Sehe ich das richtig, der Text war doch eigentlich als leichte Satire zum Thema "Umgang mit einer Heft-CD" geplant, oder? "Wie Software-Ausprobierer, Profidownloader und Berufsupdater sich die Zeit vertreiben." So jedenfalls verstehe ich den Text, so funktioniert er auch sehr gut.
Das Produkt, welches da ausprobiert wird, erscheint mir durchaus beliebig austauschbar, zb mit einer Vollversion von Nero 7 inclusive des Zusammensuchens von Bugfixes. Warum erwarten Sie denn angesichts der durchaus treffenden Beschreibung des wilden ungeplanten und nur wenig von Reflektion getragenen Heruminstallierens nun irgendwelches Feedback zu Linux, oder gar Flames?
Auch ihre Erkenntnis, daß die Computerzeitschriften mitunter Dinge in Sonderhefte oder auf Heft-CDs packen, die niemand wirklich braucht, ist in nicht wenigen Fällen durchaus richtig. So ist das nun mal mit Features und Technik-Gadgets, die man nicht bestellt hat, zumal wenn sie so schlecht aufbereitet, ungepflegt und ohne zugehörigen Kontext daherkommen, wie sie es beschreiben.
Lustig an der Sache ist, daß ich Linux genau auf diese Weise mal im Herbst '96 über eine Heft-CD kennengelernt habe, es aber heute gleichberechtigt in meinem Netzwerk betreibe und auch im Hochschulbetrieb benutze. Mit durchweg guten Erfahrungen. Überrascht war ich vor allem damals in '96, als ich dann eine vollständige Slackware-Distri (glaub) auf meinem im Mai gekauften OS/2 Rechner gefunden habe, perfekt vorinstalliert auf Basis einer X11-Umgebung durch meinen damaligen Händler.
Zitat:
Zitat von Tweek
Nanana! Wenn Linux so toll und einfach wäre, so für alle Welt begreiflich und benutzerfreundlich, so durch und durch brauchbar, wie Du behauptest, dann wäre doch Windows längst von seinem Thron gestossen. Aber egal, wohin ich schaue, alle Leute haben Windows auf dem Rechner. Seltsam?
Ob es wohl daran liegt, daß Windows (meist XP) mit den meisten Rechnern/Notebooks gebundelt daherkommt, die Läden ua auch am BS verdienen, mal abgesehen vom Zubehör, der als eine Art Merchandising wahrgenommen werden kann.
Der Zeitschriftenmarkt, die fortwährende Dauerberichterstattung zu Windows auf News-Seiten wie Netzwelt oder Chip und der kostenlose Support in Foren tun ein übriges um Windows oben zu halten. Außerdem ist es schon in unsere "IT-Benutzungskultur" eingewachsen, das PC-Benutzung synonym mit Windows behandelt wird. Wer seine Kenntnisse verbessern will, findet sehr viele preiswerte Ressourcen im Netz, im Buchhandel auch und an jedem Kiosk oder sogar Tankstellen. Ein Zubehör-Markt der sich selbst und teilweise die zu befriedigenden Bedürfnisse und Wünsche sogar selbst generieren kann. Deshalb bringen die kommerziellen BS ja auch mehr und mehr festintegrierte Shops mit, damit man über den erstmaligen Kauf eines PC nicht vergisst, die Wirtschaft weiter am Laufen zu halten.
Aber mittlerweile hat auch Linux nachgezogen, Linux-Zeitschriften gibt's an fast jeder Tankstelle, selbst an der polnischen Grenze, wie ich neulich gesehen habe. Im Buchhandel gibts auch genügend Material, auch Merchandising mit Mousepads und Stoffpüppchen sind keine Seltenheit mehr. Keine Ahnung ob in Linux auch mal Shops integriert werden. Auch die Distributionen werden immer mehr Windows-like, ebenso wie der egentrend auch vertreten ist. Nunja, daß gehört eben auch dazu.
Kauft man einen preiswerten Rechner, so befinden sich in ihm meist in oder zwei Geräte, die weil sie (aus verständlichen Gründen) nur für Windows ausgelegt wurden, keinen Treibersupport für Linux besitzen. Mir fallen da schon mal nicht wenige Drucker ein, integrierte DSL- und Netzwerk-Chipsätze. Die entsprechenden Treiber werden bereits vor dem Erscheinen der Geräte kooperativ zwischen MS und den Herstellern entwickelt. Wenn dann einige Monate später für Linux die Treiber erscheinen, so stehen meist schon andere Geräte in den Läden. Die Produktzyklen sind heutzutage kurz, nur wenige Produkte werden über Jahre hinweg weiterentwickelt, im Niedrigpreis-Sektor meist gar nicht. Wenn sich dann eben kein Treiber-Programmierer findet, weil niemand dieses Ranz kauft oder sich unütze Arbeit machen will, dann gibt's eben keinen Treiber.
Was machen denn die uneigennützigen Programmierer, die ihnen kostenlos Optionen und Möglichkeiten überlassen, ihrer Meinung nach falsch?
Was machen Linux-Nutzer falsch, die ein nichtkommerzielle Softwarezusammenstellung bevorzugen und deshalb statt Mac und Windows lieber mit einem Linux arbeiten.
Zitat:
Zitat von Tweek
Zumal doch Linux das Potential hätte, Windows zu ersetzen. Um Linux zu benutzen, muss keine neue Hardware angeschafft, kein neuer Rechner gekauft werden. Es läuft auf den gleichen Systeme wie Windows. Und trotzdem will niemand es so recht benutzen.
Wozu auch. Die meisten Nutzer, so kenne ich das wenigstens, intressieren sich doch nur für die Anwendungen, haben eine Liste im Kopf die bereits vorher durch Werbung und Erfahrung geprägt wurde, was sie alles machen möchten und welche Anwendungen sie dafür brauchen. Da Windows/Intel PC und populäre Anwendungen eben schon recht lange eine gemeinsame Monokultur ausgestalten und einen Sektor des Marktes dominieren, dauern eben Veränderungen entgegen den vorherrschenden Prägungen recht lange.
Ich kenne kaum jemanden der sich ausschließlich mit Betriebsystemen beschäftigt, außer vielleicht Leuten, die zuviele Computer-Zeitschriften lesen und als Hobby alles was auf Heft-CD angeboten wird ausprobieren zu müssen und den Berufsupdater zu spielen. Aber auch das kann man nicht endlos betreiben, irgendwann verliert man doch bestimmt das Intresse sich nur mit dem BS zu beschäftigen.
Das BS wäre ihnen aber dann doch sicher völlig wurscht, liessen sich MS-Office, die meisten Spiele und einige Adobe-Programme problemlos unter Linux betreiben, so würde es kaum mehr Diskussion um das BS geben. Es wäre egal was vorinstalliert wäre, wenn es denn genügend flexibel an zukünftige Spielekäufe oder Anwendungen angepasst werden könnte. Insbesondere deshalb, weil nun die wenigsten Leute wirklich Lust haben, sich mit der Installation eines BS zu beschäftigen, sondern sich primär mit einer Applikation oder Anwendung beschäftigen wollen. Die Beschäftigung mit Windows oder den BS überhaupt ist doch nun wirklich mehr eine erzwungene, denn eine Sinnvolle. Das Thema Sicherheit, Datenschutz und die politische Dimension bei Diskussionen um Microsoft wären eben andere, hätten wir es nicht mit einem BS zu tun welches den ganzen Markt beherrscht und einer Firma, die sich auffällig oft durch Betrügereien und politische Einflussnahmen aufgefallen ist und juristisch behandelt wurde. Auch Intel, IBM und Apple haben sowas schon durch.
Wer das nicht mitfinazieren möchte benutzt eben ein gemeinfreies Betriebsystem. Was soll daran falsch sein? Sobald ein BS ausgewählt wurde, aufgesetzt ist und überwiegend stabil und zuverlässig seinen Dienst verrichtet tritt es doch eigentlich bei der Mehrzahl der PC-Nutzer in den Hintergrund, sowohl bei Windows, als auch bei FreeBSD, Sun Solaris, Dos, Linux oder beim Mac. Mal abgesehen davon, daß auf einem Rechner mittels virtuellen PCs und Emulatoren Systemgrenzen zunehmend verschwimmen.
Ein Beispiel aus der Praxis:
Ende 2004 habe ich für eine Kundin ein Dell-Notebook zusammengestellt. Die Firma Dell bewirbt ihre Einsteiger-PC/Notebooks bis in die 1400 Euro-Klasse hinein relativ aufällig mit XP Home im Bundle, welches auch auf dem angelieferten Notebook vorinstalliert war. Die Kundin wünschte aber eindeutig "Linux und XP", auch der Versender Dell und die Preisklasse waren vorgegeben. Das ging aber ok, weil ich einige der Dell-Laptops zu dem Zeitpunkt zufällig kannte, die in Frage kamen.
