MP3 Sammlung in OGG Konvertieren. Direkt MP3 -> OGG ??

Alt 29.11.2003, 12:46   # 1
fredrik.strietz
 
Registriert seit: 29.11.2003
Beiträge: 9
Hallo,

ich habe in einem Beitrag hier gelesen, das der Moderator "Spunky" nicht empfiehlst MP3´s DIREKT in OGG umzuwandeln.

Vorneweg: Ich kenne mich mit MP3 zwar ganz gut aus, bin aber ein ogg Neuling!! Also entschuldigt bitte ev. einige Fragen.

Meine Frage: Ich habe eine riesige MP3 Sammlung (160, 192 und 256 Kbit mit der neuesten LAME codiert) und ich möchte meine ganzen CD´s nicht nochmal einlesen!!
Ich habe in einer relativ neuen CHIP Ausgabe gelesen (dort wurde ein Test durchgeführt), das das neu ogg Format ab 80 Kbit/s VBR schon an CD Qualität heranreichen soll.

Ich möchte meine ganzen MP3s jetzt in ogg konvertieren und wolle als Qualität in ogg die Stufe 2 VBR nehmen, also durchschnittlich so 96 KBit/s.

Als Programm nehme ich den Advanced WMA Workshop in der aktuellen Version. Dieser nimmt auch die ID3 Tags perkekt mit.

In einem kurzen Hörtest hat mich die Qualität eigentlich sehr überzeugt.

Wie steht Ihr zu einer Konvertierung in oben genannte Formate ??
Ist eine konvertierung in WAV vorher besser? Aber das macht das Programm ja wahrscheinlich eh im Hintergrund.

Natürlich hat die WAV Datei nur die entspr. MP3 Qualität der MP3 Datei. Aber dann habe ich doch bei einer direkten Umwandlung von MP3 in Ogg keinen anderen Verlust als von MP3 -> WAV -> OGG, oder ???

Eine Antwort wäre sehr nett !!

Gruß,
Fredrik
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Alt 29.11.2003, 16:38   # 2
Frank_Bicking
 
Registriert seit: 25.10.2002
Beiträge: 161
Das Problem bei dem Chip-Test ist, dass eine Beschreibung der Testmethodik, um die Qualität zu beurteilen, fehlte, jedenfalls auf der Chip.de-Seite. Nachdem es bei jedem Test in den vergangenen zwei Jahren nicht anders war, gehe ich auch diesmal nicht davon aus, dass Blindtests durchgeführt wurden.

Eine Interpretation des Tests in Hinblick auf die Qualität bestimmter Codecs ist deshalb nicht möglich; wenn die Testdurchführung mangelhaft ist und keine statistischen Methoden (Blind-Hörtests) verwendet wurden, dann sind die Resultate ebenfalls unbrauchbar. So gesehen stellt Chip lediglich die Behauptung in den Raum, Ogg Vorbis erreiche CD-Qualität. Dass dies garnicht möglich ist, vergessen sie dabei komplett.

Wie wir zu einer Konvertierung stehen, ist im Endeffekt völlig egal. Da du momentan von falschen Tatsachen ausgehst, rate ich dir aber ab. Informiere dich erst besser über das Thema, führe eigene Blindtests durch und vergleiche dabei immer mit dem Original. Dann entscheide dich, ob eine Konvertierung sinnvoll ist. Ein Umfrageergebnis bringt dir dabei letztendlich garnichts. Gehe von Fakten aus, und nicht von der Meinung der Mehrheit.

Zitat:
Wie steht Ihr zu einer Konvertierung in oben genannte Formate ??
Generell lehne ich sowas ab. Eine MP3-Datei ist bereits das Endergebnis eines Prozesses, und man sollte daran nichts weiter verändern. Dass Ogg Vorbis so benutzt wird, liegt sicherlich nicht im Sinne der Entwickler. Gerade wenn du schon mit dem LAME-Encoder und den alt-presets gearbeitet hast, dann hast du doch ordentliche Audiodateien. Wenn es dir an Platz mangelt, kauf dir eine größere Festplatte oder einen CD/DVD-Brenner, kostet heute alles nicht mehr die Welt.

Zitat:
Ist eine konvertierung in WAV vorher besser? Aber das macht das Programm ja wahrscheinlich eh im Hintergrund.
Richtig, da einem Encoder immer Daten im PCM-Format als Quelle zur Verfügung stehen müssen. Decodiert wird bei jeder Umwandlung, auch wenn es für den Benutzer nicht so aussieht, da keine WAV-Datei auf die Festplatte geschrieben werden, sondern lediglich PCM-Rohdaten im Arbeitsspeicher liegen.

