Nokia macht dicht.

Alt 16.01.2008, 11:51   # 1
King W.
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Völlig überraschend hat der Handyhersteller Nokia gestern angekündigt, sein Werk in Bochum schließen und die Mitarbeiter entlassen zu wollen.

Und das Ganze, trotz Millionengewinn und vom Steuerzahler finanzierter "Ansiedlungsprämien" im zweistelligen Millionenbereich. Aber in Rumänien und Ungarn sind die Stundenlöhne ja billiger ...

Zu allem Überfluß erdreistet sich diese Firma auch noch, den Standort schlechtzureden.

Ich apelliere an alle ehrlichen Politiker (gibt es die noch ??), irgendwie zu verhindern, daß diese geldgierige Firma für Rumänien und Ungarn wieder "Aufbauprämien" einstreicht, die aus irgendwelchen EU-Töpfen kommen und abermals von den deutschen Steuerzahlern mitfinanziert werden.

Wer sich in Zukunft ein Handy zulegen möchte, kann sich ja mal überlegen, ob es auf Dauer gutgehen kann, daß Firmen in Billiglohnländern produzieren, aber in Höchstpreisländern verkaufen wollen. Meiner Meinung nach sollte eine Firma, die ihre Produktionsstätte aus Deutschland in ein Billiglohnland verlagert, auch ihre Kunden dort suchen.

Ich jedenfalls werde beim Kauf meines nächsten Handys die passenden Konsequenzen ziehen.

N***a ? Nein,
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Nokia? Nein danke!
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Alt 16.01.2008, 13:25   # 2
egomane
 
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Und wieder eine Firma die auf meine persönliche Blacklist kommt. Die sollen sich ihren in Billiglohn Ländern hergestellten Dreck doch in den Allerwertesten schieben. Mir kommt jedenfalls kein Nokia Handy mehr ins Haus. e010
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Alt 16.01.2008, 13:55   # 3
immorb
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Zitat:
Zitat von King W.
Völlig überraschend hat der Handyhersteller Nokia gestern angekündigt, sein Werk in Bochum schließen und die Mitarbeiter entlassen zu wollen.
Und die indirekten Arbeitsplätze wurden noch nicht erwähnt.
DHL spricht von 200 Stellen die vermutlich wegfallen.

Zitat:
„Wenn das Nokia-Werk dicht macht, kann es passieren, dass auch Arbeitsplätze bei DHL wegfallen“, sagte ein Unternehmenssprecher.
War noch was:?
Zitat:
Mit sozial ausgerichteten und umwelt- bezogenen Programmen zeigt Nokia hohes Verantwortungsbewusstsein.
Die Bochumer Entwicklungsabteilung, die sich mit unter anderem mit Automobil-Integrationslösungen beschäftigt hat, soll verkauft werden.

Nokia ist ja auch Zulieferrer der Automobil-Industrie und stellt noch einige andere Sachen her.


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m.f.G.
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Alt 16.01.2008, 16:31   # 4
King W.
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Zitat:
Zitat von immorb Beitrag anzeigen
Und die indirekten Arbeitsplätze wurden noch nicht erwähnt.
DHL spricht von 200 Stellen die vermutlich wegfallen.
Stimmt. Sorry, hatte ich vergessen.
Zitat:
Nokia ist ja auch Zulieferrer der Automobil-Industrie und stellt noch einige andere Sachen her.
Dann sollte man vielleicht mal in großer Zahl Ehrenerklärungen von den Autoherstellern erbitten, daß sie keine Teile von Nokia beziehen. Bleibt diese aus, den Hersteller meiden.

Wäre schön, mal viele Betroffene (und eigentlich ist jeder betroffen, der diese Firma bislang mit seinen Steuergeldern finanziert hat) unter einen Hut zu bringen wären.

Aber das wird wohl nur ein frommer Wunsch bleiben. Viele Menschen vergessen viel zu schnell.