Das angelieferte Gerät samt Zubehör machte einen guten Eindruck, der Bestellprozess und das nötige assemblieren des Zubehörs und der Bezahlvorgang ist ohnehin bei Dell automatisiert, fast jeder kriegt das hin. Man bekommt auch viele Infos zur Hardware und natürlich auch viele Bundles, vornehmlich aus dem MS-Sortiment. Linux aber ist kein großes Thema beim größten Online-Versender in Deutschland.
Nun zum Gerät. Die ganze HD war erwartungsgemäß (distributortypisch) in einem Stück partioniert, man mußte das XP-Home erst einmal komplett runterwerfen, um ein Linux installieren zu können. Suse 9.x hatte Probleme mit dem Display, Mandrake 10 liess sich aber einwandfrei installieren und erkannte auch fast alle Chipsätze mit Ausnahme des Win-Modems (ein Chipsatz den ich sonst auch nie wieder gesehen habe), der Canon-Drucker (100 Euro-Klasse) den Dell dem Paket kostenlos hinzugefügt hatte (Aktionsangebot, sog. Bundle) wird bis heute nicht unterstützt. Das Modem habe ich ignoriert und der Kundin einen preiswerten DSL-Flatratetarif verschafft, zumal sie ohnehin ISDN satt hatte, weil sie sich bereits zweimal einen Dialer gefangen hatte. Die Kundin war bereits bei Arcor und konnte innerhalb von 9 Tagen von ihrem ISDN auf DSL wechseln. Internetanschluss war schnell eingerichtet, surfen ging mit Mozilla unter Linux einwandrei und laut eigener Aussage "rasend schnell", also zur vollsten Zufriedenheit. Dann habe ich einen alten HP Laserjet für 30 Mücken (incl. Tonerkartusche) aus einer Geschäftsaufgabe hinzukauft und schon funktionierte auch das Drucken unter Linux. Der 50 Euro Tintenspritzer steht parallel unter XP Home zur Verfügung, wird aber kaum benutzt, weil für die Korrespondenz (Praxis-Gemeinschaft, Schwerpunkt Beratung) der Frau nicht benötigt. Fotoserien aus der Digikamera werden im naheliegenden Copy-Shop (150 Meter vom Haus entfernt) ausgedruckt und auf hochwertigem Papier geliefert oder abgeholt, vorher per FTP übertragen. Eine Austauschpartition dient dem Transfer von einem BS zum anderen, falls nötig.
Zum Einsatz kommen an Anwendungen:
# CD/DVD-Brennen, das funktionierte wohl alles auf Anhieb, die Kundin brauchte bisher keine Hilfe, ich weiß auch gar nicht wie sie es macht und womit
# OpenOffice, hauptsächlich Writer und Calc, nur wenige Präsentation mit Impress, Bilder werden ebenfalls mit OO manipuliert
# Recherche im WWW mittel Browser
# DVD abspielen mit VLC und Mplayer
Die Kundin war Mitte 40, verfügte nur über Anwendungskenntnisse und machte bei unserem letzten Telefonat einen zufriedenen Eindruck, wohnt mittlerweile in Hamburg und ging einige Male unregelmäßig zu einem Linux-Stammtisch um sich bei kleineren Problemen mit einer neueren OO-Version helfen zu lassen. Die Fernwartung und die Updates erledige ich von Kassel aus per VNC und die Integration in ein neues Netzwerk einer Praxisgemeinschaft (alles XP) hat problemlos per Telefon geklappt, der Dokumentaustausch klappt meines Wissens auch ohne Auffälligkeiten.
Das zugrundeliegende BS ist ihr, nach eigener Aussage völlig wurscht, Makroviren in Officedateien kennt sie aktuell nicht, andere Probleme mit Viren traten auch nicht auf (wie auch). Linux wollte sie aufgespielt bekommen, weil sie bereits mal mit ISDN-Dialern zu hatte und ihr zu Linux geraten wurde. Ausprobieren wollte sie das in jedem Falle mal.
Im Netz gibt es mehrere Ressourcen, die über Probleme mit dem DELL-Laptop berichten, auch die c't rät davon ab, Mandrake scheint aber auf dem Gerät problemlos zu laufen. Ich konnte bisher keinen Nachbesserungsbedarf feststellen, auch bei den Stromsparfunktionen nicht. XP wird meines Wissens nur noch zu den Monatsenden gebootet um ein spezielles Abrechnungsprogramm für die Krankenkasse zu benutzen, selbiges gilt für das Homebanking, darüberhinausgehende Geldtransfers werden per Online-Interface der Bank erledigt.
Zitat:
Zitat von Tweek
Frage: Woran liegt das, wenn nicht an den im Artikel beschriebenen Sachen?
So wie ich das sehe, muss es wohl noch mehr Benutzer-Gruppen geben als die Zielgruppe die in der Kolumne angesprochen wird. Der Artikel läßt sich doch fast nur über eine Gruppe aus, die wenig motiviert an einen BS-Wechsel herangeht und ohne vorherige Planung "mal eben Linux ausprobiert". Logisch, daß bei den ersten auftretenden Problemen große Frustrationspotentiale auftreten. Die Herangehensweise des "Linux-mal-eben-Testers" ist eine, die den ständigen Vergleich mit dem bereits laufenden XP-System und dessen Anwendungen (die ja einen recht hohen Integrationsgrad in das BS erreicht haben) sucht.
Sicherlich ist diese Zielgruppe nicht klein, aber braucht diese Zielgruppe wirklich ein anderes BS? Wäre ein "mal eben Windows-Ausprobierer" nicht ebenso aufgeschmissen", wenn die Verbreitung eine Umgekehrte wäre und man im Bekannten- oder Freundeskreis keine Hilfe oder Support findet. Es gibt ja keine allgemeinen Konventionen darüber wie sich ein BS aufzuspielen hat, wie ein Setup funktioniert, jedes BS hat da so seine eigenen Methoden. Teilweise läßt sich bereits vorhandenes Vorwissen ja nicht einmal mehr von einem Produkt auf das nächste transferieren, geschweige denn wenn man es mit anderen BS zu hat.
Was den Integrationsgrad der Anwendungen und die Verflechtung mit dem BS und der Hardware betrifft, so wird XP nur noch von MacOX und dem Sun OS übertroffen, die ja zurecht mit funktioniereden "Out of the Box-Lösungen" werben. Der gemeine XP-Consumer möchte zwar sicher auch sowas haben, also "Out of the Box", aber in ganz anderen Preisklassen bis hinunter zum Lidl- oder Aldi-PC.
Genau hier punktet eben Windows traditionell, indem es einen riesigen Markt vorinstalliert versorgt, bzw sogar überhaupt erst generiert hat, indem eher Mittelklasse und Niedrigpreise gewünscht werden. Der Servermarkt und die mühsame langjährige Ablösung von Unix und Novell kam ja erst später, zumal mit einer Trennung von IBM verbunden und durch die unbedingte Marktallianz mit Intel, durch die NT-Serie. Es geht doch hier mehr um Unterhaltung/Entertainment, denn um Workflow und B2B, der bei genügender Planung und Erfahrung selbstverständlich auch mit Linux organisierbar ist, notfalls halt mit dem Zugriff auf Emulatoren und virtuelle PCs. Mittlerweile kommt halt auch Windows "out of the Box" über Bundle daher, also einfach alles auf die Platte geklatscht, vollständig assembliert. Was solls auch, die meisten Anwender wollen ja doch mehr die ersehnte Anwendung ausprobieren als denn mit dem BS zu tun haben. Insofern ist das Produkt Windows marktkonform. Käme da ein Linux daher, so wäre es das meist auch ok.
Die Kolumne geht aber davon aus, daß Linux über Heft-CDs zu den Intressenten kommt. Insofern bleibt die Kolumne sehr an der Oberfläche. Die ständig nachvorngetragene milde Polemik finde ich sehr störend, wenn der Text vornehmlich als Kritik an der Existenz von linux im Destop-Beeich gemeint war. Die Erklärungsversuche sind zwar teilrichtig, dringen aber leider nicht sehr tief. Wer sollte auf sowas flamen wollen?
Man merkt zwar, daß sich der Autor bei der Recherche sicherlich mit einigen Linuxinstallation, Anwendungen und Distributionen auseinandergesetzt hat, sicherlich auch über ausreichend Kenntnisse im IT und Anwendungsbereich verfügt, ihm aber der tägliche Umgang ua auch mit der Entwicklungsarbeit bei freier Software fehlt. Die Sichtweise ist aber vermutlich bewusst gewählt um irgendeine Zielgruppe von Lesern zu treffen, ist also legitim.
