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| Administrator Registriert seit: 09.03.2002
Beiträge: 2.731
| Dies hier habe ich auf der Seite universal-kopierschutz.de entdeckt. Es ist eine Stellungnahme oder besser eine Begründung WARUM Kopierschutz-Techniken notwendig sind: "Liebe Musikfans, neue Technologien schaffen neue Möglichkeiten. So ist das Kopieren von CDs für viele heute eine Selbstverständlichkeit. Was vor wenigen Jahren nur in professionellen Anwendungen zu finden war, gehört heute zum Alltag: Die digitale Kopie einer Original CD. Wir als Musikunternehmen begrüssen die neuen Technologien als grosse Chance für die noch intensivere Verbreitung unserer Inhalte und als Service-Tool für unsere Kunden. Die private Kopie für den CD-Player im Auto, für den Urlaub oder für Familienmitglieder verstärkt die Nutzung unserer musikalischen Angebote, und das ist gut so. Doch die Einführung neuer Technologien führt auch immer wieder zu neuen Formen des Missbrauchs. So hat sich durch die Verbreitung der CD-Brennertechnik auch das illegale Kopieren zu einem Massenphänomen entwickelt. In der Zwischenzeit überwiegen die negativen Effekte bei weitem die positiven. Im Jahr 2001 sind die Künstler und Companies der Musikbranche durch das illegale Kopieren um mehrere Hundertmillionen Euro betrogen worden. Das bedroht die Entwicklung und Förderung des musikalischen Nachwuchses und geht an die Substanz vieler Musiklabels. Aktuell sind bereits viele Arbeitsplätze durch diese Entwicklung bedroht. Das können wir nicht länger hinnehmen: Als führendes Musikunternehmen tragen wir eine Verantwortung für unsere Künstler und Mitarbeiter. Die bedrohlichen Konsequenzen des massenhaften illegalen Kopierens zwingen uns daher zur Einführung eines wirkungsvollen Kopierschutzsystems. Diese neue Technologie führt in Einzelfällen zu Abspielproblemen, da der Kopierschutz für einige wenige Player nicht kompatibel ist. Wir können Ihnen versichern, dass wir die Kopierschutztechnologie weiter optimieren werden, so dass in Zukunft noch weniger Probleme auftreten. Den Kopierschutz selbst wollen und werden wir in diesem Jahr bei unserer gesamten Angebotspalette offensiv durchsetzen. Denn jeder hat das Anrecht, für seine Arbeit angemessen bezahlt zu werden - auch unsere Künstler und Mitarbeiter. Mit freundlichen Grüssen, das Kopierschutz-Team der Universal Marketing Group" Quelle: http://universal-kopierschutz.de/ |
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| | # 2 |
| Administrator Threadstarter Registriert seit: 09.03.2002
Beiträge: 2.731
| Die Antwort eines verärgerten Users habe ich in diversen Foren gelesen. Leider konnte ich ihn nicht erreichen, da er keine eMail-Adresse hinterlassen hatte. Dennoch möchte ich euch das lange aber sehr gute Kommentar von "Soundjunkie" nicht vorenthalten: "Offener Brief an info@universal-kopierschutz.de Liebe Kopierschuetzer der Universal, die Ihr hier von mir stellvertretend fuer andere Hueter des Rechts am digitalen Klangeigentum angeschrieben werdet: Ihr habt sicherlich nicht erwartet, dass diese Mailadresse fuer Begeisterungsausbrueche genutzt wird. Warum soll man es auch als Fortschritt empfinden, seine Lieblingsband nicht mehr ohne Qualitaetseinbussen im Player seiner Wahl hoeren zu koennen ? Das geschieht selbstverstaendlich in der edlen Absicht, die Interessen Eurer Kuenstler zu schuetzen - eine Tradition der Musikindustrie, fuer die besonders die Majors geschaetzt werden. Ich bin geradezu dankbar dafuer, dass der Universal-Kopierschutz ueberhaupt das Abspielen des kostspieligen Silberlings am Computer erlaubt. Ich weiss, Ihr geht durch harte Zeiten. Umsaetze brechen weg, der Mutterkonzern taumelt. Die Labels werden neu strukturiert und manche haben den Umzug nach Berlin noch nicht verkraftet. Da troestet auch der wunderschoene Blick