Bestes Beispiel ist ein nicht unbekannter Mineralölkonzern. Stichwort: Brent Spar. Wer redet denn heute noch davon? Bei mir stehen diese Tankstellen jedenfalls auch auf der Blacklist.
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Alt 16.01.2008, 17:01   # 5
Aristillus
 
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Diese Firmenphilosophie wird auf der Nokia-Hompage offiziell propagiert:

"Bei Nokia steht der Mensch im Mittelpunkt"

"Teamgeist, Respekt vor dem Einzelnen, Fairness und offene Kommunikation sind bei Nokia gelebte Werte. Unsere Mitarbeiter haben diese Einstellung in ihrer täglichen Arbeit in höchstem Maße verinnerlicht".


Stimmt sogar, denn es ist ja nur von den Mitarbeitern (also nicht der Firmenspitze) die Rede. Unterdessen wird ein "taktischer Rückzug" nach Rumänien und Ungarn betrieben, der den Rekord-Jahresumsatz von 13 Milliarden Euro weiter nach oben treiben soll. Wie sagr der alte Kinder-Reim? Im Osten geht die Sonne auf...., im Westen wird sie untergehn!

Der letzte Handy-Hersteller keht Deuschland den Rücken. Konsequenz:
2300 Arbeitsplätze in der Produktion fallen weg, weitere 2300 bei den Leiharbeitern, Lieferanten und Firmen im weiteren Umfeld. Alles in allem 4600 Arbeitsplätze.

Unter Berücksichtigung statistischer Werte sind insgesamt mindestens 10000 Menschen (incl. Familienangehörige) davon betroffen.

Das Schlimme an dieser ganzen "Sauerei-Hoch-Zehn" ist, daß es für alle Arbeiter so unvermittelt kam. Der Schock sitzt tief, das kann mit Sicherheit gesagt werden.

Was in der Physik nicht klappt, das ist aber in der EU-Finanz- und Subvetionswelt möglich - ein Perpetuum Mobiles.
Standort lokalisieren-Subventionen abgreifen (insgesamt 100. Mio in Bochum)-Gewinne einstreichen. Dies ohne grosse eigene Investitionen zu tätigen.

Nach Ablauf der Bindungsfrist wird die Bude dicht gemacht und der Letzte macht das Licht aus...

Die Politiker aller Coleur heulen nun laut auf, klappern mit den Zähnen (Gruß an Herrn Ministerpräsident Rüttgers) und sprechen von Rückforderungen der Gelder etc.
Das finde ich lächerlich! Die wissen ganz genau, was Sache ist. Jetzt wird in allen Medien ein bisschen Betroffenheit, Ärger und Robin Hood-Mentalität vorgegaukelt, mehr nicht. Die Subventionen können rein vertragsrechtlich nicht mehr zurückgefordert werden.

Das einzige, was nun Hilft ist Boykott aller Nokia-Artikel. Solch einen Boykott durchzuziehen bedarf einer riesigen Solidargemeinschaft. Dafür müssen einmal individuelle Wünsche zurückstehen. VERDAMMT, WACHT ALLE AUF !!!!!
Zeigt euere Verbundenheit.
Denn: Die Achilles-Verse eines Unternehmens (egal ob Frittenbude oder Handyhersteller) ist und bleibt die Gewinn-Maximierung.
NOKIA ist ein börsennotiertes Unternehmen und als solches auf die gute Laune der Aktionäre angewiesen. Aktionäre haben nur gute Laune, wenn die Aktie an wert zulegt und die Dividenden-Ausschüttung hoch ausfällt.

JEDER EINZELNE von uns hat es in der Hand, Nokias Gewinne etwas zu mindern. ALLE ZUSAMMEN können Nokia um mehr als nur 100 Mio. bringen. Zeigt Courage. Es gibt auch andere Handyhersteller.... Mach den Anfang, Du hast es in der Hand!
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Alt 16.01.2008, 18:38   # 6
Respacetaxi
 
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Nun, diese Wandlung im Produktionskonzept von Nokia ist sicherlich verwerflich und auch niederschmetternd, vor allem für die Leute, die dabei entlassen werden.
Mit dem Ende der Produktion in Deutschland verschwindet wohl auch Nokias freundlicher Kundenservice in Deutschland. So bekam man das kaputte Handy einst nach ein paar Wochen repariert wieder. Wenn sie es aber jetzt erstmal nach Rumänien schicken müssen, dann bekommt man wahrscheinlich gleich ein Neues oder wartet ewig.