Allerdings denke ich, daß nicht wenige Leser einfach keine Lust haben sich zum Thema zu äußern, weil die Kolumne doch aus der Sicht von jemandem geschrieben wurde, der "Out of the Box" bevorzugt, keine Probleme mit einem eventuell deutlich höheren Preisniveau hat. Vieles an der Kolumne wirkt auf mich erzwungen und auch etwas unlustig. Als Glosse verstehe ich sie nicht recht, als Aufzählung über die Defizite von Linux funktioniert sie auch nicht, weil alles zu verkürzt daherkommt.
Auch vermisse ich den Tiefgang, zB an der Stelle wo Audacity mit Logic verglichen wird. Mal abgesehen vom Entwicklungszeitraum von einigen Jahren bei Logic oder Wavelab ist es unfair es mit Audacity zu vergleichen. Hinter Audacity stehen freie Programmierer, die eigenmotiviert ihr Hobby ausüben und auch den kostenlosen Support leisten (nicht zu unterschätzen), während hinter Logic eine Firma steht, die innerhalb marktüblicher Prozesse ein Produkt entwickelt, es gegenüber der Konkurrenz im Markt etabliert und es dort halten muss um Geld damit zu verdienen, entsprechend auch der Featurereichtum und die Qualität des vorliegenden Produktes, selbst über Dinge hinaus, die vielleicht 90% der Benutzer gar nicht brauchen. Wenn sie sowas denn benötigen, so werden sie sicherlich zu Logic greifen. Wenn nicht, so steht ihnen doch Audacity offen. Solche Überlegungen kann man in wenigen Sätzen zusammenfassen. Insbesondere bei den Formulierungen zu Open Office und MS Office kann ich nix lustiges dran finden zumal die wenigen verbleibenden Features bei denen das MS-Office punkten kann nicht mehrere hundert Euro wert sind.
Wenn man vornehmlich den Text als Linux-Kritik adressiert wissen will, so fehlt es nach meinem Geschmack an vielen Stellen an Kompromissbereitschaft sich auf Linux wirklich einzulassen, daß eben einiges nicht so funktioniert, wenn man als Consumer, Wechsler oder mit den Massstäben eines MacOS-Nutzers . Genauso wenig wie sich eben Foobar2000, Windows Media Player, iTunes, AmaroK und Winamp in der Bedienung unterscheiden müssen, weil ihnen unterschiedliche Konzepte zugrundeliegen.
Diese Kompromissbereitschaft entsteht doch erst durch die erhöhte Motivation der Linuxnutzer, die sich bewusst für ein BS entschieden haben, dass mit gemeinfreien Quelltexten und einem sauberen Image daherkommt, eben nicht in der Privatsphäre rumschnüffelt und den Käufer drangsaliert. Mal abgesehen davon, daß man sich auch mit Linux beschäftigen muss, wie mit Windows eben auch. Es ist ja nicht so, daß der tägliche Umgang mit Windows nicht manchmal auch ein kompromissbehafteter wäre.
Es fehlen auch einige wichtige Aspekte:
Windows läßt sich zB besser in eine Konsum- und Unterhaltswelt integrieren, das ganze BS bietet vielfältige Möglichkeiten Anwendungen vollständig zu integrieren, Bedürfnisse und Märkte sogar erst zu schaffen, wie man am Beispiel der Media Center Edition sieht. Die MS-Produkte sind perfekt auf Märkte getrimmt, die "schneller, höher und weiter" als gegeben voraussetzen. In der Werbung sind diese Artikel allpräsent und die Anwendungen zT sogar synonym namensgebend, wie eben *Tempo* für Taschentücher. Überall findet sich jemand, der sich mit Windows "auskennt" und deren Produkte indiekt bewirbt. Linux fehlt es an dieser Stelle, aufgrund der geringeren Verbeitung, einfach auch an genügend Multiplikatoren undkostenlosen Helfern, die auch wieder für das gemeinfreie System werben, es auch für Entwickler intressant machen.
Vergleicht man dann in diesen verschiedenen Märkten die Möglichkeiten, so stehen Lösungen wie etwa der Linux-VDR aber doch recht gut da, haben sogar eine recht hohe Verbreitung wenn sie geschickt zusammengestellt daherkommen, während die MCE mehr durch Werbung, PC-Bundling und fehlende Treiber auffällt, aber bei den funktionierenden Features auffälllig unterlegen erscheint, auch was die Stabilität und Performanz betrifft. Mal ganz ausser acht gelassen, daß die Zielgruppe sich auch noch unterscheidet.
Warum eigentlich ständig die Vergleiche?
Mittlerweile stört es sogar mich, daß Linux fortwährend als Alternative zu Windows gehandelt wird, ihm immer ähnlicher wird, weil durch die Windows-Monokultur Dinge in die Benutzungs-Kultur übergegangen sind, die Erwartungshaltungen provozieren, die nicht erfüllbar sind. Richtige Mehrbenutzer und Netzwerkbetriebssysteme sind eben nichts für Leute, die sich zwar einen PC zugelegt haben, aber keinen brauchen, weil sie nur bestimmte Anwendungen umsetzen wollen.
Mitunter ist ein Konsument der Musik verlustfrei archivieren möchte mit einem Highfidelio von Hermstedt besser bedient, als mit einem Windows-PC. Wenn er dann noch falsch beraten wird, dann kauft er sich einen PC oder schlimmer einen MAC und hat sich ab diesem Zeitpunkt, dann eben in nicht geringem Umfange mit einem BS auseinanderzusetzen, was ihn häufig nicht näher an den eigentlich formulierten Wunsch bringt, Musik hochwertig zu archivieren.
Ich kenne nicht wenige potentielle PC-Käufer und Einsteiger, die mit einem wenig ausdifferenzierten und diffusen Wunsch zu mir gekommen sind und um Rat gefragt haben. Meist kam auf Nachfrage (was willste denn damit machen) dann sehr viel unreflektiertes zum Vorschein, daß der PC so viele Möglichkeiten hat, man "ein wenig Word machen wolle", "ein wenig Filesharing mit DSL" und "Internet wäre 'ne feine Sache", verbunden mit einer Preisvorstellung so um die 1300 Euro mit TFT.
Ich denke mal man macht nix falsch, wenn man ihnen einen PC und Windows empfiehlt, die derzeit vorherrschende Monokultur sorgt dafür, daß sich der zukünftige PC-Besitzer fast selbstständig mit allem versorgen kann, was er denkt ausprobieren zu müssen. Windows bietet mit diesem Zugang so viele Möglichkeiten, daß man sich jahrelang beschäftigen kann, solange jedenfalls bis ernsthaftere Frustrationen oder Wünsche wie etwa "ich möchte nur noch gemeinfreie, preiswerte Software benutzen und kann auf das Konsumdöns" verzichten.
Wenn sich jemand dann so artikuliert, dann braucht man ihm keinen Mac oder das jeweils neueste Windows anzudrehen, dann kann man zB über Linux oder weitere Alternativen nachdenken. Mit einem Entertainment-Markt, der selbst Konsumenten versorgt, die eigentlich gar keinen PC geschweige denn Windows brauchen, hat das aber wenig zu tun.
Ich weiss auch nicht recht, was das Betteln um möglichst viele Flame-Postings soll? In dem Artikel stehen doch auch einige durchaus richtige Sachen, die ohne die von mir bereits als störend benannte "milde Polemik" in anderer Formulierung sicherlich auch von einigen Linux-Benutzern stammen könnten. Es ist ja nicht so, daß Linux-Benutzer allesamt doof wären und nicht manchmal mit Dingen hadern, die angesprochen wurden, also jeder Versuch eines versierten Users ein Kernel-Modul zu starten oder einen Quelltext zu kompilieren garantiert zum Erfolg führt, genausowenig wie ein Windows-Treiber oder ein mundgerecht serviertes Servicepack oder eine installierte Anwendung nun unbedingt funktionieren muss, wenn es eben mal nicht funktioniert. Was die ausgestossenen Flüche betrifft, so haben die Windows-Benutzer mit den Linux-Usern und den MacUsern doch wohl mehr über Gemeinsamkeiten zu berichten, als nun über Dinge die so unterschiedlich wären.
Gruss
(Sorry, ich hab mal eben das was mir durch den Kopf schoss in einem Stück runtergehakt, wenn an einigen Stellen bei dem recht langen die Übergänge fehlen, so bitte ich das zu entschuldigen)
25.01.2006, 10:12
#
22
Tweek
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Hallo Hyperlink!
