Naja, ich kenne die EDV-Gegebenheiten in 11 Klein - und Mittelständischen Unternehmen und kann den Bericht nur unterstreichen ! Von den unzähligen Privatanwendern ganz zu schweigen.
Firmenchefs und ihre Mitarbeiter haben allgemein nur sehr wenig Ahnung von Technik und Funktionsweise ihrer EDV-Anlagen, noch weniger von den eingerichteten Netzwerken. Das ist auch ok so, denn das notwendige Wissen ist mittlerweile so umfangreich, dass der Begriff "Administrator" eigentlich schon eine eigene Berufsbezeichnung darstellen könnte, ich möchte lieber sagen : sollte. Und entsprechend teuer sind diese Administratoren zu bezahlen, viele allerdings zu unrecht, da gebe ich delforcer Recht.
Ein Beispiel dafür ist meine eigene Arbeitsstelle: Die gesamte EDV samt Netzwerk + Telefonanlage wird von jemandem betreut, der hauptberuflich als Netzwerktechniker bei der Telekom arbeitet, für seinen Nebenjob hat er ein Gewerbe angemeldet. Nicht, dass er keine Ahnung hätte, die hat er, aber er hat selten Zeit. Gleichwohl hat er alle Funktionen gesperrt, die es einem anderen ermöglichen würde, auch nur Kleinigkeiten zu verändern. Nicht mal die Uhrzeit ließ sich ohne Adminrechte korrigieren. Auch die Branchensoftware wird von ihm betreut; wir können nicht mal die Stammdaten der Kunden bearbeiten. Sowas nennt sich dann "Kundenbindung".
Nach intensiven Gesprächen ist es mir dann neulich gelungen, eine Komplettprüfung der Systeme zu erzwingen, ich war dabei. Und, man kann es einfach nicht glauben ...; nach der Erst-Installation von XP Pro war nicht ein einziges Update durchgeführt worden, nicht ein einziger Patch war nachinstalliert ! Die gesamte Anlage, die ständig online ist und eine feste eigene IP hat, stand nach und von außen weit offen, der Router arbeitete mit seinen Standardeinstellungen ! Naja, jetzt nicht mehr, aber dafür hat er ne Rechnung über 650 geschrieben !
Und entsprechendes gilt für die anderen 10 Betriebe, deren IT-Situation mir bekannt ist. 6 davon sin 1 bis 4-Mann-Betriebe, also wirklich nix umwerfendes. Aber alle sind auf solche Leute angewiesen.
Oder die Firma meiner Frau: 7 vernetzte Rechner, 1 Server, Standleitung ins Internet. Auch hier nach der Grundinstallation von Win 2000 keinerlei Updates und Patches, nicht mal ein automatiertes regelmäßiges Update des Virenscanners war eingerichtet ! Die "1-Mann-Firma", die sich um Hard- und Software, auch die Branchensoftware, kümmert ist nur schwer zu erreichen. So hat es beispielsweise 5 Tage gedauert, bis im Server nach einem HeadCrash die Festplatte gewechselt wurde! Kosten für neue Platte, Einbau und Einrichtung : 1.800 !!! Besonders "erfreulich" : für die tägliche Datensicherung gab´s nicht etwa ein eigenständiges Medium, nein, auf der zerstörten Platte war dafür eine eigene Partition eingerichtet ! Kostenvoranschlag für ein Restore : > 10.000 !!! Die Firma hat abgelehnt, sie druckt grundsätzlich alle Vorgänge zusätzlich aus.
Bei solchen Preisen ist es sicher nicht verwunderlich, dass im IT-Bereich vieles Notwendige nicht gemacht wird. Es fehlt aber eben auch am Wissen um die technischen Gefahren. Wie in der Autowerkstatt muss man sich auf die Aussagen der "Fachleute" verlassen; ob die Anlagen wirklich sicher sind, bzw. was dafür notwendig wäre, dass kann der Laie nicht mehr beurteilen.
Was mir allerdings immer wieder auffällt : wirklich Probleme mit Viren, Würmern etc gibt´s bei den Firmen nur dort, wo eine eigene Internet-Präsenz gepflegt wird ... Wird nur dort gesurft ? Oder intensiver ?
PS: Wieso bin ich eigentlich noch nicht reich ??? :roll: