Abmahnwahn 2.0 - allumfassend

Alt 02.03.2010, 18:56   # 1941
Hadron
 
Registriert seit: 06.09.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 495
Zitat:
Zitat von M007 Beitrag anzeigen
Interessanter Link, aber so ganz kann man diese US-Umfrage wohl nicht auf das deutsche "Urheberrechtsverletzerwesen" übertragen:
Zitat:
"Auch Musikdienste wie Pandora, Spotify und Vevo seien eine Konkurrenz für Tauschbörsen. Sie böten ihren Nutzern kostenlose Musik an und finanzierten sich durch den Verkauf von Anzeigen."
Alle drei Dienste sind mit Hilfe von Geolocation für den deutschen Musikliebhaber gesperrt. Das unterstützt hierzulande also nicht gerade das Austrocknen der Tauschbörsen. Auch auf YouTube ist einiges für uns abgeklemmt, weil die GEMA zu gierig ist.
Zitat:
"Andere hätten ihren Bedarf an Musikdownloads gestillt und seien mit ihren Musiksammlungen zufrieden"
Die Sauger sind gesättigt. Eine lustige und durchaus plausible Feststellung.

Ich denke aber schon, dass sich auch bei uns so langsam die Zeiten der Tauschbörsen dem Ende nähern. Es ist zwar erstaunlich, wie viele Menschen immer noch in die Falle der Abmahner latschen, irgendwann in absehbarer Zukunft dürfte sich das aber erledigt haben. Ich muss gestehen, ich hatte mit dem Ende herkömmlicher Tauschbörsen bereits gerechnet. Als ich 2006 abgemahnt wurde, hätte ich nicht unbedingt darauf gewettet, dass sich das Abmahnwesen nun über vier Jahre hinweg zu einem so lukrativen Geschäftsmodell entwickelt, wie wir es gerade erleben dürfen.

Meine Vermutung (und vielleicht auch ätschgestützte Hoffnung) ist, dass die Umsätze der Verwertungsindustrien dennoch nicht signifikant steigen werden, wenn der letzte User eMule und BitTorent verlassen hat bzw. kein "gefährliches Material" mehr mit ihrer Hilfe tauscht.
  Mit Zitat antworten
Alt 02.03.2010, 19:08   # 1942
Eikmeier
 
Registriert seit: 04.10.2007
Ort: Hattingen
Beiträge: 630
Zitat:
Zitat von Hadron Beitrag anzeigen
Meine Vermutung (und vielleicht auch ätschgestützte Hoffnung) ist, dass die Umsätze der Verwertungsindustrien dennoch nicht signifikant steigen werden.
Da hoffe ich auch.
  Mit Zitat antworten
Alt 02.03.2010, 19:10   # 1943
constantin
 
Benutzerbild von constantin
 
Registriert seit: 09.05.2009
Ort: In der Stadt, die es gar nicht gibt
Beiträge: 2.261
Zitat:
Zitat von Hadron Beitrag anzeigen
Meine Vermutung (und vielleicht auch ätschgestützte Hoffnung) ist, dass die Umsätze der Verwertungsindustrien dennoch nicht signifikant steigen werden.
Ich denke, es kommt noch schlimmer für die Verwerter. Zukunft: Dadurch, dass die kostenlose Verbreitung erfolgreich eingedämmt wurde, kennen immer weniger Leute deren Werke und Künstler. Absatzfördernde Mundzumundpropaganda können dann nur noch die machen, die etwas gekauft haben oder im Kino waren. Diejenigen, die es sich nicht leisten können, werden aus dem aktuellen Kulturgeschehen ausgesperrt und fallen als kostenlose Werbeträger, Trendsetter und evtl. auch als zukünftige Käufer weg.
  Mit Zitat antworten
Alt 02.03.2010, 19:14   # 1944
CityLight
 