Danke für Dein langes Posting. Natürlich hast Du im Grunde recht. Es steht außer Frage, dass Linux ein leistungsfähiges und schnelles Betriebssystem ist. Trotzdem beherrscht Windows weiterhin den Markt. Wieso das so ist, ist mir ein Rätsel. Vermutlich liegt es daran, dass es bei ProMarkt, Saturn und Co. keine Software "in the Box" für das System zu kaufen gibt, Spiele und mehr oder weniger sinnvolle Programme wie die von Data-Becker sind nun einmal nur für Windows verfügbar.
Das ärgert mich schon als Mac-Nutzer, dürfte aber auch zahlreiche Nutzer davon abhalten, Linux zu verwenden, weil das System subjektiv nicht ordentlich durch Software unterstützt wird, auch wenn es objektiv nicht stimmt, weil jede Linux-Distri entsprechende Software mitgeliefert hat.
Zitat:
Der Zeitschriftenmarkt, die fortwährende Dauerberichterstattung zu Windows auf News-Seiten wie Netzwelt oder Chip und der kostenlose Support in Foren tun ein übriges um Windows oben zu halten.
Vermutlich einer der zahlreichen Gründe, warum Linux vergleichsweise unpopulär ist, zumal die Zeitschriften dann hin und wieder der Linux-Hype packt und als Heft-CD eine Suse-DVD mitgeliefert wird. Die Anwender können damit wenig anfangen und so landet die DVD in der Schublade.
Ich für meinen Teil habe mich vergangenes Wochenende mit Daddys grundlos abgeschmierten Windows 2000 befasst. Das hat mich zwei Stunden gekostet und reparieren konnte ich es nicht, heißt: Ich muss neu installieren Und weil Windows die angenehme Eigenschaft hat, nur sporadische Möglichkeiten zur Datenrettung zu haben, wenn sich das System verabschiedet hat, muss ich zur Knoppix-CD greifen, um die Daten zu retten. Insofern ist Linux sicherlich eine tolle Erfindung.
Als Haupt-Betriebssystem ist und bleibt es jedoch zweite Wahl nach Windows und OS X, das hat mit der mangelnden Unterstützung an kommerzieller Consumer-Software zu tun. Sicher: Für jeden Bereich gibt es Alternativen, die einem jedoch wenig bringen, wenn man, wie mein Vater, Briefmarken sammelt und deshalb die gnadenlos miese Michelsoft-Software verwenden möchte. Solche Dinge sind häufig, viele Open-Source-Programme mögen leistungsfähiger sein als ihre kommerziellen Varianten, dennoch fehlt ihnen offensichtlich das gewisse Etwas, um Computer-Anfänger zu überzeugen.
Ich persönlich habe noch genau zwei Gründe, die für mich dagegen sprechen, Linux zu verwenden:
1. Die Benutzeroberfläche ist nicht einheitlich, jeder Programmierer nutzt Menüs, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, wodurch das System unsauber wirkt.
2. Für diverse Dinge muss der Anwender den Root-Nutzer bemühen, die Logik dahinter erschließt sich gerade Computer-Anfängern mit Windows-Erfahrung überhaupt nicht. Das mag sicher sein, komfortabel ist es nicht. Mac OS X ist da besser, man braucht den Root-User nur in echten Notfällen, zum Beispiel, wenn das System die Dateirechte zerschossen hat.
Insofern halte ich Systeme wie Ubuntu für einen guten Ansatz. Hier wird Linux endlich so präsentiert, dass es rund und sauber aussieht, wodurch es sich durchaus als Alternative anbietet. Ich für meinen Teil würde meinem Vater gerne Linux installieren, aber dafür brauche ich für diverse spezielle Programme eine Linux-Alternative:
- Michel-Soft
- Digitale Bibliothek
- diverse Arzt-Software, zum Beispiel die Gelbe Liste
Oder kann man das über Wine regeln?
25.01.2006, 18:10
#
23
Hyperlink
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Gute Tag
Zitat:
Zitat von Tweek
Hallo Hyperlink!
Danke für Dein langes Posting. Natürlich hast Du im Grunde recht. Es steht außer Frage, dass Linux ein leistungsfähiges und schnelles Betriebssystem ist. Trotzdem beherrscht Windows weiterhin den Markt. Wieso das so ist, ist mir ein Rätsel.
Es liegt sicherlich schon mal daran, daß Windows durch eine gigantische Anzahl von Spielen attraktiv ist, selbst eigentlich inkompatible Spiele (Amiga, Atari, Arcadegames, Gameboy ...) werden durch die Emulator-Scene lauffähig gemacht.
Solange wie ich mich erinnern kann (etwa bis 1992) gibt es für Windows/DOS eine riesige freier und kostenloser Software für nahezu jeden Wunsch, man braucht also eigentlich nicht selbst zu programmieren, weil bereits eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, daß die entsprechenden Funktionen bereits in irgendeinem Programm verfügbar sind. Sobald man über genügend Grundkenntnisse der englischen Sprache für den IT-Bereich verfügt, kann man darauf zugreifen. Möchte man nur Software in Deutsch verkleinert sich dieses Angebot natürlich, ist aber auch mehr als ausreichend.
Das Angebot kommerzieller Software ist traditionell ebenfalls sehr groß, vermutlich das Größte unter den verschiedenen BS. Das beginnt mit durchdachter und leistungsfähiger Datenbank-Shareware für wenig Geld, zB Helium Music Manager (um ein Programm aus meinem Bereich zu nennen) und endet bei Datenbanken für Geschäftsprozesse innerhalb des Metro-Konzerns mit Millionen international anfallender Transaktionen oder bei Rendering-Programmen für die Serverfarm von George Lucas oder Disney.
Das ganze wird zusätzlich noch ergänzt durch das Filesharing, welches selbst ausgefallene Intressen in Sachen Software erfüllen hilft. Die Erfolgsgeschichte der Windows-PCs ist seit Anbeginn von DOS auch eine Geschichte rund um Kopiersperren und dem Kopieren von Software. Das Thema Kopiersperre bei MS-Produkten kam erst auf als eine gewisse Verbreitung und ein entsprechend großer Marktanteil erreicht.
Selbstverständlich gibt es auch mehrere Versionen der Windows-BS, angefangen bei XP Home bis hinauf zu den Serverversionen. Je nachdem welche Zielgruppe man addressiert, bekommt man ein entsprechende Grundkonfiguration vorgesetzt, die offensichtlich relativ stimmig ist. Einem Einsteiger zB würde vermutlich der Windows Media Player fehlen.
Um den Rest zu verstehen muss man einen Blick zurück und in die USA werfen.
Außerdem besetzt traditionell die Intel/Microsoft-Allianz die unteren Preissegmente, was einen immensen Absatz garantiert. Das Stichwort "199 $" -PC ist Windows. Das ganze wird durch Bundles erledigt, meist liegt solchen Paketen noch ein Zugang über einen der vielen Internetprovider oder Kabelprovider bei, die mitunter Kampfpreise für mehrjährige Verträge auch subventionierten, so wie wir es hier in D. auch mit den Handys für 1 Euro kennen.
Der Rest der Geschichte waren attraktive Softwarepreise für große Handelsketten und Knebelverträge für kleinere Ketten, die bei den Multimedia-Kistenschiebern in den USA für einen hohen Absatz sorgten und es MS ermöglichte mittels der "Bündelung" an einen PC (ehemals IBM-kompatible) eine hohe Marktdurchdringung zu errreichen. Auch hier in Deutschland gab es solche Bundles, zB bei Vobis und Escom, die OS/2 oder Win 3.11 zusammen mit einem PC und einem Modemzugang bei Compuserve anboten.
Apple hingegen hat sich auf eine große Kette von Händlern verlassen, mit dem Sterben des kleinen Einzelhandels und der zunehmenden Konzentration der Händler in Einkaufs-Ketten kam man aber ins Hintertreffen sowohl in den USA als auch hier Europa, insbesondere weil das Preisniveau von APPLE Deutschland künstlich hochgehalten wurde, um einen Anschein hoher Wertigkeit zu vermitteln, zudem wurden meiner Meinung nach die Apple Kunden hier in D durch Miss-Management genauso schäbig behandelt wie es eigentlich nur tradionell Sony tut. Man sollte noch erwähnen, daß die Produkte hohen Qualitätsansprüchen genügten, deren Absatz aber immer schwieriger wurde, eine ISDN-Karte für einen Wintel-PC kostete etwa zeitweise 250 DM, für den Mac war sie ab etwa 1500 DM erhältlich. Selbstverständlich hatte dieses Missverhältniss irgendwann auch mal Folgen, man verlor in der Windows 95-Zeit immer mehr Kunden an die Kistenschieber. Hinzu kamen auch jede Menge Betrügereien, inoffizielle Preisabsprachen und andere krumme Dinger wie Wirtschaftsspionage und Quelltext-Diebstahl seitens MS, die in den vielen großen Prozessen mündeten, die MS seit den 90ern führt.
