Saddams Sprachrohr stellt sich

Alt 26.04.2003, 10:08   # 1
Ratz
 
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Bush: Irakischer Diktator könnte tot sein


Tarik Asis (67), der weltweit bekannteste Vertreter des Regimes von Saddam Hussein, befindet sich in US-Gewahrsam. Das bestätigte das US-Zentralkommando in der Nacht zum Freitag in Doha (Katar). Nach US-Medienberichten stellte sich der frühere Vizeregierungschef den US-Behörden nach Kontaktaufnahme durch einen Unterhändler am Donnerstag in einem von Christen bewohnten Stadtteil Bagdads. Erst am Vortag hatten die USA mit der Festnahme von vier hochrangigen Gefolgsleuten Saddam Husseins an einem Tag ihren bis dahin größten Fahndungserfolg erzielt. Mit Asis sind jetzt insgesamt 12 der 55 meistgesuchten Iraker in US-Gewahrsam.



Schillerndste Figur in Saddams Clique

Saddams Vizepremier Tarik Asis war mit seinen guten Englischkenntnissen und gewandtem Auftreten auf internationaler Bühne das Gesicht und Sprachrohr des irakischen Regimes. 1936 in Mosul geboren, gehörte Asis seit Jahrzehnten zum engsten Führungszirkel von Saddam Hussein und stand bis zuletzt loyal zum Regime in Bagdad. Als Christ und Nicht-Mitglied des Tikriti-Clans war er dennoch eine Ausnahmeerscheinung innerhalb der Führung.

Während der Invasion Kuwaits und des folgenden Golfkriegs von 1991 war Asis Außenminister und galt als gewandter Diplomat. Der Mann mit den schlohweißen Haaren und der dicken Brille konferierte mit Außenministern in aller Welt und UN-Generalsekretär Kofi Annan. Noch Mitte Februar reiste Asis zu einer Audienz mit Papst Johannes Paul II., der mehrfach vor einem Krieg gemahnt hatte, nach Rom. In dem Kartenspiel, das das Pentagon mit den Bildern der meist gesuchten Iraker aufgelegt hat, war Asis die Pik 8. Auf der Fahndungsliste der 55 Gesuchten stand er an 43. Stelle.


Asis: Lieber tot als gefangen

In einem Interview des britischen Fernsehsenders ITN hatte Asis noch Ende Januar versichert, er werde "lieber sterben" als "in ein amerikanisches Gefängnis, nach Guantanamo" zu gehen. "Wir sind nicht von der Sorte, die sich ergeben, nur um zwei oder drei Jahre lang ein erbärmliches Leben zu führen." Der Vizepremier kündigte damals an: "Wir werden bis zur letzten Kugel kämpfen." Vor zwei Wochen, einen Tag nach dem Fall von Bagdad, war sein Haus von Plünderern verwüstet worden.

US-Präsident George W. Bush sei umgehend von der Festnahme Asis' informiert worden, hieß es im Weißen Haus. Bei der Rückkehr von einem Termin in Ohio äußerte sich Bush auf dem Luftwaffenstützpunkt Andrews bei Washington jedoch nicht. Auf Zurufe von Reportern reagierte der Präsident mit Lächeln und winkte zuversichtlich mit gerecktem Daumen.


Bush: Saddam möglicherweise tot

Dem Fernsehsender NBC sagte Bush zum Schicksal von Saddam Hussein, es gebe einige Hinweise darauf, dass er tot sein könnte. Die Person, die mit Informationen dabei half, die Bombenangriffe auf Saddam zu unternehmen, glaube, dass er zumindest schwer verwundet worden sei.

Der britische Außenminister Jack Straw sagte, er rechne damit, dass der festgenommene Tarik Asis "wichtige Informationen" über das Regime von Saddam Hussein liefern könne. "Es ist gut, dass er sich selbst gestellt hat", sagte Straw. "Es ist auch gut, dass wir von den etwa 50 meistgesuchten Leuten nun etwa ein Dutzend in Haft haben."

Nach dem möglichen Aufenthaltsort von Saddam Hussein befragt, antwortete Straw: "Ich würde mal annehmen, dass er im Irak ist, denn sein Gesicht ist doch ziemlich bekannt, und es wäre extrem schwierig für ihn, in ein anderes Land zu gehen." Das sei aber "reine Spekulation", fügte er hinzu. Solange Saddam nicht gefunden sei, hätten manche Iraker immer noch Angst, dass er eines Tages an die Macht zurückkehren könne.


