Abmahnwahn 2.0 - allumfassend

Alt 07.01.2011, 08:55   # 5941
Fuchs & Hase
 
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US-Musikindustrie gab mehr als 90 Millionen Dollar für Lobbying aus
Zitat:
IP-Watch hat einen interessanten Artikel über die Lobbying-Ausgaben der US-Musikindustrie in den vergangenen zehn Jahren: Special Report: Music Industry’s Lavish Lobby Campaign For Digital Rights. Mehr als 90 Millionen Dollar (!) wurden dort für Lobbying für Urheberrechtsverschärfungen auf nationaler und internationaler Ebene ausgegeben. Damit schlägt die Musikindustrie anscheinend sogar noch die Filmindustrie. http://www.ip-watch.org/weblog/2011/...igital-rights/
Quelle

F&H
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Alt 07.01.2011, 09:04   # 5942
Kersare
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Zitat:
Zitat von Fuchs & Hase Beitrag anzeigen
US-Musikindustrie gab mehr als 90 Millionen Dollar für Lobbying aus
Wenn man bedenkt das die angeblich am Hungertuch nagen ...
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Alt 07.01.2011, 14:41   # 5943
superdicker
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Das ist hungern auf ganz hohem Niveau!Mops
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Alt 07.01.2011, 19:04   # 5944
Fuchs & Hase
 
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Erste Ergänzungen zur Datenbank
in diesem Jahr

http://u0d.de/b80ed2/erganzungen_dat...07.01.2011.pdf

F&H
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Alt 09.01.2011, 11:12   # 5945
Ujos
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Hallo zusammen...

meine Frage lautet:
Ist es denn erlaubt, sich die Filme auf z.B. Kino.to anzusehen?
Das ist doch laut deren Aussage völlig kostenlos und durch
Werbung finanziert.
Es wird ja auch nichts im Internet verteilt.

Danke für Antworten.

Grüße
Ujos
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Alt 09.01.2011, 16:46   # 5946
_Macromonium_
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Es kann davon ausgegangen werden, dass das Betrachten der Inhalte nicht legal ist.
Für das Betrachten der Inhalte wird das Video nämlich dennoch (temporär) auf deinen Rechner heruntergeladen; zwar im Browser-Cache, aber das tut nichts zur Sache.
In Folge beziehst du also urheberrechtlich geschütztes Material (in 99% der Fälle...) von einer "offensichtlich rechtswidrigen Quelle". Auch wenn du kein Filesharing betreibst und dabei etwas hochlädst, ist es dennoch nicht legal, von solchen Seiten Material zu besorgen, für das man sonst an der Ladentheke Geld hinblättern müsste.


Wurde hier auch schon mal diskutiert: Legal-illegal?


PS: Verschiebe es mal in die allgemeine Filesharing-Diskussionen, wo es thematisch am besten reinpasst.
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Alt 09.01.2011, 16:51   # 5947
constantin
 
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Zitat:
Zitat von estabilidad Beitrag anzeigen
Ebenfalls eine kurze Off-Topic-Anmerkung:

Matthias Thieme ist Redakteur bei der FR und wird natürlich nicht nach Zeilenhonorar bezahlt. Jonas Rest ist Mitglied im Bundesvorstand SDS Die Linke. Hier von einem "unabhängigen" Journalist zu sprechen, erscheint mir sehr gewagt.
Das Thema Mehrfachverwertung und Total-Buy-Out lasse ich jetzt mal außen vor.
Dein Mitgefühl mit verarmten Journalisten in allen Ehren. Dennoch finde ich es wenig hilfreich, halbseidenes Nicht-Wissen zu verbreiten.
Dein Beitrag machte mich etwas stutzig, so dass ich erstmal eine paar weitere Beiträge von Dir lesen musste, um zu sehen, von welchem Ufer Du überhaupt kommst. Dieses Unterfangen habe ich jedoch schnell aufgegeben, da mich Dein Stil, wie Du manchmal Beiträge andere Mitstreiter bewertest und Dich als allwissend ausgibst, nicht gefallen hat. Wenn Du etwas besser weißt, dann teile es uns doch mit und unterlasse dabei Kommentare wie diese:

Zitat:
Zitat von estabilidad Beitrag anzeigen
Schweinchen Schlau, oder wie?
Das hast Du doch nicht nötig. Oder?