Ende der 90er brach der Markt für OS/2 zusammen, NT etablierte sich langsam aber stetig, keiner kann das recht nachvollziehen, aber auch hier kam das "Bundle" zum tragen. Der völlige Zusammenbruch des Apple-Konzerns (1998?) mischte die Karten nochmal völlig neu. MS hatte nun eigentlich keine Konkurrenz mehr zu fürchten, transferierte 300 Millionen Dollar an Apple um seinen letzten verbliebenen Konkurrenten zu retten, damit der politische Druck nicht zu hoch würde und konzentrierte sich darauf den Netzwerk und Servermarkt zu erobern, den damals UNIX- Novell- OS/2- AIX- und auch SUN unter sich aufteilten. Forschungsergebnisse und Entwicklungen wanderten zurück in das die NT-Systeme.
Parallel dazu entwickelte sich die Programmierer-Szene der OpenSource und GPL-Coder, die ihre Quelltexte und Programme gemeinfrei veröffentlichten, um dem MS-Monopol entgegenzuwirken. Mitunter war die Veröffentlichung unter GPL auch der Versuch des Schutzes vor dem Ideendiebstahl der Closed-Source Konzerne, die da nicht gerade zimperlich waren.
Linux und andere BS wie etwa FreeBSD entwickelten sich prächtig in diesem Klima. FreeBSD wurde sogar später zur Grundlage für das "neue MacOS". Windows punktete aber in der Wintel-Allianz immer weiter und konnte den einzigen wirklichen Wachstum-Markt nutzen und ausbauen, der sich ergab, die Computerspiele. Das Wachtum ist schon allein daran abzulesen, weil MS es sich erlauben kann die Spielefähigkeiten im PC als auch eine Spielkonsole auf der Basis von PC-Komponenten nebeneinander im Sortiment zu pflegen.
Der Wachstumsmarkt der mp3-Portis wird vermutlich das nächste Feld sein, welches man von hinten aufrollen wird, nachdem der Markt urch den Apple-iPod generiert wurde und nun eine profitable Größe erreicht hat.
Der Rest, nämlich Internet und Multimedia, wurde innerhalb des Betriebsystems fest "verdongelt", der IE und der WMP zeigen recht deutlich wie wenig noch von ehemaligen Trennung zwischen BS und Anwendung übrig ist. Den Rest erledigten geschickte Manipulationen, FUDs und Inkompatibilitäten der Software zu konkurrierenden Anbietern, wie etwa Sun, Netscape oder Lotus. Mitunter reichten schon simple Fehlermeldungen und Fakes in 3.11 um PC-Benutzer dazu zu bringen die MS-Produktlinie zu benutzen.
Die Marktanteile der BS verschieben sich aber nur langsam, da Bundling im Niedrigpreissektor noch immer vorherrscht, ergänzt durch OEM-Lizenzen, die die Kosten für den Support der MS-Software auf den Fachhandel abwälzen. Mit dem Aufkommen des WWW ist der Support für alle Windows-Probleme in die Newsgroups und Foren abgewandert.
Die globale Verteilung wäre sicher eine andere, wenn davon ausgehen könnte, daß ein installiertes Windows auch immer gekauft wurde, das kann man aber nicht, weil auf nicht gerade wenigen PCs ein geklautes Windows aus dem Filesharing (Warez) eingesetzt wird. Traditionell ist der Anteil derjenigen die große Stücke auf Windows halten durchsetzt von Leuten, die unreflektiert nie für kommerzielle bezahlt haben und ihre Ansprüche und die gebotene nie reflektieren mußten. Auf Zocker-PCs sind ja selbst Server-Betriebssysteme mit einem Kaufpreis von mehreren hundert Euro zu finden. Sowas verzerrt natürlich auch die Wahrnehmung und das Gesamtbild.
Zitat:
Zitat von Tweek
Vermutlich liegt es daran, dass es bei ProMarkt, Saturn und Co. keine Software "in the Box" für das System zu kaufen gibt, Spiele und mehr oder weniger sinnvolle Programme wie die von Data-Becker sind nun einmal nur für Windows verfügbar.
Das ärgert mich schon als Mac-Nutzer, dürfte aber auch zahlreiche Nutzer davon abhalten, Linux zu verwenden, weil das System subjektiv nicht ordentlich durch Software unterstützt wird, auch wenn es objektiv nicht stimmt, weil jede Linux-Distri entsprechende Software mitgeliefert hat.
Meine These ist eine andere, die hohe Integrationdichte der Software in das BS hat dazu geführt, daß seit Jahren die Konsumenten mehr und mehr auf "All in One"-Produkte konditioniert werden. Es entstehen dort, wo früher einige wenige gut ausgesuchte Programme ihren Zweck zur vollsten zufriedenheit erfüllten fast nur noch buganfällige Funktionsmonster von der Größe (Anzahl der Codezeilen) früherer Betriebsysteme. Nero 7 zB toppt eigentlich alles und kommt in einer Größe weit über 1GB daher, die vor wenigen Jahren noch meine Linuxinstallationen (Betriebsystem und Anwendungen!) hatten. Mittlerweile fürhrt das zu völlig neuen Erscheinungen die ich bislang nicht kannte, nämlich daß Nutzer mehrere Brennprograme auf ihrem Rechner haben, die sich gegenseitig behindern, mehrere GB Softwarepakete, deren Funktionsumfang beim Benutzer nur zu 1-2% bekannt ist, oder die wegen nur einer funktion installiert wurden. Die klassische Vorgehensweise sich die besten Programme einer Sparte selbst zusammenzustellen ist zurückgedrängt worden. Gleichzeitig wird ein Markenwahn um diese "All in One"-Softwarepakete den ich mir nie vorgestellt hätte.
Ich gehe aber davon aus, daß dieser Imagewahn auch in Kürze wieder zusammenbricht. Ergonomisch ist einfach eine ziemliche katastrophe wenn man diese Programmpakete erlernen muss und sich durch die vielen nicht benötigen Teile wühlen. Die Benutzer kapieren ja recht schnell, daß über die aufgeblasenen "All in One"-Monster die Übersicht und Zuverlässigeit verloren geht. Lernen tuns sie es jedem Fall dadurch, wenn Programme wie zB Mp3tag sie dadurch begeistert,daß damit alle die Probleme gelöst werden, können die in iTunes für Win den Nachtschlaf kosten. Wobei ich nicht sagen möchte, daß an bestimmten Stellen "All in One-Software" nicht auch Vorteile hätte. Vorrangig gehts baber bei All in One (AIO) nur noch um das Image und um irgendwelche Shops zu integrieren, die die Mehrzahl der Benutzer vermutlich gar nicht nutzt. Im Videobereich ist es nicht anders, auch hier wird mit immensem Aufwand alles zu Paketen verschnürt was "nicht bei drei auf den Bäumen ist", nur um eine neue Version und etwas Umsatz zu generieren. Nero und WinOnCD sind gute Beispiele. Auch XP ist nichts anderes als ein "All in One"-Paket.
Entsprechend wird in der Öffentlichkeit auch ncht global über Problemlösungen diskutiert, sondern es bilden sich Inseln, wie etwa die iTunes-Foren, die Windows-Foren, die MAC-Foren in der sich alles nur noch in Rotation dreht, die ihre Energie nur noch aus der Diskussion um das Image, "madigmachen" anderer Gruppen und Hersteller bezieht. Selbstverständlich gehen dabei Orientierung und der Sinn für die Problemlösung verloren. Infolgedessen entsteht ein sehr hoher Druck durch die Communitys für alle Hersteller dieser AIO sämtliche Features konkurrierender Produkte ebenfalls zu integrieren und noch einen draufzusetzen. Diese ganze Blase muss doch irgendwann zwangsweise implodieren, da einiges nur noch "zusammengeschludert" wird und wie sehr schon an der Vers. 5 und 6 von iTunes für Windows zu sehen, unter hohem Zeitdruck kaum getestet in den Markt gedrückt wird. Auch die Blamage seitens Sony mit Connect ist ein gutes Beispiel. Der Zeitdruck entsteht dabei hauptsächlich dadurch, dass man ständig präsent vorne in den "News"- von Zeitgeist-Magazinen im Zeitschreiften und auf Webseiten eine Rolle spielen möchte.