Andererseits frage ich mich aber, ob ein Boykott der Nokia-Waren wirklich etwas nutzen kann. Zurückverlegen werden sie das Werk sicherlich nicht. Außerdem folgt Nokia nur dem Trend aller anderen Handyfirmen.Ich wüsste nicht, dass außer Nokia noch irgendein anderer bekannter Handyanbieter noch in Deutschland produziert. Wenn ich mir nun statt einem Nokia-Handy eines von Samsung kaufe, dann wurde das auch in Rumänien oder sonstwo gefertigt. Einzig Motorola produziert noch in einem kleinen Werk in Deutschland.

Oh, Nebenbei^^ Ich hab grad mein Nokiahandy genauer angeschaut, das ist "Made in Hungary" ...
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Alt 16.01.2008, 18:44   # 7
linkin park 4-ever
 
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:vogel: Die haben sie nich alle... :vogel:
Diese Blutsauger sind so eingestellt, dass sie nur noch ihr eigenses Geld bekommen...
Abgesehen von den Arbeitslosen sind die sogenannten "schlechten Dinge" so oder so Schwachsinn...
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Alt 16.01.2008, 18:45   # 8
linkin park 4-ever
 
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Übrigens schöner Smilie...
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Alt 16.01.2008, 20:49   # 9
King W.
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Zitat:
Zitat von Respacetaxi Beitrag anzeigen
Andererseits frage ich mich aber, ob ein Boykott der Nokia-Waren wirklich etwas nutzen kann. Zurückverlegen werden sie das Werk sicherlich nicht. Außerdem folgt Nokia nur dem Trend aller anderen Handyfirmen.Ich wüsste nicht, dass außer Nokia noch irgendein anderer bekannter Handyanbieter noch in Deutschland produziert. [...]
Darum geht es ja gar nicht. Eine Firma, die im Ausland ansässig ist, und seit je her dort produziert, kann ja gar keine Arbeitsplätze hier abbauen. Es geht um einen bedeutenden Arbeitgeber, genau gesagt, den zweitgrößten in Bochum, der hier, subventionsfinanziert eine Produktionsstätte betrieben hat und nur die lächerliche 5-Jahres-Frist abgewartet hat, um die Subventionen nicht zurückzahlen zu müssen. Wahrscheinlich kassieren die jetzt in Rumänien wieder, und, da Rumänien mittlerweile in der EU ist, wahrscheinlich auch Geld aus Brüssel.

Wer aber, was denkst du wohl, ist der größte Nettozahler innerhalb der EU?

Richtig, wir.

Auf gut Deutsch: Wir finanzieren denen die Sauerei auch noch. Natürlich werden die das Werk nicht zurückholen, aber ein Nichtkauf ihrer Produkte hier in Deutschland bewirkt schon etwas.

Ich denke immer noch an Brent Spar und die ominöse Tankstellenkette, deren Firmenzeichen an eine Muschel erinnert. Die wollten die ausgediente Ölbohrplattform einfach in der Nordsee versenken, wahrscheinlich mitsamt dem Dreck, der noch darauf war. Proteste von Greenpeace haben nichts genützt, als aber die Firma über Nacht hier in Deutschland mehr als 50% ihrer Kunden eingebüßt hat, war der Plan schnell vom Tisch. Blöd nur, daß der Kundenverlust nicht von Dauer war - bis auf einen harten Kern.

Ein Boykott bringt schon was, wenn sich viele beteiligen und auch durchhalten. Dieser Drops ist wohl gelutscht, aber es gibt sicher noch mehr Firmen, die ans Auswandern denken. Vielleicht läßt sich die ein- oder andere Produktionsverlagerung noch vermeiden, wenn das auf der Kundenseite merkliche Konsequenzen hat.

