verlängerte AKW-Laufzeiten und Castor-Transporte

Alt 11.11.2010, 08:09   # 1
King W.
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Wieder einmal mußte man in ohnmächtiger Wut zusehen, wie der radioaktive Dreck quer durch Deutschland gekarrt wird.

Und unsere, am Marionettenfaden der Atom-Lobby zappelnde Regierung hat nichts besseres zu tun, als die Laufzeiten zu verlängern und den Atom-Ausstieg auf den Sankt-Nimmerleinstag zu verschieben.

Nur mal zum Vergleich ein Zitat aus diesem Geo-Bericht:

Zitat:
Durch den Reaktorunfall in Tschernobyl im Frühjahr 1986 wurden ca. 300 g Cs-137 in der damaligen Bundesrepublik Deutschland deponiert.
Vielleicht erinnern wir uns ja noch an die Katastrophe und wieviel Unheil diese 300g radioaktives Cäsium angerichtet haben. Von den 300g sind übrigens noch knapp 200g da! Das Cäsium hat eine Halbwertszeit von über 30 Jahren. 2016 haben wir noch 150g, 2046 noch 75g und so weiter. Ganz los werden wir das Zeugs nie.

Wieviel von diesem Dreck mag wohl in einem einzigen Castor-Behälter stecken? Dazu Wikipedia:
Zitat:
Für Transport und Zwischenlagerung von abgebrannten Brennelementen werden heute meist die Typen CASTOR V/19 (für 19 Brennelemente aus Druckwasserreaktoren) oder CASTOR V/52 (für 52 Brennelemente aus Siedewasserreaktoren) verwendet. Beide Typen können etwa 10 Tonnen Schwermetall aufnehmen.
OK, die Brennelemente bestehen natürlich nicht aus reinem Cäsium, darauf kommt es aber auch nicht an, wohl aber auf die Größenverhältnisse: 300g zu mehreren Tonnen.

Wie lange hält das Castor-Material dem Trommelfeuer des radioaktiven Zerfalls stand?

Der Castor mag ein sehr sicherer Sarg für das Zeugs sein, aber wehe uns, er geht doch einmal kaputt, oder es gelingt den Terroristen, einen Castor in die Luft zu jagen.

Deutschland wäre dann unbewohnbar. Darüber sollten wir uns im Klaren sein.
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Alt 26.11.2011, 01:20   # 2
King W.
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Gut ein Jahr ist jetzt vergangen - und schon wieder rollt der Dreck.

Immerhin, jetzt habe ich Zahlen:


Becquerel

Die Tabelle habe ich auf der Seite von tepco.jp gefunden. Wenn ich die Tabelle richtig lese, sind, je nachdem wer da geschätzt hat, zwischen 370.000 TBq und 630.000 TBq an Radioaktivität frei geworden.

Zum Verständnis:
1 Bq (Becquerel) ist ein radioaktiver Zerfall pro Sekunde und T ist die Abkürzung für den Präfix Tera. Das kennen wir von unseren Festplatten und es bedeutet 1 Billion (1.000.000.000.000). Der nächste Präfix wäre Peta (P), also noch drei Nullen mehr.

In einem Castor ist radioaktiver Dreck, der mit über 1.200 PBq strahlt.

Verglichen mit dem, was jetzt wieder durch Deutschland gekarrt wird, kann man das, was in Tschernobyl und auch in Fukushima passiert ist, getrost als Peanuts bezeichnen.

Ich habe es vor einem Jahr schon mal gesagt: Wehe uns, wenn solch ein Castor mal kaputt geht, oder es einem Terroristen gelingt, so ein Ding in die Luft zu sprengen.

Wissen wir denn überhaupt noch, was wir da tun?
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Alt 26.11.2011, 09:18   # 3
Kuerasser
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Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen
Gut ein Jahr ist jetzt vergangen - und schon wieder rollt der Dreck.

