Wiedermal hat es einen Teil von Berlin getroffen:
Zitat:
Hiermit geben wir bekannt, dass der Tresor Club am 16. April 2005 seine letzte Party in der Location Leipziger Strasse feiern wird.
Der Vermieter, die Bauwert Development Delta GmbH & Co konnte dem Tresorclub diese letzte Frist aus Kulanz einräumen. Danach wird dieses Grundstück mit einem Bürogebäude der Volksfürsorge
bebaut.
Wir möchten uns bei allen Menschen bedanken, die als Künstler, Mitarbeiter oder Gast über 14 Jahre diese Utopie im Herzen von Berlin möglich gemacht haben.
Um einen würdigen Abschluss zu gestalten, werden wir in der Zeit vom 01. - 16. April 2005 versuchen, sämtliche Künstler, die das Gesicht des Clubs so geprägt haben einzuladen und so mit lautem Krachen "Tschüss und bis bald!" zu sagen.
Für die Zukunft arbeiten wir daran, das Phänomen Tresor an neuer Wirkungsstätte wiederauferstehen zu lassen.
Einen Dialog und eine Kooperation mit den Entscheidungsträgern der Stadt Berlin zur jetzigen Situation begrüßen wir sehr.
Der Tresor möchte seinen Auftrag, an der Weiterentwicklung elektronischer Ausdrucksformen mitzuwirken, auch weiterhin wahrnehmen und fortsetzen.
Mehr Infos kommen in Kürze...
Liebe Grüße
Das Tresor Team
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Der Tresor war eines der letzten Teile des "alten Berlins". Nach dem Fall der Mauer gab es unmengen von legalen aber meist illegalen Clubs in Hinterhöfen, verlassen Fabrikgebäuden und verwaisten Häusern. Diese Kultur bezeichne ich als "altes Berlin". Es war eine Freude immer wieder auf neues und vor Allem abenteuerliches zu stossen.
Viele Keimlinge dieser Zeit mussten schon dem Wahn der Bauwirtschaft bzw. teils auch der sich als Flop erweisenden New-Economy weichen. Als Beispiele führe ich an: E-Werk, I.M. Eimer, Casino, Toaster, WTF, WMF und etliche mehr, deren Name mir grade nicht einfällt oder gar nur in Insiderkreisen ausgesprochen wurde.
Nichts war spannender, als von einem Insidertip getrieben, durch Berlin´s dunkle Hinterhofe zu streifen und mit offenen Augen und Ohren einen Hinweis oder gar den Eingang einer Location zu finden.
Wir erkundeten Hinterhöfe, versuchten Türen zu öffnen. Betraten Kellereingänge, welche uns in Kohlenkeller führten.
Eines Tages standen wir in Berlin-Mitte auf einem Hinterhof und suchten erneut, öffneten eine Tür, dahinter nichts. Die nächste Tür brachte uns in ein Treppenhaus, welches wir bis zur 5. Etage hinaufgingen. Und dort war unser Ziel, wir hatten es erreicht.
Das war nur eine Erinnerung an damalige Zeiten. Diese kamen in mir auf, als ich das o.g. las.
Schade, echt schade, denn damit ist wieder ein Stück Berlin gestorben; unwiederbringlich.
Selbst würde ich mich nicht als typischen Tresor-Gänger bezeichnen, denn ich war wenn nur mittwochs dort. An einem Mittwoch war nicht das typische Publikum dort, sondern sehr angenehme und lockere Menschen. Ich genoss viele laue Nächte im Garten des Tresor, in der Mitte Berlins.
Am WE war mir das Publikum etwas zu strange, ausserdem überranten zuviele Touristen den Club.