Benutzerbild von CityLight
 
Registriert seit: 15.08.2009
Beiträge: 926
Zitat:
Zitat von Hadron Beitrag anzeigen
...Ich denke aber schon, dass sich auch bei uns so langsam die Zeiten der Tauschbörsen dem Ende nähern...
Wohl eher die "klassischen" Versionen.
Wenn ich mir die rapide angestiegene Zahl der Quellen in StealthNet anschaue, dann fährt der Tauschbörsenzug wohl eher in die Richtung, die diese stümperhaften Loggerbuden mit ihrer Super-Duper-Spezialsoftware nicht mehr loggen können.
Selbstverständlich lassen sich auch Dinge wie StealthNet aushebeln und loggen. Aber trifft allenfalls auf die sehr begrenzte Anzahl unmittelbar benachbarter Quellen zu. Und daraus lässt sich kein Massen-Logging mehr konstruieren, schon gar kein Massen-Abmahning was sich irgendwo rechnen würde.

-CityLight-
  Mit Zitat antworten
Alt 03.03.2010, 07:50   # 1945
Wieder einer
 
Benutzerbild von Wieder einer
 
Registriert seit: 21.10.2009
Beiträge: 271
Zitat:
Zitat von Eikmeier Beitrag anzeigen
Eine ordentliche Diskussion ist doch völlig OK. Das macht doch niemanden beratungsresistent.
Nachtrag!

Urteil zur Vorratsdatenspeicherung lässt weiten Interpretationsraum

Gestern Nachmittag bei Heise

Mir kommt es vor, wie bei einem Wahlsonntag. Nur Gewinner!

Dazu Natürlich auch die Musikindustrie
  Mit Zitat antworten
Alt 03.03.2010, 08:30   # 1946
constantin
 
Benutzerbild von constantin
 
Registriert seit: 09.05.2009
Ort: In der Stadt, die es gar nicht gibt
Beiträge: 2.261
Zitat:
Zitat von Wieder einer Beitrag anzeigen

Mir kommt es vor, wie bei einem Wahlsonntag. Nur Gewinner!
Der rechte Flügel von CDU/CSU und Polizeivertreter schlagen schon Alarm. Sie befürchten, dass ab sofort nicht mehr alle Straftaten aufgeklärt werden könnten. Erstaunlich ist dabei, dass sie diesmal vergessen haben, auf den Terrorismus (sofort) hinzuweisen. Wenn ich in meine Glaskugel schaue, sehe ich schon die ersten Meldungen in den einschlägigen Organen, die darauf abzielen. Es wird wahrscheinlich nun wieder verstärkt jede unaufgeklärte oder nicht verhinderte Straftat so zurecht gebogen, dass man den Eindruck bekommt, mit Vorratsdatenspeicherung wäre das nicht passiert oder der Täter hätte dingfest gemacht werden können. Die Befürworter der Vorratsdatenspeicherung werden für meine Begriffe jedenfalls nicht locker lassen und versuchen, das BGH-Urteil so weit wie möglich für Ihre Zwecke auszuschlachten.

Zitat:
Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) schlug ebenfalls Alarm. In zwei von drei Fällen sei die Polizei bei ihren Ermittlungen inzwischen auf Vorratsdaten angewiesen. «Tendenz deutlich steigend», sagte BDK-Chef Klaus Jansen. Quelle: siehe Link oben
-----Doppelpost zusammengeführt am 3.3.2010 um 08:47:19-----

Nach Herrn Jansen, der ähnlichen Schwachsinn zur Kipo-Debatte beitrug, ist dann wahrscheinlich 2013 die Polizei in vier von drei Fällen auf die Vorratsdaten bei ihren Ermittlungen angewiesen.
  Mit Zitat antworten
Alt 03.03.2010, 09:18   # 1947
Hadron
 
