Meine ganz offizielle Linux-Entschuldigung

Alt 19.07.2005, 02:04   # 1
Tweek
 
Benutzerbild von Tweek
 
Registriert seit: 31.03.2004
Ort: Bonn
Beiträge: 958
Hallo zusammen!

Ja, ich habe böse über Linux geschrieben.

Ja, ich wurde mit meinem KOMMENTAR an jeden Linux-Pranger zwischen Kiel und Graz gestellt.

Und JA, ich habe meine Strafe bekommen. 50 Hass-Mails am Tag sind genug. Es reicht!

Es tut mir wirklich leid.

Es tut mir leid, eine Ideologie mit Füßen getreten zu haben.

Nicht, dass ich mich nicht genug mit Linux beschäftigt hätte, dann hätte ich nämlich diesen Artikel nicht geschrieben. Das stimmt nämlich nicht: Zu PC-Zeiten habe ich tatsächlich wochenlang mit Linux hantiert und war auch durchaus in der Lage, mit Mandrake, damals in Version 9, zu arbeiten und zu spielen. Eine überaus gute Distribution, aber wenn ich bedenke, welche Mühe es mich gekostet hat, dieses verdammte System zu verstehen und ich bin weiß Gott nicht ungebildet in Sachen Betriebssysteme.
Das fängt schon bei der Partitionierung an. Ohne weitere Erklärung darf der Anwender zwischen drei (oder waren es noch mehr?) Dateisystemen wählen, ohne die GERINGSTE Aufklärung darüber, welche Vor- oder Nachteile das ein oder andere Dateisystem hat. Diese Dokumentationslücken ziehen sich durch alle Bereiche und als ob das noch nicht schlimm genug wäre, nerven einen die großen Distributionen bei den simpelsten Aufgaben mit windowsmässig sinnlosen Assistenten.

Und genau deshalb war meine einzig logische Konsequenz nach all dem Windows- und Linux-Ärger der Umstieg auf den Mac. Mein verdammtes erstes iBook musste ich mir vom Mund absparen, so eine Kiste hat damals rund 1800 Euro gekostet. Und wisst Ihr was? Plötzlich hatte ich, was ich wollte, ein hübsches, stabiles System, das einfach zu verwalten ist, über eine weitestgehend vernünftige Hilfe verfügt und einen nicht mit überflüssiger Kommandozeilen-Frickelei nervt. Und das schon zu Zeiten von Mac OS X.2, was seinerzeit vergleichsweise schlecht war, aber doch um Längen besser als jedes von mir probierte Linux und natürlich Windows!!!

Es tut mir nicht leid, dass ich gewagt habe, ein mittelmässiges Frickel-Betriebssystem zu kritisieren oder die User als Nerds abzustempeln, was ein großer Teil von ihnen ohne Frage ist. Die Überzeichnung der Charaktere im Artikel hätte darauf hindeuten sollen, dass es sich um einen nicht ganz ernst gemeinten Artikel handelt. Das allerdings scheint vielen entgangen zu sein, weshalb ich noch ein Fazit ziehen kann: Linux-Nutzer sind, wie so viele kleine Gruppen ideologischer Utopisten, völlig humorfrei, sobald man kritik gegen ihr Weltbild äußert.
Da fällt es dann auch nicht weiter ins Gewicht, dass mir ständig die Kritik an Linux im Server-Betrieb angekreidet wird, obwohl ich die Kompetenz des Systems als günstiges Unix in diesem Bereich mit keinem Wort angezweifelt habe. Es ging um den Desktop, den Heim- und Arbeitsrechner. Und da ist Linux nun wirklich nicht weit verbreitet, die Gründe werden im Artikel näher erklärt :-D

Allerdings habe ich noch eine Erkenntnis dazugewonnen, nämlich die, dass dieses mittelmässige Betriebssystem offensichtlich mehr fanatische Anhänger hat als manch eine religöse Gruppierung aus Nahost. Sollte ich jetzt tatsächlich Angst haben, mich in mein Auto zu setzen, weil möglicherweise ein fanatischer Linux-User eine Bombe eingebaut hat?