Mein "halbseidenes Nichtwissen" habe ich übrigens von einem Kollegen von Herrn Thieme, der seit 30 Jahren als freier Journalist im Geschäft ist, davon ca. 25 Jahre schon für die FR schreibt. Meine Aussagen, die ich dem Forum mitteilen wollte, sind nach wie vor richtig, auch wenn ich Dank Deines Beitrages nun deutlich schlauer geworden bin - nicht zuletzt durch ein längeres Telefonat mit diesem freien Journalisten.

1. Mehrfachverwertungen sind heutzutage durchaus üblich

Ich bin zwar von der Mehrfachverwertung eines freien Journalisten ausgegangen, wobei dann in der Regel per Zeilenhonorar abgerechnet wird. Bei größeren Zeitungen können dabei Überschriften und Text abgeändert werden - bei kleineren Zeitungen kann es aber auch zu einer 1:1-Übernahme des Artikels kommen.

Die Tatsache, dass Herr Thieme Redakteur bei der FR ist und ein Festgehalt bezieht, war mir bekannt. Mir ist aber nicht bekannt, dass er auch Redakteur des Kölner Stadtanzeigers ist. Unbekannt war mir bis dato auch, dass der Kölner Stadtanzeiger ebenso wie die FR u.v.a. zum DuMont Schauberg-Konzern gehört, dem drittgrößten Zeitungsverlag Deutschlands. Dieser unterhält einen Redaktionspool (Dumont Redaktionsgemeinschaft), die mehrere Tageszeitungen der DuMont-Schauberg-Gruppe bedient. Insofern bleibt zu hoffen, dass dieser Artikel demnächst auch z.B. in der Berliner Zeitung oder Hamburger Morgenpost erscheint. Radio Erft übrigens, dass letzten Donnerstag die Sendung mit Solmecke ausstrahlte, gehört ebenfalls zu DuMont Schauberg.

2. Von der Mehrfachverwertung wird ein Journalist nicht reich

Wo habe ich denn mein Mitgefühl für verarmte Journalisten zum Ausdruck gebracht? Wer fleissig arbeitet, kann auch davon leben. Dabei spielt es keine Rolle, ob er ein Festgehalt bezieht oder ob überwiegend nach Zeilenhonorar abgerechnet wird.

Es ist doch kein Geheimnis, dass den Tageszeitungen die traditionellen Einnahmen durch das Anzeigengeschäft eingebrochen sind. Einer einzelnen Tageszeitung stehen daher weniger Gelder für eigene redaktionelle oder gar selbst recherchierte Beiträge zur Verfügung. Ob nun allerdings die Mehrfachverwertung durch einen freien Journalisten selbst oder einer Redaktionsgemeinschaft wie von DuMont erfolgt, spielt dabei keine wesentliche Rolle. Dem Kölner Stadtanzeiger sind u.U. gar keine Kosten entstanden, da diese durch das Festgehalt des Herrn Thieme beriets abgegolten sind. Es ist aber müßig darüber zu spekulieren und tut nichts zur Sache. Selbst wenn er für diese zweite Veröffentlichung extra noch mal eine Vergütung erhalten haben sollte, wird er nicht reich davon. Ein Abmahner wie Rasch oder Waldorf dürften mit ein oder zwei sofort bezahlten Abmahnungen mehr verdienen, als ein festangestellter Journalist durch einen Artikel in dieser Länge bei der Weiterverwertung. Ein freier Journalist wäre mit 200-300 Euro für einen zweiseitigen Artikel auf Seite 3 oder 4 bereits schon sehr zufrieden. Mein Bekannter erhält für einen ca. halb so langen Artikel von großen Zeitungen gerade mal ca. 60-80 Euro. Deswegen bemitleide ich ihn aber nicht.

3. Ich wünsche mir mehr "unabhängige" Journalisten

Für meine Begriffe gehört der Artikel von Thieme/Rest mit zum Besten, was 2010 die Zeitungen zum Thema "Abmahnwahn" abgeliefert haben. Oder siehst Du das anders?

