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| Redakteur Registriert seit: 08.09.2003
Beiträge: 23.406
| Nach dem CDU-Politiker Ansgar Heveling äußert sich nun auch Michel Friedman negativ über die Anti-ACTA Proteste. Seine Frage an die Aktivisten lautet: "Wisst Ihr ACTA-Demonstranten, dass ihr für Diebstahl auf die Straße geht?" Diskussion zu: "Wisst Ihr ACTA-Demonstranten, dass ihr für Diebstahl auf die Straße geht?" |
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| netzwelt.de | |
| | # 7 |
| Liest und Schreibt Registriert seit: 22.03.2011 Ort: In der Kiste mit den W-LAN-Kabeln.
Beiträge: 2.340
| Andererseits war ja in diesem Fall durchaus das Interesse vorhanden die CD in irgendeiner Art zu bekommen. Wenn hier das Verlangen groß genug geworden wäre, in der fiktiven Annahme dass es keinen alternativen Bezugsweg gäbe, dann hätte der Kopierer eventuell doch zum Käufer für die CD werden können. Ich finde grundsätzlich sollte man bei Medien-Konsum auch immer daran denken, dass auf der anderen Seite jemand steht der diese herstellt. Das beim Kopieren diesem nicht die physische CD aus dem Haus geklaut wird, also nicht der materielle Verlust eines Objekts verkraftet werden muss, ist dabei im Grunde nebensächlich. Und wenn der Gedankengang auch nur darauf hinauslaufen sollte, dass der Musiker sich beim nächsten Lied zweimal überlegt ob es sich für ihn überhaupt lohnt diesen Aufwand zu betreiben. Was natürlich weder die Aussage von Herrn Heveling, noch die von Herrn Friedman legitimiert. Hier würde ich von fehlenden Informationen ausgehen oder davon, dass die Herren sich nur einseitig haben beraten lassen.
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| | # 9 | |
| Urgestein Registriert seit: 04.08.2002
Beiträge: 3.917
| Zitat:
MP3s wurde ab 1998 en vouge dank napster. Somit konnte man sich nicht nur eigene CDs daraus herstellen, sondern auch überall diese Musik mit hinnehmen und kompakt speichern. Erste MP3-Player von Rio gab es ebenfalls 1998. Und wann hatten wir in Deutschland den ersten nennenswerten legalen Musikdienst mit Musicload? 2003. DRM-frei erst seit 2006. Sorry, aber Mitleid habe ich für so ein völliges Versagen im Hinblick auf die Umfeldentwicklungen nicht. Jede mittelständische Klitsche hat solche Funktionen der strategischen Früherkennung und beobachtet Markttrends, weil sie sonst sterben würden. Der Musikindustrie würde ich daher nicht weniger unterstellen als den eklatentesten Fehler seit ihrem Bestehen begangen zu haben. Das ist quasi so, als würde ein Automobilhersteller die allgemeinen ökologischen Trends völlig verpennen und auch 2020 noch Mittelklasse-Wagen mit 20l/100km Verbrauch herstellen. Oder einem TV-Hersteller, der heutzutage noch auf die gute alte Röhre setzt. Was hat ein solches Unternehmen verdient, das nicht fähig ist, auf die dynamischen Marktgegebenheiten einzugehen? Richtig, den Bankrott. Ohne einem Fünkchen Mitleid. (Nur die Musiker selbst tun mir Leid - vorausgesetzt, es handelt sich wirklich um "Musik" und keine gecasteten, überflüssigen Kreaturen) Soll nicht heißen, dass deswegen gar keine illegalen Kopien mehr existieren würden - aber man hatte genug Zeit, um sich über neue Geschäftsmodelle Gedanken zu machen, ja sogar das Kaufverhalten nachhaltig zu verändern und somit den Verlust abzufedern. Allein die großen vier Labels setzen auch heute noch 12 Mrd. € um. Bei diesen Dimensionen wären genug Ressourcen vorhanden gewesen, sich mit weitsichtigen Entscheidungen den Gegebenheiten anzupassen.
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| | # 12 | |
| Liest und Schreibt Registriert seit: 22.03.2011 Ort: In der Kiste mit den W-LAN-Kabeln.
