Blitz- und Überspannungsschutz

Alt 13.07.2012, 17:36   # 1
Numérique
 
Registriert seit: 24.06.2012
Ort: Kölle am Rhing
Beiträge: 8
Hallo,

ich habe vor die Antennenanlage nach Bild 3 aus der angehängten Dehn Broschüre aufzubauen. Nun ist es aber so, dass ich ja für den Unicableswitch von Jultec eine Spannungsversorgung benötige. Heisst das dann, dass ich nach Bild 8 aufbauen muss? Sind die Kombiableiter zwingend einzeln erforderlich, also Eingangs- wie Ausgangsseitig? Funktioniert auch so etwas wie der Obo Bettermann tv 4+1? Bringen die Kombiableiter überhaupt etwas? Den Netzanschluss für den Switch und ggf. Verstärker für UKW+DVB-T würde ich mit einem Überspannungszwischenstecker versehen.

Besten Dank.

Gruß

Olav
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Alt 13.07.2012, 17:36 # --
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Alt 13.07.2012, 22:27   # 2
Dipol
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Beiträge: 4.830
Zitat:
Zitat von Numérique Beitrag anzeigen
ich habe vor die Antennenanlage nach Bild 3 aus der angehängten Dehn Broschüre aufzubauen.
Das ist die suboptimale Antennen-Direkterdung die man bei Neuinstallationen tunlichst vermeiden sollte, weil die Kabel und Endgeräte bei einem Direkttreffer erhebliche Teilblitzströme erleiden. State of the Art ist nur noch der Schutz über eine getrennte Fangstange.
Zitat:
Zitat von Numérique Beitrag anzeigen
Nun ist es aber so, dass ich ja für den Unicableswitch von Jultec eine Spannungsversorgung benötige. Heisst das dann, dass ich nach Bild 8 aufbauen muss?
Nach DIN EN 60728-11 müssen netzgespeiste Multischalter-Gehäuse in den PA einbezogen werden. Nach einer anderen Bestimmung aber auch alle metallischen Gehäuse. Da man also die Gehäuse ohnehin einbeziehen soll oder muss und die Drahtverbindung zum Erdblock kein Kostenfaktor ist, ist das kein ernsthafter Punkt.

Überspannungsschutz kann nur wirken, wenn er energetisch nach Grob-, Mittel- und Feinschutz koordiniert ist. In den Folien im gepinnten Erdungsthread ist eindeutig dargestellt, dass die Schutzbausteine optional empfohlen, aber -völlig unabhängig von der Multischalterspeisung- nicht zwingend vorgeschrieben sind.
Zitat:
Zitat von Numérique Beitrag anzeigen
Sind die Kombiableiter zwingend einzeln erforderlich, also Eingangs- wie Ausgangsseitig?
Funktioniert auch so etwas wie der Obo Bettermann tv 4+1? Bringen die Kombiableiter überhaupt etwas?
Überspannungen und insbesondere Blitzströme lösen sich nicht von selbst in Wohlgefallen auf, die müssen gegen Erde abgeleitet werden. Eine direkt geerdete Antenne in Zone LPZ 0A erfordert einen mastnahen SPD 1 Blitzstromableiter. Eine Antenne im Schutzbereich einer Fangstange befindet sich dagegen in Zone LPZ 0B, womit mastnah nur noch ein SPD 2 Überspannungsableiter benötigt wird. In Kombination mit diesen Schutzbausteinen kann auch ein guter Kombiableiter wirken.

Jedes Endgerät muss heute eine höhere Spannungsfestigkeit als der TV 4+1 haben. Vergleiche mal in den Folen die Daten des skandalös schlechten TV 4+1 mit anderen Produkten.

Zitat:
Zitat von Numérique Beitrag anzeigen
Den Netzanschluss für den Switch und ggf. Verstärker für UKW+DVB-T würde ich mit einem Überspannungszwischenstecker versehen.
Ohne getrennte Fangeinrichtung oder SPD 1-Blitzstromableiter dürfte ein inbrünstiges Abradakabra vor jedem Gewitter oder eine Kerze für St. Florian die gleiche Wirkung wie viele dieser Spielzeuge haben. In den schlechteren ist u. U. nur eine Glimmlampe drin.
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Alt 14.07.2012, 15:47   # 3
Numérique
Threadstarter
 
Registriert seit: 24.06.2012
Ort: Kölle am Rhing
Beiträge: 8
Hallo,

erst mal danke für die detaillierte Antwort. Das die Lösung ohne Fangstange nicht optimalste ist, leuchtet ein. Ein Haus mit äußerem Blitzschutz ist ja auch besser, als eines ohne.

Wenn ich bei der "subotimalen" Lösung bleibe, bedeutet das also, dass der Überspannungsschutz nur als Option zu sehen ist, oder? Die angegebenen Werte sprechen ja für sich und die Schraubklemmen sind wohl kaum annähernd blitzstromtragfähig.

Ich würde dann einen ordnungsgemäßen Potentialausgleich installieren. Der häufigere Fall für Schäden an der Empfangsanlage sind ja Überspannungen, die ja durch Einschläge in der nähreren Umgebung entstehen. Ich denke mal, dass sich ja die Höhe der Ströme nicht eindeutig definieren lässt, daher die Frage, ob hierfür ein ordnungsgemässer PA in meisten Fällen ausreicht und der optionale Überspannungsschutz nur ein nettes Gimick ist, was übertrieben gesagt einen eingepackten Erdungsblock darstellt?

Gruß

Olav
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Alt 14.07.2012, 18:24   # 4
Dipol
Team SAT-Technik
 
Registriert seit: 19.03.2007
Beiträge: 4.830
Zitat:
Zitat von Numérique Beitrag anzeigen
Ich würde dann einen ordnungsgemäßen Potentialausgleich installieren. Der häufigere Fall für Schäden an der Empfangsanlage sind ja Überspannungen, die ja durch Einschläge in der nähreren Umgebung entstehen.
Völlig richtig!

Direkteinschläge ins Gebäude richten zwar die höheren Einzelschäden an, aber die Summe der durch Blitzschläge entstehenden Überspannungs-Folgeschäden in der Nachbarschaft ist durchschnittlich etwa doppelt so hoch!
Zitat:
Zitat von Numérique Beitrag anzeigen
Ich denke mal, dass sich ja die Höhe der Ströme nicht eindeutig definieren lässt, daher die Frage, ob hierfür ein ordnungsgemässer PA in meisten Fällen ausreicht und der optionale Überspannungsschutz nur ein nettes Gimick ist, was übertrieben gesagt einen eingepackten Erdungsblock darstellt?
Ein Konzept für einen guten Blitz- und Überspannungsschutz darf sich nicht nur an der Antenne orientieren, sondern muss auch die Energie- und Telekommunikations-Leitungen berücksichtigen. Dort dann auch wieder energetisch koordiniert nach Grob-, Mittel- und Feinschutz.
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Alt 23.05.2013, 15:10 # --
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