Auskunftsanspruch der Abgemahnten gegenüber Provider (z.B. Telekom)?

Alt 08.03.2010, 02:03   # 101
FortyTwo
 
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Wie genau die Listen aussehen, die vor Gericht eingereicht werden kann ich nicht sagen, aber vielen Listen sieht man an, dass diese ursprünglich viel mehr Daten enthalten haben müssen.

Ich denke schon dass der Rechteinhaber die Liste vor dem Einzelverfahren trennen wird, bei dem jeweiligen Provider kommt aber nur noch der einen selbst betreffende Teilbereich an.
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Alt 08.03.2010, 02:11   # 102
princess15114
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Zitat:
Zitat von FortyTwo Beitrag anzeigen
Ich denke schon dass der Rechteinhaber die Liste vor dem Einzelverfahren trennen wird, bei dem jeweiligen Provider kommt aber nur noch der einen selbst betreffende Teilbereich an.
So ist es. Alles andere würde ja auch nicht sinnvoll sein.
Antrag bei LG Köln enthält Anlage...
Ast 1 --> T-COM
Ast 2 --> 1&1 (Altvertrag)
Ast 3 .... Reseller X usw.

Und nur die Listen mit der jeweiligen IP-Adress-Range gelangen dann an die entsprechende Stelle beim zuständigen Provider.
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Alt 08.03.2010, 02:15   # 103
FortyTwo
 
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Zitat von CityLight Beitrag anzeigen
Du weichst aus. Solltest du nicht machen.
Tu ich das?! - Eigentlich ist eher mein Problem, dass ich Problemen NICHT ausweiche.
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Alt 08.03.2010, 02:24   # 104
constantin
 
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Zitat:
Zitat von FortyTwo Beitrag anzeigen
Desweiteren sind nicht alle 11.000 IPs / 200-500 Kunden auch von einem Provider, das verteilt sich dann entsprechend der Marktanteile.
Nur 200-500 Kunden kommen mir bei 11.000 IP's etwas wenig vor. Zum einen gelten die Beschlüsse nicht für sonderlich viele Werke eines RI (bei mir war es nur ein Werk), dann gibt es eine Zwangstrennung alle 24 Stunden und zum anderen können die Logger Ihre IP's nicht länger als 7 Tage horten. Daher:

11.000 / 7 Tage = mindestens 1571 Kunden

Oder wo liegt mein Denkfehler?

Dem RI müssen aber wohl alle 11.000 IP's aufgeschlüsselt werden, auch wenn das offenbar bei Dir nach Kunden unabhängig von dessen Loganzahl abgerechnet wird. Richtig?
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Alt 08.03.2010, 12:22   # 105
Alter Esel
 
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Zitat:
Zitat von FortyTwo Beitrag anzeigen
Eigentlich ist eher mein Problem, dass ich Problemen NICHT ausweiche.
Wenn Du Deinem Nick halbwegs gerecht werden willst, solltest Du auf schwierige Fragen auch immer die passende Antwort parat haben...

Ich finde Deine (freiwillige?) Teilnahme an der bisherigen Diskussion sehr interessant, weil damit ein bisher noch schattiger Blickwinkel im Abmahnwahn beleuchtet werden könnte.

Leider kann ich noch nicht so recht beurteilen, welche Motivation hinter Deiner Anmeldung in diesem Forum steckt.

Möchtest Du an das "Verständnis" der Abgemahnten für ihren jeweiligen Provider appellieren?

Fühlst Du Dich als ISP-Mitarbeiter persönlich verunglimpft oder zu Unrecht diskriminiert?

Was erhoffst Du Dir als Ergebnis Deiner Postings?
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Alt 08.03.2010, 18:50   # 106
dreizack
 
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Zitat:
Zitat von Alter Esel Beitrag anzeigen
Wenn Du Deinem Nick halbwegs gerecht werden willst, solltest Du auf schwierige Fragen auch immer die passende Antwort parat haben...
42 ist die Antwort! Es geht darum die Frage herauszufinden. Dafür wurde immerhin die Welt gebaut.