Mein Entschluß steht jedenfalls fest, ob es was bringt, weiß ich nicht, hoffe es aber.

Zitat:
Zitat von Aristillus
(Gruß an Herrn Ministerpräsident Rüttgers)
Was hat der denn damit zu tun? Soweit ich weiß, war Clement damals Ministerpräsident und ist an den Subventionen mit einer viel zu kurzen "Stillhaltefrist" nicht ganz unschuldig ...
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Alt 16.01.2008, 22:38   # 10
Aristillus
 
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Meine Güte, schlafen kann man wo anders!
Der amtierende Ministerpräsident Rüttgers (der mit dem klappernden Gebiss) zeigt sich in diesen Tagen vor jeder Fernsehkamera betroffen. Er und die Thoben reden von Rückzahlung der Subventionen. Ist doch alles Quatsch.

Und der Clement hat damit sehr wenig zu tun. Die ganzen Entscheidungen zum Thema Nokia-Subventionen fielen in die Amtszeit von Johannes Rau.

Dieser ist aber auch nicht allein dafür zur Verantwortung zu ziehen, denn darüber hat der gesamte Landtag abgestimmt.

Einen Tipp habe ich noch für NOKIA!
Sollte sich in absehbarer Zeit Ungarn und Rumänien als ebenfalls zu teuer entpuppen, so könnte Nokia mit den Chinesen in Verhandlung treten um dort die Handys von politischen Gefangenen, die später hingerichtet werden, bauen zu lassen, . Oder vielleicht haben die Amis auf Guantánamo noch ein Plätzchen für Produktionsstätten......
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Alt 16.01.2008, 22:51   # 11
Aristillus
 
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Zitat:
Zitat von Respacetaxi Beitrag anzeigen
Nun, diese Wandlung im Produktionskonzept von Nokia ist sicherlich verwerflich und auch niederschmetternd, vor allem für die Leute, die dabei entlassen werden.
Mit dem Ende der Produktion in Deutschland verschwindet wohl auch Nokias freundlicher Kundenservice in Deutschland. So bekam man das kaputte Handy einst nach ein paar Wochen repariert wieder. Wenn sie es aber jetzt erstmal nach Rumänien schicken müssen, dann bekommt man wahrscheinlich gleich ein Neues oder wartet ewig.

Andererseits frage ich mich aber, ob ein Boykott der Nokia-Waren wirklich etwas nutzen kann. Zurückverlegen werden sie das Werk sicherlich nicht. Außerdem folgt Nokia nur dem Trend aller anderen Handyfirmen.Ich wüsste nicht, dass außer Nokia noch irgendein anderer bekannter Handyanbieter noch in Deutschland produziert. Wenn ich mir nun statt einem Nokia-Handy eines von Samsung kaufe, dann wurde das auch in Rumänien oder sonstwo gefertigt. Einzig Motorola produziert noch in einem kleinen Werk in Deutschland.

Oh, Nebenbei^^ Ich hab grad mein Nokiahandy genauer angeschaut, das ist "Made in Hungary" ...
Das ist wieder das leidige Argument "ob es was nutzt?". Was denkst Du wohl, nutzt es, wenn Du so weiter konsumierst wie bisher.

Mit Sicherheit wird Nokia, falls ein Boykott durchgezogen würde, das Werk nicht halten wollen. Darum geht es auch nicht.
Neben den riesigen Image-Schaden, den die jetzt haben, würde ein grosser finanzieller Schaden auf Nokia zukommen. Das habe ich aber bereits zuvor beschrieben.
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Alt 17.01.2008, 02:50   # 12
King W.
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Zitat:
Zitat von Aristillus Beitrag anzeigen
Das ist wieder das leidige Argument "ob es was nutzt?". Was denkst Du wohl, nutzt es, wenn Du so weiter konsumierst wie bisher.
Richtig.

Mit dem gleichen Argument könnte ich auch sagen: Was nutzt es, zu wählen, wenn nämlich ein paar Millionen wählen, ist meine Stimme völlig belanglos.