Registriert seit: 06.09.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 495
Zitat:
Zitat von constantin Beitrag anzeigen
Die Befürworter der Vorratsdatenspeicherung werden für meine Begriffe jedenfalls nicht locker lassen und versuchen, das BGH-Urteil so weit wie möglich für Ihre Zwecke auszuschlachten.
Genau das ist die logische Konsequenz. Gerade (sinngemäß) im Deutschlandfunk gehört: "Wir begrüßen das Urteil. Nun geht es darum, die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts sehr zügig umzusetzen, um zeitnah zu einer verfassungskonformen Ausgestaltung der EU-Vorgaben zu gelangen." Als Argument wurde u.a. angeführt, dass man ja schließlich Menschen schützen können muss, die ihren Selbstmord ankündigen. Wer das gesagt hat? Keine Ahnung, habe das leider zu spät mitbekommen. Mit dem Urteil bin ich nicht zufrieden.
  Mit Zitat antworten
Alt 03.03.2010, 09:53   # 1948
constantin
 
Benutzerbild von constantin
 
Registriert seit: 09.05.2009
Ort: In der Stadt, die es gar nicht gibt
Beiträge: 2.261
Zitat:
Zitat von Hadron Beitrag anzeigen
Als Argument wurde u.a. angeführt, dass man ja schließlich Menschen schützen können muss, die ihren Selbstmord ankündigen.
Na klar doch, das ist ja die Regel: Selbstmorde werden im Internet monate- oder wochenlang vorher angekündigt. Das ist kompletter Unsinn. Wer mit mit dem Thema beruflich zu tun hat, weiß zum einen, dass diejenigen, die mit Selbstmordgedanken lautstark hausieren gehen, mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung bekommen wollen. Wenn bei denen jedesmal die Polizei erscheinen würde, wären die psychiatrischen Kliniken gerammelt voll. Der wirklich hochgefährdete Kreis der Selbstmordkandiaten ist meist schwerst depressiv und redet nicht darüber, und wenn, dann kündigt er es kurzfristig an - dafür braucht man keine Vorratsdatenspeicherung. Wie auch der Fall "Enke" zeigte, sind entschlossene Selbstmordkandiaten von niemanden von dieser Welt und erst Recht keinem Polizisten, von ihrem Plan abzubringen. Dem kann man nur präventiv entgegenwirken, wobei nahestehenden Personen die Hauptrolle zukommt.

Zur Vervollständigung: dann gibt es noch jene, die tatsächlich zu viel Schlaftabletten schlucken, wissen aber, dass gleich (immer um 18:00 Uhr) ihr Partner von der Arbeit kommt. Auch hierbei spielt der Aspekt "mehr Aufmerksamkeit" die Hauptrolle. Manchmal endet das aber dramatisch, sollte der Ehemann z.B. in einer Kneipe versackt sein oder im Stau stecken. Für mich kaum vorstellbar, dass jemand dies im Internet angekündigt. Selbst wenn er eine SMS schreiben sollte, wer glaubt denn, dass die Polizei das mitbekommt?
  Mit Zitat antworten
Alt 03.03.2010, 10:03   # 1949
schnorkelbock
 
Benutzerbild von schnorkelbock
 
Registriert seit: 30.03.2009
Ort: überall und nirgends
Beiträge: 264
Mir drängt sich der Verdacht auf, ich lebe wirklich in einer Bananenrepublik.

Also: VDS ist so nicht ok. Ergo dürfen Polizei, STA und andere Organe nicht mehr auf die Daten zugreifen, sie werden sogar gerade gelöscht. Es wird verlangt, daß die VDS neu geregelt werden muss, der Gestzgeber hat sich an engere Grenzen zu halten. Überspitzt: Terroristen und deren Vereinigungen dürfen ab sofort von keinem Staatsapparat digital überwacht werden. Terroristen! Staatsorgane!

Zivile Loggerbuden dürfen weiterhin angebliche "Filesharer" mithilfe des Auskunftsersuchens und einem total überforderten Richter IP´s loggen UND daraus Adressen ziehen, um sie in ZIVILEN Verfahren zu nutzen.

