Die Musikwelt im Umbruch

Alt 23.01.2004, 14:08   # 1
Philos60
 
Benutzerbild von Philos60
 
Registriert seit: 20.06.2002
Beiträge: 21
Die Musikbranche ist offensichtlich nur an dem interessiert, was sich verkaufen lässt. Um das heraus zu finden, werden das Konsumentenverhalten und Verkaufszahlen analysiert.

Das Produkt 'Musikstück' soll möglichst den Geschmack der breiten Masse treffen. Wie wohl die meisten hier wissen, ist der Geschmack der Masse nicht gerade musikalisch anspruchsvoll. So bleiben viele Musikstücke der Amateure und Unabhängigen "unerhört" und unentdeckt.

Wenn es so etwas wie eine breit angelegte "Bildung in der Musik" gäbe, könnte sich vieleicht das musikalische Bildungsniveau der Masse allmählich anheben.

Als Nebeneffekt des kostenlosen Mp3-Musikangebots im Internet können viele Internetbenutzer mehr und mehr Musik kennen lernen, die sie sonst nicht "offiziell" zu hören bekommen und sich eine eigene Meinung bilden. Dieser Einfluss des Internets auf den musikalischen Geschmack der Zuhörer ist nicht zu unterschätzen. Allem Anschein nach leidet die Musikindustrie gerade deshalb an Umsatzeinbußen, weil durch das Internet sich allmählich eine neue Musikkultur entwickelt, die das veraltete, sterile und abgeflachte Musikangebot ablehnt.

Ein Großteil des Musikbedarfes wird schon durch das weltweite kostenlose mp3-Angebot abgedeckt, und dabei entdecken die Zuhörer neue "Klänge & Rhythmen", die ihren musikalischen Horizont erweitern. Der "Reiz des Neuen" verändert den Geschmack. Die Generation, die jetzt mit dem Internet erwachsen wird, bestimmt in Zukunft im Wesentlichen das musikalische Konsumentenverhalten.

Daran sollte sich die Musikbranche orientieren. Vielleicht ist auch ein Generationswechsel im Management der Musikindustrie notwendig....?
  Mit Zitat antworten
Alt 23.01.2004, 17:54   # 2
_Macromonium_
Urgestein
 
Benutzerbild von _Macromonium_
 
Registriert seit: 04.08.2002
Beiträge: 3.466
Zitat:
Zitat von Philos60
Daran sollte sich die Musikbranche orientieren. Vielleicht ist auch ein Generationswechsel im Management der Musikindustrie notwendig....?
An sich ne tolle Idee; aber die wären doch auch nur aufs große Geld aus. War wir brauchen ist ein wenig Verständnis. Verständnis für die, die einfach nur für Musik leben und sich einfach nur gerne mal 1 oder 2 mp3s im Monat runterladen, sei es zu Testzwecken für den nächsten CD-Kauf oder Sonstiges.

Und wenn sich die Musik in Sachen Niveau nicht mal langsam bessert, wander ich aus...
Es stört mich einfach, wegen jeder CD, die ich kaufen will, immer auf Amazon & Co. zu gehen... nur weil mein Geschmack anders ist.
  Mit Zitat antworten
Alt 23.01.2004, 18:53   # 3
jimihendrix
Unser Jimi
 
Registriert seit: 01.04.2003
Beiträge: 1.361
die Großkonzerne der Musikindustrie leiden unter den gleichen Problem wie alle anderen Großkonzerne auch, durch zahlreiche Fusionierungen groß geworden, verliert man den Überblick und vor allem den Kontakt zur Basis, sprich den Musikinteressierten, Konsumenten.
Das gilt für Bahn, Telekom und Daimler-Chrysler ebenso wie für Großgewerkschaften und sog. Volksparteien.

Da es sich bei Musik nun auch noch um etwas Kreartives handelt, prallen da 2 gegensätzliche Welten aufeinander, der kreative Künstler und die Geldanalysten in den Zentralen.

Dass das nicht passt, ist klar.