@ Respacetaxi: Jetzt stell dir mal vor, jeder denkt so, bis auf einen harten Kern an NPD-lern. Na dann endgültig:

Deutschland!
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Alt 17.01.2008, 19:37   # 13
King W.
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Zitat von Aristillus Beitrag anzeigen
Meine Güte, schlafen kann man wo anders!
Der amtierende Ministerpräsident Rüttgers (der mit dem klappernden Gebiss) zeigt sich in diesen Tagen vor jeder Fernsehkamera betroffen. Er und die Thoben reden von Rückzahlung der Subventionen. Ist doch alles Quatsch.

Und der Clement hat damit sehr wenig zu tun. Die ganzen Entscheidungen zum Thema Nokia-Subventionen fielen in die Amtszeit von Johannes Rau.

Dieser ist aber auch nicht allein dafür zur Verantwortung zu ziehen, denn darüber hat der gesamte Landtag abgestimmt. [...]
Nicht ganz richtig.

Das Bochumer Werk besteht schon seit 1948, gegründet von Erich Graetz. Seinerzeit wurden dort Rundfunk- und Fernsehgeräte hergestellt. Im Frühjahr 1961 verkaufte Graetz, der in seiner Familie keinen geeigneten Nachfolger fand, das Werk an die SEL (Standard Elektrik Lorenz AG). SEL war ein Tochterunternehmen des amerikanischen Konzerns ITT, gehört heute zur Alcatel N.V. und hat Philips, das ebenfalls an dem Kauf interessiert war, überboten.

1987 übernahm schließlich Nokia das Werk von SEL und hat dort zunächst unter eigenem Namen weiterhin u.a. Fernsehgeräte und SAT-Empfänger (d-Box) gebaut. Etwa zur gleichen Zeit hat Nokia (die Firma wurde übrigens - man höre und staune - als Papierfabrik gegründet und hat u.a. auch Reifen hergestellt) überhaupt das erste tragbare Telefon produziert. An eine Massenproduktion in Bochum war damals überhaupt noch nicht zu denken. Das passierte erst 1998. Bis 2000 wurden parallel dazu noch Monitore und Fernseher hergestellt.

Wolfgang Clement ist im Mai 1998 Ministerpräsident von NRW geworden und hat sehr wohl etwas dazu beigetragen, daß das Nokia-Werk in Bochum mit dem Auslaufen der damaligen Produktion nicht geschlossen, sondern im Gegenteil deutlich erweitert und auf die Fabrikation von Handys umgestellt wurde.

Über die Rolle von Rüttgers zu diskutieren, lohnt hier kaum, den habe ich hauptsächlich als einen der Verantwortlichen für die BAföG-Reform in Erinnerung. Ministerpräsident von NRW ist er erst im Sommer 2005 geworden, als in NRW die SPD durch eine CDU/FDP-Regierung abgelöst worden ist.

Zu dem Zeitpunkt war die Handyproduktion von Nokia in Bochum aber schon in vollem Gange. Nun ja, daß er jetzt von einer Rückzahlung der Subventionen faselt, ist wohl reiner Populismus. Die zahlen nichts zurück - im Gegenteil: Für Rumänien haben die schon kassiert.
Zitat:
Zitat von Aristillus
Einen Tipp habe ich noch für NOKIA!
Sollte sich in absehbarer Zeit Ungarn und Rumänien als ebenfalls zu teuer entpuppen, so könnte Nokia mit den Chinesen in Verhandlung treten um dort die Handys von politischen Gefangenen, die später hingerichtet werden, bauen zu lassen, . Oder vielleicht haben die Amis auf Guantánamo noch ein Plätzchen für Produktionsstätten......
Guantánamo ist für die wohl keine schlechte Idee, aber mit China kommst du zu spät. Die haben dort längst eine Produktionsstätte ...

Was mal wieder bleibt, ist dumm aus der Wäsche zu gucken und sich mit den Gegebenheiten abzufinden. Und sich über jedes Handy zu ärgern, das die noch in Deutschland verkaufen.