ueber die Spree nicht, den Ihr aus Eurem schicken Wasserpalast geniessen koennt. Gestattet mir trotzdem, den Stolz auf Euer hauptstaedtisches Firmendomizil mit Euch zu teilen - schliesslich habe ich jahrelang etwas dazugegeben. Um mit Heine zu sprechen: Ich fuerchte, ich gleite aus dem suessen Gewaesser des Lobes unversehens ins bittere Meer des Tadels. Verbale Entgleisungen bitte ich a priori zu entschuldigen - Musik ist nun mal ein emotionsgeladene Angelegenheit. Mein Vorwurf lautet, dass das Lamento um CD-Brenner und Internettauschboersen lediglich ein Vorwand ist, um schlussendlich das Recht auf die private Kopie grundsaetzlich auszuhebeln. "Pay-per-listen" - das ist Euer Wunschtraum: Jeder Abspielvorgang kostet ein paar Microcent und nach vier Wochen muss die Basislizenz erneuert werden. Die Kundenabspeisung funktioniert vertriebskostensenkend ueber das Internet, waehrend der Preis pro Song sich nur unwesentlich vom anteiligen Verkaufspreis eines Longplayers unterscheidet. Die tauben Tekknokids koennen den Frequenzgang verlustbehafteter Kompressionsverfahren sowieso nicht von der ohnehin eingeschraenkten Samplingqualitaet einer CD unterscheiden. Die Kroenung des Ganzen waere dann eine Copyright Taskforce a la Zollfahndung, die spontan Festplatten und mobile Abspielgeraete nach Tracks ohne Wasserzeichen durchkaemmen darf. Soweit die Unterstellung. In Wirklichkeit ist die Krise der Musikindustrie hausgemacht und hat mit Hobbybrennern und Netztauschern wenig zu tun. Um es kurz zu machen: Ihr produziert seit Jahren zuviel Schrott mit immer kuerzerer Halbwertszeit zu steigenden Kosten. Massengeschmack statt Innovation, Hochglanz statt Inhalt, Banalitaet statt Werte. Die Abspielgehilfen aus Funk und Fernsehen haben ihre Programme stromlinienfoermig nach Euren Vorgaben angepasst und werden mit Interviewreisen, Freiexemplaren und Backstage-Paessen bei Laune gehalten. Eine inflationaere Schar von Musikmagazinen rezensiert noch den letzten Schund, weil die betreffende Company Anzeigen oder gar das Cover bezahlt hat. Gleichzeitig werden von Euren mundfertigen, aber von Fachkenntnissen gaenzlich unbelasteten Wichtigtuern Unsummen bei Produktion und Promotion versenkt. Da werden Tagespauschalen an Tonstudios gezahlt, die laengst nicht mehr marktueblich sind. Es werden suendhaft teure Videos gedreht, die keine Station zeigen will. Mit der Giesskanne werden Promopaeckchen uebers Land verspritzt; begleitet von kryptisch-feuilletonistischen Bandinfos, die offensichtlich von Schuelerzeitungsredakteuren morgens nach dem Abi-Ball verfasst wurden. Auf grosskotzig gebuchten Tourneen spielen enttaeuschte Kuenstler vor leeren Hallen, verdienen sich gierige Catering-Unternehmen eine goldene Nase, rollen Nightliner zu Mondpreisen und tummeln sich zahllose Mitesser mit glaenzenden VIP-Kaertchen am Halsband. Meist laesst sich Gott sei Dank der komplette Kostenblock vom Einkommen der Kuenstler abziehen. Was aber, wenn man den Hungerleidern nichts mehr abziehen kann, weil der ganze Zirkus floppt ? Nur drei Prozent aller Acts verdienen fast hundert Prozent des Firmengewinns, wie wir wissen. Ist das ein Marktgesetz oder ein Ausdruck von Unfaehigkeit ? Nun also liegt Eure Antwort auf den ganzen Schlamassel auf meinem Tisch und ich gebe zu, ich bin nicht amuesiert. Meine zentrale Musikstation ist mein Computer. Wozu einen separaten CD-Spieler kaufen, wenn der Rechner das Laufwerk gleich mitbringt ? Statt nach dem genuesslichen Auspacken das volle Klangerlebniss ueber meine hart ersparten Edelboxen zu hoeren, werde ich dazu genoetigt, einer unerwuenschten Software Zugriffsrechte auf meinem Computer einzuraeumen. Was dann ertoent, sind herunterkomprimierte Audiotracks in mp3-Qualitaet. Die originalen Wavefiles sind unzugaenglich. Der lausig programmierte Software-Player schluckt selbst im