Da bin ich anderer Meinung. In Puncto Auflösung kann es kein Sensor mit gutem Analogmaterial aufnehmen.
Die Spitze dessen, was analog überhaupt machbar ist, stellt zur Zeit der ADOX CMS 20 dar. Er ist mit bis zu 800 Linien pro mm angegeben. Das macht, auf einen Sensor umgerechnet, eine Auflösung von 500 Mio. Bildpunkte. Zum Vergleich:
diese Kamera, mal eben über 20.000€ teuer, bringt nur 10% davon.
Nicht verschweigen will ich allerdings auch ein paar Nachteile:
Bei einer derart hohen Auflösung stoßen selbst gute Objektive, z.B. Canon FD, Leitz Summilux, Minolta MD Rokkor oder Nikon Nikkor an ihre Grenzen. Von den Objektiven, die ich kenne, kann einzig das Zeiss Planar in etwa mit dem Film mithalten. Um Beugungsunschärfe durch Lichtbeugung an den Blendenlamellen zu minimieren, dürfen die Objektive nicht oder nur sehr wenig abgeblendet werden. Daraus resultiert eine geringe Tiefenschärfe, das allerdings muß kein Nachteil sein.
Ein weiteres Problem ist die Verschlußzeit. Schon bei einer Standardbrennweite von 50 mm ist die Verwacklungsgefahr recht groß, jedenfalls dann, wenn man die Schärfe des Films voll ausnutzen will. Aus freier Hand läuft unter 1/250 s gar nichts und wenn man keine sehr ruhige Hand hat, ist 1/1000 s angesagt.
Zudem ist der Film recht unempfindlich, wodurch kurzen Belichtungszeiten wiederum Grenzen gesetzt sind. In der Regel wird man ein Stativ benutzen müssen.
Alles in allem keine einfache Angelegenheit.
Dafür wird man dann aber auch mit Negativen belohnt, die man problemlos auf 50 x 60 cm und größer aufblasen kann, und die knackscharfe Bilder bis in die äußersten Ecken liefern.