Ich denke mal, einen kleinen Knick in den Absatzzahlen wird es wohl geben, aber der ist von Nokia garantiert schon einkalkuliert. Notfalls machen die die rumänischen Handys ein bißchen billiger - natürlich nur vorübergehend.

Sie haben ja ein Vorbild: AEG.

Früher in Nürnberg hergestellt, kommen die Waschmaschinen seit 2005 aus Polen. Mal ehrlich, wen interessiert das heute noch? Auch damals gab es Schlagzeilen und dumm labernde Politiker. Und heute stehen die Dinger wieder in den Geiz-Ist-Geil Läden und machen den Firmen, die noch in Deutschland produzieren, allen voran Miele, das Leben schwer.

Langsam ist es an der Zeit, wach zu werden. Reicht es nicht schon, daß wir von vielen Rohstoffen abhängig sind? Müssen die Produkte des täglichen Bedarfs wirklich alle aus dem Ausland kommen? Ich denke mal, nicht.

Wir alle sollten langsam wach werden, und uns ein wenig auf das "Made in Germany" zurückbesinnen. Sonst sind wir irgendwann selbst ein Billiglohnland. Auf dem besten Weg dorthin sind wir schon.
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Alt 17.01.2008, 20:37   # 14
immorb
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Zitat:
Zitat von King W.
Wir alle sollten langsam wach werden, und uns ein wenig auf das "Made in Germany" zurückbesinnen.
Nicht überall wo "Made in Germany" drauf steht ist auch Made in Germany drin.
Was soll ein Boykott von nichtdeutschen Produzenten bringen?
Z.B. Handy,eins kaufen von einem Produzenten der Deutschland schon verlassen hat, oder von einem der noch nie in Deutschland produzierte?

Deutsche Politiker leben noch in der Zeit der industriellen Revulotion,und verpassen das "Globale Zeitalter".
Deutschland mutiert zu einer Bananenrepublik wo jeder Lobbyist schalten und walten kann.
Politiker und Funktionäre kommen in Erklärungsnot wenn z.B. "bediente Darlehen" an Firmen wie LONESTAR durch Sparkassen verscherbelt werden, und die Darlehnsnehmer in den Ruin getrieben werden.

Oder, warum lohnt es sich in der Nordsee Krabben zu fangen,in deutschen Häfen auszuladen,mit LKW nach Marokko zu kutschieren,dort auspulen lassen, und back mit LKW nach Deutschland.
Warum lohnt es sich in Deutschland ein Kohlekraftwerk zu bauen,aber die Kohle muss mit TöffTöff von China kommen?.............

Warum schreit die Werbung "Geiz ist Geil"??
Warum schreit Niemand "Geiz vernichtet Arbeitsplätze"?
Warum erhöht die Regierung die Quote der Bio-Beimischung in Diesel und Benzin, und zwingt Fahrzeughalter von älteren Autos zu kostspieligen Umrüstungen?..................

Weil der Bürger zu blöd ist sich zu wehren.

M.f.G.
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Alt 17.01.2008, 21:34   # 15
King W.
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Von einem Hersteller, der noch nie in Deutschland produziert hat, etwas zu kaufen, finde ich weit weniger problematisch, als von einem Hersteller, der hier Subventionen in fast dreistelliger Millionenhöhe kassiert hat, sich nach einer Schamfrist von lächerlichen 5 Jahren hier verzieht und dafür noch einmal Subventionen kassiert.

Über die Rolle der Politik und die Tatsache, daß wir hier langsam aber sicher zu einer Bananenrepublik verkommen, brauchen wir nicht zu diskutieren, da bin ich mit dir einer Meinung.

Über die blödsinnigen Entscheidungen in der Politik müssen wir genau so wenig diskutieren: Die Zwangsbeimischung führt bei einigen Autos zur Umrüstung, aber das ist nicht einmal das ganze Problem: Woraus wird denn der Bio-Sprit hergestellt? Doch aus Pflanzen, die auch zur Ernährung dienen. Damit tritt der Bio-Sprit in direkte Konkurrenz zu unserer Nahrung. Die Folgen siehst du sofort: Brauchst doch nur nach Aldi zu gehen und ein Brot zu kaufen ...

