| | # 4 | |
| Team SAT-Technik Registriert seit: 01.01.2006 Ort: mitten im Kohlenpott
Beiträge: 8.847
| Jetzt werden unsere Damen und Herren Politiker wieder nach einem Killerspiel-Verbot schreien. Nur um überhaupt etwas zu tun. ____________________ Das Problem mit der Zivilcourage liegt aber woanders - und ist ein Grund dafür, daß so viele Leute wegsehen: Hier in diesem Land gilt Täterschutz vor Opferschutz. Was wäre denn gewesen, wenn der Mann z.B. ein gut durchtrainierter Sportler wäre und sich gegen die Jugendlichen erfolgreich hätte wehren können? Vermutlich hätte er sich eine Anzeige wegen Körperverletzung eigehandelt und, wenn er Pech hätte, wäre er sogar verurteilt worden und hätte Schmerzensgeld an die Verbrecher zahlen müssen... Mir ist so ein Fall bekannt: Da wurde in einem Park eine ältere Frau von zwei 19-jährigen Türken (das hat jetzt natürlich nichts zu sagen, es hätten auch andere Landsleute sein können) brutal überfallen, zu Boden gestoßen und ihr die Handtasche geklaut. Ein Autofahrer, der das gesehen hat, hat die beiden kurzerhand überfahren und der Frau die Handtasche zurückgegeben. Dann ist er weitergefahren. Die beiden Verbrecher wurden dabei schwer verletzt. Daß ihm nichts passiert ist, ist der Zivilcourage der zahlreichen Passanten zu verdanken, von denen keiner den Wagen erkannt haben will. Ich habe später mal mit einem befreundeten Polizisten über den Vorfall gesprochen. Dort mußte ich zu meinem Erstaunen hören, daß der Fahrer wohl verurteilt und schwer bestraft worden wäre. Wahrscheinlich wäre sogar sein Fahrzeug als "Tatwaffe" beschlagnahmt worden. Der Grund: Der Raub war ja schon geschehen und die alte Frau nicht mehr in einer solchen unmittelbaren Gefahr, die eine Nothilfe gerechtfertigt hätte. Durch das Eingreifen konnten lediglich die Täter an der Flucht gehindert werden und die Frau ihr Eigentum zurückerlangen. Das aber rechtfertigt keine schwere Körperverletzung mehr. Es fehlt der unmittelbare Tatzusammenhang. Komische und für mich nur schwer nachvollziehbare Rechtsauffassung irgendwie... Aber wer wundert sich denn da noch über fehlende Zivilcourage, wenn man damit rechnen muß, mit einem Bein im Gefängnis und mit dem anderen im Sarg zu stehen? Zitat:
__________________ Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt. Albert Einstein Nokia? Nein danke! | |
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| | # 5 |
| Registriert seit: 11.09.2009
Beiträge: 62
| Ich finde es auch furchtbar, was da in München passiert ist. Einer von (wahrscheinlich sehr wenigen) Menschen mit gesunder Zivilcourage, und er muss das mit dem Leben bezahlen. Was für mich auch einfach unfassbar ist - wie viel blinde Wut muss in einem stecken, dass man jemanden tot prügelt? Mit einer Waffe passiert es schnell, aber bei den Fäusten müsste man doch Gelegenheit haben, vor jedem weiteren Schlag nachzudenken. Diese Kerle gehören lebenslänglich weggesperrt - Gefahr für die Gesellschaft! Sagt doch schon alles, dass sie bereits polizeilich bekannt waren! Warum laufen die dann trotzdem noch frei herum?? Und ortsgebunden seh ich das auch nicht. Das kann doch überall passieren. Egal ob "reiches Viertel" oder "Ghetto"! Egal ob Großstadt oder kleines Kaff! Bei uns in der Nähe (Wehrheim, super kleines Dorf nahe FFM) ist vor kurzem auf einer Kerb jemand abgestochen worden. Da denkt man sich auch "kleines Kaff, da kennt sich doch jeder, da passiert sowas nicht". Leider falsch. Ich habe lange in Frankfurt gewohnt und trotz allem bin ich nie so lebensmüde geworden, zu später Stunde allein mit Bus/Bahn zu fahren. Wenn ich zählen müsste, wie oft ich dumm angepöbelt worden bin... ich zähl lieber nicht!! Und wenn man in so einem Moment den Mund aufmacht, hat man ruck zuck eine sitzen! Ein Bekannter von mir hat auf der Frankfurter Dippemess ne Flasche über den Kopf gezogen bekommen, weil er einen Fremden am Vordrängeln hindern wollte (NUR verbal - "Stell dich hinten an, wie alle anderen auch!") Das Problem ist die grundsätzliche Gewaltbereitschaft vieler Menschen. Leider ist mein Resumé daraus auch, ICH würde niemals irgendwo dazwischen gehen. In Sicherheitsabstand gehen, Handy raus, Polizei/Krankenwagen rufen. Aber niemals tätlich eingreifen. Dazu hab ich zu viel Schiss. |
