| | # 1 |
| Redakteur Registriert seit: 08.09.2003
Beiträge: 18.372
| Computer sind komplex und erfordern komplexe Software. Die allerdings ist immer häufiger eher eine wilde Ansammlung von Programmierfehlern als ein brauchbares Produkt, Sicherheitslücken inklusive. Viele Entwickler sind mit der Komplexität überfordert, ein Experte fordert nun eine bessere Ausbildung der Programmierknechte und eine Haftbarmachung der Programmierer gegenüber schweren Sicherheitslücken. weiter » Werbung Diskussion zu: Entwickler sollen für Bugs im Quellcode haften |
|
| | # 4 |
| Gastposter | Ist irgendwie seltsam, was hier von Programmierern gefordert wird. Bisher ist noch nie jemand auf die Idee gekommen, die Autoindustrie dafür haftbar zu machen, dass ihre Produkte absolut diebstahlsicher sind... Oder hat schon mal jemand von den Herstellern von Teppichmessern verlangt, dass ihre Produkte ihren Dienst bei Flugzeugentführungen versagen ? |
|
| | # 5 | |
| Registriert seit: 31.03.2004 Ort: Bonn
Beiträge: 958
| Zitat:
Sprich: Ich kann Mercedes Benz nicht dafür haftbar machen, wenn ich böswillig jemanden überfahre mit dem Auto, genausowenig kann ich den Hersteller von Schweizer Armeemessern dafür ankreiden, dass Terroristen die Dinger zur Flugzeugentführung nutzen. Denn hinter der Verwendung im schlechten Sinne steht ein böser Wille. Rechtlich gesehen kann der böse Wille des Käufers freilich bei bestimmten Produkten suggeriert werden, Beispiel Waffen oder Sprengstoff, weshalb entsprechende Produkte in den meisten Ländern ja nur an Experten oder gegen eine irgendwie geartete Lizenz abgegeben werden. Bei Autos ist es ja ähnlich, die darf man nur mit Führerschein führen. Bei Software liegt das Problem dort, dass der Anwender nicht weiß, welche Lücken das Produkt hat. Anders als bei einem Schweizer Messer, wo jeder Erstklässler weiß, dass die "Sicherheitslücke" die scharfe Klinge ist und er bei Benutzung das Risiko einer Verletzung bewusst eingeht, sind Software-Produkte gefährlich, ohne dass der Anwender was davon weiß. Beispiel Windows: Die Sasser-Lücke hat jeden befallenen Rechner zu einer Sasser-Schleuder gemacht, auch wenn der Anwender überhaupt kein Ansinnen hatte, das Internet zu stören. Er konnte auch nicht aktiv für die Infektion verantwortlich gemacht werden, weil Microsoft nicht ausreichend gewarnt hat, dass diese Lücke existiert. Insofern ist Microsoft schuld. Der verantwortliche Entwickler allerdings sollte aus der Schuld genommen werden, schließlich gibt es Beta-Tests und Vorgesetzte, die das Produkt prüfen sollten, bevor es auf den Markt kommt. Im übrigen werden Hersteller durchaus für Sicherheitslücken, die durch qualitative Mängel oder Fehler in der Endkontrolle entstehen, haftbar gemacht. Beispiel Fleischskandal, da werden Köpfe bei den Prüfern und Herstellern rollen. Oder damals die Geschichte mit den Smarts, als die Wagen sich bei Glatteis regelmässig auf den Rücken legten, auch hier musste Smart allerdings selbstständig eine Rückruf-Aktion starten, um die Fahrzeuge sicher zu machen. Sonst wäre eine für den Ruf bedenkliche Sammelklage in Angriff genommen worden. Bei Software-Entwicklern hingegen sind die Schuldigen immer die "Bösewichte", die Schadsoftware produzieren. Das ist in etwa so, als würde Smart Petrus dafür verantwortlich machen, dass er das Programm "Glatteis" produziert hat, um die Sicherheitslücke des Smart auszunutzen. Bizarr, oder? | |
|