Bislang keine "rauchenden Colts" gefunden

Zuvor hatte Bush in Ohio indirekt eingeräumt, dass im Irak bislang keine Massenvernichtungswaffen gefunden wurden. Die Suche danach hatte die Regierung lange Zeit als Hauptgrund für den Krieg genannt. "Wir wissen, dass (Saddam Hussein) sie besaß. Ob er sie zerstört, verlegt oder versteckt hat - wir werden die Wahrheit herausfinden", sagte Bush. Nach seinen Worten haben einige Iraker mit Kenntnissen über Waffenprogramme begonnen, mit den US-Behörden zu kooperieren.

Straw deutete seinerseits an, dass die USA und Großbritannien nach seiner Meinung nicht unbedingt Massenvernichtungswaffen im Irak finden müssen, um ihren Krieg zu rechtfertigen. "Die Leute versuchen jetzt irgendwie den Eindruck zu erwecken, dass die Entscheidung für eine Militäraktion ganz davon abgehangen hat, dass man nachher chemisches und biologisches Waffenmaterial finden würde", sagte Straw am Freitag in einem Rundfunk-Interview mit dem britischen Sender BBC. "Das war nicht der Fall."

Die Beweise zur Rechtfertigung des Krieges lägen bereits vor, sagte Straw. "Wir hatten die Beweise vor dem Sicherheitsrat. Man denke nur an die 173 Seiten unbeantworteter Fragen dazu, was mit all diesen Waffen geschehen ist. Wenn es eine völlig unschuldige Erklärung dafür geben würde, was mit ihnen passiert ist, warum zum Teufel hat Saddams Regime die dann nicht gegeben?"


Zwei Jahre US-Truppen im Irak?

Die US-Truppen werden nach den Worten von Präsident George W. Bush "so lange wie nötig" im Irak bleiben. Auf eine entsprechende Frage sagte Bush im Fernsehsender NBC, die Anwesenheit der Truppen könnte zwei Jahre oder weniger dauern. Die USA würden das Land verlassen, sobald "wir unsere Mission erfüllt haben". "Warauf es uns jetzt ankommt, ist eine Grundlage für Demokratie zu schaffen", sagte der Präsident mit Blick auf die Kritik an der US-Präsenz im Irak. Es sei nichts Schlechtes daran, wenn es Nationalismus im Irak gebe, fügte er hinzu. Das Interview soll am Freitag ausgestrahlt werden.


US-Pläne für Nachkriegsverwaltung

Der von Washington als Zivilverwalter für den Irak eingesetzte ehemalige US-General Jay Garner stellte am Donnerstag seine Pläne für die Übergangsphase vor. Unter seiner Führung sollen drei Amerikaner für die Regionen Nord-, Zentral- und Südirak verantwortlich sein. Eine irakische Beteiligung ist zunächst nicht vorgesehen. Die Region um Bagdad soll von der amerikanischen Botschafterin im Jemen, Barbara Bodine, geleitet werden. Stellvertreter Garners ist der Brite Tim Cross.


UN verlängert Hilfsprogramm

Der UN-Sicherheitsrat stimmte am Donnerstag einstimmig dafür, die Versorgung der irakischen Bevölkerung mit humanitären Gütern aus den Erlösen des Ölexports bis zum 3. Juni in den Händen von UN- Generalsekretär Annan zu lassen. Das Mandat war anfangs auf 45 Tage begrenzt und sollte am 12. Mai auslaufen. Wegen technischer Anlaufprobleme und der schwierigen Verhältnisse im Irak kann bis zu diesem Stichtag aber noch nicht einmal eine halbe Milliarde von den verfügbaren 14 Milliarden Dollar (12,7 Mrd Euro) in humanitäre Mittel umgesetzt werden.

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Alt 04.05.2003, 15:54   # 2
Mikesch1
 
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Beiträge: 769
Der typ war doch aber nicht schlecht aber reichlich feige erinnert mich stark an DR. Josef Göbbels, der hat bestimmt bei dem gelesen nur war der net so feige
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Alt 26.05.2012, 07:13 # --
News Flash
 
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