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| Redakteur Registriert seit: 08.09.2003
Beiträge: 19.943
| Web 2.0 ist der inoffizielle Inbegriff dafür, was momentan das Netz bewegt. Nämlich der so genannte User-Generated-Content. Die einfache Übersetzung für den sperrigen Begriff: Internetsurfer machen es sich selbst - manchmal auch zu einfach. Was bisweilen einem Rethorik-Kurs für Amöben ähnelt, ist in vielen Fällen leider Realität. Denn hinter den meisten nutzergenerierten Kommentaren stehen echte Menschen. Und die haben nicht immer etwas zu sagen. weiter » Diskussion zu: Verkehrte Netzwelt: Kein Pardon im Web 2.0 |
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| Registriert seit: 10.08.2003
Beiträge: 191
| Zitat:
Christian Rentrop (so der gesuchte Name) spielt gern mit provozierenden plakativen Elementen, man sollte jedoch Reaktionen darauf nicht unbedingt verallgemeinern, dazu führt er zu sehr seine Provokationen in den anhängigen Threads fort. Seine Spielereien finde ich pers. eigentlich nur überflüssig. Nachvollziehen kann ich aber durchaus, daß er sich bewusst die Provokation als Stilelement herausgesucht hat um eine ausreichende Aufmerksamkeit zu erzeugen. Aufmerksamkeit ist im Grundrauschen des WEB immanent wichtig, eigentlich das Marketinginstrument schlechthin, insofern muss man auch diesen Stil und die Reaktionen darauf akzeptieren können, egal welche Seite nun stärker zu plakativen Verallgemeinerung in Hinblick auf Qualitätsaussagen neigt, oder ob man diesen Stil überhaupt abkann. So sich also ein von ihm provozierter Troll mit Christian zankt muss man einfach nur die Tür zumachen können, denn es handelt sich um ein klassiches Szenario, Provokation trifft Troll, raus kommt dabei selten etwas, außer vielleicht Machtspielchen, weil die Moderation eines Forums doch am längeren Hebel sitzt und zurecht irgendwann auch mal auf "Zappenduster" schalten muss, selbstverständlich zum Nachteil des Vorgeführten Trolls, so jedenfalls die Spielregeln. Allerdings sind Christian Rentrops Provokationen und die abzusehenden und die zu erwartenden Reaktionen verschiedener Gruppe darauf hier im Thread völlig OFF TOPIC und auch unwichtig, deshalb kein weiteres geschriebenes Wort dazu. Der Thread dürfte übrigens dieser hier gewesen sein? http://www.netzwelt.de/forum/linux/3...-umsteigt.html Um auf dem Artikel von Benjamin Schnitzler zurückzukommen, so sind seine Beobachtungen doch recht souverän zusammengefasst, insbesondere deshalb weil "der Mülleimer" erwähnt wird. Vieles von dem was als "Neuer Content" verkauft wird war bereits im Netz in anderer Form zu lesen und gibt sich als literarisches Regalblei zu erkennen. Der von ihm im Artikel wolhlwollend geöffnete Mülleimer bieten sich für dieses Regalblei geradezu an. An Benjamin Schnitzlers Artikel gibts kaum etwas auszusetzen, nur sollte eines doch erwähnt werden. Dort wo die unteren Maxima des Niveaus in Foren/Kommentaren/Newsgroups erreicht werden sind in der unmittelbaren Nähe fast nie irgendwelche erfahrenen und kompetenten Moderatoren zu finden, die sich auch als "On Topic" herausstellen. Der Regelfall ist für die peinlichen Stellen im Netz die er zurecht anspricht, ist doch dass sogar gar keine Moderation stattfindet, entsprechend hemmungslos gebärden sich die Pappnasen dieser Welt, denn bekanntermaßen kann sich auch "der Depp von nebenan" im Web ausagieren, so er eine Stelle findet, wo man ihm nicht aus berechtigten Gründen über Maul fährt. Demokratie heißt eben auch Beiträge von Vollidioten lesen und bewerten zu müssen. In dieser Frage ist das WWW sogar demokratischer ls das "Real Life" und läßt sogar offensichtlich Destruktives zu und auch Rollen und Charaktere kommen zu Wort, die man sonst eher nicht trifft. Diesen Luxus leisten sich andere Stellen der öffentlichen Auseinandersetzung selbstverständlich nicht, denn sie sortieren verhaltensauffällige Personen über zahlreiche vorgeschaltete Sortiermechanismen aus und fahren eben Personen an dem Punkt in die Parade wo sie Müll produzieren. Man muss sich als Webseiten-Betreiber also durchaus vorab entscheiden, ob man alle Leute ausreden läßt oder ob man für eine Moderation sorgt, die den Müll aussortiert. Genau an dieser Stelle trennen sich allerdings die Wege derer, die Webangebote und "Kommentarfunktionen" im WEB 2.0-Hype entweder unreflektiert oder nur zum Zwecke der Produktion des "User Generated Advertising" anschaffen und denen die sich um ihren Kram kümmern, also den Müll zum Zwecke der Entlastung strikt aussortieren. Die Anmerkungen seits Benjamin zum Stealth Marketing finde ich übrigens gut, denn wenn das WEB 2.0 mittlerweile irgendeine Bedeutung hat, so doch als Plattform für zwielichtiges Guerilla-Marketing, denn Unternehmen wie Sony und andere weisen in ihrer Skandal-Chroniken die ungefähre Richtung, wie das Business das unmoderierte und anonyme WEB 2.0 einordnet, eben als zusätzliche Advertising-Plattform. Passende Agenturen finden sich für diese Aufgaben längstens. Entsprechend sollte man das WEB 2.0 auch kritisch einordnen und nicht alles glauben was so alles an "User Generated" produziert wird, eben weil es doch aus billigen WerbeAgenturen stammen könnte. Gerade in den Sphären wo viele Fanboys zusammenkommen wirkt "User Generated Advertising" am schnellsten und erfolgreichsten. Im Grunde genommen geht es bei einer Vielzahl von Aktvitäten rund ums WEB 2.0 nur um Rollenspielchen, die es in anderer Form früher auch schon gegeben hat. Der Vorteil des WEB 2.0 ist nur, dass die meisten um diese Spielchen wissen, sie zulassen können und zum Zwecke der Erhöhung der Views, PI und Aufmerksamkeit aausnutzen. Interventionen sind imme rnur dann angesagt wenn der Sandkasten WEB 2.0 elementare Spielregeln des Umgangs Miteinander verletzt werden und man sich wieder einmal für jeden erkennbar mit Schippchen und Förmchen gegenseitig verprügelt und sichtbare Blessuren zufügt. Genau an dieser Stelle endet dann eben das Neue am WEB 2.0 genau dort wo "jemand anfängt zu heulen" und man sich um einen Maschendrahtzaun prügelte. An spürbarer Nähe zum "Real Life" sind solche Punke wohl kaum zu übertreffen und an ihnen sollte man sich eine Meinung über Phänomene bilden, die sich gern hinter den modernen Buzzwords und Anglizismen verstecken. Damit das WEB 2.0 nicht als negativer erscheint als es ist, darf man auch nicht unerwähnt lassen, dass es sich eben nicht nur Müll und Beliebigkeiten über die "Netizens" ergiesst, sondern man muss auch sagen dass es darin Perlen gibt, die es hervorzuheben gilt. Vorbilder sind wichtig, gerade auch in Hinblick darauf einen Massstab zu finden was Müll ist und was grenzwertig ist und stehenbleiben sollte. Plakative Verallgemeinerungen und ABm für Trolle zwecks PI jedenfalls werden den Phänomenen des WEB nicht gerecht, machen niemanden schlauer und geben Null Orientierung. Gruss | |
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