Meiner Meinung nach wird bei solchen Aktivitäten nur wenig sinnvolles produziert und ausschließlich eine Menge heisser Luft umgewälzt. Die ganzen Markenprodukte wie etwa WMP, iTunes, oder MusicMatschJukebox werden sich dabei immer ähnlicher, die Grenzen verschwimmen zusehends, der hohe Grad an Entwicklungsdruck fürht kaum noch zu Innovationen, die Produkte an sich verflachen und müssen gegeneinander gesperrt, damit man sie nicht miteinander kombiniert. Wo kämen wir da auch hin, wenn kopiergesperrte WMA aus dem MSN-Shop auf einem iPod abspielen könnte, zum Synchroniseren aber eine Funktion von SonicStage nutzt, weil man eben auf dem Rechner an dem man sitzt gerade dieses Programm vorgefunden hat. Ohne diese Sperren würden die Marken auch ihre letzten Unterscheidungsmerkmale verlieren, die ohnehin schon wäßrig genug daherkommen. Die Basis der heutigen Konsum und Markenwelt, die (erzwungene) Identifikation mit einer Marke, wäre dann kaum mehr möglich, Alleinstellungsmerkmale gingen verloren.
Genau diese Konditionierung führt aber beim Kennenlernen von Linux zu Problemen, weil eben die "All in One"-Philosophie dort kaum präsent ist, wie auch, sind ja alles kleine Gruppen und Projekte. Eine Distribution sammelt deren Programme ja nur und ergänzt sie Schnittstellen oder einem Installer. Allenfalls Programme wie Open Office oder die KDE-Prorammsammlungen können als "All in One"-Programme bezeichnet werden. Allerdings fehlt ihnen, um im Markt bekannter zu werden die Reklame, das bekanntlich der wesentliche Teil einer Marke ist. Die einzige überhaupt existierende Marke sind die Distributionsanbieter, eine Markenwelt aus der Identifikation mit Produkten oder einer Sub-Gruppe entstehn könnte gibt es bei Linux doch kaum.
Zitat:
Zitat von Tweek
Vermutlich einer der zahlreichen Gründe, warum Linux vergleichsweise unpopulär ist, zumal die Zeitschriften dann hin und wieder der Linux-Hype packt und als Heft-CD eine Suse-DVD mitgeliefert wird. Die Anwender können damit wenig anfangen und so landet die DVD in der Schublade.
Ich denke da anders.
Das ganze bekannte Drumherum und die Welt der Gadgets und das Zocken fehlen halt bei Linux, wie will man so etwas ernstes wie ein "gemeinfreies Betriebsystem" hypen, wenn man nicht zum Thema Marktmonopolisierung und Softwarepatente arbeitet, sondern nur in BS als billigen Aufhänger und weitere Füllung einer DVD benutzt. Gegenbeispiel wären die Zeitschriften und Webseiten c't und ix aus dem Heise-Verlag, dort wird an den Themen Softwarepatente konstant gearbeitet und entsprechend anders ist dort auch der Umgang mit BS wie Linux oder FreeDOS, die meist zweckgebunden sogar spezielle zusammengestellt werden, zB für Knoppicillin oder den Linux-VDR (4.5 ?), der meineer Meinung nach das in jede Ricktung stabilste und performanteste Produkt im Bereich VDR auf einem PC darstellt.
Zitat:
Zitat von Tweek
Ich für meinen Teil habe mich vergangenes Wochenende mit Daddys grundlos abgeschmierten Windows 2000 befasst. Das hat mich zwei Stunden gekostet und reparieren konnte ich es nicht, heißt: Ich muss neu installieren Und weil Windows die angenehme Eigenschaft hat, nur sporadische Möglichkeiten zur Datenrettung zu haben, wenn sich das System verabschiedet hat, muss ich zur Knoppix-CD greifen, um die Daten zu retten. Insofern ist Linux sicherlich eine tolle Erfindung.
Für Windows hat sich bei mir immer schon folgendes Vorgehen bewährt.
# 3 Partionen anlegen System, Benutzer-Daten, Backup
# Das System inclusive der Anwendungen installieren und sofort mittels eines Imagers sichern
# Alle Benutzerdateien aus der Systempartion fernhalten und diese diszipliniert in einer eigenen Partition verwalten
# gelegentlich das System in die Backup-Partion sichern
Im Ernstfall entweder die letzet Sicherung zurückspielen oder den Systemzustand nach der Installation.
Zitat:
Zitat von Tweek
Als Haupt-Betriebssystem ist und bleibt es jedoch zweite Wahl nach Windows und OS X, das hat mit der mangelnden Unterstützung an kommerzieller Consumer-Software zu tun.
Es ist aber auch die Aufgabe freier Programmierer für diese Unterstützung zu sorgen.
Zitat:
Zitat von Tweek
Sicher: Für jeden Bereich gibt es Alternativen, die einem jedoch wenig bringen, wenn man, wie mein Vater, Briefmarken sammelt und deshalb die gnadenlos miese Michelsoft-Software verwenden möchte. Solche Dinge sind häufig, viele Open-Source-Programme mögen leistungsfähiger sein als ihre kommerziellen Varianten, dennoch fehlt ihnen offensichtlich das gewisse Etwas, um Computer-Anfänger zu überzeugen.
Ja die "Marke" und die zugehörige Clique.
Zitat:
Zitat von Tweek
Ich persönlich habe noch genau zwei Gründe, die für mich dagegen sprechen, Linux zu verwenden:
1. Die Benutzeroberfläche ist nicht einheitlich, jeder Programmierer nutzt Menüs, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, wodurch das System unsauber wirkt.
Das seh ich auch als Problem an. Auch in der Windows-Szene gibt es ähnliches. Die größte ergonomische Katastrophe, die ich kenne, heißt "The Godfather". Gute Funktionen, die über eine fürchterlich GUI verteilt sind.
Zitat:
Zitat von Tweek
2. Für diverse Dinge muss der Anwender den Root-Nutzer bemühen, die Logik dahinter erschließt sich gerade Computer-Anfängern mit Windows-Erfahrung überhaupt nicht. Das mag sicher sein, komfortabel ist es nicht. Mac OS X ist da besser, man braucht den Root-User nur in echten Notfällen, zum Beispiel, wenn das System die Dateirechte zerschossen hat.
Ich habe damit keine Probleme, denke aber, daß der Windows Weg über ein "Arbeiten als Dauer-Administrator" auch kein empfehlenswerter ist. Zum Glück ändert sich das grad, insofern wird das Denken in einer sicheren Mehrbenutzer-Umgebung bald zum Allgemeingut gehören.
Zitat:
Zitat von Tweek
Insofern halte ich Systeme wie Ubuntu für einen guten Ansatz. Hier wird Linux endlich so präsentiert, dass es rund und sauber aussieht, wodurch es sich durchaus als Alternative anbietet. Ich für meinen Teil würde meinem Vater gerne Linux installieren, aber dafür brauche ich für diverse spezielle Programme eine Linux-Alternative:
- Michel-Soft
- Digitale Bibliothek
- diverse Arzt-Software, zum Beispiel die Gelbe Liste
Oder kann man das über Wine regeln?
Eher über virtuelle PCs oder VM-Ware Player. Die Frage ist nur, ob sich der Aufwand lohnt wenn das schon alle wichtigen Applikationen waren. Ich denke der Aufwand ist unverhältnismäßig hoch, wenn das schon alles war. Außer man hat die Zeit und die Lust sich mit solchen Dingen die Zeit zu vertreiben.
26.01.2006, 10:54
#
24
Tweek
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Zitat:
Ich denke der Aufwand ist unverhältnismäßig hoch, wenn das schon alles war.
Aber wenn es schon an solchen Programmen scheitert, ist es doch klar. Oder?
26.01.2006, 13:02
#
25
Hyperlink
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Zitat:
Zitat von Tweek
Aber wenn es schon an solchen Programmen scheitert, ist es doch klar. Oder?
Eigentlich nicht.
Hier geht's sicher nicht darum, daß es "irgendwie geht", sondern hier soll eine ganze Reihe von originären Windows-Programmen mit der selben Performance, Zuverlässigkeit und vermutlich reibungslos in einem bereits gewohnten Arbeitsablauf überführt werden. Zusätzlich geht es darum jemanden Drittes in dessen gewohntes Arbeitsumfeld einzugreifen. Ich kann aus der Entfernung die "Motivation zum Wechsel" überhaupt nicht einschätzen, wie motiviert der Wechsel angegangen wird, die Gründe zum Wechsel sind mir ebenfalls unklar.
Welche Zicken Michel-Programme & Co. unter Wine machen können ist kaum kalkulierbar. Zumal alle Programme von Wine abhängig sein sollen, weil die Anwendungen allesamt keine originären Linux-Anwendungen sind. Genau diese Herangehensweise ist doch unsinnig, weil man nur versucht das gesamte Anwendungsumfeld von x auf y zu verpflanzen. Das wäre genauso als wolle man einen Stapel "Mac Software" oder den Systemordner eines Mac auf einen Windows-Rechner verschieben und dann erwarten, daß anschließend alles funktioniert.
