Sechs Monate nach dem Sturz Saddam Husseins sin im Irak immer noch keine der von der US-Regierung als Hauptkriegsgrund gennanter Massenvernichtungswaffen gefunden worden.
David Kay, der offizelle Beautragte der US Regierung für die im Irak vermuteten Massenvernichtungswaffen, hatte gestern dem Kongress einen vorläufigen Bericht über seine Arbeit im Irak und den Fortschritt der Suche nach den Irakischen Massenvernichtungswaffen vorgelgt: "Wir haben noch keine Waffenvorräte gefunden, aber wir sind noch nicht an dem Punkt, an dem wir entweder eindeutig sagen können, solche Waffenvorräte existieren, oder dass sie vor dem Krieg existiert haben", teilte Kay den Abgeordneten mit.
"Das heißt aber nicht, dass wir zu dem Schluss gekommen sind, dass es keine Waffen gibt." Aber auch Hinweise auf Programme zur Entwicklung und Herstellung von ABC-Waffen seien begrenzt und ungewiss, erklärte der Waffenexperte. "man werde die Suche aber nicht aufgeben. Falls diese Waffen existieren müssen sie gefunden werden." Kay, der mit Hunderten von Experten den Irak durchkämmt, entdeckte indes Hinweise auf ein Programm zur Entwicklung von Raketen, deren Reichweite das von den Vereinten Nationen erlaubte Maß übertraf. Demnach arbeiteten irakische Forscher an Raketen mit einer Reichweite von 1000 Kilometern. Erlaubt waren nur 150 Kilometer.
Nur in sehr begrenztem Umfang seien Hinweise auf mögliche B- und C-Waffen-Programme entdeckt worden. Gefunden worden seien allerdings Dutzende von Programme, die in Verbindung mit Massenvernichtungswaffen stünden, sowie Ausrüstung, die die irakische Führung vor den Uno-Waffeninspektoren Ende 2002 verborgen habe.
Mitglieder von beiden Parteien zeigten sich verärgt über Kays Bericht. Der republikanische Vorsitzende des Geheimdienstausschusses Pat Roberts erklärte: "Ich bin nicht erfreut von dem, was ich heute gehört habe. Wir sollten eine abwartende Haltung annehmen, das ist die einzige Alternative, die wir haben."
Der demokratische Senator Jay Rockefeller rügte, dass der Präsident das Leben amerikanischer Soldaten leichtfertig aufs Spiel gesetzt habe. "Man trifft nicht einfach solche Entscheidungen und setzt die Jugend unserer Nation aufs Spiel auf der Basis von etwas, das nicht existiert zu haben scheint"
Das Weiße Haus hingegen wertete den Kay-Bericht als Stärkung seiner Position. George Bush erklärte am Freitag, der Bericht zeige, dass der ehemalige irakische Staatschef Saddam Hussein "eine Gefahr für die Welt" gewesen sei.
Nach einem Bericht der «New York Times» vom Donnerstag hat Bush in seinem Antrag auf zusätzliches Geld für die US-Einsätze in Irak und Afghanistan auch 600 Millionen Dollar (rund 513 Millionen Euro) für die weitere Suche nach Massenvernichtungswaffen eingeplant. Bislang habe die Aktion rund 300 Millionen Dollar gekostet
US Präsident Georg Bush gerät zunemlich unter Druck. Eine gestern von NBC veröffentichte Umfarage zeigt das der Präsident zunehmend das Vertrauen der Wähler verliert. Demnach trauen nur noch 45 Prozent der Befragten Bush zu, eine internationale Krise zu meistern. Im vergangenen April waren es noch 66 Prozent.
Auch die Amerikanische Resolutionsentwurf zur Nachkriegsordnung im Irak trifft auf ein geteiltes Echo. UN-Generalsekretär Kofi Annan kritisierte, die Vereinigten Staaten seien seiner Empfehlung, die Macht in dem besetzten Land rasch an eine irakische Übergangsregierung abzugeben, nicht gefolgt. Deutschland, Frankreich und Rußland meldeten Vorbehalte gegen die Vorlage an
Annan vertritt die Meinung, daß nur einer das Kommando im Irak führen könne, der amerikanische Zivilverwalter Paul Bremer oder er selbst als UN-Chef. Unklar definierte Rollen würden nur zur Konfusion führen und könnten die Vereinten Nationen einem Risiko ausliefern, das in keinem Verhältnis stehe zu der in der amerikanischen Resolution festgelegten Verantwortung. Deshalb ziehe es Annan vor, wenn die UN zu einem späteren Zeitpunkt eine politische Rolle zugewiesen bekämen.