"Unabhängig" kannst Du auch durch "investigativ" ersetzen. Ich bleibe aber bei "unabhängig" im Sinne von unabhängig von wirtschaftlichen Interessen, sei es von seiten der Contentlobby, Justiz oder Politik. Dabei ist es mir ehrlich gesagt recht schnuppe, ob ein Herr Rost Mitglied bei der SDS ist oder bei einem Kleintierzüchterverband. Ich bedanke mich aber für Deine Information, denn mit Herrn Rost habe ich mich überhaupt nicht beschäftigt. Allerdings mit Herrn Thieme, der nicht unerheblich bei der Aufdeckung des Spendenskandals bei der Unicef beteiligt war. Journalisten, die den Wächterpreis erhalten, können von mir aus auch gerne Ihre eigene politische Meinung oder Weltanschauung haben. Ich wünsche mir eben mehr Journalisten, die kritisch den Abmahnwahn hinterfragen.

Du scheinst Dich aber zweifelslos sehr gut in der Journalistenlandschaft auszukennen. Ich würde mich daher sehr freuen, wenn Du mich daran teilhaben läßt. Schicke mir doch bitte einmal eine Liste von Journalisten, die sich mit dem Abmahnwahn auseinandersetzen und deren Objektivität Du ähnlich bewertest wie die von Herrn Rost. Wenn diese Journalisten nicht für die DuMont-Schauberg-Gruppe tätig sind, umso besser. Unsere Presseverteilerliste freut sich über Zuwachs und die Abgemahnten hier dürften es Dir danken.
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Alt 09.01.2011, 22:18   # 5948
estabilidad
 
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Meine Anerkennung für dein Engagement, sich mit der Thematik auseinander zu setzen. Und das meine ich durchaus ernst.
Meiner Ansicht nach sollte es genau so auch sein, bevor man sich entschließt, eigenes Wissen als Wahrheiten auszugeben. Da bin ich berufsbedingt einfach penibel.
Und wenn du quasi in einem Atemzug von Veröffentlichungen von Redakteuren und Zeilenhonoraren oder von unabhängigen Journalisten sprichst, die politische Ämter bekleiden, passt das nicht zusammen.

Ich halte es für mich so, dass ich bei allem, was mir dargeboten, vorgekaut oder sonstwie präsentiert wird, sehr vorsichtig bin. Lieber frage ich an 10 weiteren Stellen nach oder lese mich durch 100 Seiten, bevor ich anfange daran zu glauben, dass ich die Wahrheit erkannt habe.


Da das gesamte THema aber eigentlich ja nur Off-Topic ist, glaube ich nicht, dass es Sinn macht, das weiter auszudiskutieren.
Aber: ich freue mich mit dir über jede weitere Veröffentlichung, die sich kritisch mit dem Abmahnunwesen auseinander setzt.
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Alt 10.01.2011, 12:26   # 5949
thomas3112
 
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Saftige Geldstrafen: Justiz startet Großangriff auf die Raubkopierer | Digital- EXPRESS
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Alt 10.01.2011, 12:31   # 5950
el Chupa Cabra
 
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Das ist mal wieder typische MIESE Stimmungsmache!
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Alt 10.01.2011, 13:25   # 5951
Hadron
 
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Mir fehlt bei solchen, nennen wir sie mal, Berichten immer die Erwähnung der Pornoindustrie, die ja einen großen Teil des Abmahnunwesens ausmacht. Da wird regelmäßig eine wichtige Komponente verschwiegen. Muss man das verstehen? Sicher hat das konkrete Gründe. Aber gerade bei diesem Peinlichkeitsthema sollten meiner Meinung nach mutige und unabhängige Journalisten Öffentlichkeit herstellen, damit das Geschäft mit der Scham nicht noch durch die nicht vorhandenen kritischen Berichterstattung erleichtert wird.

Möglicherweise sind fehlende unabhängige Journalisten das Problem. Oder die Abwesenheit von Plattformen, die solche kritische Berichte drucken bzw. ausstrahlen wollen. Der Massenabmahnwahn als Tauschbörsenvernichtungsprogramm dient ja nicht nur den direkt abmahnenden Verwertern, die ganze Medien- und Unterhaltungsbranche erwartet wohl einen neuen Frühling, wenn einst alle Tauschbörsen vernichtet, alle erwachsenen Bürger bekehrt, alle ihre Kinder überwacht und alle Ports geschlossen sind.

