| | # 4 | ||||
| Registriert seit: 18.03.2003
Beiträge: 1.423
| Zitat:
Für die Zukunft denke ich, dass sich mehrere Formate parallel halten werden. Der PC macht es möglich, so dass dies kein Problem darstellt. Der User wird sich sein Format frei wählen können, so wie es im Prinzip heute schon der Fall ist und das wird sich meiner Meinung nach nicht ändern. Im Gegenteil, die Softwareunterstützung von anderen Formaten wird meines Erachtens zunehmen. Zitat:
Zitat:
Mit der Tatsache, dass sich der Musikbereich immer mehr Richtung PC verlagert, die Stereoanlage wahrscheinlich irgendwann davon abgelößt wird und Festplatten immer günstiger werden, wird die Fangemeinde für Lossless-Formate zunehmen. Insbesondere User, die jetzt mit gutem Stereoanlagenequipment arbeiten und MP3 verabscheuen, werden sich auch auf dem PC den audiophilen Möglichkeiten zuwenden. Insgesamt wird die Lossless-Gemeinde zwar prozentual nicht das Gewicht der Lossy-User haben, aber sie wird meines Erachtens so groß sein, dass sie nicht zu vernachlässigen ist. Das Exotendasein, werden Fishdarm & Co. auf jeden Fall verlieren :biglol: Zitat:
Spunky | ||||
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| | # 5 |
| Registriert seit: 04.01.2005
Beiträge: 17
| MP3 ist zu einem weltweiten Markenartikel wie Nivea geworden. Sicher wird es immer auch andere Cremes geben, die noch besser oder billiger sind oder werden. Aber viele Milliarden MP3s gibt es praktisch schon kostenlos auf allen Computern und legale und illegale Beschaffungsquellen verstopfen für andere Formate fast alle Marktzugänge. Verzagt versuchen einige Hardwarehersteller bzw. einige Audioverteiler auch andere Formate anzubieten, aber wenn etwas anderes auf dem Computer ist, dann wohl nur, weil extrem wenige Freaks technisch experimentieren und sich dennoch immer auch im Wettlauf mit Verbesserungen bei MP3 befinden. Es wird breiter über den Lame 3.96.1 diskutiert, als über FLAC oder OGG und selbst der neueste Lame interesiert doch wohl nur am Rande... Sehr wenige Interessierte testen dies und das mal, merken aber sehr schnell, dass in Summe Qualitätsgewinne nicht mehr hörbar sind und noch vorhandene Einschränkungen im Handling deutlich stören. Wirtschaftliche Interessen kann man mit neuen Formaten kaum verfolgen und Tüftler müssen nun das Kunststück fertig bringen, einer breiten Masse, die nichts besseres sieht, hört oder fühlt technische Messungen zu erklären, die kaum jemand wirklich lesen oder verstehen will. MP3 würden wir heute auch gar nicht einsetzen, wenn es nicht die Einschränkung teurer und begrenzter Festplattenspeicher gegeben hätte. Wie lange gilt dieses Argument denn schon nicht mehr und seit wann setzen wir auf DSL? Keine Chance, die Masse ist nun bei Nivea und andere können die Krümmel links und rechts einsammeln. Wenn verlustfrei ein gutes Breitenargument wäre, hätte es sich in enigen Monaten durchgesetzt. Wenn Festplattenpreise keine Role mehr spielen, könne wir uns auch FLAC schenken und bei WAV bleiben usw.... DRM kann nicht überleben, wenn alle gleich nach der 1. Erfahrung wissen wollen, wie man diese Einschränkung überwindet und in jedem Forum Rat dazu findet. Unter Marketinggesichtspunkten müßte einer der 20 Hersteller nicht den todsicheren MP3-Nachfolger, sondern das verlustfreie MP3 erfinden, dass nur 10% von WAV oder FLAC benötigt und automatisch durch einfache Umbenennung der Dateiendung mit allen anderen Formaten kompatibel ist. Gruß HeliumFan |
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| | # 6 | |||||
| Registriert seit: 10.08.2003
Beiträge: 191
