Wir kennen alle das Phänomen eines die Welt der Zuhörer
erobernden Songs...Hits...Schlagers.
Hinterher können die Musikkritiker, Manager der Musikbranche
und selbsternannten Kenner der Musikszene genau erklären,
welche Gründe zu diesem Erfolg führten.
Doch wenn die Vorgeschichte eines Hits genauer unter die
Lupe genommen wird, wußte doch keiner so recht im voraus,
ob dieser Song 'den Durchbruch schafft'.
Ich glaube, in einer Zeit des ausgeprägten kommerziellen
Musikgeschäftes geht es viel zu sehr um rationales
Produktmanagement mit allen Mitteln der medialen
Vermarktung, als um das intuitive Erfassen einer dem
aktuellen 'Zeitgeist'; entsprechenden musikalischen
Empfangsbereitschaft der 'breiten Masse'.
Wir sprechen oft in der Mode oder bei bestimmten
Musikrichtungen (z.B. Trance, Rap/ HipHop,...) davon, was
gerade
in ist. Was heißt das überhaupt? Hier wird von
einem Trend oder gar Megatrend gesprochen, der vielerorts
oder auch weltweit beobachtet wird.
Sicherlich kann ein Trend dadurch erkannt werden, in dem
Beobachter weltweit in allen Medien nach ungewöhnlichen
Häufigkeiten der Nachfrage, der Zuhörerreaktionen und Kritik,
vorherrschenden Meinungen und Aussagen
recherchieren und statistisch auswerten. Nach diesem
Muster ist z. B. John Naisbitts Bestseller 'Megatrends'
seinerzeit herausgegeben worden.
Viele Tausende von aktiven Musikern haben den Wunsch,
'einen Hit zu landen' und verlassen sich dabei auf ihr
musikalisches Talent, ihre Intuition und ihre relativ
eingeschränkte Kenntnis der Musikszene und insbesondere
der weltweiten Musikbranche. Der Komponist und Songwriter
würde sein kreatives Potential gefährden, wenn er
ausschließlich rational und systematisch den statistischen
Beobachtungen entsprechend seinen Song gestalten würde,
um einem vermuteten Trend gerecht zu werden.
Solche Songs werden steril, unpersönlich und emotional als
indifferent empfunden. Und außerdem gibt es schlagartig
viele Nachahmer, sobald der Trend erkannt ist.
Viele Songs entstehen dann, die wie 'Eintagsfliegen'
kurzzeitig Aufmerksamkeit erwecken. Wieviele wollen z.Z.
so 'landen' wie Eminem...?
Meiner Meinung nach ist Musik die Sprache des Gefühls,
der Emotionen und Leidenschaften.
Tausende von Liebesliedern weltweit z. B. belegen das.
Erst aus bestimmten Gefühlssituationen und
Stimmungen heraus des Komponisten/Songwriters werden
authentische Lieder und Kompositionen geschaffen.
Dabei spielen spontane, kreative musikalische Einfälle eine
entscheidende Rolle; denn Originalität und emotionale
Identifizierung überzeugen den Zuhörer und nicht
musikalisches Stückwerk künstlich zusammengefügter Teile.
Eine Garantie für einen musikalischen Erfolg im voraus gibt es
nicht, aber der spontane personifizierte musikalische
Ausdruck eines Gefühls und einer Stimmung ist immer noch
auf Dauer ausssichtsreicher, als das musikalische 'Trittbrettfahren'
in der Nachahmung von Trendsettern.
Volker Zdunnek aka Philos60