Meine Frage an FortyTwo, wenn er hier wieder aufkreuzt nach einer bemerkenswert mutigen und kämpferischen Performance letzte Nacht, ist folgende:
In letzter Zeit gab es immer wieder Fälle, bei denen nachweislich die falsche Person abgemahnt wurde. Entweder hatte man den Provider längst gewechselt, wie im verlinkten Beispiel von Citylight oder der Abgemahnter war nicht AI - in einem Fall war es derjeniger, der die Rechnung zahlte (aber nicht mal der Empfänger). Wie passiert so etwas? Ich vermute, dass die Erklärung nicht bei den Abmahnern liegt. Eine verdächtige IP wird an einen Provider geschickt. Dieser befragt die Verkehrsdaten für den betreffenden Zeitpunkt und erhält eine Kunden-Id. Damit wird die Adresse aus einer anderen Datenbank geholt. Das Problem ist, dass mehrere Adressen mit der Kunden-Id verknüpft sind und manchmal greifen die Abfragen daneben. Ist das so denkbar?

Beispiele:
Nümann und Lang Karlsruhe Abmahnung wg. vermeintlicher Urheberrechtsverletzung Teil 2
Brief von Rasch Rechtsanwälte Hamburg - Teil 2
Brief von Rasch Rechtsanwälte Hamburg - Teil 2
Nümann und Lang Karlsruhe Abmahnung wg. vermeintlicher Urheberrechtsverletzung Teil 2
Graf von Westphalen Abmahnung wg. vermeintlicher Urheberrechtsverletzung (Citylight)
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Alt 08.03.2010, 19:48   # 107
FortyTwo
 
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Zitat:
Zitat von constantin Beitrag anzeigen
Nur 200-500 Kunden kommen mir bei 11.000 IP's etwas wenig vor. Zum einen gelten die Beschlüsse nicht für sonderlich viele Werke eines RI (bei mir war es nur ein Werk), dann gibt es eine Zwangstrennung alle 24 Stunden und zum anderen können die Logger Ihre IP's nicht länger als 7 Tage horten. Daher:

11.000 / 7 Tage = mindestens 1571 Kunden

Oder wo liegt mein Denkfehler?
Das Verhältnis 11.000 IPs gegen 200-500 Nutzer war eine reine Bauchschätzung, aber auch beim Schätzen vertue ich mich selten. Ganz genaue Zahlen werde ich aber nicht liefern können, sorry.

Und Listen mit 11.000 IPs habe ich persönlich noch gar keine gesehen, unser "Rekord" (bereinigt) liegt bei knapp über 1.ooo IPs. Im Regelfall bewegen sidch diese Listen aber zwischen 20 und 100 IPs. ebenfalls bereinigt.

Vorsicht mit der Zwangstrennung. Immer mehr Netzbetreiber versuchen testweise bei kleineren IP-Adressbereichen auf die 24h-Zwangstrennung zu verzichten. Viele Kunden bekommen das aber nicht mit, weil Ihr Router auf eine Zwangstrennung in der Nacht konfiguriert ist.
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Alt 08.03.2010, 19:56   # 108
ulrich
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Zitat:
Zitat von FortyTwo Beitrag anzeigen
Das Verhältnis 11.000 IPs gegen 200-500 Nutzer war eine reine Bauchschätzung, aber auch beim Schätzen vertue ich mich selten. Ganz genaue Zahlen werde ich aber nicht liefern können, sorry.
Nur mal so nebenbei erwähnt, solltest Du Dir nicht selber um Deine IP hier Sorgen machen (Stichwort Arbeitgeber)? Ist nur mal eine persönliche Frage von mir!
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Alt 08.03.2010, 20:10   # 109
FortyTwo
 
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Zitat:
Zitat von Alter Esel Beitrag anzeigen
Wenn Du Deinem Nick halbwegs gerecht werden willst, solltest Du auf schwierige Fragen auch immer die passende Antwort parat haben... :
Meine scheinbar die Problematik umschiffende Antwort war nicht ausweichend. Les die Antwort nochmal durch, dann wirst Du meine Aussage verstehen

Zitat:
Zitat von Alter Esel Beitrag anzeigen
Ich finde Deine (freiwillige?) Teilnahme an der bisherigen Diskussion sehr interessant, weil damit ein bisher noch schattiger Blickwinkel im Abmahnwahn beleuchtet werden könnte.