| Ich kann mich meinen Vorpostern in den meisten Dingen nur anschließen. Gegen LAME-mp3 direkt von der CD in preset standard ist an sich nix einzuwenden. Was sonst noch alles von anderen Encodern in niedrigen Bitraten produziert wird, steht auf einem ganz anderen Blatt. Insbesondere der iTunes-mp3-Encoder bei 128 kbps fällt da sehr negativ auf. Verbrauchsmusik aus dem Filesharing, wo manche den allerletzten Dreck anbieten, sollten auch nicht unbedingt als Maßstab dienen. WMA und iTunes AAC sind kommerzielle Randerscheinungen, die nur wegen den OnlineShops einen gewissen Bekanntheitsgrad (teilweise auch eher zweifelhaften) bekommen und keinen Deut besser sind als LAME-mp3. Dieselbe Performance erreicht man auch kostenlos mit LAME. Jeder weitere Codec im Bereich der Lossy-Formate um die Ratio 1:7 herum ist eigentlich überflüssig, außer er bringt mindestens schon mal Gapless Playback mit. Selbiges gilt für AACplus, welches nur ein sehr eng spezifiziertes Einsatzgebiet hat. Das gilt auch für Sprachcodecs wie etwa Speex. Beide werden von OGG als Multitalent von 32 kbps bis in die Transparenz flankiert. Musepack, Ogg und weitere Alternativen werden von den Meinungsmachern in Deutschland ignoriert, allen voran die Computer-Fanzines. Dies wird sich wohl kaum ändern lassen, solange CHIP, DataBecker-Zeitschriften, PC-Welt und Co. zur Meinungsbildung herangezogen werden. Artikel für versierte Nutzer sind eine Seltenheit. Selbst Sonderhefte besprechen meist nur 1000 Tipps zu iTunes, MusicMatsch Juxbox und Co. Lossless-Formate haben für Archivierungszwecke die größte Chance auf Verbreitung, wenn die Festplattengrößen im Consumerbereich weiterhin so rasant wachsen. Um Verbrauchsmusik für mobile Player herzustellen, ist es aber eigentlich ziemlich egal welches Lossy-Format man benutzt, sie werden meist aus einer hochbittigen Quelle (seltener von CD), als niederbittige Kopien erstellt, eine Weile konsumiert und anschließend wieder gelöscht. Wer braucht in diesem Bereich mehr als das heute gebotene. Bei der Technik der mp3-Player hat sich doch seit Jahren im Wesentlichen nichts getan, außer vielleicht beim Fassungsvermögen. Wenn man über Audiokompressionsformate berichten will sollte man sich weniger auf das aktuell benutzte konzentrieren und warum es wie benutzt wird. Auch zukünftige Nischenprodukte wie etwa AACplus intressieren wenig. Das zukünftige Leserintresse liegt vermutlich eher in folgenden Bereichen: - was überhaupt alles schief gehen kann, qualitative Nutzungsanalayse - wie und mit welchen Programmen kann ich alle angebotenen Audioformate nutzen - wie kann ich aus meinem Rechner eine höhere Audioqualität herausholen, "mein Rechner als Multifunktions-Media-Compi" - kostengünstiges Tuning von Audio-Hardware, Upgrade-Beratung, - kostenlose Software für oben aufgeführte Zwecke - Entwicklung im Bereich MPEG 7, welche ja alle Fehler der Vergangenheit korrigieren soll - "Warum geht lückenlose Wiedergabe nicht ?" - ... So in etwa könnte es laufen. Artikel, Homepages, Tutorien und Informationen über den Staus Quo gibt es genügend. Zusammenfassend kann ich aus meiner Erfahrung nur folgendes sagen: Die Formate unterscheiden sich eigentlich innerhalb ihrer Klassen nicht oder nur kaum. Ratio 1:2 Lossless-Formate, man suche sich aus welches die sympathischste Dateiendung hat, ansonsten gibt es kaum nennenswerte Unterschiede. Selbst die Kommerziellen Anbieter wie etwa MS, Real Networks und Apple haben sie für sich entdeckt und bieten Lossless Varianten an. Ratio 1:7 Hier kann man aus einem Überangebot wählen. Musepack ist der performanteste, Ogg der "freieste" und LAME-mp3 der beste für mp3-Rückwärtskompatiblität. Archiviert wird meist in transparenten