Nein, stattdessen reiche ich die Hand zur Versöhnung. Denn Linux ist auch nur ein Betriebssystem. Eines, das sich entweder eines Tages in Wohlgefallen auflösen wird oder eben nicht.

Dass Open Source nicht schlecht ist, sollte jeder halbwegs kritische Leser wissen. Dass aber reine OpenSource-Lösungen ohne Hierarchische Ordnung und ohne Projektleitung wild wuchern und irgendwie nicht aus den Füßen kommen, sollte auch bekannt sein. Das zeigt, wie so oft, das Beispiel Mac OS X. Das System basiert ebenfalls zu großen Teilen aus OpenSource-Entwicklungen und natürlich sind diese oft gut. Aber erst die kommerzielle Veredelung macht aus Open Darwin Mac OS X – wer den Unterschied sehen möchte, möge sich Darwin mal installieren.

Natürlich ist Open Source eine gute Sache. Wenn überflüssige Kapazitäten in gemeinnützige Projekte gesteckt werden, ist das immer gut. Doch genau wie mit der Entwicklungshilfe oder Live-Aid-Konzerten ist das so eine Sache: Wichtig ist, was am Ende dabei rauskommt:

Es reicht nicht, Brunnen zu graben, man muss den Menschen auch beibringen, wie sie sie pflegen und warten können. Genau dieses Streben nach Wissensvermittlung ist allerdings, was der Linux-Gemeinde fehlt.

Also, liebe Linuxer: Statt Euch wie gewisse Politiker des äußeren politischen Spektrums mit Grundsatzdiskussionen um den Sinn oder Unsinn von Open Source zu kloppen, solltet Ihr den Menschen lieber beibringen, wie sie die Brunnen, die ihr ihnen grabt, nutzen und pflegen können. Und da hilft kein wohlmeinender Ratschlag, Stoßrichtung "Kernel neu kompilieren" – macht Euch lieber mal daran, zu analysieren, warum Windows und OS X als benutzerfreundlich gelten und Linux nicht. Und dann sorgt dafür, dass Linux irgendwann ebenfalls als benutzerfreundlich gelten kann!

Gruß,
Christian

P.S.: Neben meinem Bett liegt übrigens nicht "Mein Kampf", sondern "Just for Fun" – jeder Linux-User, der diese Biographie über Linus Torvalds gelesen hat, wird sein System vielleicht eine Spur lockerer nehmen und mal darüber nachdenken, was er mit seiner Gutmenschen-Arroganz anrichtet.
  Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2005, 08:43   # 2
.:Peggy:.
Eine Frau fuer gewisse Stunden im Forum
 
Registriert seit: 12.05.2003
Ort: Berlin
Beiträge: 772
50 Hass-Mails am Tag ... was sind denn das für Menschen?!

[Off: Ich freue mich, dass demnächst jemand aus der Linuxgemeinde bei mir zu Besuch kommt und mir bei der Installation (und vor allen Konfiguration) von SuSe hilft. Das wird dann mein 4. Anlauf. Ich selbst bin nämlich zu blöd dazu, obwohl ich seit 14 Jahren mit PC´s zu tun habe. Und da ich gerade nicht langzeitarbeitslos bin und auch noch viele Hobby´s und Freunde habe, habe ich keine Zeit und Nerven, mich selbst da durchzufrickeln.]
  Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2005, 15:52   # 3
delforcer
...ist anders...
 
Benutzerbild von delforcer
 
Registriert seit: 05.10.2002
Beiträge: 6.121
Mittlerweile sehe ich meine Antworten als sinnlos.
Aber ich muss dich einfach mal fragen: was ist das fuer eine Entschulidgung wenn zwischen den Zeilen f**k dich steht?
Immernoch nicht verstanden das das System egal ist? Scheinbar nicht, daher denke ich niemand wird diese Worte von dir als Entschuldigung ansehen...