"Und, hey, wenn diese Diebe unser Kulturgut für lau klauen, dann ist es doch nur in Ordnung, wenn wir uns unsere finanziellen Verluste über das deutsche Abmahnwesen wieder hereinholen, nicht wahr? Selbst Schuld, diese saugenden Schmarotzer mit ihrer Kostenlos-Mentalität.", sprach der Verwerter.

---------- Doppelpost zusammengeführt am 10.01.2011 um 13:42 ----------

So oder ähnlich konstruieren sich die Abmahner ihre Handlungs-Rechtfertigung, könnte ich mir vorstellen.
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Alt 10.01.2011, 15:06   # 5952
estabilidad
 
Registriert seit: 10.04.2010
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Zitat:
Zitat von Hadron Beitrag anzeigen
Mir fehlt bei solchen, nennen wir sie mal, Berichten immer die Erwähnung der Pornoindustrie, die ja einen großen Teil des Abmahnunwesens ausmacht. Da wird regelmäßig eine wichtige Komponente verschwiegen. Muss man das verstehen? Sicher hat das konkrete Gründe. Aber gerade bei diesem Peinlichkeitsthema sollten meiner Meinung nach mutige und unabhängige Journalisten Öffentlichkeit herstellen, damit das Geschäft mit der Scham nicht noch durch die nicht vorhandenen kritischen Berichterstattung erleichtert wird.

Möglicherweise sind fehlende unabhängige Journalisten das Problem. Oder die Abwesenheit von Plattformen, die solche kritische Berichte drucken bzw. ausstrahlen wollen.
Das Problem liegt meiner Ansicht nach nicht an fehlenden Journalisten oder geeigneten Formaten. Das Problem liegt eher in nicht vorhandenen Kontakten. Journalisten immer darauf angewiesen, Kontakte vermittelt zu bekommen um ihre Geschichten recherchieren zu können. Schließlich will ja niemand einfach nur irgendweleche bereits vorhandenen Texte abschreiben. Selbst beim nicht-schambesetzten Thema der Filesharing-Abmahnungen erscheint es doch bereits schwierig, Betroffene zu finden, die ihre persönliche Geschichte erzählen wollen.
Zu groß ist die Skepsis der Betroffenen aus der Anonymität von Nicknames heraus zu treten. Außerdem gibt es viele, die hinter jeder nicht konformen Frage direkt einen Spion der Gegenseite vermuten.

Ein weiteres Problem ist, dass diese Themen in der Vergangenheit vielfach journalistisch abgegrast wurden. Und ist erst einmal ein Text zum Thema erschienen, ist kaum eine Redaktion bereit, in absehbarer Zeit wieder einen neuen Artikel zu veröffentlichen, sollte sich nicht eine wirklich gravierende Änderung oder Situation ergeben haben.
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Alt 10.01.2011, 15:47   # 5953
Hadron
 
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Der von niemehrsaugen gepostete Verweis auf einen Artikel in seinem Käseblatt (pdf) ist eine der Ausnahmen, die es immerhin doch zu geben scheint. Auch gulli berichtet oft über die Porno-Abmahner.
Zitat:
Zitat von estabilidad Beitrag anzeigen
Selbst beim nicht-schambesetzten Thema der Filesharing-Abmahnungen erscheint es doch bereits schwierig, Betroffene zu finden, die ihre persönliche Geschichte erzählen wollen.
Das ist gut möglich. Von Zeit zu Zeit gibt es allerdings in einschlägigen Medien (ard, rtl, sat1, ...) diese klassische Vater-Mutter-Kind-Story mit Betroffenen. Auf mich wirken die immer wie die Kopie eines zugrunde liegenden storytelling-Grundmusters:
  • Mutter/Vater bekommt unerwartet Post vom Abmahn-Anwalt. Komplett aus dem Häuschen
  • Interview mit Mutter/Vater, allgemeine Empörung über die Höhe der geforderte Summe, Hilflosigkeit, Ratlosigkeit
  • Der Schuldige wird gesucht, im Sohn/in der Tochter gefunden
  • Intensive Zurechtweisung des Sohnes/der Tochter
  • Interview mit Sohn/Tochter: "Ich habe gar nicht gewusst, wie schlimm das ist. Machen doch alle."
  • Interview mit einem Medienanwalt: "Ja, die Streitwerte sind sehr hoch, bestimmte Gerichte lassen die jedoch zu"
  • Zähneknirschendes Bezahlen
  • Familie zieht Fazit: "Das wird uns eine Lehre sein, das machen wir nie wieder."
  • Keine Hilflosigkeit mehr, keine Ratlosigkeit, "Puuuh!"
Solche Werke sind nicht neutral, sondern - nach meinem Empfinden - psychologisch geschickt gemachte PR. Mit dem Wissen, das nicht nur Kinder durch Nachahmen lernen, wird vorgespielt, wie auf eine unbekanntes Ereignis (Filesharing-Abmahnung) zu reagieren ist (Sohn ist zurechtzuweisen, Scham muss empfunden werden, etc.). Besonders kritisch erschien mir die Berichterstattung bisher nicht, bis auf ganz wenige Ausnahmen.