Mal abgesehen davon, daß das die Funktion vieler Programme mit verschiedenen alten Windows-Versionen nach einem BS-Update zB von 2000 auf XP/2003 oder dem Einspielen von Servicepacks schon manchmal nicht so wie geplant funktioniert.
Angenommen ich würde einen Auftrag zu dieser Sache bearbeiten, so würde ich mir den PC näher anschauen wollen, um einschätzen zu können, ob genügend Speicher für eine VMWare vorhanden ist. Wenn er über etwa 500-750 MB Speicher verfügt und eine Prozessorleistung >1Ghz vorhanden ist, kann man das Projekt angehen. Es kann auch überlegt werden diesen PC von Linux aus mit VNC vollständig fernzubedienen (Terminallösung), wen sowieso für die zukunft Modernisierung oder ein Netzwerk einzurichten ist.
Ich würde an dieser Stelle erstmal eine Übergangsphase planen und organisieren! In der Übergangspase sollten genügend Möglichkeiten vorgehalten werden, Altdaten und Anwendungen abzuarbeiten, damit man Alternativen stressfrei (!) ausprobieren kann.
Die Vorgehensweise:
Testversion VMware ausprobieren,
handelt es sich um einen Privat-PC so kann man auch Voll-Version benutzen die auf einer c't-CD war. Bei einem gewerblich genutzten PC muss evtl. über den Kauf entschieden werden.
Wenn dann die gewohnte alte Umgebung eingerichtet ist, kann man anfangen die Programme unter Linux auszuprobieren, das Open Office oder das Star-Office als Ersatz für MS-Office anbieten.
Firefox unter Linux sollte kein Problem sein, die Wahl der einzurichtenden Benutzeroberfläche kann dem Benutzer überlassen werden.
Der Umgang mit dem Rest sollte mindestens einen Monat probiert werden
Dann ist erneut zu entscheiden, wie motiviert man überhaupt noch zum Wechsel ist, währenddessen sollte eine Dual-Boot-Installation und ein funktionsfähiger VMWare vorgehalten werden. Die Voreinstellung im Bootmanager sollte jedoch auf das Linux verweisen, damit auch wirklich getestet wird.
Obiges Vorgehen ist etwas völlig anderes, als mal eben Knoppix oder gar eine richtige Distribution "auszuprobieren".
Ich selbst habe auf meinem Linux-Rechner nur einige Spiele laufen zB "MAME" "Descent 3", "Railroad Tycoon" und "Heroes of Might & Magic 3" und das Star Office 8 (eigene Campuslizenz), also alles originäre Linux-Software, Arcade-Emulatoren und meine Sammlung eigener uralter Dos-Software. Ansonsten läuft nur noch Samba für Netzfreigaben, damit ich meine Audioarchive verwalten kann.
Linux deshalb, weil ich nicht bereit bin 2003-Server als Warez als Domaincontroller laufen zu lassen.
Gruss
EDIT:
Wir bewegen uns übrigens Richtung OffTopic: "Wie man im Detail Anforderungen durch die geschickte Wahl eine BS löst", war nicht unser Thema.
Thema war:
"Warum niemand auf Linux umsteigt."
Diese Frage ist übrigens nur eingeschränkt auflösbar, weil sie (teilweise suggestiv) davon ausgeht, daß es überhaupt eine größere Menge "Umsteiger" gibt oder geben kann, sich in einem Rahmen bewegt wo es über ein "entweder/oder" zu entscheiden gilt. Diese Gruppe dürfte meiner Vermutung nach aber recht klein sein, kaum PC-Anfänger enthalten. Meiner sicherlich naturgemäß eingeschränkten Wahrnehmung nach, gibt es eine viel größere Gruppe semiprofessioneller arbeitender Leute, die ein "auch" praktizieren oder gar bereits über Erfahrungen mit einer Parallelinstallation verfügen, wie mir heute abend von einem Kollegen ausführlich erklärt wurde. Insofern gibt es kaum eine Deckung zwischen der "öffentlichen Wahrnehmung" die ein "Wettrennen der Systeme" ohne ein "auch" vorraussetzt, sondern eine existierende Welt kaum vermarktbarer "Parallelinstallationen". Ich muss sagen mir gefällt dieser Ansatz, weil er meinem Realitätsempfinden recht nahekommt. Es gibt keinen Wettbewerb "entweder/oder", kein Wettrennen um einen "Sieger aller Klassen", der mit 7/100 Vorsprung die Zielmarke in einem Rennen um Punkte und die Gunst der Medien gewinnt, sondern etwas, was ich als "die Vernunft" verstehe. Auch Bestenlisten sind absolut albern, weil sie "3 Ohren" gegen "4 Ohren" oder Sternchen benutzen, wahlweise austauschbar mit Prozentzahlen arbeitet, davon ausgehend, daß dieses Rating irgendwelche Orientierung für die eigenen Bedürfnisse vermitteln könnte.
"Die Vernunft" wäre ein entgegensetztes Prinzip zu irgendwelchen Wettrennen, die nur für die Medien und Werbezwecke veranstaltet werden. Ich denke daß "Vernunft" längst dafür sorgt, daß die BS miteinander kombiniert werden können, Flamewars auf Heise (oder hier) bedeutungslos sind, Schnitstellen für die Zukunft an Bedeutung gewinnen, Ausstauschbarkeit und Ähnlichkeit an Bedeutung gewinnen, ohne Beliebigkeit in Spiel zu bringen, weil es jedem Hersteller möglich ist Alleinstellungsmerkmale in seinen Produkten unterzubringen.
Insofern müßte man mal diskutieren inwieweit "Kooperation und Interoperabilität" überhaupt bei den BS wichtig wären. Meiner Meinung nach werden in wenigen Jahren auch die Consumer-BS von Microsoft verschenkt werden müssen, der Markenwettkampf wird in den Hintergrund treten. Ich glaube aber nicht wirklich daran, daß solche Fragen hier und heute besonders viel Interesse hervorrufen. Meines Erachtens sind sie zu wenig "plakativ" um sie auf Unterhaltungs- und News-Seiten diskutiert zu können.
Allerdings kann ich mich auch irren, vielleicht ist es auch genau das was versierte und vor allem "mündige Konsumenten" lesen wollen und es fehlt nur an der entsprechend kompetenten Aufbereitung und wir unterschätzen allesamt einen kommenden Markt in dem weniger platt über die Prozentzahlen oder manipulierbaren Benchmarks in irgendwelchen Tests diskutiert wird, sondern es zukünftig darum geht Stellung zu beziehen, Alleinstellungsmerkmale herauszuarbeiten und auch den Leser mal zu fordern.
[OT]Falls mir eine Anmerkung erlaubt ist; ich bin immer wieder überrascht welchen Erfolg meine eigene Homepage hat, die ich Mitte 2003 zusammen mit Frank Bicking zur Archivierung von Audiodateien aufgemacht habe. Das Grundprinzip warum diese Seite funktioniert basiert nur darauf mit verlasslichen Informationen "einen Überblick zu ermitteln" anstatt "schneller, höher und weiter" einen möglichst große Anzahl von Views oder Attraktionen zu generieren.
Völlig in den Hintergrund getreten ist der Aspekt "News", sondern das System einer anderen Art der Berichterstattung funktioniert, weil wir bedingt durch unser kleines Team eben nicht "jeden Furz thematisieren und auf einen Millimeterbruchteil plattwalzen", sondern nur einschneidende Veränderungen zum Anlass nehmen Bericht zu erstatten und deren Auswirkungen in einem Bedingungsgefüge beschreiben. Sowas vermittelt wohl die geforderte Orientierung, die mir (persönlich!) bei vielen News-Seiten fehlt. Selbstverständlich bin ich durch den konstanten Erfolg von 2000 intressierten Gästen voreingenommen, aber diesen Pool aus "Anonymous" sehe ich als immensen Multiplikator an.
Um das Phänomen in Worte zu fassen:
"Content sollte nur generiert werden, wenn ausreichend relavante Veränderungen stattfinden, die den Leser betreffen, also zur Veränderung von generellen Sichtweisen oder Trends führen könnten. Im Zweifelsfall ist auf eine Berichterstattung zu verzichten, wenn dadurch weder die Trends noch allgemeine und etablierte Herangehensweise betroffen sind."