Schoenen Tach noch...

del/FTF
  Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2005, 16:35   # 4
Hyperlink
 
Registriert seit: 10.08.2003
Beiträge: 191
50 Hate-Mails. Ob sich das wohl noch steigern läßt?

Was wird mir wohl mehr Antipathien einbringen?

[ ] Hass-Mails wenn ich einen kritischen Artikel über MS Windows schreibe
[ ] Hass-Mails wenn ich einen kritischen Artikel über meine Erlebnisse mit Apple-Betriebsystemen schreibe
[ ] Hass-Mails wenn ich mich kritisch über den iPod äußere
[ ] wenn ich über Filesharing (von Kazaa bis Azureus) und die vielen unfähigen oder naiven User herziehe
[ ] wenn ich über eine gerade aktuelle Musikgruppe oder einen Künstler herziehe
[ ] wenn ich obengenannte Gruppen einfach zusammenfasse und mich kritisch über unreflektierte "Fanboys" äußere

Nichts von dem habe ich vor, allerdings frage ich mich, welche der Varianten wohl die meisten Hass-Mails bekommt.

Weitere Vorschläge werden auch akzeptiert.

Zum Artikel
Ich fand den Artikel weder schlecht noch gut, gesunder Durchschnitt halt.

Einiges wurde bewußt übertrieben, zu vieles im Text ist überflüssig weil es eh' schon jeder tausendfach in verschiedenen Varianten gelesen hat. Aber insgesamt so schlimm nicht, daß ich auf die Idee käme eine Hass-Mail zu verfassen. Ich hab den Artikel als persönliche Abrechnung seitens des Autors verstanden, stark gefärbt durch Übertreibung und bewusst eingebaute Ironie, auch um eine "Enttäuschung" auszudrücken.

Gerade auch die eingebaute ironische Note, daß jetzt mit dem MacOS X "alles supergut" ist, diese bewußt platzierte Ironie in obigem Postin haben wohl die meisten leider überlesen und das ist noch die beste Stelle, weil jeder der mal auf Mac's arbeiten mußte auch sofort diesen Seitenhieb versteht. Jedenfalls fand ich diese Stelle recht amüsant.

Offensichtlich hat da jemand mit den "Fanboys", "Jubelpersern" und den übersteigerten Erwartungshaltungen die manche Menschen und Medien bewusst vermitteln wollen, abrechnen wollen. Warum nicht, aber 50 empörte Mails ist das wohl nicht wert.
  Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2005, 17:02   # 5
hobbyesel
Mondcamper
 
Benutzerbild von hobbyesel
 
Registriert seit: 13.11.2003
Ort: Habana
Beiträge: 811
Ich fand diesn Artikel irgendwie viel zu hart, was die Abstempelung der Linux-User anging.....
  Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2005, 17:15   # 6
AgentCooper
Ehemaliger Mod
 
Benutzerbild von AgentCooper
 
Registriert seit: 19.12.2004
Ort: Spreeathen
Beiträge: 2.933
Zitat:
Zitat von The Alex B.
Ich fand diesn Artikel irgendwie viel zu hart, was die Abstempelung der Linux-User anging.....
Wenn er ernst gemeint gewesen wäre, dann schon.

Wie ich aber schon in dem anderen Thema bemerkte, ist der eine Kolumne. Solche journalistischen Ergüsse benutzen gerne eine überspitzte Formulierung, die Ironie und ausserdem bedienen sie Vorurteile. Was aber keineswegs heißt, daß diese wahr sein sollten.

Ich denke nicht, daß der Autor irgendwem persönlich zu nahe treten wollte. Er wollte nur einen unterhaltsamen Artikel schreiben, der dem einen oder anderen ein Lächeln abringt. Nur leider ist der Artikel falsch verstanden worden.

Ich lese sehr gerne Kolumnen, da sie die Sicht eines Einzelnen darstellen, welche gespickt mit kleinen Seitenhieben sind und einen Hang zu überzeichneten Beschreibungen haben. Keineswegs sehe ich darin Schadenfreude oder Argwohn, es ist eher ein journalistisches Werkzeug.