Leider kann ich noch nicht so recht beurteilen, welche Motivation hinter Deiner Anmeldung in diesem Forum steckt.
JA, vollkommen freiwillig! Warum vermutet man hinter allen Handlungen eines Providers oder eines seiner Mitarbeiter stets ein taktisches Techtelmechtel Das ist äusserst nervend, weil diese ständigen Verdächtigungen einfach nicht stimmen.

Ja klar, bekleckern sich alle Provider nicht wirklich mit Ruhm, was die Transparenz und Kundenfreundlichkeit betrifft, aber ansonsten kocht auch der Provider nur mit Wasser und will dem Kunden eigentlich nichts böses. Denn bedenke: ein Kunde, der keinen Ärger macht, sondern still und brav seine Leistung bezieht und dafür pünktlich zahlt, an dem kann man gut verdienen. Wenn ich den Kunden ständig provoziere, dann steht der mir ständig auf der Matte und die Marge schmilzt.

...aber dieses Thema führt hier und jetzt aber zu weit... hier gehts um die Abmahnungen...

Zitat:
Zitat von Alter Esel Beitrag anzeigen
Möchtest Du an das "Verständnis" der Abgemahnten für ihren jeweiligen Provider appellieren?. Fühlst Du Dich als ISP-Mitarbeiter persönlich verunglimpft oder zu Unrecht diskriminiert?
Unter andem JA, und zwar aus ganz egoistischen Gründen. Es ist unglaublich nervend zwischen diesen Stühlen zu stehen. Auf der einen Seite die Rechteinhaber, die auf die Durchsetzung ihres richterlich bestätigten Rechts pochen - auf der anderen Seite die Kunden, die uns die tollsten Vorwürfe machen. Von den wüsten Beschimpfungen und Beleidigungen und persönlichen Bedrohungen möchte ich gar nicht erst anfangen. Wie oft würde ich solchen Cholerikern gerne sagen: "Dann lad halt den Scheiss nicht runter und geh in den Laden und Kauf das Zeugs, wie viele andere auch."

Zitat:
Zitat von Alter Esel Beitrag anzeigen
Was erhoffst Du Dir als Ergebnis Deiner Postings?
Eigentlich wollte ich nur mal die Augen für eine andere Sichtweise öffnen, denn bei diesem ganzen Massenabmahn-Wahn sind eben nicht nur Abgemahnte und Abmahner, nein, in dieser Kiste stecken noch viel mehr Leute mit drin, die eigentlich besseres zu tun hätten.

So fasse ich mir nicht selten an den Kopf, wenn ich hier einige Sachen lese und denke mir: "Ihr wollt, dass der Abmahnwahn aufhört?! - Die einfachste, billigste und schnellste Lösung liegt doch auf der Hand, ... aber die will keiner hören, stattdessen wird die Schuld bei anderen gesucht.
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Alt 08.03.2010, 20:19   # 110
constantin
 
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Zitat:
Zitat von FortyTwo Beitrag anzeigen
JA, vollkommen freiwillig! Warum vermutet man hinter allen Handlungen eines Providers oder eines seiner Mitarbeiter stets ein taktisches Techtelmechtel Das ist äusserst nervend, weil diese ständigen Verdächtigungen einfach nicht stimmen.
Das wollte ich Dir gestern schon per PN mitteilen, damit Du die Reaktionen der Forengemeinde besser verstehst. In unserem Forum tummeln sich regelmäßig Mitarbeiter oder Sympathisanten von Anwaltskanzleien und setzen Gerüchte in die Welt oder wollen Unfrieden stiften. Selbst einer der bekanntesten Abmahnanwälte hat sich hier im Forum letztes Jahr angemeldet. Bei "Troll-Verdacht" reagieren wir daher leicht allergisch.