Bitraten auf einem PC und da kann man sich unter den Formaten relativ frei eins aussuchen. Jedes weitere Format welches nicht mit neuen Features daherkommt, ist völlig unnötig. Man zwingt damit nur die Nutzer dazu, sie in kompatible Formate "umzuwandeln", zu transcodieren, damit sie auf vorhandener Hardware laufen. Ratio 1:10 und höher ergeben Verbrauchsbitraten, das Abspielgerät gibt die Rahmenbedingungen vor, man muß also das Format nehmen welches durch den Hardware-Decoder vorgegeben ist. Meist ist eine niedrige Bitrate zuungunsten der Qualität erwünscht. Auch hier sollte jeder seinen persönlichen Kompromiss finden können. Niemand wird ernsthaft anfangen AACPlus auf einem Rechner zu archivieren, son Zeugs gehört auf Handys oder ins Webstreaming/Webradio. Zitat:
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| | # 7 |
| Threadstarter Registriert seit: 13.10.2004
Beiträge: 20
| Danke schon mal für Eure Antworten. Ich finde jedoch, den DRM-behafteten Formaten wird hier zu wenig Potenzial zugesprochen. Im Moment zeichnen sich doch 2 Dinge ab: 1. wird versucht den Tauschbörsennutzern immer mehr in die Suppe zu spucken. Auch wenn die Industrie einige Rückschläge einstecken muss (http://www.netzwelt.de/news/69538-p2...tspflicht.html), glaube ich das hier noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Immer häufiger hört man Meldungen über Gerichtsurteile und Schadensersatzforderungen im P2P-Bereich. Davon lassen sich sicherlich einige Kazaa & Co. -User einschüchtern und werden etwas vorsichtiger beim Tauschen von Musik über das Netz. Ganz verschwinden wird Filesharing dadurch natürlich nicht, doch wenn der Otto-Normal-User kalte Füße beim Download seiner MP3s bekommt, könnte es doch sein, dass er sich eher überlegt seine Musik legal (genauso schnell, genauso bequem) bei iTunes oder einem anderen Dienst zu kaufen. 2. sprechen die Geschäftszahlen der Download-Dienste für sich (http://www.netzwelt.de/news/67762-ap...millionen.html). Ich weiss, dass auf die 150 Millionen iTunes Songs, Gott weiß wie viele getauschte Filesharing-Lieder kommen. Trotzdem wird die Bereitschaft für (vergleichsweise schlecht kodierte und DRM-behaftete) Musik aus dem Internet zu bezahlen scheinbar immer größer. Und das der "normale" User nicht soviel Wert auf den Klang einer Musikdatei legt wie die audiophilen (das unterstelle ich Euch einfach mal Reicht es dem Durchschnitts-User nicht, dass er seine Musik einfach auf seinem PC (oder portablen Player) anhören und vielleicht 5 mal auf CD brennen kann? Natürlich wird über DRM in verschiedenen Foren heiß und ausgiebig diskutiert, aber wie groß ist die Zahl der User, die noch nicht einmal wissen (und sich auch vielleicht gar nicht dafür interessieren), dass es überhaupt möglich ist eine Musikdatei in ihrer Nutzung einzuschränken? Ich glaube von AAC, WMA und deren Nachfolgern werden wir, gerade durch die Verbreitung durch iTunes & Co., noch viel hören. |
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| | # 8 | ||||
| Spambot #DerEwigLetzte Registriert seit: 20.05.2003
Beiträge: 2.844
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nachfolger: ich hoffe auf oggvorbis wegen den o.g. gruenden Zitat:
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ob ich sie nutze: NEIN ! gibt ja zum glück noch radios, aber drm - > niemals ! | ||||
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| | # 9 | ||
| Registriert seit: 18.03.2003
Beiträge: 1.423
| Zitat:
Zitat:
Spunky | ||
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| | # 10 |
| Registriert seit: 10.08.2003
Beiträge: 191