Vielleicht fehlt manchen Menschen dazu die nötige Selbstironie, um es nicht gleich persönlich zu nehmen.

Coop

P.S.: Ich habe mich auch schon in der einen oder anderen Kolumne wiedergespiegelt gesehen und habe dennoch Spaß am Lesen gehabt und konnte schmunzeln.
  Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2005, 17:19   # 7
hobbyesel
Mondcamper
 
Benutzerbild von hobbyesel
 
Registriert seit: 13.11.2003
Ort: Habana
Beiträge: 811
Mir ist es zwar völlig egal, ich habe dann wohl auch als Windows-User den Artikel falsch verstanden. Was solls.... hab auch keine mail an den Autor geschrieben.... hab mich nur über die fehlende Kommentar Funktion bei den News geärgert.
  Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2005, 17:21   # 8
.:Peggy:.
Eine Frau fuer gewisse Stunden im Forum
 
Registriert seit: 12.05.2003
Ort: Berlin
Beiträge: 772
In dem Artikel werden doch nicht die User von Linux abestempelt. Also mal ehrlich, meine Freunde, so viel heisse Luft für um diese Kolumne?

Ich denke viele von uns haben sich in dem Artikel wiedergefunden. Auch ich hab mir vor kurzem erst die ct Heft 13 geholt mit SuSe 9.3. Aber die Installation habe ich aus Mangel an Wissen abgebrochen. Erstaunlich wie sensibel einige in Bezug auf solche Themen sind.
  Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2005, 17:53   # 9
immorb
Gastposter
 
Zitat:
Zitat von Hyperlink
Was wird mir wohl mehr Antipathien einbringen?

[..][ ] Hass-Mails wenn ich einen kritischen Artikel über MS Windows schreibe
[ ] Hass-Mails wenn ich einen kritischen Artikel über meine Erlebnisse mit Apple-Betriebsystemen schreibe
[ ] Hass-Mails wenn ich mich kritisch über den iPod äußere[..]
und was ist mit
Hass-Mails wenn ich einen kritischen Artikel über Schwarze BMW3er
Hass-Mails wenn ich einen kritischen Artikel über Dieter Bohlen
Hass-Mails wenn ich einen kritischen Artikel über Big Brother
Hass-Mails wenn ich einen kritischen Artikel über die Animateure von 9Live
schreibe?

Ich fand den Artikel gut,und in vielen Sachen zutreffend.
Nur wurde vergessen das es um Linux geht.
Der selbe Artikel mit Windows als Hintergrund hätte nur Zustimmung gebracht.

In dem Sinne:
Du kannst dich mit Extreme Radfahrer,Extreme Nichtraucher ,Extreme MCDonalds-Kunden anlegen,versuche es nie mit den Tuxxis.

m.f.g.
  Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2005, 18:32   # 10
Enter
Kater auf Kanickel Scheucher
 
Registriert seit: 05.02.2005
Beiträge: 112
Zitat:
Ich fand den Artikel gut,und in vielen Sachen zutreffend.
Nur wurde vergessen das es um Linux geht.
Der selbe Artikel mit Windows als Hintergrund hätte nur Zustimmung gebracht.
Genau so ist es. Windower waehren da einfach drueber hinweg gegangen weil sie es sowieso schon kennen.
Aber es scheint das die Linuxer wie eine religioese Sekte um ihr Betriebsystem sitzen und es anbeten. Und wehe es kommt einer und zweifelt dran.
Wenn das dann doch einer macht, dann kommt von Unglaube ( Ist das ein Aprilscherz) ueber Hochnaesigkeit ( Linux ist eben anders) bis Wut die ganze Palette. Um das Gefuehl vermittelt zu bekommen, das sich die Linuxer als etwas besonderes betrachten, braucht man nur die Reaktionen hier zu lesen. Linuxkenntnisse braucht man dazu nicht.
Gruesse
Enter
  Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2005, 18:43   # 11
Druide
Netzweltpionier
 