Ruhezustand fuenfmal mehr CPU-Leistung als der genuegsame Windows-Standardplayer. Apple-Computer, bekanntermassen die Lieblingsgeraete von Musikern auf der ganzen Welt, werden erst gar nicht unterstuetzt. Werde ich dafuer in Zukunft 17 Euro ausgeben ? Nein. Ich fuehle mich bestraft von einer Branche, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht hat. Die reformunwillig und reaktionaer und deshalb in ihrer jetzigen Form rechtmaessig zum Untergang verurteilt ist. Liebe Musikfreunde in den Verwaltungsetagen der Plattenkonzerne: Falls Ihr es noch nicht bemerkt habt - das Zeitalter der Dampfmaschine ist angebrochen. Segelschiffe und Pferdefuhrwerke werden bald nur noch von Nostalgikern benutzt. Sogar das gemeine Volk kann sich eine Fahrt mit der Eisenbahn leisten. Will heissen: Segelflicker und Kutscher werden nicht mehr gebraucht. Haette es mp3-Files und CD-Brenner nicht gegeben, haette ich meine achtjaehrige Musikkonsum-Abstinenz nicht beendet. Weil formatierte Radioprogramme laengst nicht mehr als Informationsquelle fuer neue Musik dienen, haben Audiofiles und Kopien von Freunden meine Ohren wieder fuer zeitgenoessische Popmusik geoeffnet. In den letzten vier Jahren habe ich so viele Original-CDs angeschafft wie im ganzen vorhergehenden Lebensabschnitt zusammen. Das war harte Arbeit. Meine Faustregel lautet: Eine Scheibe muss mindestens 12 Tracks haben, von denen die Haelfte mehr als zweimal gehoert werden kann. Wenn man dieser Regel folgt, kann man nur eine von zehn CDs kaufen. Wenn ich eine CD kaufe, stimme ich ab: Ich will meine Favoriten in den Charts sehen, damit andere auf sie aufmerksam werden. Aus dem gleichen Grund moechte ich Freunden unkompliziert eine Kopie brennen oder meiner Stammkneipe eine Compilation basteln duerfen. Wenn sich dann nur ein Zuhoerer das Original oder ein Konzertticket kauft, hat sich die Muehe gelohnt. Auf die Art und Weise habe ich schon mehr Leute angefixt als jede Streifenbandanzeige im Stadtmagazin. Ich bin ein Ein-Mann-Streetteam im Auftrag des guten Geschmacks. Naja. Was soll ich in Zukunft tun ? Einen CD-Brenner und ein Crackprogramm beschaffen, das den Kopierschutz ignoriert ? Dateien grundsaetzlich aus dem Netz ziehen ? Den Minidisk-Recorder an den Kopfhoererausgang im Plattenladen anschliessen ? Neue Scheiben nicht mehr kaufen, alte dafuer kopieren ? Das Radioprogramm auf Festplatte mitschneiden lassen und hinterher sortieren ? Was auch immer ich davon waehle, Plattenfirmen und Kuenstler werden mich als zahlenden Kunden verlieren. Eine Armee schiesst in die falsche Richtung, weil der Generalstab keinen Schlachtplan hat - hit by friendly fire. So werden aus Kollateralschaeden ein Totalschaden. Die gewerbsmaessigen Piraten in Russland oder Asien, die es immer gegeben hat, werdet Ihr damit nicht beeindrucken. Aber Ihr werdet dafuer sorgen, dass Musik auf Schulhoefen und in Kinderzimmern noch weniger zum Thema wird als ohnehin. Eure Umsatzeinbrueche sind Zeitzeichen. Waehrend es Euch noch vor kurzem praechtig ging, spuert Ihr nun die Wirkung von Rezession und Verunsicherung. Zusaetzlich konkurrieren Unterhaltungsformen wie Computerspiele und Spass-/Extremsportarten mit dem Musikhoeren. Funktelefone, Tattoos und Markenklamotten kosten Geld. Bildung und Kultur verlottern pisamaessig, die Aufmerksamkeitsspanne der Kids hat sich dramatisch verkuerzt. Drei Jahre Gitarre lernen ? No way. Die Musikindustrie hat es vorgemacht: Sampling und Recycling funktionieren praechtig, wozu fuer eigene Ideen schwitzen ? Wer als Erwachsener die Charts beobachtet, fuehlt sich an seine Kindheit erinnert. Coverversions von Elvis, den Bee Gees und Joan Jett loesen einander ab; alte Helden wie Groenemeyer retten die EMI vorm Bankrott, Stones und U2 spielen Rekordsummen ein, ein zipfelbaertiger Peter Gabriel spielt altersmilde laechelnd Jungspunde an die Boxenwand. Der Gipfel der Altstoffverwertung ist das aktuelle Cover vom Lagerfeuerheuler "House Of The Rising Sun". Eine Industrie mit Zukunft ? Schrumpft in Wuerde. Soundjunkie P.S. Ihr werdet mir nachsehen, dass ich meinen kleinen Aufsatz in einschlaegigen Internetforen veroeffentliche. Auch ich bin nicht frei von Eitelkeit und halte oeffentliche Aufmerksamkeit fuer den angemessenen Lohn meiner aufgewendeten Zeit." |