| Aus der Sicht eines nicht Audiophilen siehts doch noch düsterer aus für DRM-Formate von MS & Co. DMR-Codecs werden ausschließlich von den Konzernen benötigt um ihre Ware an den Käufer zu bringen, niemand sonst braucht sie, er Verbraucher selbst hat keinen zusätzlichen Nutzen oder Komfortvorteil. Eine Chance über die Formatwahl mitzuentscheiden gab's sowieso nicht, man wird einfach nicht gefragt. Verlustbehaftetes transcodieren (wma->mp3) in das kompatiblere mp3 ist somit bei vielen Nutzern Pflicht, was aber bei den ohnehin nichttransparenten Bitraten kaum ins Gewicht fällt. Hierdurch entsteht ein zusätzlicher unnötiger Aufwand. Plastisch erklärt, "willst Du Tüsney-Musik hören, must Du auch den Disneyplayer Blaue Blase installieren und das Tüsney-DRM Format Grüner Stuss benutzen und fehlenden Komfort und fehlende Kompatibilität auf Dich nehmen". Ohne Blaue Blase und Grüner Stuss läuft gar sonst nix. Beide laufen selbstverständlich nicht auf allen Hardwareplayern deshalb müssen auch noch zusätzlich die von Disney beworbenen Playerchen My First Ear vom Kooperationspartner "Fischa Preiss" gekauft werden. Geht irgendetwas schief in diesem Zirkus, lassen sich zB Lizenzen nicht mehr reaktivieren, so ist immer der User schuld, egal wie kompliziert und verkorkst sich das Gesamt-System in seiner Usability oder Verstehbarkeit gibt. Anschließendes Telefonieren mit dem Support bei wenig versierten Nutzern ist damit vorprogrammiert. Egal wie verbraucherfeindlich die derzeitigen technischen Umsetzungen sind, man muß sie akzeptieren, will man ein bestimmtes Angebot nutzen. Einerseits kriegt man beim Kauf eines mp3-Players erklärt wie leicht man eigene Musik von CD aufs mobile Gerät bekommt und hat dann kopiergesperrte Dateien und CDs vor sich liegen, erscheint mir alles als ein großangelegter Unfug. Andere Wege den Player zu füllen gibts ja kaum, außer über einen PC. Der einzige Ausweg ist komplett auf den Nepp zu verzichten. Der Kunde selbst braucht diese Firmenformate ohnehin nicht wirklich, kennt und nutzt bereits bessere wie etwa LAME-mp3 oder gar Lossless. Weshalb sollte er sich also diesen aufgenötigtem "Software-Zirkus" antun, es geht doch nur um ein paar Audiodateien die weit unter der CD-Qualität liegen. Die "Fort Knox"-Mentalität der Anbieter solcher "verdünnten" Musikalien ist für Verbraucher auch nach stundenlangem Nachdenken nicht nachvollziehbar, hinzu kommt, daß er für das DRM-Rumgespinne auch noch 1 EUR pro Datei blechen sollen. Nutzer anderer Betriebsysteme als Windows werden zudem noch komplett ausgeschlossen, brauchen sich erst gar keine Gedanken machen. Auch der iTunes Music Nepp richtet sich vornehmlich nur an Mac OS- und Windows-Nutzer. Gerade dieses fehlende Mitspracherecht und die vom Anbieter gewollt eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten, die dem Nutzer aufgebürdet werden, ärgern doch potentielle Kunden am meisten. Das macht einen großen Teil der Enttäuschung aus. Wer außer den Downloadshops braucht also DRM? DRM-Formate sollten also eigentlich keinerlei Chance haben in einem Markt mit freien Alternativen. Wenn sie es trotzdem haben, so liegt es an der TV-Werbung und an den juristischen Repressionen, die viele Neugierige zu den "legalen Alternativen" treiben, ist halt durch die Berichterstattung in den Medien grad auch in Mode. Legal mögen diese Saftläden ja sein, aber Alternativen zum bisherigen sind sie keinesfalls. Wer unbelastet und ohne Vorurteil diese vermeintlichen "Alternativen" ausprobiert, dem vergeht bereits nach kurzer Zeit "hören und sehen". Es ist auch eine perverse Logik, diejenigen Repressalien auszusetzen und zu drangsalieren, die noch ein "legales Angebot" nutzen möchten. Der