Zitat:
Natürlich hat die WAV Datei nur die entspr. MP3 Qualität der MP3 Datei. Aber dann habe ich doch bei einer direkten Umwandlung von MP3 in Ogg keinen anderen Verlust als von MP3 -> WAV -> OGG, oder ???
Nein. Bedenke aber, dass die resultierenden Dateien die Verluste aus zwei Komprimierprozessen beinhalten werden. Die Qualität wird theoretisch schlechter sein als bei Ogg Vorbis-Dateien, die direkt aus dem Original entstanden sind. Ob DU dabei Unterschiede hörst, musst du selbst verausfinden, schließlich ist Transparenz (merke: nicht CD-Qualität) ein subjektiver Begriff und beschreibt lediglich die Tatsache, dass es keinen hörbaren Unterschied für eine Person bei den von ihr getesteten Samples gibt. Universell oder verallgemeinernd verwenden kann man diesen Begriff nicht.

Anmerkung:
Man kann nicht von MP3 nach "Ogg" konvertieren. Ogg ist ein Containerformat wie AVI, WAV, MOV oder auch Matroska. Was du meinst ist Vorbis, der Audiocodec aus dem Ogg-Projekt. Beachte das bitte bei weiteren Fragen oder Äußerungen zum Thema.
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Alt 29.11.2003, 21:51   # 3
xoggy
 
Registriert seit: 18.08.2002
Beiträge: 920
Man kann sich die Finger blutig schreiben, und das wahrscheinlich noch in 10 Jahren, dass Mp3, Ogg Vorbis, WMA, AAC, MPC, um nur einige zu nennen, verlustbehaftete Formate sind, die nicht nur komprimieren, sondern auch reduzieren, Daten unwiederruflich entfernen, kastrieren, und das eine Transkodierung von einem verlustbehafteten Format in ein anderes wie Mp3 --> Vorbis nur noch mehr Daten entfernt und das das ganze nichts, aber auch gar nichts bringt, ausser einen Haufen Audiomüll zu produzieren.

@fredrik.strietz

Wenn dir deine Songs am Herzen liegen, rip das Zeug nochmal, auch wenn es einige Zeit in Anspruch nimmt, und wandle das Original gleich in Vorbis um. Alles wichtige hat Frank schon erwähnt, 80 kbps CD-Qualität ist Blödsinn , genau wie anno dazumal Mp3 128 kbps ("CD-Qualität" ist mit verlustbehafteten Verfahren gar nicht möglich). Wenn du wirklich Platz sparen musst, kann Vorbis mit -q 3 (112 kbps) oder -q 4 (128 kbps) empfohlen werden, damit liegst du immer noch weit vor entsprechender Mp3-Qualität.

Zum Extrahieren der CD-Daten die Nr.1 EAC und Ogg Vorbis 1.0.1 verwenden (für Quality 5 und höher die von Garf getunte GT3b1), gibt's alles hier.
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Alt 29.11.2003, 22:15   # 4
Frank_Bicking
 
Registriert seit: 25.10.2002
Beiträge: 161
Transcodieren ist im Prinzip wie Brötchen am nächsten Morgen nochmal aufzubacken.
Wer Wert auf Qualität legt, geht lieber nochmal zum Bäcker, auch wenn's Zeit kostet.
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Alt 30.11.2003, 23:15   # 5
Spunky
 
Benutzerbild von Spunky
 
Registriert seit: 18.03.2003
Beiträge: 1.423
Den Ausführungen von Frank und Xoggy gibts eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Die einzgste Frage die sich mir noch stellt, ist wofür Du die Ogg Vorbis Dateien verwenden willst?

Auf Deinem PC - dann laß es, die Platzeinsparung ist den Qualitätsverlust nicht wert (neue Festplatte siehe Frank)

Hast Du nen mobilen Vorbis-fähigen Player und willst die Dateien nur für diese Zwecke konvertieren und die MP3's auf Deinem PC so lassen wie sie sind - das ist ok. Für den Fall schau mal hier:
http://forum.audiograbber.de/?board=...;threadid=1525

Spunky
__________________
Bin leider nur noch selten online. Antworten können daher etwas längern dauern.
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Alt 02.12.2003, 09:46   # 6
fredrik.strietz
Threadstarter
 
Registriert seit: 29.11.2003
Beiträge: 9
Hallo,

vielen Dank für die Infos.
Taj, sieht wirklich so aus, als sollte ich - zumindest die Songs die mir wichtig sind - nochmal rippen.

Vielen Dank für all die Tipps !!

Gruß,
Fredrik
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Alt 27.05.2012, 08:39 # --
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