Immerhin, jetzt habe ich Zahlen:

In einem Castor ist radioaktiver Dreck, der mit über 1.200 PBq strahlt.

Verglichen mit dem, was jetzt wieder durch Deutschland gekarrt wird, kann man das, was in Tschernobyl und auch in Fukushima passiert ist, getrost als Peanuts bezeichnen.

Wissen wir denn überhaupt noch, was wir da tun?
Das hat noch nie Jemand gewusst.

Wenn ich an die Anfänge zurückdenke.

Da wurde mit hoch radioktivem Material ohne jeglichen Schutz experimentiert. Erst nach und nach wurden Schutzmassnahmen eingeführt, als klarwurde, dass durch die Strahlung Gewebeschäden und Krebs hervorgerufen wurden.

Bilder von den Atombombenexplosionen in der Mojavewüste, wo die Soldaten nur mit einer starken Brille den Strahlen ausgesetzt wurden, lassen mich immernoch schaudern. Die armen Kerle.

Das, was da nach Gorleben gebracht wird, erzeugt eine Wärme von über 400° C in den Castoren. Die müssen Jahrzente oberirdisch gelagert werden, bis der Kernzerfall soweit runter ist, dass man diese Behälter unterirdisch einlagern kann. Dort müssen sie für Millionen von Jahren verschwinden. Ob es uns dann noch gibt?

Hier kann man sagen: Dummheit kommt vor dem (Zer)fall.

Warum muss der Mensch immer alles machen was machbar erscheint, ohne vorher über die Folgen nachzudenken???????
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Alt 26.11.2011, 12:33   # 4
King W.
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Zitat:
Zitat von Kuerasser Beitrag anzeigen
Das hat noch nie Jemand gewusst.
Nanu, das wundert mich aber. Was in die Castoren hineingeht, ist doch hier gut dokumentiert. Und wer glaubt denn, daß ein Castor nur teilweise beladen durch die Gegend gefahren wird? Ich jedenfalls nicht.

Der Rest ist doch nur etwas Recherche - Wikipedia reicht da schon und simple Rechnerei, die vermutlich ein Fünftklässler mit dem Taschenrechner durchführen kann.

Der einzige (vermeintliche) Unsicherheitsfaktor ist erst einmal das Isotopengemisch des radioaktiven Drecks. Aber da lassen sich leicht Rückschlüsse aus der notwendigen oberirdischen Lagerzeit ziehen. Es müssen ja Elemente sein, die eine Halbwertszeit von einigen Jahren bis wenigen Jahrzehnten haben. Von den üblichen Verdächtigen scheidet Jod aus (Halbwertzeit nur 8 Tage, das wäre in einem Jahr so gut wie weg), ebenso aber auch Plutonium mit einer Halbwertzeit von 24.000 Jahren und Uran oder Thorium mit noch längerer Halbwertzeit. Das Zeugs zerstrahlt in einem absehbaren und irgendwie beherrschbaren Zeitraum überhaupt nicht.

Wie lange sollen die Castoren denn in Gorleben stehen?

Bleibt eigentlich nur noch Cäsium 137 mit einer Halbwertzeit von ca. 30 Jahren. "Halbwertzeit" bedeutet nichts anderes, als daß die Hälfte der Atome in dieser Zeit zerstrahlt ist.

Nächster Punkt ist die Anzahl der Atome in einem Gramm Cäsium. Wer im Chemieunterricht aufgepaßt hat, kann bestimmt mit dem Begriff Avogadro-Zahl etwas anfangen.
Zitat:
Die Avogadro-Konstante beträgt ca. 6,022 × 10²³ mol-1.
Also, 1 Mol eines beliebigen Stoffes (1 Mol ist das Molekulargewicht in Gramm) enthält 6,022 x 10²³ Moleküle bzw. Atome. Nun hat Caesium eine Atommasse von 132,9. Durch diesen Wert müssen wir die Avogadro-Konstante teilen, um die Anzahl der Atome in einem Gramm Caesium zu bekommen.