Käufer der Ware hat durch den "legalen Download" zusätzlich zum exorbitant hohen Preis größere Nachteile in Kauf zu nehmen als ein vergleichbarer Nutzer einer etwas weniger legalen Kopierbörse wie etwa bei einem spanischen oder russischen Anbieter. Schlimmer noch der Download-Shop Nutzer muß sich von vielen Seiten zurecht für dumm erklären lassen, weil die Kopierbörsen-Nutzung sich doch eigentlich durch alle Gesellschafts- und Einkommenschichten hindurch etabliert hat und mit sozialer Akzeptanz verbunnden. Ethisch moralisch versagt doch nicht ohne Grund bei den Menschen das Ungerechtigkeitsempfinden wenns ums "etwas besorgen" geht. Solange man "gesaugten Kram" nicht verkauft, befindet man sich in einem Umfeld und genießt gesteigertes Intresse der Umwelt. Das wird sich auch durch die wenigen Prozesse gegen ein paar bestens ausgesuchte Sündenböcke nicht ändern. Würden diese Sündenböcke ordentlich juristisch durch Anwälte unterstützt, ließe sich das Blatt sogar evtl. irgendwann wenden und die hohe soziale Akzeptanz der Kopierbörsen wäre offensichtlich. Dann müßten neue Kompromisse ohne staatliche Eingriffe her. Derzeit müssen ja die Kopiersperren zusätzlich durch Gesetze geschützt werden, weil sie nicht funktionieren. Durch die UhG-Novellen bleibt es wohl auch beim derzeitigen Status Quo, daß Millionen von Menschen etwas tun und von etwas profitieren, was mittlerweile von Art, Form und Ausmaß her in jeden Fall schon unter dem Begriff "Teilhabe am kulturellen Leben in unserer Gemeinschaft" läuft. Gerade einkommensschwache und sozial Benachteiligte sichern sich über Filesharing eine "Teilhabe am kulturellen Leben", welches sie sich ansonsten früher durch Mitschnitte von TV, Radio etc. gesichert haben. Dies kann jetzt als Pladoyer für ein "Menschenrecht auf Filesharing" mißverstanden werden, aber Fakt ist, daß sich diese Personengruppen ohnehin wegen "Sozialhilfe und Co." das entsprechende Produkt nicht hätten leisten können. Entsprechend entsteht hier auch kein Schaden durch ausfallende Gewinne. Das ganze DRM-Zeugs verteuert übrigens die Produkte und wird vom Kunden selbst auch noch finanziert. Der Nutzer selbst finanziert die Maßnahmen, die ihn selbst wiederum einschränken, das ganze wird zusätzlich garniert durch überzogene Preisvorstellungen seitens der Anbieter. Kein vernünftiger Mensch macht das lange mit, ohne wenigstens in einem gewissen Maße mitbestimmen zu wollen. Würden die Künstler über neue Intressengemeinschaften in einen vernünftigen Dialog mit den Verbrauchern treten käme sicherlich auch für beide Seiten tragbarere Lösungen zustande. Derzeit aber profitieren von der fehlenden Dialogbereitschaft nur die Anbieter von Digitlem Restriktionsmanagement und die Anwälte und Detekteien, welche auffällige Filesharer aufspüren und für die Juristerei nach "Wehrhaftigkeit" und sozialen Kriterien vorsortieren. Nicht ohne einen bitteren Beigeschmack bekommen zusätzlich Softwarekpnzerne Zugriff auf einen Markt der sich bisher eigentlich auch selbst regulieren konnte, zusammen mit der Monopolisierung zu Multimedia-Großkonzernen eine bedenkliche Entwicklung. Als Zumutung für unbefangene Kunden empfinde ich auch noch, daß es zu den vielen Restriktionen und Einschränkungen der DRM-Formate auch noch mehrere teilweise unterschiedliche zueinander inkompatible Formate gibt. Zur Vielfalt der Firmenformate iTunes m4p, Sony Connect, Real AAC, Musicload WMA/ASF kommen noch Einschränkungen hinzu hinsichtlich der Software und auch Abspielhardware. Auch hier wird potentiellen Benutzer etwas aufgezwungen, was er villeicht vorher gar nicht wollte. Es ist ja nicht so, daß WMP, Sonicstage und Real