Ergo:
Der Staat darf keine Terroristen überwachen, Abmahnanwälte mit ihren Loggerbuden aber "Filesharer".
Das ist nicht euer Ernst !?!?
Wegen einem lumpigen, nicht verkaufsfähigen, billig dahingeklatschten Pseudosong wird das Grundgesetz eingeschränkt, bei Gefahr für Leib und Leben gilt es?


Ok *FrustModusAn*
Ich ziehe nix mehr via p2p. Könnte ja gepackt werden !
Dafür werde ich mit meinen Gesinnungsgenossen einen Giftgasanschlag auf einen Kindergarten durchführen.
Werd ja nicht überwacht! Kann ja nicht so schlimm sein wie mp3´s zu sharen..!
*FrustModusAus*

In diesem Land stimmt ganz, ganz Vieles nicht!




Gruß
K
__________________
<<< Wer Signaturen lesen kann, ist eindeutig im Vorteil ! >>>

<<< Die ersten 5 Beiträge dieses threads erklären fast alles...>>>
  Mit Zitat antworten
Alt 03.03.2010, 10:04   # 1950
watt_ihr_volt
 
Registriert seit: 09.05.2009
Beiträge: 4.775
Zitat:
Zitat von constantin Beitrag anzeigen
Zitat:
Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) schlug ebenfalls Alarm. In zwei von drei Fällen sei die Polizei bei ihren Ermittlungen inzwischen auf Vorratsdaten angewiesen. «Tendenz deutlich steigend», sagte BDK-Chef Klaus Jansen. Quelle: siehe Link oben
eh klor....die jugendlichen Kaufhausdiebe kommunizieren schließlich per SMS miteinander."ey du hab grad bei Hertie voll die Rasierwasser gezockt"

Kripo kann dank der gespeicherten Daten [Tag, Std. Ort ect.] den Täter dingfest machen und hat sogar noch Beweise.
Nur keinen Kassenbon
  Mit Zitat antworten
Alt 03.03.2010, 10:12   # 1951
constantin
 
Benutzerbild von constantin
 
Registriert seit: 09.05.2009
Ort: In der Stadt, die es gar nicht gibt
Beiträge: 2.261
Zitat:
Zitat von watt_ihr_volt Beitrag anzeigen
Kripo kann dank der gespeicherten Daten [Tag, Std. Ort ect.] den Täter dingfest machen und hat sogar noch Beweise.
Nur keinen Kassenbon
Vor lauter Überlastung kann die Polizei ja noch nicht mal allen Hinweisen nachgehen, die sie über andere Kanäle bekommt, zumindest nicht so schnell, wie man es erwarten dürfte. Solche Diskussionen wie die Vorratsdatenspeicherung sind auch willkommene Gelegenheiten, um von der eigenen Beschränkheit ablenken zu können. Wenn man wieder mal versagt hat oder etwas schief gelaufen ist, hat man immer einen Grund, um die Schuld woanders zu suchen.
  Mit Zitat antworten
Alt 03.03.2010, 10:17   # 1952
watt_ihr_volt
 
Registriert seit: 09.05.2009
Beiträge: 4.775
Zitat:
Zitat von Hadron Beitrag anzeigen
Als Argument wurde u.a. angeführt, dass man ja schließlich Menschen schützen können muss, die ihren Selbstmord ankündigen. Wer das gesagt hat? Keine Ahnung, habe das leider zu spät mitbekommen. Mit dem Urteil bin ich nicht zufrieden.
Wenn sich Provider nur mit Filesharing-Mist beschäftigen müssen, bleibt das Wichtige auf der Strecke ...das Leben

Princess hat auch was dazu verlinkt
  Mit Zitat antworten
Alt 03.03.2010, 10:26   # 1953
Hadron
 
Registriert seit: 06.09.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 495
Das "Selbstmord-Argument" ist dümmlich und wird wohl auch nicht aus menschlichen Gründen verwendet, sondern nur um bestimmte andere Interessen zu begründen. Gerade Argumente, die Menschlichkeit funktionalisieren, halte ich für moralisch verwerflich.