Zitat:
Zitat von FortyTwo Beitrag anzeigen
Es ist unglaublich nervend zwischen diesen Stühlen zu stehen. Auf der einen Seite die Rechteinhaber, die auf die Durchsetzung ihres richterlich bestätigten Rechts pochen - auf der anderen Seite die Kunden, die uns die tollsten Vorwürfe machen.
Du hattest gestern schon ähnliches angedeutet. Ich frage mich aber, was ein ISP-Mitarbeiter denn noch mit den Rechteinhabern zu tun hat? Es läuft doch alles über das Landgericht. Oder kontaktieren die RI Euch schon direkt um an Daten heranzukommen? Den Aspekt, dass es Dein Unternehmen, den RI so schwer wie möglich macht, müßtest Du noch etwas näher erläutern.

Zitat:
Zitat von FortyTwo Beitrag anzeigen
So fasse ich mir nicht selten an den Kopf, wenn ich hier einige Sachen lese und denke mir: "Ihr wollt, dass der Abmahnwahn aufhört?! - Die einfachste, billigste und schnellste Lösung liegt doch auf der Hand, ... aber die will keiner hören, stattdessen wird die Schuld bei anderen gesucht.
Wir machen hier ununterbrochen Werbung dafür, urheberrechtlich geschütztes Material ab sofort nicht mehr über P2P zu beziehen. Die allermeisten Abgemahnten halten sich auch daran.
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Alt 08.03.2010, 20:34   # 111
FortyTwo
 
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Zitat:
Zitat von dreizack Beitrag anzeigen
42 ist die Antwort! (...) Meine Frage an FortyTwo, wenn er hier wieder aufkreuzt nach einer bemerkenswert mutigen und kämpferischen Performance letzte Nacht, ist folgende:
In letzter Zeit gab es immer wieder Fälle, bei denen nachweislich die falsche Person abgemahnt wurde. Entweder hatte man den Provider längst gewechselt, wie im verlinkten Beispiel von Citylight oder der Abgemahnter war nicht AI - in einem Fall war es derjeniger, der die Rechnung zahlte (aber nicht mal der Empfänger). Wie passiert so etwas? Ich vermute, dass die Erklärung nicht bei den Abmahnern liegt. Eine verdächtige IP wird an einen Provider geschickt. Dieser befragt die Verkehrsdaten für den betreffenden Zeitpunkt und erhält eine Kunden-Id. Damit wird die Adresse aus einer anderen Datenbank geholt. Das Problem ist, dass mehrere Adressen mit der Kunden-Id verknüpft sind und manchmal greifen die Abfragen daneben. Ist das so denkbar?
Ich kann zwar jetzt nur für einen Provider sprechen, aber bei uns wird eine Kennung tatsächlich nur einmal vergeben. Kündigt der Kunde irgendwann einmal, wird diese Kennung nicht wieder verwendet.

Wie kann es nun zu solchen Unstimmígkeiten kommen?

Das erste Problem ist die Auskunftskette. Manche Provider beauskunften einen Anschlussinhaber, andere den DSL-Vertragsnehmer. Das muss nicht zwangsläufig die gleiche Person sein.

Ein anderes Problem wird auftreten, wenn ein Vertrag vom Nachmieter übernommen wird, in diesem Fall ändert sich die Kennung nicht, da der Vertrag ja nicht gekündigt wurde, aber die Bestanddaten ändern sich alle.

