Pirate Bay: Freiheitskämpfer oder geschäftstüchtige Heuchler
Der Prozess gegen die BitTorrent-Plattform "The Pirate Bay" sorgt weltweit für Aufsehen. Freispruch, Geldstrafe, Gefängnis: Wenn Sie Richter in der schwedischen Hauptstadt Stockholm wären, wie würden Sie entscheiden? Lesen Sie den ganzen Artikel »
Im Angesicht von Kriegen, Tod, weltweitem Terror und Unterdrückung ethnischer Minderheiten versinkt dieser Prozess in einer absoluten Bedeutungslosigkeit. Wenn man sich aber doch damit befassen und urteilen müsste, würde ich sagen, das die Betreiber dieses Boards strafrechtlich nicht belangt werden sollten. Die Grundidee hinter dem Betrieb eines solchen Boards ist in Ordnung. Natürlich verschwimmen die Grenzen beim Nutzerverhalten was die Legalität anbelangt. Personen die herunter geladene Daten verkaufen, sollten belangt werden, sofern sie nicht im Besitz der Urheberrechte sind. Wenn Daten herunter geladen werden und damit keinerlei Handel betrieben, oder Profit erlangt wird sollte man von einer Verfolgung absehen. Wie gesagt, die Menschen (und auch Softwarefirmen, Filmindustrien usw.) sollten sich um wirklich wichtige Dinge kümmern als dem schnöden Mammon hinterher zu hecheln, und versuchen aus unserer Welt einen besseren Ort zu machen. Anm.: Und nein, ich bin kein Hippie! ;o) Cogito ergo sum : Freispruch für The Pirate Bay!
09.03.2009, 14:35
#
3
franklee
Registriert seit: 09.03.2009
Beiträge: 4
was soll das internet denn sein ? ein medium das allen zur verfügung steht und niemandem gehört oder ein weiterer verkaufskanal für grosse firmen und öffentliche rundfunkanstalten ? das verhalten sogenannter "rechteinhaber" ist doch unerträglich ! wieviele leute, die "illegal" downloaden würden denn die entsprechende cd/dvd im laden kaufen ? die angeblichen umsatzausfälle entsprechen doch nicht den tatsachen. die ganze verklagerei dient doch nur einem zweck, nämlich profit zu machen. die betreiber von piratebay stellen doch nur die plattform zur verfügung. genauso wie waffenproduzenten "nur" die waffen herstellen und nichts dafür können, wenn damit illegales gemacht wird. wann werden die verklagt und mit einem verbot belegt ?
09.03.2009, 15:57
#
4
grunzer
Hausmeister im Virtuellen
Registriert seit: 28.12.2006
Beiträge: 2.951
Ich weiß, daß Vergleiche immer etwas hinken, aber diese finde ich in dem Zusammenhang ganz gut:
Wurde jemals ein Messerhersteller verklagt, da ein Mensch jemandem mit einem Messer der Marke erstochen hat?
Wurde jemals eine Verkaufsbeschränkung für Messer (Küchenmesser) angeleiert oder auch nur diskutiert?
Oder die Post:
Wurde jemals gegen die Post als Mittäter ermittelt, weil ein Kinderpornbohändler Videos verschickt?
Ich erinnere mich an einen Fernsehbeitrag von vor einigen Jahren (10-15?!), in dem -"Internet" war ja quasi ein Fremdwort- ein Kinderpornoring aufgedeckt wurde (irgendwie 5-10 Täter?!), die tatsächlich Videos verschickt hatten.
Werden alle Briefe/Päckchen/Pakete deutschlandweit geöffnet und durchsucht um diesen Menschen auf die Schliche zu kommen?
NEIN?! Wieso wird dann anders argumentiert wenn soetwas elektronisch abgewickelt wird?
Fragen über Fragen
Grüße Grunzer
__________________
Lieber eine unsichere Freiheit
als eine sichere Diktatur !
09.03.2009, 18:02
#
5
franklee
Registriert seit: 09.03.2009
Beiträge: 4
ja genau das ist der punkt. wo bitte bleibt das, was im allgemeinen als gesunder menschenverstand bezeichnet wird ?
09.03.2009, 21:47
#
6
Gunnar
Gastposter
Naja, ein Messer ist auch ein Werkzeug für die Küche. Oder hast du schonmal mit einer Maschinenpistole Essen gekocht?
10.03.2009, 08:19
#
7
grunzer
Hausmeister im Virtuellen
Registriert seit: 28.12.2006
Beiträge: 2.951
@Gunnar:
Ja, und jetzt so, daß Du es auch verstehst:
Ein Filesharing Programm ist ein Werkzeug um Dateien auszutauschen.
Daß einige Idioten damit Kinderpornos oder Dateien verteilen, an denen sie nicht die Rechte besitzen kann man aber genauso wenig dem Werkzeug anlasten wie dem Werkzeughersteller.
Und wie Du auf ein Maschinengewehr in dem Zusammenhang kommst kann mir vermutlich auch niemand erklären!
Vermutlich wolltest Du darauf hinaus, daß man mit einem Kücheninstrument niemanden töten kann, was ich unbedingt verneinen möchte. Es ist ein "langer", "scharfer" Gegenstand, mit dem man sich sogar ausversehen richtig übel in den Finger schneiden kann
Ich glaube es wurden sogar schon mit so etwas harmlosen wie Pflanzen Menschen getötet (ob mit einem Ast erschlagen oder vergiftet ist egal).