Benutzerbild von Druide
 
Registriert seit: 07.12.2002
Ort: Em Alde Nüss
Beiträge: 2.517
Schade finde ich, dass gerade die Linux´er, die sich hier so sehr echauffieren, gerade diese Vorurteile erzeugen und auf diese Weise aus der Kolumne fast schon einen Tatsachenbericht machen.

und @del; zum Thema Intoleranz fällt es mir in diesem Zusammenhang schwer, nix zu sagen.
__________________
8wndhxtvgpen
  Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2005, 18:48   # 12
Tweek
Threadstarter
 
Benutzerbild von Tweek
 
Registriert seit: 31.03.2004
Ort: Bonn
Beiträge: 958
Zitat:
Was wird mir wohl mehr Antipathien einbringen?

[x] Hass-Mails wenn ich einen kritischen Artikel über MS Windows schreibe
[x] Hass-Mails wenn ich einen kritischen Artikel über meine Erlebnisse mit Apple-Betriebsystemen schreibe
[x] Hass-Mails wenn ich mich kritisch über den iPod äußere
[x] wenn ich über Filesharing (von Kazaa bis Azureus) und die vielen unfähigen oder naiven User herziehe
[x] wenn ich über eine gerade aktuelle Musikgruppe oder einen Künstler herziehe
[x] wenn ich obengenannte Gruppen einfach zusammenfasse und mich kritisch über unreflektierte "Fanboys" äußere
Alles in der Pipeline :-D

Und jetzt, liebe Linux-Freunde, kommt mal runter: War nur Spaß und Linux ist ein tolles System, bestimmt. Man muss es eben nur begreifen und das fällt interessanterweise vielen Leuten schwer. Besonders dann, wenn man einen Linuxer um Rat fragt, der sagt "Installier' Dir Linux" und wenn man diesem Rat dann folgt und Probleme hat, wird man abgemahnt: "Linux ist eben nicht für jeden..." Auf die Weise kriegt Ihr nie mehr Nutzer. Aber vielleicht wollt Ihr das ja garnicht...

Übrigens sind die Blogger genauso spaßig drauf wie Ihr... von denen werde ich dank meiner Blog-Kolumne auch gerade durch den Wolf gedreht.

Wenn mir das nur nicht so viel Spaß machen würde :-D
  Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2005, 19:00   # 13
Hyperlink
 
Registriert seit: 10.08.2003
Beiträge: 191
Zitat:
Zitat von Enter
Genau so ist es. Windower waehren da einfach drueber hinweg gegangen weil sie es sowieso schon kennen.
Bist Du Dir da sicher, im Heise- und anderen Foren gibt es genügend Beispiele, die genau das Gegenteil belegen.

Zitat:
Zitat von Enter
Aber es scheint das die Linuxer wie eine religioese Sekte um ihr Betriebsystem sitzen und es anbeten. Und wehe es kommt einer und zweifelt dran.
Wenn das dann doch einer macht, dann kommt von Unglaube ( Ist das ein Aprilscherz) ueber Hochnaesigkeit ( Linux ist eben anders) bis Wut die ganze Palette. Um das Gefuehl vermittelt zu bekommen, das sich die Linuxer als etwas besonderes betrachten, braucht man nur die Reaktionen hier zu lesen. Linuxkenntnisse braucht man dazu nicht.
Die Dinge für die sich manche angegriffen fühlen sind ziemlich austauschbar. Immer sind's "die anderen" oder "die da", die völlig "die Realitäten verkennen" und "schief drauf sind", je nachdem von welcher Postion aus man das Ganze sieht. Dumpfbacken aber sind doch wohl in beiden Gruppen genügend zu finden. Offensichtlich geht es wenn Hass-Mails rumgeschickt werden, doch wohl um mehr als nur um Betriebsysteme, deren Vor- und Nachteile, oder? Da spielen Antipathien und Gruppendynamik eine wesentliche Rolle, ähnlich wie Diskussionen zu Politik oder der "Abtreibungsdiskussion".