Der Reseller z.B. beauskuftet ja keine IP-Adresse mit konkretem Zeitstempel, sondern eine Benutzerkennung, die der Netzbetreiber aus einer IP-Adresse aufgelöst hatte. Die zu einer Benutzerkennung hinterlegten Bestandsdaten, könnten aber, auf Grund einer solchen Vertragsübernahme, zum Tatzeitpunkt einer anderen Person zugehörig gewesen sein.

-----Doppelpost zusammengeführt am 8.3.2010 um 20:36:01-----

Zitat:
Zitat von ulrich Beitrag anzeigen
Nur mal so nebenbei erwähnt, solltest Du Dir nicht selber um Deine IP hier Sorgen machen (Stichwort Arbeitgeber)? Ist nur mal eine persönliche Frage von mir!
Warum? - Mein privater ISP ist nicht mein AG
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Alt 08.03.2010, 20:49   # 112
dreizack
 
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Gestern Abend kam diese Aussage als Antwort auf eine Frage von constantin.
Zitat:
Zitat von FortyTwo Beitrag anzeigen
Das Logging der IPs und die Zuordnung - das ist in der Tat ziemlich wasserdicht - zumindest, was die großen Kanzleien betrifft. Die Frage: hatte mein Anschluss zu der betreffenden Zeit genau diese IP ist in 99,9% aller Fälle mit einem eindeutigen Ja! zu beantworten.

Aber hier halten sich eben alle für unschuldig und reden um den heissen Brei herum, anstatt sich mal ernsthaft Gedanken darüber zu machen, was diese geloggten Daten eigentlich wirklich aussagen, bzw eben nicht aussagen.
Das bedeutet: Wenn ich eine Abmahnung erhalte, war die IP zum in Frage kommenden Zeitpunkt mir zugewiesen. Wie sieht es anders herum aus? Wieviele IP's auf der Liste können nicht beauskunftet werden? Die Staatsanwaltschaft Köln hatte seinerzeit von 50% bis 90% berichtet. Ist die Trefferquote der Logfirmen besser geworden? Ist die Fehlerquote rein ein Loggerproblem (IP nicht wirklich geprüft)? - Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass es Lücken in den Providerdaten gibt oder kommt das auch mal vor?
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Alt 08.03.2010, 21:45   # 113
FortyTwo
 
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Zitat:
Zitat von constantin Beitrag anzeigen
Das wollte ich Dir gestern schon per PN mitteilen, damit Du die Reaktionen der Forengemeinde besser verstehst. In unserem Forum tummeln sich regelmäßig Mitarbeiter oder Sympathisanten von Anwaltskanzleien und setzen Gerüchte in die Welt oder wollen Unfrieden stiften. Selbst einer der bekanntesten Abmahnanwälte hat sich hier im Forum letztes Jahr angemeldet. Bei "Troll-Verdacht" reagieren wir daher leicht allergisch..
OK, verstanden...


Zitat:
Zitat von constantin Beitrag anzeigen
Du hattest gestern schon ähnliches angedeutet. Ich frage mich aber, was ein ISP-Mitarbeiter denn noch mit den Rechteinhabern zu tun hat? Es läuft doch alles über das Landgericht. Oder kontaktieren die RI Euch schon direkt um an Daten heranzukommen? Den Aspekt, dass es Dein Unternehmen, den RI so schwer wie möglich macht, müßtest Du noch etwas näher erläutern...
Das Gericht erlässt einen Beschluss, schön und gut, aber irgendjemand muss diese Listen ja auflösen. Bis vorletztes Jahr, als es den Direktauskunftsanspruch der Rechteinhaber nicht gegeben hatte, sind dann die Polizeibehörden von der Staatsanwaltschaften mit der Ermittlung dieser Nutzer beauftragt worden. Diese kamen dann mit den Listen und der Anspruchsgrundlage § 113 TKG auf uns zu.

Irgendwann einmal haben dann die Staatsanwaltschaften so laut geschriehen, dass der Gesetzgeber den Direktauskunftsanspruch § 101 UrhG geschaffen hatte. Jetzt muss eben keine Plizei durch die StA mit der Ermittlung beauftragt werden, sondern der Rechteinhaber kann sich mit dem Beschluss direkt an den Provider wenden.