Zitat:
Zu groß ist die Skepsis der Betroffenen aus der Anonymität von Nicknames heraus zu treten. Außerdem gibt es viele, die hinter jeder nicht konformen Frage direkt einen Spion der Gegenseite vermuten.
Kampagnen wie "Raubkopierer sind Verbrecher" haben da wahrscheinlich auch ihre beabsichtigten? Spuren hinterlassen. Filesharing generell sollte und ist zu einem moralisch anrüchigen Thema geworden, nicht nur das Sharen von Pornos.
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Alt 10.01.2011, 15:55   # 5954
el Chupa Cabra
 
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Eine, wie auch immer geartete (oder abartige), Berichterstattung muss heute reisserisch sein,
am besten vor Blut triefen, Oder kein Schwein schaut sich das an!
Dann kommt noch hinzu das bei den meisten Beiträge sich einem die Ohren falten, so schlecht
haben die Redakteure da ermittel.

Was sich da heute so alles Presse nennt ... *kotz*
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Alt 10.01.2011, 16:38   # 5955
Shual
 
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Zitat:
Zitat von Hadron Beitrag anzeigen
Solche Werke sind nicht neutral, sondern - nach meinem Empfinden - psychologisch geschickt gemachte PR. Mit dem Wissen, das nicht nur Kinder durch Nachahmen lernen, wird vorgespielt, wie auf eine unbekanntes Ereignis (Filesharing-Abmahnung) zu reagieren ist (Sohn ist zurechtzuweisen, Scham muss empfunden werden, etc.). Besonders kritisch erschien mir die Berichterstattung bisher nicht, bis auf ganz wenige Ausnahmen.
Ich persönlich habe da mit dem RA Marcus Dury eine Angelegenheit genau zu diesem Medienbild in der Pipeline.

Ich werde Eure (Deine) Gedanken kurz mit aufnehmen. So am Mittwoch wird man mit der Story online gehen.

---------- Doppelpost zusammengeführt am 10.01.2011 um 16:50 ----------

Zitat:
Zitat von estabilidad Beitrag anzeigen
Das Problem liegt eher in nicht vorhandenen Kontakten.
Jain/Nein.

Wenn etwas geschieht muß es überhaupt mal jemandem bekannt werden. Die meisten Fälle melden sich aber einfach nicht wenn etwas geschieht.

Es kommt noch hinzu das man solche Vorfälle sehr schwer dokumentieren kann.

Und es gibt die berüchtigte "mod-UE-Drive-by-Mentalität": Soziale Studien, Dunkelzifferrechnungen über Hausdurchsuchungen, Insolvenzen, psychische Probleme, Suizide und Suizidversuche, etc.... fallen flach da sich die Menschen schnell hier versorgen und dann abdampfen.

Im Klagefall aber erfährt man alles. Dann aber darf man schon nicht mehr reden sondern ist zur Verschwiegenheit dreifach verpflichtet.
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Alt 10.01.2011, 17:28   # 5956
constantin
 
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Zitat:
Zitat von el Chupa Cabra Beitrag anzeigen
Das ist mal wieder typische MIESE Stimmungsmache!
Die Schlussfolgerungen sind immer die gleichen, wenn ein Anwalt als Experte zu Rate gezogen wird.