Der eine hat eben keine Probleme sich mit dem Kommerz (MS) und den Utopien von Bill Gates zu arrangieren, der andere wiederum präferiert eine >Freie Kultur< die sich insbesondere auch auf Software erstreckt und verweigert sich rigeros der Lebensphäre des genau entgegesetzt Lebenden. Manchmal werden allerdings solche wichtigen Diskussionen um einen postiven Gesellschaftsentwurf leider auf einen Grabenkrieg herabgewürdigt, mit Mitteln und der Theatralik nahe dem "Maschendrahtzaun". Ob uns das weiterbringt bezweifle ich etwas.
  Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2005, 19:00   # 14
delforcer
...ist anders...
 
Benutzerbild von delforcer
 
Registriert seit: 05.10.2002
Beiträge: 6.121
Mein letzter Beitrag hier:

Es geht nichts um System, findet doch Scheisse was ihr wollt. Nur wissen worum es geht sollte man schon. Aber dazu muesste man sich ja mit Dingen befassen die man ja ohne Ahnung schon ablehnt. Diese Worte sind allgemein und beziehen sich nicht auf die Kolumne.

@ Druide
...
Es ist so unglaublich sinnlos...

Es hat keinen Wert das ich meine Zeit fuer sowas verschwende. Viel Spass noch...

del/FTF

p$: Und ich entschuldige mich hochgradig dafuer das ich eben denke, fuehle und das ich es mir gewagt habe meine unwichtige Meinung zu aessern.
p$$: Ja ich bin angepisst, weniger von Christian. Aber das spielt auch alles ueberhaupt keine Rolle
  Mit Zitat antworten
Alt 19.07.2005, 19:51   # 15
Enter
Kater auf Kanickel Scheucher
 
Registriert seit: 05.02.2005
Beiträge: 112
Zitat:
Zitat von Hyperlink
Bist Du Dir da sicher, im Heise- und anderen Foren gibt es genügend Beispiele, die genau das Gegenteil belegen.


Ja da bin ich mir sicher. Natuerlich gibt es das bei den Windowanern auch, gar keine Frage.Aber wegen so einem Artikel wie ihr Tweed geschieben hat? Ich bitte dich. Aehnliche Artikel gibt es doch genug.

Der eine hat eben keine Probleme sich mit dem Kommerz (MS) und den Utopien von Bill Gates zu arrangieren, der andere wiederum präferiert eine >Freie Kultur< die sich insbesondere auch auf Software erstreckt und verweigert sich rigeros der Lebensphäre des genau entgegesetzt Lebenden.
Aber warum? Wo ist das Problem mit Kommerz? Und wenn jemand Probleme mit dem Kommerz hat kann er doch die Open sourse Programme nutzen. Aber warum muss er dann andere verteufeln?

Ich hoffe das wir hier noch ein bisschen sachlich weiter diskutieren koennen ohne das der thread geschlossen.
Grruesse
Enter
  Mit Zitat antworten
Alt 20.07.2005, 01:02   # 16
immorb
Gastposter
 
Zitat:
Zitat von Enter
Ich hoffe das wir hier noch ein bisschen sachlich weiter diskutieren koennen ohne das der thread geschlossen.
Bevor man einen Thread schliesst gibt es andere Möglichkeiten.
Verwarnung,Gelbe Karte usw.
Nur ein Extremer Flamer wird die Diskussion an anderer Stelle fortsetzen.

Aber nirgendwo sehe ich so große Unterschiede in den Meinungen wie im PC-Bereich.
Wenn du Windows, den MSN-Messenger,IE,die Software deines Providers,Zonealarm,Kazaa und was weiss ich noch benutzt, biste ein DAU.