Beiträge: 2.340
| Versteh mich nicht falsch, es geht mir nicht direkt um das Überleben irgendwelcher Labels - bei denen unter Umständen fernab der Wirklichkeit, in irgendwelchen Meetings großer Konzernbosse, über wichtige Entwicklungen entschieden wird oder eben nicht - sondern um das gesamte Konzept der Musik-Herstellung und Verbreitung. Vom Künstler der die Musik entwickelt, über dessen Vertreter in Sachen Bekanntmachung und Verbreitung, bis hin zu denjenigen die die Musik dann auf kleine runde Scheiben pressen oder halt als digitale MP3-Kopie im Internet anbieten. Hier sind unglaublich viele Menschen aktiv die es ebenfalls verdienen für ihre Arbeit eine Entlohnung zu erhalten. Um mich selbst zu zitieren Zitat:
Worum es mir ging war im Grunde auch die Sichtweise der anderen Seite darzulegen, die in diesem Fall häufig genug einfach ausgeklammert wird, weil nur der eigene Standpunkt überhaupt in Betracht gezogen wird. Ohne damit ACTA in irgendeiner Weise legitimieren zu wollen. Ganz im Gegenteil. Insgesamt ist die Verfolgung von Raubkopierern auch nur ein Bestandteil, der einfach in der öffentlichen Meinung am ehesten wahrgenommen wird, weil er uns am ehesten betrifft. Die Folgen sind viel weitreichender und gehen weit darüber hinaus ob man mich in Zukunft besser verfolgen kann, wenn ich mir Kunst in Form von Filmen oder Musik aus dem Internet sauge. Potentielle Zensur ist hierbei das Stichwort. Als Hintergrundinformation noch eine kleine News mit einer Stellungnahme von Leutheusser-Schnarrenberger: www.netzwelt.de/news/90766-bundesjustizministerin-acta-wollen-keine-internetsperren.html
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| | # 13 |
| Registriert seit: 10.11.2006 Ort: dort, wo Berlin schön ist
Beiträge: 1.301
| Ach ja, die Musikindustrie ist wirklich arm dran, da muss jede Möglichkeit genutzt werden: Houston tot, Sony glücklich Natürlich ist jedem Künstler für sein Werk, wenn man es denn mag, zu danken und natürlich sollte er auch so dafür entlohnt werden, dass ihm weitere künstlerische Tätigkeit möglich wird. Aber genau das macht ja die heutige Musik - I n d u s t r i e eben nicht, der Künstler als solcher ist absolut uninteressant, er wird gehypt, damit er verkauft werden kann und nun gibt es Techniken die die Pfründe der Musikindustrie zu bedrohen scheinen und man geht dagegen vor, Anwälte und ihre Kanzleien wollen durch das Zuhauen mit der ganzen Härte des Gesetzes auf 10-jährige Kinder und Omas ohne PC ihren Teil vom Kuchen abkriegen (und kriegen ihn auch). Durch Acta soll dieser für bestimte Kreise höchst lukrative Zustand nicht nur zementiert werden, nein, man baut Bürgerrechte gleich noch ein Stück weiter ab, der Bürger muss ja sowas von vor sich selbst geschützt werden
__________________ Übrigens ist es nicht schlimm, wenn dir nichts einfällt, aber eine Schande ist es, wenn du das dann auch noch aufschreibst.Joachim Panten 1947-2007 |
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| | # 14 |
| Registriert seit: 10.11.2006 Ort: dort, wo Berlin schön ist
Beiträge: 1.301
| Ein sehr lesenswerter Artikel der FAZ, meine ich : Urheberrechte im Internet Acta oder der Schutz der Raubritter |
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Der wahre Grund ist aber ein anderer: Mittlerweile hat jede Tippse beim Arbeitsamt Zugriff auf die Konten. Einem Freund von mir ist mal folgendes passiert: Er mußte sich vorübergehend arbeitslos melden und - natürlich - seine Kontonummer angeben, weil sein ALG dorthin überwiesen werden sollte. Die Tippse hat bei der Antragsabgabe ein wenig auf ihrem Terminal herumgehackt und sich dann verplappert: "Wie, Sie sind auch bei Versatel? Ich auch." Sie konnte nicht nur die Abbuchung der letzten Telefonrechnung einsehen sondern hatte auch Zugriff auf alle anderen Kontenbewegungen und den Kontostand selbst. Das hat sie dann sogar zugegeben.