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| Ehemaliger Mod Registriert seit: 31.08.2002 Ort: im Schwabenländle
Beiträge: 741
| Der Beitrag von Soundjunkie trifft es haargenau. Wo Musik nicht mehr wirklich im Mittelpunkt steht, darf man auch nicht erwarten, damit viel Geld zu verdienen. Juristisch ist es sogar fraglich, ob aufgrund der erheblichen Qualitätseinbussen überhaupt noch von CDs gesprochen werden darf. Die Bundesregierung jedenfalls will das "Recht" auf die private Kopie gegen die EU-Richtlinien aus Brüssel verteidigen. http://www.laut.de/vorlaut/news/2001...1981/index.htm Wohl auch deshalb, weil die neuen Copyright Bestimmungen Folgen hätten, die weit über das Thema Musik hinausgehen und deren Konsequenzen für den öffentlichen Zugang zu Informationen z.B.in Schulen, Universitäten noch gar nicht abgeschäzt werden könnten: http://www.laut.de/vorlaut/stories/2...2484/index.htm |
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| Gastposter | Ich hab' da mal einen interessanten Bericht aus der c't gefunden vom 02.09.2001, vom Chef der Universal Deutschland selber so erzählt. Und heute sieht das ganze scheinbar wieder komplett anders aus. Verlogene Bande ... es geht heute tatsächlich nur noch ums Geld verdienen, mit der schlechtesten Musik und mit endlosen Coverversionen. Pfui. Qualität als bester Kopierschutz für Musik Tim Renner, der Geschäftsführer des Labels Universal Music Deutschland, hat die Debatte über illegale Downloads und die CD-Brennerei satt. Auf der Konferenz BerlinBeta forderte er seine Kollegen in der Branche auf, endlich eine Qualitätsoffensive zu starten, statt immer nur über Techniken zum Schutz von Inhalten zu reden. Dass die CD-Brennerei der Musikindustrie immer größere Probleme bereitet und der Umsatz zurückgeht, hängt für Renner vor allem damit zusammen, dass sie die Musik mit Hilfe der "Powerplay"-Radiosender zur Wegwerfware habe verkommen lassen. Als neue Zielgruppe hat Renner die "über 25-Jährigen" entdeckt. Denen sei es zu mühsam, Kopierschutz-Codes zu knacken. Im Internet-Zeitalter dürfe sich die Musikindustrie nicht länger auf Kids als wichtigste Käuferschicht konzentrieren. Denn das sei genau die Konsumentengruppe, die viel Zeit, aber wenig Geld habe und damit alles unternehme, um Kopierschutzmaßnahmen zu umgehen. Dagegen helfe auch die beste Technik nichts. "Wir machen uns aber nicht aus Angst vor dieser Piraterie in die Hosen", erklärte Renner. (Stefan Krempl) (ad/c't) |
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| | # 20 |
| Gastposter | Ich finde alles was hier bisher so gesagt wurde, insbesondere was Soundjunkie gesagt hat, trifft zu! Ich persönlich finde es besser Originalalben zu besitzen als mir ne billige Kopie zu machen. Nur bin ich nicht bereit, 17 Euro auszugeben, für Bands, die mal eben schnell ein schlechtes Cover machen etc. Alben kaufe ich mir eigentlich immer, auch wegen der zum Teil sehr gut gestalteten Booklets (wie z. B. LP) etc. Wenn immer so viel Schrott produziert wird (billige Covers etc.) dann müssen sich die Plattenfirmen auch nicht wundern, dass viel mehr gebrannt als gekauft wird! weiterhin finde ich die Meinung, statt Kopierschutz neue Talente zu fördern auch gut denn dann ist ein weiterer Svhritt getan, dass wieder mal Künstler ans Licht kommen, die auch von sich selber Musik machen.... |
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