AMIGA-Zeiten ist wohl schon das richtige Stichwort.
Ich denke die wirklich großen Zeiten des reinen "Hackings" sind passé.
Hacken hatte ja primär zwei Hintergründe : ehrenamtlich auf Sicherheitslücken aufmerksam machen (in Deutschland siehe "ChaosComputerClub") oder kostenlos ins Netz kommen.
Wobei Netz nicht gleich Internet heißt, wie wir es heute kennen.
Gemeint sind eher die guten alten BBS´s (Bulletin Boards).
´Damals´ war es halt noch ein sündhafter teuerer Spaß mit Akkustikkopplern oder den ersten Vorläufern der Modems ins Netz zu gehen.
Von daher war die Hauptmotivation bei vielen sich den Zugang kostenlos zu verschaffen.
Das lief entweder durch das Hacken von Zugriffsdaten oder technischen Spielereien.
* HACKEN von Zugangsdaten
wurde entweder durch bloßes Probieren durchgeführt, was auch oft klappte, weil in den Anfangszeiten der EDV die Nutzer häufig durchschaubare Paßwörter benutzten (Name der Ehefrau; Auto, Hund...).
Etwas ausgebuffter waren dann die Software-Lösungen in von Form von Generatoren, die einmal den kompletten Duden ins Paßwortfenster durchlaufen ließen. Nach ähnlichem Schemata arbeitet heute noch die Software, die Polizeibehörden für solche Zwecke benutzen.
Die Königsdiziplin war aber das "
Human Engineering". Damit wurden Zugangsdaten von Angestellten des zu hackenden Unternehmens akquiriert. Klassisches Beispiel : man ruft in der Zentrale an, gibt sich als Mitarbeiter einer ausländischen Filiale aus und bittet um die Zugangsdaten, da man diese im Flugzeug vergessen hat.
* technische Spielereien :
Die legendären "
Blackboxes", die man in das Telefonleitungsnetzwerk eines Unternehmens einschmuggelte. Teilweise in Symbiose mit Human-Engineering, indem man sich als AT&T-Mitarbeiter ausgab um an das Nervenzentrum zu gelangen. Ganz berühmt in diesem Zusammenhang : General Motors

Aber es gab noch weitere Tricks, beispielsweise das Aufnehmen des amerikanischen Vermittlungsignales, welches im richtigen Moment abgespielt die Leitung offen hielt und somit kostenloses Telefonieren ermöglichte. Diese Form des Hackings nannte man "
Phreaking".
Und wenn man das so liest merkt man schon warum Hacken kein Volkssport unter Computer-Nerds mehr ist : das Internet wurde immer billiger. Es gab noch mal Ende der Neunziger den Trend zu den "
Fake-Generatoren", mit denen man sich über eine aktive IP eines anderen Users einloggte und damit auch auf seine Kosten. Wurde rigeros strafverfolgt - auch hier in Deutschland.
Und nun haben wir Flat-Rates. Telefon wie Internet. Alles nicht mehr notwendig.
Natürlich gab es auch Hacker, die sich mit ihrem Können & Wissen illegal berreichert haben, aber die waren in der Szene nicht erwünscht.
Auch das gibt es heute nicht mehr in der Form - das wurde komplett durchs "
Phishing" abgelöst, was ja nach einem anderen Prinzip funktioniert.
Zum Cracken : das gibt es heute auch noch. Kopierschutz wird nach wie vor von "Crewz" ausgehebelt. Aber die Szene ist stark geschrumpft und reduziert sich auf einige wenige große Gruppen. Da sind durchaus auch alte Hasen dabei : "
Northstar & Fairlight" sind z.B.: so Gruppen, die schon seit der 16-Bit-Ära dabei sind.
Aber das ganze läuft jetzt eher unbemerkt; die mit den Cracker-Crewz entstandene Demo-Szene der 90er ist komplett verschwunden. Und somit ist sie alles in allem nicht mehr so extrovertiert wie damals.
Was noch dazu kommt : heutzutage geben sich einige Hersteller gar keine große Mühe mehr einen ausgefeilten Kopierschutz zu erstellen. Oft reicht es aus einen Sprungpunkt in der Laderoutine als externe Batch-Datei anzulegen, mit der die Schutzroutine ganz simpel übersprungen wird. Das macht sich dann so bemerkbar, dass der ganze "Crack" dann nur wenige kB groß ist. Klar gibt es da auch noch "Starforce" & Co., aber der Trend zu aufwändigen Schutzsystemen ist eher gesunken. Das wird zwei Hintergründe haben : die Publisher resignieren vielleicht ein bißchen und kalkulieren einfach einen gewißen Prozentsatz an Verlusten durch Raubkopien von vorneherein in den Masterplan mit ein.