Aber folge ruhig weiter der kranken Argumentationskette unserer Regierung:
Alles was verboten ist passiert nicht!
Alles was für einen bestimmten Zweck gedacht ist kann nicht für etwas anderes eingesetzt werden!
Viel Glück uns allen!
Grunzer
__________________
Lieber eine unsichere Freiheit
als eine sichere Diktatur !
10.03.2009, 09:38
#
8
MalAndersGesagt
Gastposter
Mann könnte ja auch so argumentieren:
Die Musikindustrie verleitet Leute durch Herstellung urheberechtlich geschützter Musik zum Raubkopieren. Die Ursache lieget also in der Herstellung der Musik und somit müsste dann die Musikindustrie verklagt werden.
Oder?
10.03.2009, 10:09
#
9
Gunnar
Gastposter
Ich verstehe was du meinst. Abber habe ich gesagt, das ich der Argumentationskette unserer Regierung folge? Nein! Mir kommt es aber sovor das man sehr schnell einige Leute gegen sich aufbringen kann, wenn man auch die Seite der Rechteinhaber verstehen kann. Ich schaue mir halt gerne beide Seiten der Medallie an. Ich habe mich noch nicht festgelegt.
Gruss
Gunnar
10.03.2009, 11:51
#
10
XplrA
Gastposter
erstmal ist der Artikel an sich sehr oberflächlich und zum anderen ist TPB nichts weiter als ein Inhaltsverzeichnis. Wer jetzt dieses nutzt um eine Linux Version zu finden oder halt ein Game/Film liegt nicht in der Hand von der TPB.
10.03.2009, 13:43
#
11
jepp
Gastposter
keinerlei schuld oder mitschuld.
des weiteren sollte die musik-industrie mal inovativ
arbeiten, dann müssten sie nicht dem wegbrechendem
cd-markt hinterherheulen.
20 jahre öffentlich zugängliches internet und wo
ist der benutzerfreundliche online musikmarkt?
ein großteil der deutschen wohnzimmer sind digitalisiert.
ob nun sound, video, internet oder urlaubsbilder gucken.
wieso sollte ich in die stadt rennen um eine cd zu kaufen,
wenn ich sie dann noch selber in ein sinnvolles digitales
format wandeln muss.
urteil über industrie:
jahrelang planlos geld scheffeln und dann heulen, wenn
die quelle versiegt. zukunftsorientiert ist anders.
10.03.2009, 14:02
#
12
franklee
Registriert seit: 09.03.2009
Beiträge: 4
beim kauf von computern, scannern, druckern, cd- und dvdbrennern usw. wird immer ein teil des kaufpreises an sog. rechteinhaber abgeführt, z.b. an die GEMA. dieser betrag soll jetzt auf EUR 60,- pro verkauftem pc erhöht werden. begründet wird das damit, das mit diesen "technischen geräten" urheberrechtlich geschütztes material kopiert werden kann. genau das ist doch aber per gesetz verboten. die "rechteinhaber" kassieren also geld für etwas ab, das strafbar ist und per gesetz gar nicht stattfinden darf. im fall TPB versuchen sie jetzt, die angeklagten verurteilen zu lassen, obwohl diese selbst kein urheberrechtlich geschütztes material kopieren.
oder habe ich das komplett falsch verstanden ?
12.03.2009, 12:05
#
13
Fridolin F.
Gastposter
Rechtlich gesehen könnte man TPB wohl nur wegen Beihilfe (oder wie auch immer man das nennt) zur Verbreitung von Raubkopien anklagen. Aber eben, dann gehören auch Suchmaschinen angeklagt. Wobei bei letzteren Raubkopien und Filesharing-Webseiten nicht gezielt katalogisiert werden, sondern diese nur ein Teil von ihrem Suchangebot ausmachen.
TPB hat hauptsächlich und bewusst Torrents zu Raubkopien, im Gegensatz zu Webseiten, wo nur Torrents von legal und gratis zu verbreitende Dateien angeboten werden.
Was mir an TPB am meisten missfällt, ist die arrogante Einstellung des Teams: Filesharing ist toll, jeder soll mitmachen, freie Meinungsäusserung, keine Zensur, wir sind die größten Vermittler von Kultur und Medien der Welt, Musik und Filme müssen gratis sein!
12.03.2009, 17:48
#
14
cas64
Gastposter
Dann verbietet endlich mal GOOGLE, ist dann auch nicht besser.
12.03.2009, 18:06
#
15
nichtmitmir
Registriert seit: 05.11.2008
Beiträge: 75
Nah dran ist immer noch daneben...
Dont be evil
13.03.2009, 14:06
#
16
franklee
Registriert seit: 09.03.2009
Beiträge: 4
ich kann an der einstellung von TPB absolut nichts arrogantes erkennen. arrogant ist eher das verhalten der musik- und filmindustrie, die z.b. anwälte damit beschäftigt die eltern von jugendlichen abzumahnen (und damit geld zu scheffeln), die sich musik heruntergeladen haben die sie sich ohnehin nicht kaufen würden, da sie dafür gar nicht das geld haben. stattdessen sollten die lieber ein vernünftiges konzept entwickeln, das den gegebenheiten im jahr 2009 entspricht. TPB zu verurteilen ist eine farce und zeigt nur, das immer mehr regierungen sich dem druck von geschäftsinteressen beugen.