Gump
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Alt 18.05.2003, 22:22   # 5
THE ONE
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Hoffentlich findet man da auch Raritäten. Dann wär´s auch für mich sehr interessant.
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Alt 18.05.2003, 23:31   # 6
Spunky
 
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Zitat:
Zitat von THE ONE
... ein Song kostet 99 Cent, ein Album 9,99 Dollar.
Ist mir zu teuer!

Wenn man den Preis für eine CD im Laden mit dem Preis dieses Downloadangebotes vergleicht (Kosten für Rohling, Download, Cover ausdrucken, etc. nicht vergessen), dann kommt man ziehmlich auf den gleichen Preis. Zwar wird dann immer das Argument gebracht, dass ich mir die Songs selbst zusammenstellen kann, aber ich sehe es einfach nicht ein, dass den gesamten Mehrgewinn die Industrie einschiebt.
- keine Produktionskosten mehr
- keine Distributionskosten
- die Gewinnspanne des Händlers fällt weg

Ein Song muss für ca. 30 Cent zu haben sein, alles andere ist Abzocke!



Zitat:
Zitat von THE ONE
Und die Qualität, so Apple, sei dank eines neuen Dateiformats auch noch besser als bei MP3 - das halten Soundtester allerdings für übertrieben.
Was ist das für ein Format, weis das einer?

Spunky
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Alt 19.05.2003, 20:53   # 7
delforcer
...ist anders...
 
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also ich werde weiterhin fileshring nutzen, nur ziehe mich mir nur so gut wie lifemixe und so weiter. alles andere kann man sich kaufen...
das ganze laesst irgendwo hoffen aber hat dennoch einen bitteren nachgeschmack...

del

FTF
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Alt 19.05.2003, 20:58   # 8
shadowrunner
 
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Für mich wäre das Format wichtig. Mit wma oder rm könnte ich nichts anfangen. Für Songs im .ogg Format mit Bitraten jenseits der 192 wäre ich schon bereit 0.50€ auszugeben. Mann muss ja auch nicht alles kaufen, sonder kann ja sharen und kaufen parallen machen
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Alt 19.05.2003, 21:00   # 9
shadowrunner
 
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siehe auch http://www.heise.de/ct/03/11/080/
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Alt 19.05.2003, 21:17   # 10
delforcer
...ist anders...
 
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wuerden die alben im laden auch 9,99 € kosten, dann wuerd ich sagen das wieder aufschwung kommt. dennoch bleibe ich bei meinen lifemixen und anderen mitschnitten und sowas kann man schlecht verkaufen...

del

FTF
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Alt 19.05.2003, 21:33   # 11
Spunky
 
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Zitat:
Zitat von Shadowrunner
Für mich wäre das Format wichtig. Mit wma oder rm könnte ich nichts anfangen. Für Songs im .ogg Format mit Bitraten jenseits der 192 wäre ich schon bereit 0.50€ auszugeben. Mann muss ja auch nicht alles kaufen, sonder kann ja sharen und kaufen parallen machen
ogg über 192k ist sinnlos, da ogg noch nicht für höhere Bitraten optimiert wurde - d.h. es wäre reine Platzverschwendung.

Zitat:
Zitat von Heise Artikel
Apple verwendet für die Store-Songs das Advanced Audio Codec (AAC) vom neuen MPEG-4-Standard mit einer Kodierung von 128 KBit/s. Die Dateien haben die Endung m4p und lassen sich nach unseren ersten Tests ohne die Registrierung im Music Store nicht verwenden. Man darf sie allerdings auf eine Audio-CD (nicht MP3-CD) brennen, womit der Kopierschutz sein Ende findet.
AAC mit 128k - nein Danke


Spunky
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Alt 19.05.2003, 22:24   # 12
Arbitrio
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@Shado: Wie Spunky schon schrieb, verwendet Apple AAC...

@Spunky: Stimmt! Der Preis ist zu hoch!!! €0,29 pro Song sind genug!!
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Alt 20.05.2003, 00:29   # 13
shadowrunner
 
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Naja ACC geht ja noch..
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Alt 20.05.2003, 01:47   # 14
Arbitrio
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Zitat:
Zitat von Shadowrunner
Naja ACC geht ja noch..
Ned ACC - AAC (= Advance Audio Codec) [/b]
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Alt 20.05.2003, 16:54   # 15
_casanova_
 
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apple find ich gut!mich wunderts nur wie lange das gedauert hat! hat es nicht schon nach napster geheißen dass eine tauschbörse für geld entstehen soll?
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Alt 20.05.2003, 17:05   # 16
Arbitrio
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Zitat:
Zitat von _casanova_
apple find ich gut!mich wunderts nur wie lange das gedauert hat! hat es nicht schon nach napster geheißen dass eine tauschbörse für geld entstehen soll?
Ham se aufgegeben...
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Alt 20.05.2003, 17:30   # 17
shadowrunner
 
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Stimmt nicht: http://www.heise.de/newsticker/data/tol-19.05.03-004/
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Alt 20.05.2003, 17:31   # 18
Arbitrio
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Stimmt ja! Des kam ja irgendwann nach den Berichten, dass die irgendwie scheints aufgegeben ham...
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Alt 20.05.2003, 17:35   # 19
_casanova_
 
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naja napster sollte schon ewig geld kosten! aber wieviel die jetzt für des napster zahlen ist schon a weng wenig!
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Alt 20.05.2003, 17:36   # 20
_casanova_
 
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oh sorry meinte: bei napster sollte man schon lange geld für lieder bezahlen :wink: !
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Alt 22.07.2014, 09:30 # --
News Flash
 
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Alt 22.07.2014, 09:30 # --
netzwelt.de
 
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