Player zu den beliebtesten Software-Playern gehören oder der StandardDVDplayer ohne weiteres das Musicload-WMA abspielt, geschweige denn, daß man iTunes mp4 auf einem anderen Player als dem iPott abspielen könnte. Mittlerweile hat aber sogar der mächtige Sony-Konzern sein Politik ädern müssen und zusätzlich zu seinem mittelmäßigen Atrac-Codec bei Hardware-Playern noch mp3 mit ins Sortiment genommen. Liquid-Audio ist übrigens auch ein gutes Beispiel dafür wie ein DRM-Format nach einem tollen Start innerhalb weniger Monate eine Bauchlandung erleben kann. Warum wohl? Alle Umfragen unter an Download-Diensten Intressierten ergeben mit hoher Wahrscheinlichkeit, daß eigentlich alles nach kompatiblem mp3 schreit, weil damit direkt der mp3-Player gefüttert werden kann. Mittlerweile spielen ja selbst Küchengeräte auf Wunsch mp3 ab, nicht aber das DRM-Zeugs. Der Einzelverkauf, der lediglich den alten Single/Maxi-Markt ersetzt, orientiert immer noch am Verkauf eines Stückgutes ähnlich einer CD. In Wahrheit werden aber Daten verkauft, da muß sich die tradierte Musikindustrie noch mächtig umstellen, will sie den Anforderungen der Zukunft gerecht werden. Diese Form des "Einzelhandels" wird spätestens verschwinden, wenn ABO-Dienste in Deutschland eingeführt werden. Für ABO-Dienste werden intrinsisches DRM (also Verschlüsselung die in der Datei selbst weitergetragen wird) nicht benötigt. Artikel und Berichte über all diese Eigenheiten der Formate müssen also auch im Kontext mit ihrer vorherrschenden Erscheinungsform gesehen werden. Damit schreibt man aber letzendlich Werbeartikel für die Patentinhaber Microsoft, Real Networks, Coding Technologies oder Apple. Man macht sich somit zum verlängerten Arm der Downloadshops, ohne einen direkten Profit zu haben. Auch in Hinblick darauf, daß hinter den DRM und TCPA Firmenformaten auch eine Software-Patente-Industrie steht, die ohnehin niemanden mehr braucht außer sich selbst (auch den Benutzer nicht), wäre eine größere Verbreitung von Firmenformaten eher als bedenklich anzusehen, zum Verbrucherschutz tragen sie ja ohnehin nicht bei. Desweiteren dringen durch diese Software/Hardware-Sperren Konzerne in die Medienwelt ein, welche eigentlich dort nichts zu suchen haben, als Beispiel sei nur der Microsoft-Konzern genannt, dessen Utopien nicht überall in der Welt von Seiten der Regierungen dieselbe Unterstützung finden wie in den USA und deren barbarischen rücksichtlosen Vorgehensweise gegenüber Konkurrenten auch nicht unbedingt gerngesehen werden. Wobei MS ja mit dieser Art ökonomisch zu wirtschaften ja nicht alle steht und noch weitere große Konzerne direkt dahinter stehen und ähnlich operieren. ABO-Dienste verschiedener Formen werden mE den "Einzelhandel" mit Dateien ohnehin als "ersten zaghaften Versuch" und fehlgeleiteten Blödsinn einfach wegwischen. Dummerweise werden wir danach dann vermutlich immer noch über DRM in Form der Verschlüsselung von Streams reden müssen. Währendessen wirds dem Filesharing weiterhin bestens gehen, weil er simpel, bequem und allerbestens sortiert ist. Je nachdem welches Filesharing-Programm man heute nutzt, kann man schon heute solche zukünftigen ABO-Dienste ausprobieren. Emule-Nutzer bevorzugen Filme unterschiedlicher Qualitäten, Direct Connect bedient ScanComix-Liebhaber und Musiksammler gleichermaßen, Kazaa füllt nach wie vor den mobilen Player und auch für andere Vorlieben gibt die entsprechenden Programme und Communitys. Erst wenn es Medienformat-Anbieter gibt, die in einer dieser Disziplinen wie etwa dem Komfort oder der Auswahl, zu einem vernünftigen Preis, anstinken können, wird sich etwas ändern. Aber ganz