Vielleicht sind wir ja wirklich zu blöd, uns zu wehren. Aber wir sollten trotzdem damit anfangen, es wenigstens zu versuchen.

Auch mit der Geiz-Ist-Geil Werbung hast du Recht: Aber wird Geiz-Ist-Geil nicht auch durch die Politik verursacht? Wenn immer weiter Steuern erhöht werden, dabei Löhne und Renten stagnieren oder sogar rückläufig sind, bleibt einer breiten Bevölkerungsschicht doch gar nichts anderes übrig, als auf den Pfennig zu gucken.

Nein, Geiz ist wirklich nicht geil - im Gegenteil. Aber manchmal erzwungen.

Ich selbst achte schon sehr darauf, möglichst keine Produkte von Firmen zu kaufen, die mal hier produziert haben und dann ins Ausland abgewandert sind. Auf meiner "Blacklist" stehen neben AEG und Nokia noch etliche andere Namen. Und ich werde durchhalten - jedenfalls solange es noch Alternativen gibt.
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Alt 19.01.2008, 18:36   # 16
Mabuhay
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Menschlich eine Tragödie und eine riesen Sauerei. Taktisch gesehen von Nokia ein gewitzter cleverer Schachzug, genau 5 Jahre gewartet Fördergelder kassiert, sodaß keine Rückzahlungen erforderlich werden oder eingeklagt werden können ! Bitte versteht mich hier nun nicht falsch, dass ich die Strategie von Nokia nicht gut heißen will und kann. Wollte lediglich nur mal es aus einer anderen Sichtweite darlegen. Das gleiche Übel war doch mit der Deutschen Bank, Milliarden Gewinne erziehlt und trotzdem 6000 Stellen wurden abgebaut. Wer spricht heute noch darüber ? Keine Sau ! Tschuldigung ! Wartet mal bis März ab, dann legt sich die Wut wieder und wird wie alles Still schweigend hingenommen aus deutscher Sicht. Ganz anderes Beispiel die Proteste in Frankreich, da ging es richtig zur Sache.
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Alt 19.01.2008, 23:18   # 17
King W.
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Zitat:
Zitat von Mabuhay Beitrag anzeigen
[...] dann legt sich die Wut wieder und wird wie alles Still schweigend hingenommen aus deutscher Sicht. Ganz anderes Beispiel die Proteste in Frankreich, da ging es richtig zur Sache.
Ich hoffe mal, nicht. Langsam müssen wir uns wehren, wenn wir nicht riskieren wollen, daß noch weitere Firmen uns den Rücken kehren.

Mit Nokia läßt sich wohl nichts mehr machen, aber wenn denen jetzt der deutsche Markt - wenigstens zum größten Teil - wegbricht, hat das eine nicht zu unterschätzende Signalwirkung auch auf andere Firmen.

Vielleicht wäre es wirklich nicht falsch, wenn es hier mal irgendwo richtig rummst, so wie in Frankreich. Aber das scheint der deutschen Mentalität (wenn es so etwas überhaupt gibt) zu widersprechen. Wir nehmen doch alles mehr oder minder klaglos hin, was uns "von oben" aufdiktiert wird.

Es fing an mit der Lockerung des Bankgeheimnisses - angeblich um Terroristen zu fangen. Gefangen wurde keiner dadurch, aber jetzt hat jede Tippse vom Arbeitsamt ungehinderten Zugriff auf alle Konten ihrer "Kunden".

Die "Vorratsdatenspeicherung" wird genau so wenig bewirken. Da werden nur Begehrlichkeiten der Musikindustrie geweckt, die ein paar Filesharer, vor allen Dingen Kinder und Jugendliche fassen und kriminalisieren will.

Und die kriegen die Daten auch. Wetten? Zu irgend etwas müssen die ja gut sein, ein Terrorist wird damit jedenfalls nicht gefangen. So doof sind die nicht, daß sie nicht Mittel und Wege finden, die Vorratsdatenspeicherung zu umgehen.