Der übliche "Fliegendreck auf der Windschutzscheibe" eines WWW-Benutzers dagegen geht völlig in zunehmender Beliebigkeit unter, insbesondere dann, wenn er in immer ähnlicher werdenden "Content Management Systemen" arbeiten muss. Die durch die bisherigen Berichterstattungsarten erzeugten immensen "Suchbewegungen" nach ausreichend relvanten Themen tragen keinesfalls zur Orientierung bei, sondern dienen bisher nur der Zielgruppen-Adressierung von Werbung, die mit dem Content (den Inhalten) auf unterschiedliche Art vermengt werden kann. Insbesondere fällt auf, daß die "wirklichen Nachrichten" mengenmäßig nicht mehr werden, sondern nur schwerer "aus dem Medienrauschen zu isolieren sind", bisher fällt es nur sehr wenigen WW-Nutzern auf. Erschwerend kommt aber hinzu, daß immer mehr Seiten aus dem selben Content-Pool von Pressemeldungen eine Berichterstattung generieren, also mangels Alleinstellungsmerkmalen in Beliebigkeit ersaufen werden.
Für die Zukunft jedenfalls stehen uns einige intressante Dinge ins Haus, die auch Auswirkungen auf die Betriebssystemwahl haben werden, weil sich meiner Meinung nach die Art der Berichterstattung in den nächsten Jahren verändern werden. Die Blogger-Scene wird zB indirekt den Fachjournalismus verändern, auch wenn sie von der "Welt des Weblogs" wenig halten, wie meine bisherigen Recherchen ergeben haben. Fachjournalismus wird zukünftig nicht mehr aus einer journalistischen "Reportage und Arbeitsweise für ein Fach" bestehen, sondern mit kompetenten Leuten "aus einem Fach" konkurrieren müssen, die Alleinstellungsmerkmal zwecks Orientierung viel effektiver isolieren können, als sie und ich es je könnten. Insbesondere die Anzahl und Treffsicherheit und die Fähigkeit zum Generieren intressanten Contents wird sie vermutlich immens überraschen. Mehr möchte ich zu diesem Thema noch nicht sagen.
Was auf jeden Fall passieren wird, ist daß die Bedeutung der bisherigen Meinungsmacher "Werbung und Journalismus" schwinden wird, deren Verflechtung also nur bedingt Vorteile bringt.
Meiner Meinung nach werden in 2-3 Jahren Kommunikationsysteme im Vordergrund stehen und immens an der Bedeutung gewinnen, die an aktuell dominantem "Wertesystemen" kratzen, wie etwa den Begriffen "Windows" oder "MAC", die tief hinein in Sphären reichen, die durch Marken- und Verkaufspsychologie vermittelt wurden und mittlerweile bei vielen schon Reize (Buzzwords) assozieren, die sich nur noch gefühlbetont ausdrücken können.
Auf das ursprüngliche Thema angewandt hat, mein obiger "Ausflug zur Medientheorie" und mein "Kommentar zum Fachjournalismus" nur einen einzigen bedeutenden Zusammenhang, daß wir beide nämlich kaum abschätzen können ob Marketingstrategien wie sie außereuropäische Konzerne wie etwa Microsoft und Apple zelebrieren nachhaltig in einigen Jahren noch zum Erfolg führen werden. Der Beudungsgehalt dessen was wir bisher diskutiert haben wird in spätestens 24 Monaten extrem niedrig sein, die "Berichterstattung über persönlich relevante Alleinstellungsmerkmale" als eine relevate fachjournalistische Arbeitsweise aber bereits an Bedeutung gewonnen haben.
Passend dazu wird es in den letzen beiden Jahren des ersten Jahrzehnts nach Y2K wird es sicher auch noch einige Diskussion geben inwieweit überhaupt bekannte Persönlichkeiten oder größere Seiten und Communities überhaupt noch vertrauenswürdig sind. Diese Diskussion, deren Ausgang ich überhaupt nicht abschätzen kann, wird nachhaltig darüber entscheiden wie der Beruf des Berichterstatters in Zukunft aussehen wird.
08.02.2006, 15:12
#
26
Plong
Gastposter
Sollte Ihr Artikel womöglich als Satire betrachtet werden?
Falls ja, haben Sie Ihr Ziel weit verfehlt. Denn ein satirischer Ansatz lässt sich bestenfalls erahnen.
Der gesamte Artikel wirkt auf mich viel mehr wie eine gezielte Provokation aller Linux-User.
Allerdings drängt sich mir dann die Frage auf: Warum das Ganze?
Nun ja, vielleicht haben Sie so einige Windows-Nutzer vor einem Umstieg bewahrt... Herzlichen Glückwunsch!
Plong
08.02.2006, 15:25
#
27
Pling
Gastposter
Sollte Ihr Artikel womöglich als Satire betrachtet werden?
Falls ja, haben Sie Ihr Ziel weit verfehlt. Denn ein satirischer Ansatz lässt sich bestenfalls erahnen.
Der gesamte Artikel wirkt auf mich viel mehr wie eine gezielte Provokation aller Linux-User.
Allerdings drängt sich mir dann die Frage auf: Warum das Ganze?
Nun ja, vielleicht haben Sie so einige Windows-Nutzer vor einem Umstieg bewahrt... Herzlichen Glückwunsch!
Pling
09.02.2006, 10:27
#
28
Tweek
Registriert seit: 31.03.2004
Ort: Bonn
Beiträge: 958
Zitat:
einige Windows-Nutzer vor einem Umstieg bewahrt... Herzlichen Glückwunsch!
Ach, keine Ursache! :-D
09.04.2006, 15:41
#
29
Gast
Gastposter
.. das Ganze macht Linux doch eher interessanter! Denn wer will schon als "dummer" Windows User sterben ?
10.04.2006, 10:23
#
30
Tweek
Registriert seit: 31.03.2004
Ort: Bonn
Beiträge: 958
Zitat:
Denn wer will schon als "dummer" Windows User sterben ?
Die Kolummne stimmt Wort für Wort.
Selbst erlebt, hab auch versucht, Linux zu erklimmen. Hätte ein zeitaufwändiges Selbst-Studium nebst neuer Literatur beginnen müssen.
Der Aufwand war mir dann doch zu groß, stattdessen meine frühkindliche Prägung auf Windows ausgebaut und habe nun ein sicheres, stabiles, all meinen Bedarf erfüllendes Windows.
Übrigens ohne Firewall und Virenklingel.
Bravo, Autor Christian Rentrop.
20.04.2006, 10:16
#
32
Tweek
Registriert seit: 31.03.2004
Ort: Bonn
Beiträge: 958
Zitat:
Die Kolummne stimmt Wort für Wort.
Danke! Vielen Dank! Ich dachte schon, ich wäre allein mit meiner... Meinung
17.05.2006, 14:55
#
33
glandestino
Gastposter
das ist toll kakofonie ala karte!!!
wirklich wir koennen auch anfangen Vollmilch aus Flaschen mit Vollnilch aus Flaschen mit Vanille geschmack zu vergleichen!!!
18.05.2006, 11:06
#
34
Tweek
Registriert seit: 31.03.2004
Ort: Bonn
Beiträge: 958
Zitat:
wirklich wir koennen auch anfangen Vollmilch aus Flaschen mit Vollnilch aus Flaschen mit Vanille geschmack zu vergleichen!!!
Ja, und? Manche mögen's lieber mit, manche ohne. Zwischen Babys kann das durchaus für Diskussionen sorgen
10.07.2006, 11:13
#
35
Pickwick
Gastposter
Mal abgesehen von ein paar witzigen Stellen, zeigt der Artikel eines ganz klar: Der Autor hat weder Ahnung von Windows noch von Linux.
03.09.2006, 16:05
#
36
King W.
Team SAT-Technik
Registriert seit: 01.01.2006
Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 9.167
Wegen massivem Spam vorübergehend geschlossen.
Der Thread wird bei Bedarf gern wieder eröffnet. Falls gewünscht, bitte eine PN an einen Mod oder Admin.
Danke für euer Verständnis.
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein
Nokia? Nein danke!
05.10.2006, 15:57
#
37
Oliver
Gastposter
Ungefähr 10% wahr an diesem Text wenn überhaupt. Evtl. sollte man sich zumindest ansatzweise mit Linux beschäftigen und wirklich schauen was der Sinn von Linux sein soll (Nein, kein Windows-Ersatz der alles 100% besser kann) bevor man so einen Mist schreibt...
11.10.2006, 22:19
#
38
Windows User :D
Gastposter
Mahlzeit zusammen,
also von zurück geschreckt kann in meinem fall net die rede sein es lässt nur darauf schliessen das einteil der Linux User arrogant ist allerdings hat man das über all ob bei emule bearshare mitten auf der straße auch bei windoof is dies der fall allerdings scheint es so das die anzahl anforen bei win wesentlich mehr dasind als bei linux daher könnte man das gefühl kriegen das die user von linux halt alle ein an der klatsche haben