Die Hälfte davon zerfällt innerhalb von 30 Jahren. Wie viele Atome sind das? Die Rechnung ist jetzt doch ganz einfach:

6,022 x 10²³ / 132,9 / 2.

Ein Becquerel ist nun nichts anderes, als ein Zerfall pro Sekunde. Bleibt nur noch 30 Jahre in Sekunden umzurechnen und durch diesen Wert zu teilen. Die Umrechnung ergibt

60 * 60 * 24 * 365 * 30 = 946.080.000

Insgesamt ergibt sich also ein Wert von knapp 2.400.000.000.000 Bq, oder 2,4 TBq, mit dem ein Gramm Cäsium strahlt. Das ist jetzt natürlich der Durchschnittswert über die 30 Jahre, nicht die tatsächliche Aktivität zu einem bestimmten Zeitpunkt. Anfangs ist es mehr und später, mit fortschreitendem Zerfall weniger.

Diese 2,4 TBq muß noch mit der Menge des Materials malgenommen werden, um die tatsächlich anfallende Strahlung zu bekommen. Das möge jeder für sich tun, es ist ja nicht schwer.

Der Wert von 1.200 PBq, den ich mal irgendwo im Netz gefunden habe, ist jedenfalls nicht unrealistisch.

Und wenn die Tabelle von Tepco stimmt, sind Tschernobyl und Fukushima Waisenknaben gegen diesen Wert.

Zitat:
Das, was da nach Gorleben gebracht wird, erzeugt eine Wärme von über 400° C in den Castoren.
Die Wärme könnte man doch nutzen um die gebeutelte Stadt wenigstens die nächsten 30 Jahre mit kostenloser Fernwärme zu versorgen. Das setzt natürlich einen Wärmetauscher voraus, der gegen den radioaktiven Dreck dicht ist, aber das sollte doch wohl machbar sein.

Zitat:

Hier kann man sagen: Dummheit kommt vor dem (Zer)fall.

Warum muss der Mensch immer alles machen was machbar erscheint, ohne vorher über die Folgen nachzudenken???????
Gute Frage. Die Antwort heißt Geldgier.

Atomstrom ist billig in der Herstellung und es läßt sich viel Geld damit verdienen. Daß mal ein Castor kaputtgeht und Deutschland, wenn wir Pech haben sogar ganz Europa unbewohnbar wird, ja was solls.

Hauptsache RWE, E-On, Vattenfall und wie sie alle heißen, verdienen gut - und nicht zuletzt der Staat, der für diesen Dreck Stromsteuer kassiert.
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Alt 26.11.2011, 12:56   # 5
Kuerasser
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Zitat:
Wissen wir denn überhaupt noch, was wir da tun? Antwort: Das hat noch nie Jemand gewusst.
Im Falle Atomstrom ist die Rechnung doch die:

1. Zur Entwicklung und Bau der Reaktoren gab es Steuermittel in nicht unbeträchtlichem Umfang.

2. Die Gewinne aus dem Betrieb der Atomanlagen kassierte der Erbauer (RWE, E-On, Vattenfall detc.)

3. Die Kosten für die Endlagerung werden wieder "sozialisiert", das heisst im Endeffekt zahlt sie der Steuerzahler.

Wenn ich jetzt die Kosten mit den Gewinnen verrechne bliebe für die Atombetreiber ein Nullsummenspiel. Im Gegenteil, sie müssten dem Steuerzahler noch einiges zurückzahlen, wären also pleite.

Das einzige "gültige" Argument bliebe die "Umweltverträglichkeit".

Aber mal ehrlich, ist Atomstrom mit all seinen Folgen und Unwägbarkeiten umweltfreundlich? Und ob ich nun CO² oder Spaltprodukte in die Umwelt blase. Es ist so oder so für die Umwelt schädlich.
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Alt 26.11.2011, 15:17   # 6
King W.
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Wirklich umweltverträglich sind eigentlich nur regenerative Energien.