Und dass ist dann der Moment, wo ich ins Spiel komme. Und natürlich sind, wie princess15114 richtig angemerkt hat, meine Möglichkeiten diesbezüglich beschränkt, aber mit großer Unterstützung bei der Durchsetzung ihrer Rechte darf keine Kanzlei bei uns rechnen.

Und um dies unmissverständlich klar zu machen bekommt jede Kanzlei meine ganz persönliche Meinung auch noch auf den Weg mit... völlig gratis...:evil2:

Ansonsten aber bleibt uns nur die Möglichkeit, zu überprüfen, ob alle Unterlagen vollständig eingereicht wurden, und wenn nicht, das ganze Paket unbearbeitet zurückzuschicken.

-----Doppelpost zusammengeführt am 8.3.2010 um 21:48:20-----

Zitat:
Zitat von dreizack Beitrag anzeigen
Das bedeutet: Wenn ich eine Abmahnung erhalte, war die IP zum in Frage kommenden Zeitpunkt mir zugewiesen. Wie sieht es anders herum aus? Wieviele IP's auf der Liste können nicht beauskunftet werden? Die Staatsanwaltschaft Köln hatte seinerzeit von 50% bis 90% berichtet. Ist die Trefferquote der Logfirmen besser geworden? Ist die Fehlerquote rein ein Loggerproblem (IP nicht wirklich geprüft)? - Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass es Lücken in den Providerdaten gibt oder kommt das auch mal vor?
Nein, die IP-Adressen, die nicht aufgelöst werden oder werden können sind entweder:

- Proxy-Server/Anonymisierungsdienste
- z.T. ausländische IPs
- aber größtenteils (99%) einfach nur abgelaufene Speicherfristen
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Alt 08.03.2010, 22:34   # 114
CityLight
 
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Zitat:
Zitat von FortyTwo Beitrag anzeigen
Und Listen mit 11.000 IPs habe ich persönlich noch gar keine gesehen, unser "Rekord" (bereinigt) liegt bei knapp über 1.ooo IPs. Im Regelfall bewegen sidch diese Listen aber zwischen 20 und 100 IPs. ebenfalls bereinigt.
Bevor ich weitere Fragen stelle, hätte ich gern mal einige Dinge aufgeklärt, damit keine Missverständnisse entstehen.

1.)
Diesen Begriff "bereinigt" hätte ich gern näher erläutert. Was wird wie bereinigt ?
2.)
Die Auskunft erfolgt erfolgt nach dem Muster ?
- IP/TimeStamp > Klarname an diesem einen TimeStamp
Wie wird der TimeStamp aufgelöst, auf Sekunde oder auf die Minute ?
Und nicht etwa so wie das hier gemacht wurde. Wo der Abmahner zur IP gleich die komplette Dauer der Online-Session geliefert bekam.
3.)
Die Art der Zuordnung (IP-Klarname) läuft so ab ?
IP-Adresse/TimeStamp > Datenbank-A (Verbindungen) > Anschlusskennung >...
...> Anschlusskennung > Datenbank-B (Kundendaten) > AI+Anschrift
4.)
Die Begriffe "Session-ID" und "Anschlusskennung" sollten wir eindeutig trennen.
Anschlusskennung = Zugangskennung des Nutzers
Als "Session-ID" hat sich hier folgendes eingebürgert:
Der aktuell zugewiesene DNS-Name zur IP-Adresse. Also so wie das hier zu sehen ist.
Andere Beispiele:
91-66-81-22-dynip.superkabel.de
ppp-93-104-4-199.dynamic.mnet-online.de
p5799903F.dip.t-dialin.net
i59F4E549.versanet.de


-CityLight-
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Alt 08.03.2010, 22:39   # 115
dreizack
 
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Zitat:
Zitat von FortyTwo Beitrag anzeigen
Nein, die IP-Adressen, die nicht aufgelöst werden oder werden können sind entweder:

- Proxy-Server/Anonymisierungsdienste
- z.T. ausländische IPs
- aber größtenteils (99%) einfach nur abgelaufene Speicherfristen
Verstehe ich das richtig?
- Es kommen Listen zum Provider, die ausländische IP's enthalten (aber nicht IP's eines anderen Providers)
- In manchen Fällen reicht es, wenn der Provider sagt: Sorry, haben wir nicht mehr ... und es gibt keine Konsequenzen!
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Alt 08.03.2010, 22:45   # 116
CityLight
 
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Zitat:
Zitat von dreizack Beitrag anzeigen
Verstehe ich das richtig?
- Es kommen Listen zum Provider, die ausländische IP's enthalten? (aber nicht IP's eines anderen Providers)...
Diesen Satz habe ich auch bereits "gespeichert", bezüglich IP-Adressfilterung im Logging-Vorgang.

-CityLight-
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Alt 08.03.2010, 22:49   # 117
FortyTwo
 
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Zitat:
Zitat von CityLight Beitrag anzeigen
Bevor ich weitere Fragen stelle, hätte ich gern mal einige Dinge aufgeklärt, damit keine Missverständnisse entstehen.

1.)
Diesen Begriff "bereinigt" hätte ich gern näher erläutert. Was wird wie bereinigt ?-
Bereinigt um die IPs anderer Netzbetreiber oder Provider

Zitat:
Zitat von CityLight Beitrag anzeigen
2.)
Die Auskunft erfolgt erfolgt nach dem Muster ?
- IP/TimeStamp > Klarname an diesem einen TimeStamp
Wie wird der TimeStamp aufgelöst, auf Sekunde oder auf die Minute ?
Das musst Du den jeweiligen Netzbetreiber fragen.

Zitat:
Zitat von CityLight Beitrag anzeigen
3.)
Die Art der Zuordnung (IP-Klarname) läuft so ab ?
IP-Adresse/TimeStamp > Datenbank-A (Verbindungen) > Anschlusskennung >...
...> Anschlusskennung > Datenbank-B (Kundendaten) > AI+Anschrift
So in etwa, diese Kette kann natürlich auch getrennt sein, wenn eben ein Reseller mit im Spiel ist. Eine Reseller gibt dann allerdings nicht den AI, sondern den DSL-Vertragsnehmer aus.


Zitat:
Zitat von CityLight Beitrag anzeigen
4.)
Die Begriffe "Session-ID" und "Anschlusskennung" sollten wir eindeutig trennen.
Was hat eine solche Session-ID, mit der Bestandsdatenauflösung zu tun?

-----Doppelpost zusammengeführt am 8.3.2010 um 22:54:31-----

Zitat:
Zitat von dreizack Beitrag anzeigen
Verstehe ich das richtig?
- Es kommen Listen zum Provider, die ausländische IP's enthalten (aber nicht IP's eines anderen Providers)
Vereinzelt finden sich solche IP-Adressen mit in den Listen, wenn diese nicht richtig "bereinigt" wurden.

Zitat:
Zitat von dreizack Beitrag anzeigen
- In manchen Fällen reicht es, wenn der Provider sagt: Sorry, haben wir nicht mehr ... und es gibt keine Konsequenzen!
Wenn die Aussage der Wahrheit entspricht - Ja. Meines Wissens hatte oder - hat wieder - Hansenet überhaupt keine Daten gespeichert. Und Arcor/Vodafone ausschliesslich in der VDS.
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Alt 08.03.2010, 23:43   # 118
CityLight
 
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Zitat:
Zitat von FortyTwo Beitrag anzeigen
Das musst Du den jeweiligen Netzbetreiber fragen.
Eine unbefriedigende ausweichende Antwort.
Ich habe die Frage ganz bewusst so gestellt (IP/TimeStamp > Klarname).
Auch ein Reseller wird einen Nachweis führen, welche IP-Adresse er in welchem Zeitraum bei einem Netzbetreiber beansprucht/gemietet hat. In Verbindung mit der Anschlusskennung/Nutzerkennung wird auch ein Reseller diese Zuordnung herstellen können. Andernfalls müsste ich fragen, wie die Abrechnung hier erfolgen soll.