Ich habe des öfteren sorry sagen müssen,sorry das ich Tuxxi nicht verstehe,
sorry das ich beim Windows bleibe,sorry das ich mir überhaupt einen PC angeschafft habe.
Ja, warum bleibe ich bei meiner Frau?? IHRE MACKEN KENNE ICH

In dem Sinneie 68er hat zu der Zeit auch niemand verstanden,heute sind sie Minister.
  Mit Zitat antworten
Alt 20.07.2005, 01:10   # 17
Tweek
Threadstarter
 
Benutzerbild von Tweek
 
Registriert seit: 31.03.2004
Ort: Bonn
Beiträge: 958
Zitat:
Ich hoffe das wir hier noch ein bisschen sachlich weiter diskutieren koennen ohne das der thread geschlossen.
Ich hoffe auch

Zitat:
Wo ist das Problem mit Kommerz?
Das ist ein sehr diffuses Thema, würde ich sagen. Das ist genau das gleiche, was jede noch so komische Jugendkultur anstachelt: Man möchte krampfhaft anders sein. Man ist irgendwie angefressen vom "System", welches das auch immer sein mag. In der Politik ist es vielleicht das Thema "Amerika" und in der BS-Szene dann eben Microsoft. Das alles dominierende Böse eben.

Genau das treibt die Hippies, Globalisierungsgegner, Grünen dieser Welt an. Es geht darum, Ängste zu schaffen, um ein eigenes "Idealsystem" zu schaffen. Wie das dann letztlich aussieht, dafür ist die Open Source-Szene ein prima Beispiel. Oder der Kommunismus, der real existierende, wohlgemerkt.

Es wird mit dem Freiheitshaken geangelt, aber letztendlich wird alles unterdrückt, was der eigenen Ideologie wiederspricht. Das faszinierende dabei ist: Die "Kommerzgegner" halten sich für überlegen, meinen, gegen den allgegenwärtigen Strom der Kommerzialisierung zu schwimmen und laufen doch voll mit - zwar in die Gegenrichtung, aber die Strömung ist auch ziemlich stark und im Grunde genau die gleiche.

Leute, BEGREIFT doch endlich, dass alles, was Erfolg hat, irgendwann vermarktet wird. Das liegt in der menschlichen Natur und hat nichts mit "übermächtigem Kapitalismus" zu tun. Das haben Menschen getan, seit sie ihre mammutjagende Unschuld verloren haben und seßhaft geworden sind. Überall, wo Gold (Nahrung, Korbflechtwaren, technisches Gerät, Betriebssysteme...) auf der Straße lag, haben Menschen versucht, damit ein Geschäft zu machen. Und wenn mehrerer Leute ein und die gleiche Geschäftsidee hatten, musste das Produkt eben verbessert werden. Das bedeutet Fortschritt. Ohne "Kapitalismus" also kein Fortschritt, wenn man so möchte.

Ein Beispiel, denn auch GNU/Linux entstammt dem Kapitalismus. Warum wohl haben Richard Stallmann und Linus Torvalds und viele andere an "freien" Systemen gearbeitet? RICHTIG! Weil der "böse Kapitalismus" verhindert hat, dass jeder Zugang zu Unix hatte, was seinerzeit dem Telefonkonzern AT&T gehörte, ursprünglich aber von einem Konsortium von nicht wirklich unkapitalistischen Vereinen wie General Electrics, Bell und Honeywell entwickelt wurde. Das Ziel war ein Multibenutzer-System.
Heißt im Klartext: Ohne Kapitalismus gäbe es garkein Unix, also auch nichts, was Stallmann, Torvalds und Co. hätten haben wollen können, womit die Entwicklung von Linux quasi niemals stattgefunden hätte.
Die Logik dahinter ist irgendwie rekursiv, was? Aber da war doch noch was...? Genau: GNU is not Unix

Warum sich also drüber aufregen und geschäftsfreie Utopien spinnen?
Und auch das Linux-Geschäft brummt. Warum sonst sollte eine Firma wie SuSE oder RedHat auf die glorreiche Idee kommen, Linux zu verkaufen? Ohne die wäre die Linux-Welt wahrscheinlich noch winziger, als es ohnehin schon ist, also bitte: Keine Kommerz-Kritik mehr!

