[pl] KDE 2004: Auf dem Weg zum Korporate Desktop Environment

Alt 08.01.2004, 22:14   # 1
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KDE 2004: Auf dem Weg zum Korporate Desktop Environment?

Hinter den KDE-Kulissen tut sich derzeit einiges. Die Weichen für die Zeit nach dem anstehenden 3.2-Release (geplant für den 2. Februar) werden jetzt schon gestellt.

Man könnte es so zusammenfassen: KDE ist auf dem Weg von der integrierten zur integrativen Desktop-Umgebung. "Fremd"-Programme innerhalb der KDE-Umgebung sollen nicht bloss "einfach laufen", sondern sie sollen so nahtlos wie möglich in ihre Laufzeitumgebung eingepasst werden. Beispiele solcher Fremdprogramme sind OpenOffice, Mozilla und alle GNOME-Applikationen (Gimp, Sodipodi,...). Diese Programm sind mit jeweils eigenen Toolkits geschrieben und beruhen auf jeweils unterschiedlichen Software-"Bibliotheken".

Für den Anwender und vor allem für den Linux-Neuling (der demnächst am Arbeitsplatz im Zuge einer Migration eventuell den vertrauten MS-Windows-Desktop aufgeben muss), macht sich dies in verschiedensten Holprigkeiten bemerkbar:
  • beim Drucken poppen aus Mozilla/Netscape, OpenOffice/StarOffice, Gimp oder Konqueror völlig verschieden gestaltete Dialoge auf, mit ziemlich unterschiedlichem Layout und abweichender Funktionalität (bei Mozilla kann man nicht mal den Drucker auswählen -- man muss ihn in der Kommandozeile ändern!)
  • beim "Datei-Öffnen"- oder beim "Speichern-Unter"-Dialog das gleiche Bild: die Oberfläche sieht ganz verschieden aus, und die Programme verhalten sich völlig inkonsistent
Wer jemals damit betraut war, Linux-Neulingen (die nicht den Ehrgeiz besitzen, sich irgendwann mal zu "Geeks" zu entwickeln, die jedoch im tagtäglichen Umgang mit Windows-Büro-PCs geübt und durchaus guten Willens sind), den Umgang mit dem "neuen System" zu nahezubringen, hat mit eigenen Augen sehen können, wie schwer sich diese mit solchen "Kleinigkeiten" tun.

Bei KDE hat man dies erkannt. Arbeit ist an verschiedenen Fronten im Gange. Die Bedienung aller wichtigen Programme soll vereinheitlicht werden, sofern sie innerhalb eines KDE-Desktops ablaufen.
  • visuelle Elemente: das Aussehen von Programmen unterschiedlicher Herkunft soll besser harmonieren -- dieselben Icon-Sets, gleich strukturierte Menü-Einträge, gemeinsame "themes" und Farbschemata sollen zum Einsatz kommen
  • funktionale Elemente (1): Programme unterschiedlicher Herkunft sollen KDE-Dialoge für sich nutzen können (bei der Interaktion mit dem Gesamtsystem). Hier denkt man insbesondere an "Datei-Öffnen"-, "Drucken"- oder "Speichern Unter"-Dialoge.
  • funktionale Elemente (2): alle Linux-Programme (nicht nur KDE-Applikationen) können in Zukunft die KDE "ioslaves" zu verwenden, beispielsweise um auf remote-Verzeichnisse direkt über "fish://" oder "smb://" zuzugreifen.
Hierfür müssen hierfür einige programmtechnische Mauern zwischen GTK (dem GNOME-Toolkit) und Qt (dem KDE-Toolkit) niedergerissen werden. Machbar ist es. Denn erste Ergebnisse sind bereits an verschiedenen Stellen im Internet zu besichtigen. Hier sind einige vorläufige Screenshot-Addressen. Sie vermitteln eine gute Vorstellung davon, wohin die Reise für die Anwender gehen kann, wenn alle Beteilgten mit dem KDE-Projekt kooperieren:
Bitte beachten: Diese Dinge werden noch nicht in die KDE-Version 3.2 eingehen. Sie müssen noch etwas reifen. Ausserdem ist manches davon auch ein Thema, das im Rahmen von Freedesktop.org erst noch endgültig geklärt werden muss. Der Nachweis prinzipieller Machbarkeit ist durch einige KDE-Corehacker jedenfalls erbracht -- ein Grund mehr, die Zusammenarbeit zwischen den beiden Haupt-Desktops zu vertiefen.



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Alt 27.05.2012, 23:20 # --
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