Ein besonders beklopptes Argument des Morgens kommt von Bosbach. Die Abwesenheit einer Vorratsdatenspeicherung sei
Zitat:
"eine Einladung an alle Straftäter, die mit Hilfe von Telekommunikationseinrichtungen Straftaten begehen wollen, nach Deutschland zu kommen".
(Quelle)

Das gesamte deutsche Volk muss also präventiv verdachtsunabhängig überwacht werden, damit keine bösen Ausländer hereinkommen? Au weia. Warum drängen eigentlich alle VDS-Befürworter plötzlich so sehr auf Eile?
  Mit Zitat antworten
Alt 03.03.2010, 10:36   # 1954
princess15114
Moderation
 
Benutzerbild von princess15114
 
Registriert seit: 20.04.2008
Beiträge: 3.630
Zitat:
Zitat von schnorkelbock Beitrag anzeigen
Mir drängt sich der Verdacht auf, ich lebe wirklich in einer Bananenrepublik....

Ergo:
Der Staat darf keine Terroristen überwachen, Abmahnanwälte mit ihren Loggerbuden aber "Filesharer".
Das ist nicht euer Ernst !?!?
Ich glaube, diese Meinung spiegelt ganau das wieder, was derzeit in den Medien verbreitet wird.
Tenor: Huhu, die Bösen in Karlsruhe haben das gekippt und nun ist der unschuldige Bürger hilflos allen kriminellen Untrieben ausgesetzt.

So ist es nicht!
Auch vor der Zeit von VDS hatten Behörden Zugriff auf private Kommunikationsdaten. Nur eben nicht verdachtsunabhängig.

Nehmen wir an du fährst vom Spanienurlaub zurück und nimmst nach dem letzten Tankstopp in Frankreich einen Anhalter mit "sehr gebräunter Hautfarbe" mit nach Deutschland. Kurz nach Mulhouse kommst du in eine Routineverkehrskontrolle. Fahrzeug, deine Familie alles ok., nur dein Mitfahrer hat leider keinen Pass bei sich...
Du kannst dir sicher sein, dass der Erholungseffekt des Urlaubs dahin ist und wenn du Glück hast, dürfen wenigstens Frau und Kind per Bahn alleine nach Hause fahren (auf eigene Kosten versteht sich).
Was in den Folgewochen mit deiner Kommunikation geschieht, lässt sich nur erahnen. "Allein" wirst du aber nicht sein.

Was eben nun durch die Aufhebung der VDS nicht mehr geht, ist die Tatsache einer chronologischen Rückwärtsüberwachung, dass du per Telefon mit deinem Mitfahrer das Date an der Tankstelle in Frankreich abgemacht haben könntest, sofern du nicht schon vorher im Raster warst.
Das heißt, die verdachtsunabhängige Überwachung ist aufgehoben, alles andere bleibt doch so wie vorher und da wurden doch auch schon Straftaten aufgeklärt.
  Mit Zitat antworten
Alt 03.03.2010, 10:54   # 1955
Hadron
 
Registriert seit: 06.09.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 495
Zitat:
Zitat von schnorkelbock Beitrag anzeigen
Der Staat darf keine Terroristen überwachen, Abmahnanwälte mit ihren Loggerbuden aber "Filesharer".
Selbstverständlich darf der Staat Terroristen überwachen. Durfte er schon immer. Er darf nur nicht alle Deutschen verdachtsunabhängig überwachen. Es gibt schließlich auch deutsche Bürger, die keine Terroristen sind.