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| | # 6 | ||
| Gastposter | Zitat:
Zitat:
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| | # 7 | ||
| Registriert seit: 05.06.2009 Ort: Köln
Beiträge: 37
| Zitat:
Aber eben "leider" auch etwas gesagt. Nach und nach haben sich wohl 15 Zeugen gemeldet, die auch an der Station waren... aber nichts gemacht haben. Schlimm so etwas. Zitat:
Konnten mit Händen und Füßen töten. Aber ich überlege auch, mir ein Pfefferspray zuzulegen. Bin ein Großstadtkind. | ||
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| | # 8 |
| Registriert seit: 11.09.2009
Beiträge: 62
| Ich denke mal, wenn alle 15 Zeugen eingegriffen hätten, wäre die Sache ganz anders verlaufen. Obwohl einer den Anfang macht und eingreift, traut sich niemand, diesem guten Beispiel zu folgen. Sehr traurig. Und ich hab immer ein CS-Gas in meiner Handtasche... da soll mir einer mal kommen, der mich angreift, und mich dann anklagen, dass ich ihm die Augen verätzt habe! |
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| | # 9 |
| Gastposter | Dein CS-Gas kannst Du wohl in die Tonne treten. Die gewaltbereiten Jugendlichen von heute sind auf solche Dinge vorbereitet. Auch ich kann mich denjenigen nur anschließen, die der Auffassung sind, daß eigenes Eingreifen in derartigen Fällen an Selbstmord grenzt. Hilfe herbeiholen und alle sonstigen Möglichkeiten ausschöpfen ja, aber, sich mit diesen Typen anlegen, nein, ich jedenfalls nicht. Ich habe erst kürzlich eine in einem BMW-Cabrio sitzende, wie wir hier zu sagen pflegen, kulturelle Bereicherung aus dem vorderasiatischen Raum, mal gebeten, in der Mittagszeit doch das minutenlange Hupen zu unterlassen. Als Reaktion auf meine in vernünftigem Ton vorgebrachte Bitte nahm er mich ins Visier, sagte mir in scharfem Ton: "Sei froh, daß Du Deine Ruhe hast...noch". Darauf kurzes Kopfschütteln von mir, was ihn dazu veranlaßte, sein Fahrzeug zu verlassen, um auf mich loszugehen. Ich konnte mich gerade noch in den Hausflur retten. Das haben einige mir bekannte Leute mitbekommen. Ich bin sicher, wenn ich Anzeige erstattet hätte, wäre absolut niemand von denen bereit gewesen, Zeugnis abzulegen. Die Angst vor diesen Typen sitzt tief und besteht nicht ohne Grund. |
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| | # 10 |
| Threadstarter Registriert seit: 02.06.2009
Beiträge: 376
| Eben in den Nachrichten wurde über den Vorfall nochmal berichtet. Die Täter (mit Foto) waren: 1. längst als gewaltbereit bekannt 2. bereits wegen anderer Delikte (Diebstahl, Körperverletzung...) auffällig 3. möchtegern Gangstarapper im sozialen Brennpunkt, mit quasi Nullchance garantie auf Job und Zukunft. Einer von beiden wurde sogar vom Jugendamt betreut, weil Papa tot ist und Mama in der Klinik ist. Selbst die Behörden, die Polizei, die Richter, Sozialpädagogen, Schulen usw. wissen was los ist, aber keiner hat den Anspruch irgendetwas zu ändern. Dies ist gleichwohl ein politisches als auch ein gesellschaftliches Problem. Ach ja, die üblichen Forderungen nach mehr Polizei und stärkerer Überwachung werden bereits wieder von den Lobbyisten zerpflückt. In zwei Wochen ist die Wahl wichtiger und Dominique ist vergessen ! War nur ein Depp, der Helfen wollte!
__________________ "Es gibt kein Geschäft, das so gemein wäre, dass nicht sofort ein anderer es macht, wenn man darauf verzichtet." Bertolt Brecht |
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| | # 11 |
| Hat immer ein offenes Ohr Registriert seit: 07.01.2008 Ort: laut verschwörungstheorien nicht existent! ;)
Beiträge: 4.970
| viel schlimmer: es waren 15 passanten auf dem bahnsteig!!!!! jeder einzelne mag ja feige sein, aber in der gruppe wären sie stark gewesen! was haben sie getan? nichts! zugeschaut, weggeschaut! das ist zum kotzen!!!!
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| | # 12 | |
| Gastposter | Zunächst einmal möchte ich sagen, das ich dass, was da passiert ist mit Sicherheit genauso schrecklich finde, wie ihr alle!!! Aber das hier kann ich so nicht stehenlassen: Zitat:
Einer wurde "sogar vom Jugendamt betreut"... Ist Kontakt zum JA ein Kapitalverbrechen? Viele Kinder und Jugendliche werden heutzutage vom Jugendamt betreut, ohne deswegen gleich potenzielle Gewalttäter zu sein! Zitat: "Selbst die Behörden, die Polizei, die Richter, Sozialpädagogen, Schulen usw. wissen was los ist, aber keiner hat den Anspruch irgendetwas zu ändern. Dies ist gleichwohl ein politisches als auch ein gesellschaftliches Problem." Du hast Recht, es IST ein politisches und gesellschaftliches Problem! Aber den Satz davor finde ich total daneben!!! ![]() Ich selbst arbeite in der Jugendhilfe mit verhaltensauffälligen Jugendlichen und habe außerdem vier Jahre als Jugendschöffin beim Amtsgericht hinter mir. Daher kenne ich eine Menge Jugendamtmitarbeiter, Sozialpädagogen, Lehrer, Richter und auch Polizisten, die sich den A... aufreißen, damit Jugendliche aus Problemfamilien noch eine Chance bekommen, sich in die Gesellschaft zu integrieren! Die, bei denen es funktioniert, stehen leider zu selten in der Zeitung! Die Behauptung, KEINER hätte "den Anspruch etwas zu ändern", finde ich daher reichlich unverschämt! Was würdest DU denn ändern? Wir anspruchslosen Ignoranten in der Jugendarbeit haben leider das Allheilmittel gegen Gewaltbereitschaft noch nicht gefunden - nach deiner Theorie dann ja wohl, weil es uns eh am A... vorbeigeht, oder was??? | |
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| | # 13 | ||
| Gastposter | Zitat:
Wer schützt denn uns? Wer schützt diejenigen, die evtl. auch im Dunkeln nochmal auf die Straße gehen möchten? Dafür ist kein Personal vorhanden bzw. es wird weiter abgebaut. Unser ehemaliger Innenminister hat den Stellenabbau im Polizeibereich mal "Polizeistrukturreform" genannt und sich ein halbes Jahr nach der Durchführung über das Gelingen seines Vorhabens dahingehend öffentlich geäußert, daß diese Maßnahme sich "voll bewährt habe". Die sogenannte "Strukturreform" hatte zur Folge, daß die einzelnen Stationen in den jeweiligen Stadtteilen jetzt einige Stunden früher ihre Pforten schließen als Aldi oder Lidl, nämlich bereits um 17.00 Uhr. Das weiß jeder. Möchte jemand z.B. mal ein Feuerwerk veranstalten, so muß er nur bis nach 17.00 Uhr warten, ruft dann jemand die Zentralstelle der Polizei an, so dauert es in der Regel wegen eines solchen Delikts länger als eine Stunde, bis jemand vor Ort ist. Abends werden Motorradrennen mit hochgezüchteten Mofas gefahren. Die Polizei kann nur aus einer Richtung kommen, und da steht jemand mit seinem handy. Wenn der Bürger gefragt würde, was er für wichtiger halte, entweder die Resozialisierung verhaltensauffälliger Jugendlicher oder den Schutz der Bevölkerung durch eine größere Polizeipräsenz, so müssen wir nicht darüber spekulieren, wie das Ergebnis ausfiele. Gruß antiTank -----Doppelpost zusammengeführt am 16.9.2009 um 05:07:20----- Zitat:
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| Gastposter | Hier mal was aus Berlin, Heute in der BZ. Drei U-Bahn Schläger vor Gericht. Überführt wurden die Bengels von einer Überwachungskamera-->Prügel-Prozess: U-Bahn-Schläger kleinlaut vor Gericht - B.Z. - Berlins größte Zeitung |
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| Gastposter | S-Bahn-Schläger: München: Tot-Schläger entschuldigt sich - B.Z. - Berlins größte Zeitung Als wenn die Entschuldigung den Mann wieder lebendig macht.... |
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| | # 16 | |
| Hat immer ein offenes Ohr Registriert seit: 07.01.2008 Ort: laut verschwörungstheorien nicht existent! ;)
Beiträge: 4.970
| Zitat:
__________________ 9 von 10 stimmen in meinem kopf sagen, ich bin irre, eine summt!![]() das ist perdita! proggi: verkleinern von bildern | |
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| | # 17 |
| Weiß von allem etwas Registriert seit: 28.11.2008 Ort: Cafe del Mar
Beiträge: 1.877
| § 323c Strafgesetzbuch Unterlassene Hilfeleistung Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. Rechtsprechung zu § 323c StGB Soviel dazu. |
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| | # 18 | |
| Registriert seit: 11.09.2009
Beiträge: 62
| Zitat:
Wenn wir von Erste Hilfe reden, wäre das was anderes. Aber aktiv in einen Gewaltakt eingreifen, ist wohl kaum als zumutbar zu definieren. Oder gibt es da irgendwelche bekannten Rechtssprechungen? | |
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| Gastposter | Zitat:
Zitat:
Vor einigen Jahren hatten wir hier und in den umliegenden Dörfern häufig Probleme mit Möchtegern-Neonazis, welche hier und da auch handgreiflich wurden. Als Jugendliche bin ich damals oft leichtsinnig dazwischen gegangen, hatte aber immer das Glück, das die normalerweise keine Frauen schlagen! Heute wäre ich da vorsichtiger - gerade weil ich oft genug erlebt habe, dass die meisten anderen sich da lieber zurückhalten und selbst Securitys und die gerufene Polizei mangels Personal unauffällig wieder verschwunden sind! Zitat:
Auch möchte ich nicht behaupten, das von Seiten der von Mondbär aufgezählten Berufsgruppen keine Fehler gemacht werden! Wie überall gibt es natürlich Menschen, die ihre Arbeit besser oder schlechter machen als andere. Nur die Unterstellung, keiner habe "den Anspruch etwas zu ändern", finde ich aufgrund meiner Erfahrungen völlig daneben! @Mondbär: In deinem Profil habe ich gelesen, dass du angibst, selbst auch Erzieher zu sein?!? Dann kann ich erst recht nicht begreifen, was du hier schreibst! Gruß Lightning | |||
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