Zitat:
Zitat von FortyTwo Beitrag anzeigen
Was hat eine solche Session-ID, mit der Bestandsdatenauflösung zu tun?
Überhaupt nichts, weil sie allenfalls mit den Verbindungsdaten gespeichert wird.
Und du solltest nicht "eine solche Session-ID" antworten. Wenn du mit der technischen Materie tatsächlich vertraut bist, solltest du sehr genau wissen, was damit gemeint ist. Die Beispiele waren doch wohl eindeutig.

-CityLight-
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Alt 09.03.2010, 00:02   # 119
nte
 
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Hallo,

"schicke Diskussion"!

Ich bin zwar etwas spät dran, aber ein Punkt sollte noch angeführt werden.
@ FortyTwo
Sie haben recht deutlich dargelegt, dass es hier um Straftaten geht, die über IP`s/Anschlüsse Ihrer Kunden/Anschlussinhaber begangen werden.

Sie lehnen es ab, Ihre Kunden /AI`s über die rechtswidrige Nutzung des (ihres) Anschlusses zu informieren, weil es ...u.a. für eine vorauseilende mod UE "nichts" bringen würde (... oder gehen Sie davon aus, dass der AI immer der Täter ist? Aber selbst dann...).


Sie haben Kenntnis von einer Straftat im Zusammenhang mit dem Anschluss der Kunden, weigern sich diese zu informieren, obwohl so eventuelle "Folgetaten" verhindert werden könnten (...warum Abmahn-RA und RI mitunter "etwas länger warten", ist ja noch fast verständlich....aber warum Sie Ihre Kunden mit fadenscheinigen "Ausreden" ruhigstellen wollen...).

Die Störerhaftung für Anschlussinhaber wird stetig weiter ausgedehnt (... ich bin einmal gespannt, ob am 18. heraus kommt, dass eine Familie mehrere Anschlüsse haben muss, weil ein AI seinen Anschluss soweit "absichern" muss, um nicht als Störer haftbar gemacht zu werden...) und Sie sind nicht einmal bereit, weitere mögliche Straftaten zu verhindern, indem Sie eine einfache Information weiterleiten.
Ich weiß zwar nicht, was so in Ihrer AGB steht, aber ....
Ich weiß genau, falls ich eine Folgeabmahnung aufgrund einer Straftat - rechtswidrige Nutzung meines Internetanschlusses - erhalten würde, die mit der rechtzeitigen Information vom Provider hätte verhindert werden können, so ist eine Kündigung, das Mindeste, was ich unternehmen werde.


mfg

nte

PS: Juristen finden in solch einem Vorgehen sicherlich einige strafrechtliche - zumindest einige zivilrechtliche - Aspekte....
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Alt 09.03.2010, 09:37   # 120
Kersare
Gastposter
 
Nun ich auch noch

soebend gefunden und denke mal das unser netter FortyTwo sicherlich was sagen kann

Zitat:
Die Provider werden bei der Abfragewut der Musikindustrie auch durch die neuen Benachrichtigungspflichten einige neue Funktionen implementieren müssen. Denn das oberste Gericht stellte klar, dass auch bei der Nutzerabfrage nicht von einer Benachrichtigung des Betroffenen abgesehen werden darf.
Der Betroffene, der in der Regel davon ausgehen kann, das Internet anonym zu nutzen, hat prinzipiell das Recht zu erfahren, dass und warum diese Anonymität aufgehoben wurde.

Quelle: Was bringt das Vorratsdatenspeicherungs-Urteil (Teil 3)
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Alt 26.05.2012, 19:42 # --
News Flash
 
Benutzerbild von News Flash
 
 
 
   
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