| China entlässt hochrangige Politiker - Maiferien gestrichen
Die Lungenkrankheit SARS nimmt in weiten Teilen Asiens immer dramatischere Ausmaße an. Nach massiver Kritik am zögerlichen Umgang mit SARS räumten die chinesischen Behörden am Sonntag drastisch höhere Zahlen von Todesfällen und Infektionen ein und entließen zwei ranghohe Politiker.
Singapur: "Schlimmste Krise der Geschichte"
In Hongkong starben an diesem Wochenende nach offiziellen Angaben 19 Menschen an dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom. Allein am Samstag waren 12 Tote zu beklagen, so viele wie noch nie an einem Tag. Seit vergangenem Samstag stieg die Zahl der SARS-Toten in Hongkong damit innerhalb von acht Tagen von 35 auf nunmehr 88. Auch die Krankheitsfälle erhöhten sich bis zum Sonntag in der chinesischen Sonderverwaltungszone auf insgesamt 1380. Singapur steht durch die Lungenkrankheit SARS nach Ansicht von Regierungschef Goh Chok Tong möglicherweise vor der schlimmsten Krise seiner Geschichte. Insgesamt stieg die Zahl der weltweiten Todesfälle auf rund 200.
Millionen Reisende: Mai-Ferienwoche abgesagt
Die Krankheit hat sich inzwischen in elf Provinzen, autonomen Regionen und Metropolen der Volksrepublik China verbreitet. Landesweit stieg die Zahl der Erkrankten nach den neuen Zahlen auf 1807. Bisher seien schon 79 Patienten oder 4,3 Prozent der Erkrankten gestorben. Das sind 12 mehr als bisher berichtet. Der Vizeminister räumte "größere Schwächen" im Umgang mit der Krankheit ein. Aus Angst vor einer weiteren Verbreitung durch Millionen von Reisenden während der bevorstehenden Maifeiertage sei die eigentlich geplante Ferienwoche gestrichen worden, berichtete Vizegesundheitsminister Gao Qiang vor Journalisten in Peking.
Dramatische Ausmaße
Nach heftiger Kritik am Umgang Chinas mit der Lungenkrankheit SARS wurden Gesundheitsminister Zhang Wenkang und Pekings Bürgermeister Meng Xuenong ihrer Parteiämter enthoben. Das berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Der Schritt des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas wird zwangsläufig auch zum Verlust der Regierungsämter der beiden ranghohen Politiker führen. Neuer Gesundheitsminister wird aller Voraussicht nach Vizeminister Gao Qiang werden. Gao Qiang hatte zuvor enthüllt, dass es in Peking mit 346 Erkrankungen fast zehn mal mehr SARS-Fälle gibt als bisher zugegeben. Landesweit seien 79 Patienten gestorben, 12 mehr als bisher berichtet. Aus Angst vor einer weiteren Verbreitung durch Millionen von Reisenden während der bevorstehenden Maifeiertage sei die eigentlich geplante Ferienwoche gestrichen worden, berichtete Gao Qiang in Peking. |