Hach, ich könnte mich seitenlang über diese Leute auslassen, so sehr ärgere ich mich über sie, letztendlich gibt es aber einen Punkt, der wichtig ist. Und der heißt Toleranz. Toleranz gegenüber Kritik gehört da auch zu. Und wenn man mal was gesagt kriegt, was einem nicht passt, sollte man vielleicht mal überlegen, ob die Gegenseite vielleicht recht hat, statt sich einen Schutzpanzer aufzubauen und scharf zu schießen.

Mit anderen Worten: Ich habe Euch kritisiert, liebe Linuxer, aber ich habe mir auch Eure Kritik an mir angehört. Sie war bereichernd, wenn nicht gerade Worte wie "*********" oder "Windows-n00b" drin vorkamen.

Allerdings gehört zur Toleranz eine gewisse Einstellung, Dinge nicht zu ernst zu nehmen, sprich: Humor. Und der ist gerade bei den oben erwähnten Utopisten nicht wirklich vorhanden, die nehmen die Welt und sich einfach viel zu ernst.

Also: Lachen kann helfen

Gruß,
Christian
  Mit Zitat antworten
Alt 20.07.2005, 02:57   # 18
immorb
Gastposter
 
Zitat:
Zitat von Tweek
[..]Genau das treibt die Hippies,[..]
Hallo!! wir kannten kein Windows,geschweige Computers.
Wir hatten keine Stiefel an,sondern einfache Turnschuhe. noch nicht einmal mit irgend einem Markennamen drauf.
@Tweek,die Hippie-generation ist es egal gewesen was ein Computer ist.Kannten wir nicht.
Und hier muss ich dir mal widersprechen.
in der Zeit hatten wir keine PC`s!!!!
Einige huldigtem dem Flower-Power,(Hippies)andere wurden die 68er.
Und Hippies gibt es heute nicht mehr so viele.ich vermute mal keine.


m.f.g.
  Mit Zitat antworten
Alt 20.07.2005, 11:12   # 19
Hyperlink
 
Registriert seit: 10.08.2003
Beiträge: 191
Zitat:
Zitat von Tweek
Mit anderen Worten: Ich habe Euch kritisiert, liebe Linuxer, aber ich habe mir auch Eure Kritik an mir angehört.
Wenn ich ausschließlich Linux benützen würde, würde ich sagen: "Na und, ich hab's nicht programmiert, ich arbeite nur damit. Wenn man keine Probleme hat macht man sich welche. Nimm halt was anderes wenn's Dir nicht gefällt. Notfalls kauf Dir was."

Sicherlich sind die teilparanoiden Utopien und politischen Einflußnahmen seitens Microsoft diskussionswürdig, ebenso wie es auch der deutsche Waffenhandel oder die Gentechnik auch ist, aber "Diskussion" im Sinne intressanten Informationsaustusches findet doch in Foren so gut wie nie statt, dazu sind die Flamer eine viel zu große Störquelle.

Machen wir uns doch nichts vor, richtige thematische Diskussion der Zusammenhänge kann in öffentlichen Foren nicht praktiziert werden. Allenfalls werden Statements ausgetauscht, je plakativer desto einprägsamer ...

Jeder muß doch für sich selbst entscheiden welche Ansprüche er hat und ob für ihn persönlich Linux, Windows oder eine der anderen Alternativen taugt. Der ausschlaggebende Artikel juckt da überhaupt nicht und enthält für diese Entscheidung viel zu wenige Informationen, da er wohl eher der Unterhaltung dienen sollte, denn der Aufklärung.
  Mit Zitat antworten
Alt 20.07.2005, 12:21   # 20
Tweek
Threadstarter
 
Benutzerbild von Tweek
 
Registriert seit: 31.03.2004
Ort: Bonn
Beiträge: 958
Zitat:
Und Hippies gibt es heute nicht mehr so viele.ich vermute mal keine.
Doch, die gibt's noch, die haben sich nur getarnt Manchmal laufen sie auch ohne Tarnung rum, sehe manchmal welche im Bus

Gruß,
Christian
  Mit Zitat antworten

Alt 27.05.2012, 23:25 # --
News Flash
 
Benutzerbild von News Flash
 
 
 
   
Antwort
Themen-Optionen



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 23:25 Uhr.