Das Käseblatt "Express" gehört übrigens zu 100% auch zur DuMont Schauberg Verlagsgruppe, genau wie der Kölner Stadtanzeiger, der erst kürzlich über den Abmahnwahn berichtete - sehr ähnlich dem anderen DuMont-Blatt Frankfurter Rundschau, wo sie aber nur eine 50%-ige Beteiligung besitzt. Ich finde aber selbst den Express-Artikel vom Informationswert gar nicht so schlecht, läßt man die Fazite einmal weg.

Innerhalb kurzer Zeit haben nun also schon drei DuMont-Schauberg-Zeitungen einen Artikel über den Abmahnahn veröffentlicht. Alle drei haben als Experten Herrn Solmecke zu Rate gezogen, wobei ich allerdings davon ausgehe, dass er nur einmal einem DuMont-Redakteur seine kostbare Zeit zur Verfügung stellen musste. Trotz mehr als 10.000 Mandanten und gelegentlichen Auftritten vor Gericht, was bei Wilde und Beuger wohl Chefsache von Herrn Solmecke ist, hat er aber offenbar genügend Zeit für diverse Kanzleiwerbeaktionen. Ich hoffe diese Kanzlei ist auch ein Ausbildungsbetrieb, so dass man mit der staatlichen Anzahl von insg. 17 Anwälten (was machen die denn alle?) in der Zukunft rechnen kann. Nicht nur von der Mandantenzahl her, sondern auch von der Präsenz in den öffentlichen Medien und im Internet ist er derzeit wohl unbestritten die Nummer 1 im ModUe-Geschäft. Das meine ich erstmal wertneutral, aber man sollte das nicht ganz aus den Augen verlieren.

Gestern habe ich mir vorgestellt, ich sei ein ModUe-Kollege, der auf der Googlesuchseite 2 bis ferner liefen erscheint. Ein Blick auf meinem bescheidenen Filesharingaktenberg hat mich dann in tiefe Resignation versetzt.

Es ist wirklich der helle Wahnsinn wie alle möglichen RA's das Medium Internet nutzen, um an ein paar Mandanten zu gelangen. Gebt z.B. mal "Abmahnung Waldorf" bei Google oder Youtube als Suchbegriff ein und lasst Euch über den imposanten Auswurf überraschen. Als ich das bei Youtube selbst machte, kam mir die glorreiche Idee, man könne die Youtube-Videos kommentieren und auf die kostenlose ModUe aus dem Netz aufmerksam machen. Leider haben aber einige die Kommentarfunktion deaktiviert oder ein Kommentar erscheint nur nach Freigabe (also Zensur). Bedauerlicherweise sind auch die vielen Solmecke-Werbeclips ohne Kommentarfunktion. Da fällt mir spontan nur ein Werbespruch zu ein: "Vorbeugen ist besser als Bohren".

Zitat:
Zitat von estabilidad Beitrag anzeigen
Und das meine ich durchaus ernst.
Vielen Dank. So macht eine Unterhaltung gleich viel mehr Spaß. Deine Kritik war ja auch durchaus berechtigt und hatte auch noch etwas Gutes: Auf der SDS-Seite bin ich auf die Emailadresse von Herrn Rest gestoßen. Mal sehen ob und wann er antwortet.
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Alt 10.01.2011, 17:43   # 5957
Hadron
 
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Wirklich erstaunlich, das YouTube-Ergebnis. RA Andreas Gerstel stellt offenbar für jeden abgemahnten Titel ein separates Video bei YouTube ein. Ich beglückwünsche ihn für seine Idee. Möge das Phänomen des Filesharings und seine Monetarisierung auch ihm einem bequemen und ruhigen Vermögensaufbau dienen. Auch RA Solmecke macht sich da nicht gerade rar. Aber da bin ich befangen, denn der hat uns zur Erheiterung mal einen Kugelschreiber geschenkt, auf dem "Raubkopierer sind Verbrecher" steht...