Selbst Loggerbuden überwachen nicht verdachtsunabhängig.
  Mit Zitat antworten
Alt 03.03.2010, 11:02   # 1956
constantin
 
Benutzerbild von constantin
 
Registriert seit: 09.05.2009
Ort: In der Stadt, die es gar nicht gibt
Beiträge: 2.261
Zitat:
Zitat von watt_ihr_volt Beitrag anzeigen
Princess hat auch was dazu verlinkt
Ja. Das passt ganz gut hierher (hatte auch dran gedacht). Da hätte es mal schnell gehen müssen und die Daten waren auch ohne Vorratsdatenspeicherung vorhanden. Es wird aber freiweillig nicht öffentlich bekanntgegeben, mit was die beiden T-Com-Mitarbeiter so intensiv beschäftigt waren.

Da man leider diesen WDR-Beitrag nicht kommentieren kann, schlage ich vor, dass wir den WDR und alle anderen, die darüber berichtet haben, informieren. Sollte daraus eine Schlagzeile werden, bei diesem hochdramatischen Versagen, kann die Diskussion über das zivilrechtliche Auskunftsverfahren vielleicht auch mal in eine andere Richtung gelenkt werden.

Es geht doch bisher fast nur um die Frage, ob RI Zugriff auf die Daten der Provider haben dürfen, was immer bejaht wird. Die viel entscheideneren Fragen, werden öffentlich aber nicht gestellt:

1. Was werden mit diesen IP-Listen angestellt, die vom LG Köln durchgewunken werden?
2. Welche Strukturen bzw. Geschäftmodelle haben sich entwickelt, die von diesem Auskunftsverfahren mächtig profitieren?
3. Welche Ausmaße hat das inzwischen angenommen?
4. Welcher volkswirtschaftlicher Schaden ist entstanden?
5. Wie wirkt sich die bundesweit flächendeckende Abmahnerei auf die Betroffenen aus?

Und daran anschließend: Ist dieses Gesetz, von dem nur ein einziger Industriezweig und ein paar windige Anwälte, die bei Ihren Berufskollegen keine große Wertschätzung erfahren, es wert, es über das Allgemeinwohl der Bevölkerung zu stellen?

Ich denke Vorfälle wie dieser nicht verhinderte Selbstmord, ist eine ideale Gelegenheit, diese Diskussion anzukurbeln.

@Hadron
Das ist zwar nicht die feine Art, aber die machen es genauso, nur mit dem Unterschied, dass sie Ihre Aussagen nicht belegen können. Übrigens, so Leute wie Bosbach und Jansen würde ich noch nicht mal als Pförtner einstellen. Nehme man deren Argumentationen ernst, ließe sich daraus auf einen unterdurchschnittlich entwickelten IQ schließen.
  Mit Zitat antworten
Alt 03.03.2010, 11:16   # 1957
schnorkelbock
 
Benutzerbild von schnorkelbock
 
Registriert seit: 30.03.2009
Ort: überall und nirgends
Beiträge: 264
Ich fürchte, mein Beitrag spiegelt nicht das wieder, was ICH wirklich sagen wollte; hab mich da etwas mitreißen lassen.
Natürlich ist der Beschluß, die VDS zumindest neu zu überdenken lobenswert. Meine Absicht war es nicht, die VDS zu verteidigen - "Du bist Terrorist" beschreibt genau die Situation einschließlich meiner Meinung dazu.
Und Dein aufgezeigtes Beipiel geht ja auch genau in die Richtung.

Was ich im Eifer des Gefechtes deutlich machen wollte - aber offensichtlich nicht gelungen ist, war die Diskrepanz zwischen der Einfachheit ziviler Stellen an Deine Daten zu kommen im Gegensatz zur staatlichen Feststellung Deiner Daten. Und das im Hinblick auf die "Schwere" der "Tat" (die Anführungszeichen beziehen sich auf filesharing). Wenn schon die Staatsorgane bei der Aufdeckung von Straftaten durch dieses Urteil zurückstecken müssen - völlig zu Recht! - dann muß das für zivile "Fahnder" doch erst recht gelten.
Also: VDS kpl. überarbeiten, und das Auskunftsersuchen am besten gleich kpl. weg.
WIE die RI nun böse filesharer dingfest machen wollen, ist nicht mein Problem.
Aber so, wie es jetzt läuft, geht m.M. nach garnicht - und erst recht nicht im Zusammenhang mit dem Urteil bzgl. der VDS.