Wer hindert uns denn eigentlich daran, aus dem CO2, was wir hier tonnenweise in die Luft blasen und damit unser Klima ruinieren, mit Hilfe von Wasser und viel Energie Methan, also Erdgas, herzustellen?

Die Energie ist ja vorhanden - die Sonne strahlt in wenigen Minuten so viel auf die Erde, wie die gesamte Menschheit in einem Jahr verbraucht. In jeder Wüste gibt es Energie im Überfluß.

Die chemische Reaktion ist recht einfach:

CO2 + 2 H2O + viel Energie = CH4 + 2O2

CO2 haben wir mehr. als eigentlich gut für uns ist, H2O liefern die Weltmeere so viel, wie wir brauchen und Energie liefert die Sonne. Den Sauerstoff blasen wir einfach in die Luft und das Methan leiten wir per Pipeline hier her.

Die Technologie für Erdgas haben wir auch: Erdgas-Autos, Erdgas-Heizungen und Erdgas-Kraftwerke. Alles da.

Beim Verbrennen entsteht wieder CO2 und Wasser. Das Wasser verdunstet und regnet in die Meere zurück, an Sauerstoff wird nicht mehr verbraucht, als vorher freigeworden ist und auch die CO2-Bilanz wäre neutral. Wir nutzen einfach die Energie der Sonne, indem wir sie vorübergehend in chemische Energie umwandeln.

Die Pflanzen machen es bei der Photosynthese ja auch nicht anders: Sie verbrauchen CO2, geben Sauerstoff ab und verbrauchen den Kohlenstoff für sich.

Wenn wir der Natur mal etwas mehr auf die Finger sehen würden, wäre schon viel gewonnen.
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Alt 26.11.2011, 15:57   # 7
Kuerasser
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Auf diese Art und weise könnten wir auch dem Anstieg der Weltmeere, zumindest ein kleines bischen, entgegenwirken, denn das Waser was wir den Weltmeeren entnehmen lagern wir kurze Zeit in Gastanks, oder tiefgefroren in Flüssiggastanks, ein.

In Marokko läuft noch ein anders Experiment, ein Heissölkraftwerk.

Das Öl wird in besonderen Kollektoren durch die Sonne auf mehrere hundert Grad gebracht und mit einem Wäremtauscher erzeugt man daraus Heissdampf, den man mittels Turbinen in Strom umwandelt.

Das Öl kann man in grossen Thermostanks auch über Nacht lagern und benutzen, sodass diese Kraftwerke den ganzen Tag kontinuierlich Strom für Europa erzeugen können.

Wenn wir die Strom-Netze von Nord nach Süd besser ausbauen, können wir in der Nord- und Ostsee Windparks und in Marokko, Tunesien und Libyen grosse Thermoölkraftwerke und Solargasfabriken erstellen. Hiervon würden wir dann alle profitieren und die Erde bekäme weniger CO².
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Alt 26.11.2011, 20:20   # 8
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Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen

Wie lange sollen die Castoren denn in Gorleben stehen?
Nun,bis ein entgültiges Endlager gefunden ist.
Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen
Hauptsache RWE, E-On, Vattenfall und wie sie alle heißen, verdienen gut - und nicht zuletzt der Staat, der für diesen Dreck Stromsteuer kassiert.
Vergessen wir eines nicht,der Verbraucher will billigen Strom.
Die Energiekonzerne haben nur eine Nachfrage befriedigt,
Zitat:
Zitat von Kuerasser Beitrag anzeigen
Wenn wir die Strom-Netze von Nord nach Süd besser ausbauen, können wir in der Nord- und Ostsee Windparks und in Marokko, Tunesien und Libyen grosse Thermoölkraftwerke und Solargasfabriken erstellen. Hiervon würden wir dann alle profitieren und die Erde bekäme weniger CO².
Ein Schuß in den Ofen.
Schon heute klagen Netzbetreiber das der Ausbau von Windparks in Nord-,Ostsee finanziell nicht zu stemmen ist.
Strom im Norden erzeugen und zum Süden liefern?
Dazu reichen die derzeitigen Leitungen nicht.
Wie soll das dann mit Nordafrika funzen?