sicher wird DRM dabei keine Rolle spielen, zumal Lösungen die von Menschen mit freiem Gedankengut verbreitet werden immer mehr Zuspruch finden. Man denke nur an die Beispiele OGG und Linux. Letztenendes war mp3 aus meiner Sicht auch nie als ein Endanwender-Format und Codec geplant, die heutige verbreitung eher ein Unfall. Richtig gut, weit verbreitet und von Repressalien befreit wurde es aber durch die LAME-Entwickler. Nur diese freie Form als LAME und in Teilen der Radium-ACM-Codec (Warez) haben den heutigen "Stand der Dinge" überhaupt erst herbeigeführt. Audiokompression und Lossy Formate wären niemals so verbreitet wie heute, hätte ein Konzern die Regie übernommen und die Rahmenbedingungen vorgegeben unter der eine Erstellung und Verbreitung von Inhalten möglich ist. Utopien seitens Bill Gates und "Disney's Erben" gehen allerdings in eine ganz andere Richtung und versuchen immer mehr eigentlich vergemeinschaftlicher Teile (Allmende) den Menschen zu entziehen und unter ihre Kontrolle zu bringen. Auch auf die Gefahr hin dem Zeitgeist zuwiderzulaufen, der sich vor einem seine eigenen Kinder fressenden grenzenlosen Casino-Kapitalismus auf die Knie wirft, denke ich hat die Idee einer freien Kultur mehr Chancen auf Verbreitung. selbstverständlich ist es legitim im Sinne wirtschaftlichen Gewinnstrebens eigene Produkte schützen zu können, aber in letzter Instanz hat immer noch Kunde König das letzte Wort, was eventuell zur Konsequenz hat, daß ungeliebte Produkte wie etwa DRM-behaftete Formate zum "virtuellen Regalblei" werden und nur noch Softwaregeschichtlich eine Rolle spielen werden. Vermutlich erledigen sich die Ärgernisse ums DRM aber ganz von allein. weiterlesen |
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| | # 11 |
| Registriert seit: 07.12.2004
Beiträge: 23
| Ich denke, dass es dem Normaluser ziemlich egal ist, welches Audioformat er verwendet, geschweige denn welchen Codec er zur Komprimierung benutzt. Das Phänomen ITunes - IPod zeigt, dass der Benutzer einfach das nimmt, was für ihn am bequemsten ist und ihm empfohlen wird. Die meisten Leute, die einen IPod besitzen, wissen wahrscheinlich gar nicht, dass sie aac-Dateien und nicht Mp3-Dateien auf ihr Gerät kopieren. "komprimierte Musik=Mp3", heisst es bei vielen. In meinem engeren Kollegenkreis, der vielleicht etwa 20 Personen umfasst, weiss nicht einmal ein drittel, dass es auch noch andere Formate als Mp3 gibt. Dass es verschiedene Mp3-Codecs weiss dann praktisch nur ich. Wahrscheinlich ist es auch so, dass die meisten Mp3's, aac's oder wma's mit einem einfachen all-in-one Programm kopiert werden. Als Beispiel sind hier ITunes, Musicmatch oder der Windoof Media Player zu nennen. Professionelle Tools wie zum Beispiel EAC oder Cdex werden eher weniger benutzt. Auch bei den Bitraten werden die meisten wohl ein cbr-128 verwenden. Deshalb denke ich, dass es Ogg Vorbis in Zukunft schwer haben wird, (von Mpc und den Lossless-Codecs spreche ich gar nicht erst) sich die Position von Mp3 zu krallen. Aac wird wahrscheinlich auch in Zukunft vor allem im Zusammenhang mit Apples Itunes bzw. IPod verwendet werden. Wma hat dank der Machtstellung Microsofts ziemlich schnell an Bedeutung gewonnen. Die Hardware-Unterstützung im portablen Bereich ist hier sicherlich gegeben, aber ob es auch benutzt wird? Allgemein denke ich, dass der Erfolg eines Formats vor allem von der Hardware-Unterstützung abhängt. Iriver machte es vor, einige andere Firmen ziehen nach, so könnte Ogg Vorbis vielleicht doch noch den Mp3 Hügel erobern. (Wenn Ogg nur nicht so viel Akku fressen würde) |
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