Solange der Gesetzgeber da nicht die Lukrativität rausnimmt, wird es so bleiben. Das haben wir schon vor drei Jahren gesagt. Eher trocknen wohl die Tauschbörsen aus, als dass da irgendwann mal ein Deckel greift.
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Alt 10.01.2011, 18:23   # 5958
constantin
 
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Zitat:
Zitat von estabilidad Beitrag anzeigen
Selbst beim nicht-schambesetzten Thema der Filesharing-Abmahnungen erscheint es doch bereits schwierig, Betroffene zu finden, die ihre persönliche Geschichte erzählen wollen.
Das kann schon sein, doch diese Art von Sendungen und Berichten, die einen Fallbeispiel in den Mittelpunkt der Berichterstattung rücken, gibt es schon genug und diese waren bisher wenig hilfreich für unsere Sache. Für andere Themen, wovon Abertausende betroffen sind (Arbeitslosigkeit, Hartz IV, Kinderpornographie etc.) bringen sie auch andere Formate, wo es um die Problematik per se geht.

Wenn sie wollen, können die Medien jedenfalls etwas auf die Beine stellen. Angeblich sind wir Deutsche ja eine begeisterte Wintersportnation, die unbedingt die Olympiade trotz Widerstände und Bedenken austragen muss. Mich als Flachländer langweilen die Wintersportarten aber zu Tode. Aber wenn's sein muss, dann tun wir den Oberbayern, Thüringern und Hochschwarzwäldlern eben den Gefallen und finanzieren dieses Großereignis, wovon zumindest auch das ZDF und sonstige Mitverdiener etwas davon haben. Das aktuelle Sportstudio von gestern abend mit Zugpferd Kathi Witt wurde flugs zur Werbesendung für München 2018 umfunktioniert und echte Werbespots laufen sogar schon in den Privaten zwischen Kukident und Ferrero Küsschen.

Beim Abmahnwahn ginge auch mehr, wenn man denn wollte. Ich glaube, die wollen nicht. Ich befürchte sogar, dass ein allzu forscher Redakteur ernsthaft um seinen Job bangen müßte, wenn er offensiv unsere Positionen darstellen würde. Wir werden das weiterhin austesten und Kontakte suchen. Für mich und auch die anderen ist das Neuland. Uns wäre es lieber, Profis aus dem Bereich Öffentlichkeits-/Pressearbeit würden den Job übernehmen, aber die wurden entweder noch nicht abgemahnt oder posten nicht in Antiabmahnwahnforen. Da aber bisher noch kaum etwas geschah, probieren wir Laien es eben selbst. Wenn jemand von Euch über persönliche Kontakte mit Presse- oder Fernsehleuten haben sollte, die im weitestens Sinne als Ansprechpartner zum Thema Abmahnwahn in Frage kämen, dann laßt es mich bitte per PN wissen. Danke!

Zitat:
Zitat von constantin Beitrag anzeigen
Bedauerlicherweise sind auch die vielen Solmecke-Werbeclips ohne Kommentarfunktion.
Korrektur (Danke an Wieder Einer)

Bei Solmecke ist nicht die Kommentarfunktion ausgeschaltet, sondern nur auf dem Kanal möglich.
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Alt 10.01.2011, 20:15   # 5959
estabilidad
 
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Zitat:
Zitat von constantin Beitrag anzeigen
Das kann schon sein, doch diese Art von Sendungen und Berichten, die einen Fallbeispiel in den Mittelpunkt der Berichterstattung rücken, gibt es schon genug und diese waren bisher wenig hilfreich für unsere Sache.
Das sehe ich anders. Zum einen ist die Darstellung über den Bezug zum Einzelfall das Mittel der Wahl, um Aufmerksamkeit und vor allem auch um Empathie hervorzurufen. Eine abstrakte Schilderung eines x-beliebigen Sachverhaltes wird keine Aufmerksamkeit erlangen. Dafür gibt es einfach zu viele Themen, zu viele Sauereien, zu viel Geschehnisse, mit denen die Öffentlichkeit überfrachtet wird.
Nachrichten über Erdbeben im Takatukaland interessieren solange nicht, solange das Fernsehen die Bilder von verschütteten, obdachlosen Kindern, Frauen und Männern sendet.
Darüber hinaus bin ich überzeugt, dass die Veröffentlichungen, die bisher gelaufen sind, ihren positiven Beitrag geleistet haben. Sie haben dem Thema Öffentlichkeit verschafft und damit auch Meinungen geprägt. Nicht nur bei Hinz und Kunz. Aus zuverlässiger Quelle weiß ich : Auch Richter lesen Zeitung und auch Richter, selbst wenn sie mehrheitlich anderes behaupten, machen sich ihre Meinung auch durch die Lektüre von Zeitungsartikeln. Manche sitzen kurz vor der Verhandlung vor ihrem Ipad und informieren sich bei Wiki und Konsorten über die Themen, die sie wenige Minuten später verhandeln.
Aber klar, bis sich wirklich strukturell etwas bewegt, ist es noch ein langer Weg. Und der dauert meiner Meinung nach so lange, weil es hier, anders als beim Thema Arbeitslosigkeit, dem Staat nicht ans Portemonnaie geht, sondern eher noch ein paar Einnahmen dazu bringt.