Ich denke mal,Energiesparen ist die einzig gute Lösung.

m.f.G.
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Alt 26.11.2011, 21:21   # 9
sarazena
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Zitat von King W. Beitrag anzeigen

Zitat:
Hier kann man sagen: Dummheit kommt vor dem (Zer)fall.

Warum muss der Mensch immer alles machen was machbar erscheint, ohne vorher über die Folgen nachzudenken???????
Gute Frage. Die Antwort heißt Geldgier.
Mit der Einstellung würden wir noch auf Bäumen sitzen, und mit den Füßen Bananen pellen.

Egal wie man zur Atomkraft steht, bei den derzeitigen Castortransporten handelt sich um die Erfüllung von Verträgen und nicht mehr.

Oder glaubt hier irgend jemand, dass man das Problem dadurch löst, dass man die Franzosen jetzt auf dem Dreck sitzen lässt Und demnächst kommt das Zeug aus Sellafield - ketten sich dann die Gegner auf dem Meeresgrund an

Es ist das Recht von Engländern und Franzosen, uns unseren Dreck zurückzuschicken - da mag protestieren wer will.

Zudem finde ich es unerträglich wie bei diesen Protesten mit fremdem Eigentum umgegangen wird. Die, die sich an Schienen festketten oder das Gleisbett entschottern, sind nichts weiter als üble Kriminelle. Darüber hinaus konterkarieren sie das eigentliche Anliegen.

Und das alles unabhängig davon, wie man zu Atomkraft steht
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Wenn ihr eure Augen nicht gebraucht, um zu sehen,
werdet ihr sie brauchen um zu weinen!

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Alt 27.11.2011, 21:17   # 10
King W.
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Zitat:
Zitat von sarazena Beitrag anzeigen
Mit der Einstellung würden wir noch auf Bäumen sitzen, und mit den Füßen Bananen pellen.
Es ist aber ein Unterschied, ob man was macht, um was neues auszuprobieren, oder ob man wider besseres Wissen und aus Geldgier an einer Hochrisikotechnologie festhält, die einfach nicht beherrschbar ist. Tschernobyl und nicht zuletzt Fukushima haben es ja bewiesen.

Man stelle sich nur vor, etwas ähnliches würde in Biblis passieren und Frankfurt, Mannheim, Mainz, Worms und Heidelberg müßten evakuiert werden. Alles Städte im Umkreis von 50 km. Wie sollte das geschehen - und wohin sollten die Bewohner fliehen?

Ich gebe ja zu, ein derartiges Szenario ist nicht sonderlich wahrscheinlich, aber das war Fukushima auch nicht. Irgendwann belehrt die Natur uns eines Besseren - und dann ist es zu spät.

Zitat:

Es ist das Recht von Engländern und Franzosen, uns unseren Dreck zurückzuschicken - da mag protestieren wer will.
Unbestritten. Und es ist auch allemal besser, wir bekommen das Zeugs wieder, als daß es z.B. heimlich nach Afrika verschifft wird, wo so manch anderer Müll von uns landet.

Der Dreck hätte aber erst gar nicht nach England oder Frankreich gebracht werden dürfen. Das Zeugs ist viel zu gefährlich, als daß es quer durch Europa gekarrt wird. Schließlich transportieren wir keine Äpfel oder Apfelsinen. Wir gehen einfach viel zu sorglos damit um.