Gruß
K
__________________
<<< Wer Signaturen lesen kann, ist eindeutig im Vorteil ! >>>

<<< Die ersten 5 Beiträge dieses threads erklären fast alles...>>>
  Mit Zitat antworten
Alt 03.03.2010, 11:39   # 1958
watt_ihr_volt
 
Registriert seit: 09.05.2009
Beiträge: 4.775
Zitat:
Zitat von constantin Beitrag anzeigen
Ja. Das passt ganz gut hierher (hatte auch dran gedacht). Da hätte es mal schnell gehen müssen und die Daten waren auch ohne Vorratsdatenspeicherung vorhanden. Es wird aber freiweillig nicht öffentlich bekanntgegeben, mit was die beiden T-Com-Mitarbeiter so intensiv beschäftigt waren.
was mich an dem Bericht Telekom-Mitarbeiter angezeigt besonders stutzig machte:
Zitat:
Über einen anderen Internetanbieter gelingt es schließlich, die Wohnadresse in Greven ausfindig zu machen.
Wie kommt ein anderer ISP an Daten, welche der eigentliche, betroffene Provider selbst auf drängeln der StAw. nicht rausrückt?

Hat da ein Interner Anruf, so unter Geschäftsfreunden, Türen ( von Datenschränke) geöffnet?
  Mit Zitat antworten
Alt 03.03.2010, 13:39   # 1959
Kersare
Gastposter
 
Zitat:
Zitat von watt_ihr_volt Beitrag anzeigen

Wie kommt ein anderer ISP an Daten, welche der eigentliche, betroffene Provider selbst auf drängeln der StAw. nicht rausrückt?

Hat da ein Interner Anruf, so unter Geschäftsfreunden, Türen ( von Datenschränke) geöffnet?

Diese Frage drängt sich mir auch auf und gleich noch eine

Zitat:
. Da laut Telekom rund 1000 Anfragen pro Woche von Behörden kommen, sei es schwierig für die Mitarbeiter Wichtiges, von weniger wichtigem zu unterscheiden.


D.h. Geld regiert die Welt. Lass ihn sich umbringen, für uns uninteressant da bekommen wir eh nix mehr.
  Mit Zitat antworten
Alt 04.03.2010, 12:59   # 1960
Aeppelwoi
 
Registriert seit: 13.11.2009
Beiträge: 13
Moin

Die Fälscher sind unterwegs

Auch wenn es vielleicht bekannt ist, hier ein Netzfund :

Böse Fälschung - aber gut gemacht - Bad Nauheim - Wetterauer Zeitung

Gruß
Aeppelwoi
  Mit Zitat antworten

Alt 26.05.2012, 15:59 # --
News Flash
 
Benutzerbild von News Flash
 
 
 

Das könnte Dich auch noch interessieren:

Nicht fündig geworden? Dann ohne Anmeldung in unserem Gast-Forum nachfragen.

   
Antwort
Themen-Optionen


LinkBacks (?)
LinkBack zu diesem Thema: http://www.netzwelt.de/forum/allgemeine-filesharing-diskussionen/66857-abmahnwahn-2-0-allumfassend.html
Erstellt von Für Typ Datum
netzwelt.de vs. Abmahnwahn 2.0 LBR-BLOG Dieses Thema Pingback 24.01.2011 07:05
Neutralität turn piracy into profit Beitrag #2655 Pingback 10.05.2010 07:07
Das Thema "Abmahnung" Beitrag #1710 Pingback 16.02.2010 18:26


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 15:59 Uhr.