Zitat:
Zitat von constantin Beitrag anzeigen
Für andere Themen, wovon Abertausende betroffen sind (Arbeitslosigkeit, Hartz IV, Kinderpornographie etc.) bringen sie auch andere Formate, wo es um die Problematik per se geht.
Wie oben beschrieben geht es hier um ne Menge Geld, was wiederum zum Handeln nötigt.

Zitat:
Zitat von constantin Beitrag anzeigen
Beim Abmahnwahn ginge auch mehr, wenn man denn wollte. Ich glaube, die wollen nicht. Ich befürchte sogar, dass ein allzu forscher Redakteur ernsthaft um seinen Job bangen müßte, wenn er offensiv unsere Positionen darstellen würde.

Was sind denn unsere Positionen, die du dargestellt haben möchtest?
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Alt 10.01.2011, 20:56   # 5960
constantin
 
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Zitat:
Zitat von estabilidad Beitrag anzeigen
Was sind denn unsere Positionen, die du dargestellt haben möchtest?
Ich mach's kurz, da mich gerade die Todesnachricht eines 45-jährigen Familienvaters mit zwei Kindern erreichte. Ich kenne ihn seit seiner Geburt.

Die Inhalte des Grundkurses, unsere Vorgehensweise ohne Anwalt und die Existenz von Selbsthilfeforen im Internet, in denen der Abmahnwahn dokumentiert ist. Der Waldorf-/Frommer-Thread erwartet in Kürze das 24.000ste Posting.

Darüber hinaus alle Fakten und Argumente, mit denen der gesunde Menschenverstand etwas anfangen kann, aber offenbar nicht die Richter, die wir nicht schätzen. Was Citylight, Baxter oder Shual erarbeitet haben oder wie Anwälte wie Goody oder Herr Eikmeier Urteile bewerten, sollte Gehör finden, damit eine grundlegende öffentliche Diskussion beginnt, deren Richtung nicht von Abmahn(erhaltungs)anwälten oder Lobbyisten vorherbestimmt wird. Themen gibt es wie Sand an mehr: Geschäftsmodell im Detail, Loggerlügen, alles zum Thema "gewerbliches Ausmass", Kölner Störerhaftung, Waldorfs Bettel- und Telefonaktionen etc.

Fragen, die vor Gericht niemand stellt oder Fakten, die von Gerichten ignoriert werden, könnten außergerichtlich für Journalisten und Staatsanwälten von Bedeutung sein. In diese Richtung müssen wir hinkommen, damit der Begriff "Täter" im Zusammenhang mit Filesharingabmahnungen eine neue Bedeutung im öffentlichen Bewußtsein erlangt. Von A*b*z*o*c*k*e redet der Volkmunds ohnehin schon lange und selbst von einigen Blättern wurden die Abmahner schon in Richtung Abofallen gerückt. Es langt aber nicht aus, dass die Zeitungen von fragwürdigen Praktiken, Gesetzesauslegungen u.ä. spricht ohne diese klar zu benennen. So können keine Konsequenzen angemahnt werden. Der Hinweis, dass der Abmahnwahn dann aber doch auf soliden rechtlichen Füsse stehe, weshalb man dann auch einen Anwalt benötige, ist aber irreführend. Beides ist falsch.
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Alt 26.05.2012, 15:53 # --
News Flash
 
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