Das Ganze fing Anfang der 70er Jahre an, als Musik als kommerzielles Gut entdeckt wurde und Betriebswirte die Leitung der Musikkonzerne übernahmen.
  Mit Zitat antworten
Alt 23.01.2004, 22:39   # 4
mindmine
 
Registriert seit: 02.01.2004
Beiträge: 64
Zitat:
Zitat von Philos60
Allem Anschein nach leidet die Musikindustrie gerade deshalb an Umsatzeinbußen, weil durch das Internet sich allmählich eine neue Musikkultur entwickelt, die das veraltete, sterile und abgeflachte Musikangebot ablehnt.
Nun mal halblang. Es gibt ja noch jede Menge kleiner Labels, die von Idealisten betrieben werden, denen es nicht in erster Linie um das große Geld geht. Man braucht also nicht unbedingt das Internet, um sich interessante Mucke zu besorgen. Das Problem der Majorfirmen, und da gebe ich dir Recht mit dem fälligen Generationswechsel in den Führungsetagen, ist, dass sie einfach zu viele Bands und Künstler unter Vertrag nehmen. In der Hoffnung, dass der eine oder andere doch irgendwie groß rauskommt und die investierte Kohle hundertfach wieder einspielt. Nur dass die Herren in den feinen Anzügen oft gar nicht wissen, wie sie ihre Künstler richtig vermarkten/anpreisen sollen, weil sie keine Ahnung davon haben. Die Vermarktung an sich ist ja nichts Schlimmes, da hat auch die jeweilige Band was von. Aber wenn ein Majorneuling hinter den erwarteten Verkäufen zurückbleibt, wird er oftmals sofort wieder gedroppt - die Zeiten, in denen Künstler langsam wachsen konnten und aufgebaut wurden, sind zumindest bei den großen Firmen wohl vorbei. Ein weiterer Grund für die Umsatzeinbußen sind die Preise für Tonträger. Bei um die 16 Euro für ne CD nimmt man eben nicht mal eben einen Newcomer mit, um ihn zu Hause in Ruhe anzutesten; man kauft weniger und gezielter, und dabei bleiben viele Künstler leider auf der Strecke (auch bei Majorfirmen gibt es ja durchaus gute Musik, die nicht Mainstream ist). Und da kommt dann natürlich das Internet als Informationsquelle ins Spiel: Ein, zwei neue (oder einfach unbekannte) Songs saugen, und wenn gut, dann CD (oder besser: LP) kaufen/bestellen. Das würde ich aber jetzt nicht als "neue Musikkultur" bezeichnen, sondern einfach als eine Möglichkeit, den Veröffentlichungsdschungel ein bisschen zu lichten.
I need a break!
  Mit Zitat antworten
Alt 24.01.2004, 01:57   # 5
KlitKom
 
Registriert seit: 28.10.2003
Beiträge: 65
Trotzallem ist es doch so, dass die Musikgruppen die, wie es ja momentan "In" ist, Coversongs neuauflegen bzw remixen eindeutig den Mainstream-wir-kaufen-das-Ding Vortritt haben. Nur so konnte plötzlich Elivis mit "Little less conversation" oder auch die Stones mit "Sympathy for the devil" wieder aus der verstaubten Vergessenheit auferstehen.
Neu gemixt mit nem coolen Video dazu, und Du hast mehr Chancen Deiner Plattenfirma bzw Dir selbst Geld in die Tasche zu wirtschaften, als wenn man sich mit richtiger Musik beschäftigt.
Insofern stimme ich Philos Einleitungssatz zu, nämlich das die Musikindustrie nur an sofortigem Umsatz interessiert ist, längere Entwicklungsphasen werden doch heute einer Band nicht wirklich gestattet, so wie es vielleicht noch in den Achtzigern war.
Trotzallem gibt es wohl die Überzeugungs-"wir geben unseren Artists Möglichkeiten"Labels. Doch ich befürchte das diese eine aussterbende Gattung sind / werden.
  Mit Zitat antworten

Alt 26.05.2012, 08:06 # --
News Flash
 
Benutzerbild von News Flash
 
 
 

Das könnte Dich auch noch interessieren:

Nicht fündig geworden? Dann ohne Anmeldung in unserem Gast-Forum nachfragen.

   
Antwort
Themen-Optionen



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 08:06 Uhr.