Hinsichtlich der technischen Machbarkeit fällt mir dazu folgende interessante Geschichte ein.
Die ersten tatsächlichen Spionagesaterliten wurden vom ehemaligen Wahrschauer Pakt gebaut und sollten die westliche Welt auspionieren.
Der heimliche Bau eines Atomwaffensilos in der Eifel wurde dadurch übrigens aufgedeckt und muss für die Russen eine ähnliche böse Überraschung gewesen sein wie für uns die Kubakrise, das gehört hier aber jetzt nicht her.
Diese ersten Spionagesaterliten waren gleichzeitig auch die ersten primitiven Raumstationen. Eine kleine Kapsel und zwei Personen an Bord die über zwei drei Tage die Erde umkreisten , dabei alles fotografierten und dokoumentierten was sie aus ihrem Guckloch erkennen konnten um dann schließlich irgendwo in der Sibirischen Steppe mit dem Faltschirm zu landen und einen dicken Orden zu bekommen.
Das ganze war so eine Art Vorläufer für die spätere MIR Raumstation, weil das ganze sehr teuer war und man keinen Flecken Land auslassen wollte durften die Astronauten in ihrer Raumkapsel kaum schlafen, irgendwann ist dann einer von ihnen durchgedreht und hat versucht die Fenster zu öffnen...
Danach wurden die Vorschriften etwas gelockert, das ganze klingt jetzt ein bischen nach Kino kam aber nicht dort sondern vor einiger Zeit auf N24.
Ich weiß leider nicht mehr in welchem Jahr diese Raumkapseln auf Spionagekurs waren aber es muss weit vor dem Einsatz erster brauchbarer Saterlitenbilder gewesen sein.
Man sieht also die Technik hat sich in den letzten 30 Jahren ziemlich entwickelt, was damals noch höchste Geheimhaltung hatte und die Welt in Angst und Schrecken versetzt hat und Unsummen an Geld verschlungen haben muss, ist heute in viel besserer Qualität für jeden Internetnutzer umsonst erhältlich und das sogar in Farbe.
Ich glaube das solche Live Bild Saterliten in hoher Auflösung schon heute existieren und auch bei der Verbrechensaufklärung verwendet werden.
Aufgrund der berechtigten Angst vor Panikmache wird soetwas aber weitestgehend vor der Bevölkerung verschwiegen und bewusst in die Scifi Ecke gesteckt um es unglaubwürdig erscheinen zu lassen.
Ich selber finde soetwas, sofern es in den richtigen Händen ist eigendlich recht gut, man stelle sich dabei mal folgende Situation vor.
Nach einem Mord steht die Polizei vor einem Rätsel, die Gefahr das die Täter sich bis zur Auswertung der Spuren über die Landesgrenzen entfernt haben ist groß. Was wird also gemacht, es folgt ein Anruf an den Bundesnachrichtendienst mit besonderer Dringlichkeit, dieser stellt unter höchster Geheimhaltungsstufe einen Videomitschnitt einer Saterlitenaufnahme über die letzten 3 Stunden bereit. Die Polizei wirft dabei einen Blick in die Vergangenheit und kann das Tatfahrzeug schnell auswindig machen, mit einen speziellen Programm findet eine Markierung von diesem statt, das Programm zeigt an das sich das Fahrzeug nach der letzten Saterlitenaufnahme 100km vor der polnischen Grenze befindet und das bereits seit seinem Start auf der Überholspur

. Über eine Verkehrskamera welche das Fahrzeug vor 1Std passiert hat ist auch das Kennzeichen recht deutlich zu sehen...
Bevor das Auto die Landesgrenze passiert wird es durch eine scheinbar zufällige Verkehrskontrolle der Bundespolizei gestoppt....
Die Presse bekommt eine andere Geschichte zu hören und die Daten werden gelöscht. Klingt das ganze wirklich unrealistisch, vielleicht in den 80ern aber nicht im 21 Jahrhundert...
In Großbritanien ist es heute schon möglich im Großraum London auffällige Einzelpersonen im öffentlichen Raum komplett über Kameras zu verfolgen.
Und was die Angelsachsen können planen die Festlandsachsen mittlerweile auch in ähnlicher Form. In Niedersachsen ist ein Kamerasystem geplant welches an allen Autobahnabfahrten die Kennzeichen der auffahrenden Fahrzeuge automatisch speichert und die gesammelten Daten nach 48h
löscht. Während dieser Zeitspanne können durch die Polizei einzelne Kennzeichen abgefragt werden. Das Kennzeichen von Familie Musterman die gerade in der Urlaub fährt wird gelöscht und ist nicht einsichtig solange Vater Musterman nicht aus gewissen Gründen Mutter Musterman im Kofferraum spazieren fährt und deshalb gerade gesucht wird...
Was allgemein die Zukunft von Google Earth angeht ist meiner Meinung nach nicht die technische Grenze das Hindernis sondern die Moralische.
Kommerzieller Missbrauch durch die Aufnahme von Sportereignissen aus der Luft, soetwas wird jedenfalls nicht die Grenze sein. Ich sehe hier sogar eine zusätzliche Einnahmequelle. Willst du das Saterlitenbild über dem Station für die nächsten 90min in Echtzeit sehen zahlst du 1 per Paypal und wirst sofort freigeschaltet, willst du auch noch beliebigen Zugriff auf die Kameras im Station kostet dich das noch einmal 2 und wenn du noch den Kommentator einschalten möchstet kriegt der Verein noch einmal 50cent.
Ist dir das zu teuer oder die Sache nicht wert gibt es nur eine grüne Rasenfläche zu sehen und du kannst neidisch dabei zugucken wie die Fans gerade jubelt das Station verlassen, das dann aber Live.
Eine ganz andere Sache ist natürlich die Privatsphäre, du weißt das deine hübsche Nachbarin sich jedes Wochende oben ohne im Garten sonnt und möchtest dir das ganze mal genauer angucken aber möglichst nicht von einem Baum mit einem Fernglas aus
Schwierige Sache ich würde sagen es wird hierfür Programme geben die Personen erkennen und diese in einer ,,unbrauchbaren" Auflösung darstellen.
Vielleicht wird die Hemmschwelle in diesem Bereich aber in den nächsten Jahren auch noch weiter sinken so das es den betroffenen Personen relativ egal ist wer sie genauer in Augenschein nimmt.
Solche gesellschaftlichen Entwicklungen lassen sich aber im Gegensatz zu technischen sehr schlecht voraussagen, ich denke aber es wird der Tag kommen an dem wir es von selber herausfinden werden.
Solange sollte wir uns mit dem zufrieden geben was wir bisher haben, Google Earth ist mit Sicherheit neben dem Durchbruch des Internethandels durch ebay eine der wesentlichen Umsetzungen unseres beginnenden neues Jahrtausends und wird uns noch eine Weile in Erinnerung bleiben.