Es stimmt leider: Wir lassen uns viel zu viel gefallen. Eins ist sicher: Hätte ich eine realistische Möglichkeit, ich wäre weg aus Deutschland.

So, genug Off-Topic. Nokia heißt der Gegner, den es zu bekämpfen gilt, und zwar durch Nichtkauf der Produkte.
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Alt 20.01.2008, 14:10   # 18
Mabuhay
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Es gibt leider noch unzählige Beispiele, dass wir nicht in der Lage sind uns zu wehren und einen Zusammenhalt demonstrieren können. Nehme mal als traurigen Anfang die Umstellung DM zum Euro, wie viele haben da geschrieben und wollten dagegen protestieren - Ergebniss gleich Null ! Dann die Spritpreise, auch hier schrien alle wieder auf, wenn der Spritpreis bei 1,00 Euro liegt fahren wir kein Auto mehr. Ergebniss: Heute steht der Preis ungefähr bei Super 1,40 Euro und fahren alle noch genau so viel wie in DM Zeiten. Könnte noch 10 oder mehr Seiten aufführen als Beispiele, dass man es mit uns doofen Deutschen ja machen kann. Das merken sich doch Politiker ganz genau, dass bei uns keine Gegenwehr erfolgt.
Ossi Zuschlag gibt es heute auch noch, obwohl er nur eine bestimmte Zeit laufen sollte. Keiner regt sich darüber doch auf, wird alles still schweigend hin genommen,leider ! :klo:
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Alt 21.01.2008, 02:15   # 19
King W.
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Immerhin, von der herrschenden Clique kriegt bei der nächsten Wahl keiner mehr meine Stimme. (ich habe sie diesesmal übrigens auch nicht gewählt).

Schlimm auch, was diese Olaf Henkel, an sich schon nicht unbedingt ein Sympathieträger, jetzt von sich gibt: Als Exportland können wir uns Boykottaufrufe gar nicht leisten ... und ähnliches dummes Zeug. Was haben die Exporte mit dem Boykott einer Firma zu tun, die sich hier benimmt, wie die letzte Sau?

Nichts, aber auch rein gar nichts.

Die verdienen an mir nicht mehr das Schwarze unter dem Fingernagel - und basta. Eher verzichte ich ganz auf ein Handy.

Und wenn das dem Henkel nicht paßt - umso besser. Das ist nicht mehr als ein Indiz dafür, daß das Wehren doch noch einigermaßen klappt.

Wir dürfen jetzt aber bloß nicht aufgeben !!
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Alt 21.01.2008, 18:30   # 20
immorb
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Zitat:
Zitat von King W.
So, genug Off-Topic. Nokia heißt der Gegner, den es zu bekämpfen gilt, und zwar durch Nichtkauf der Produkte.
Jein. Wer baut den neuen Standort? Eine deutsche Firma.
Dem einen sein Tod,dem anderen sein Brot.
Zitat:
Derweil wurde bekannt, dass die neue Nokia-Fabrik im rumänischen Cluj/Klausenburg von der Bielefelder Baufirma Go****** errichtet wird. Go****** habe den 40-Millionen-Euro-Auftrag im vergangenen Sommer erhalten, teilte das international tätige Familienunternehmen mit.
Es wird immer behauptet,bei dem neuen Standort fliessen keine Zuschüsse.
Wer finanziert die Autobahnabfahrt?Wer finanziert die Infrastruktur? Wer finanziert die Ausbildung der "neuen" Arbeitnehmer.
Man möge es mir verzeihen,ich glaube nicht das es in der Umgebung der Fabrik genug "intelligente" Menschen gibt die selbst die einfachsten Arbeiten ausführen könnten.
Wie gesagt,die Rumänen sind noch nicht einmal in der Lage eine Fabrikhalle zu bauen,wie wollen die Handys herstellen?

Früher war es im Pott dunkel, um nicht zu sagen schwarz.So langsam wurde es heller,am Himmel gab es Sonnenstrahlen......
Und jetzt???
Der Letzte macht das Licht aus..Die Karawane zieht weiter.

M.f.G.
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