Die Proteste verhindern den Transport ja auch nicht, sondern verzögern ihn nur. Man kann deshalb über Sinn und Unsinn dieser Proteste trefflich streiten. Ich bin ja auch der Meinung, daß die Polizei etwas besseres zu tun hat, als die Demonstranten von den Schienen loszuschneiden.

Wenn sie aber bewirken, daß eine breite Bevölkerungsschicht für die entscheidenden Probleme der Atomkraft, nämlich die nicht zu beherrschende Strahlung, sensibilisiert wird, haben sie wenigstens einen Zweck erfüllt.
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Alt 27.11.2011, 21:41   # 11
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Wir sind ja einer Meinung und ich entschuldige mich auch für die Bananen - das war Dir gegenüber nicht fair

Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen
......nämlich die nicht zu beherrschende Strahlung, sensibilisiert wird, haben sie wenigstens einen Zweck erfüllt.
Ich bin aber dennoch der Meinung, dass Demonstrationen, die auf Gewalt und Terror fußen, in unserer Demokratie nichts verloren haben.

Wer Steine auf Polizisten wirft und Gleisbetten entschottert hat seine demokratische Legitimation verloren. Darüber hinaus sind diese kriminellen Castorbehinderungen völlig sinnlos. Die Castoren aus Frankreich und England werden kommen. Nur wollen diese kriminellen Spinner das nicht zur Kenntnis nehmen
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2304 angela danke.......3maus1
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Alt 27.11.2011, 22:12   # 12
Immorb
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Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen
Der Dreck hätte aber erst gar nicht nach England oder Frankreich gebracht werden dürfen. Das Zeugs ist viel zu gefährlich, als daß es quer durch Europa gekarrt wird.
Was hätte dann mit den Brennstäben passieren sollen?
Soll man neben jedem Atommeiler eine Wiederaufbereitungsanlage bauen?
Zitat:
Zitat von King W. Beitrag anzeigen
Schließlich transportieren wir keine Äpfel oder Apfelsinen.
Fahrzeuge,die Äpfel oder Apfelsinen transportieren,sind in der Regel gefährlicher und verursachen schlimmere Unfälle als ein Castor-Transport.
Diese Castor-Transporte sind doch bald Geschichte.
Sellafield wird geschlossen und die deutschen AKW werden zurückgebaut.
Ach ja,neben den jetzigen AKW graben wir tiefe Löcher und budeln den kontaminierten Müll ein.
Nein,die Atommülltransporte werden nicht weniger,sie werden zunehmen.

Ps.
Ich bin froh das ich nicht mehr beruflich auf der Strasse bin.
Was da an rollenden Zeitbomben unterwegs ist...dagegen ist ist ein Castortransport ein Spielzeugauto.

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Alt 27.11.2011, 22:50   # 13
sarazena
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Zitat:
Zitat von Immorb Beitrag anzeigen
...dagegen ist ist ein Castortransport ein Spielzeugauto.
Nur wenn man nicht blöderweise Polizist ist
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Alt 27.11.2011, 23:34   # 14
Kuerasser
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@Immorb,

wir brauchen dringend diese Stromtrassen, die aber auch wieder mal keiner haben will.

Die Technologien um Strom umweltverträglich zu erzeugen haben wir, doch keiner will die Konsequenzen und Umbauten, wie stärkere Stromtrassen, haben.

Strom kommt nunmal für viele aus der Steckdose. Wer, wie, wo und womit der Strom erzeugt wird interessiert doch nunmal nur ganz wenige. Und die Informationsindustrie findet es lanweilig darüber aufzuklären.
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Alt 28.11.2011, 04:32   # 15
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Zitat von sarazena Beitrag anzeigen
Ich bin aber dennoch der Meinung, dass Demonstrationen, die auf Gewalt und Terror fußen, in unserer Demokratie nichts verloren haben.
Auch da bin ich mit dir einer Meinung. Ich kann die vielen Leute, die dagegen demonstrieren - friedlich, versteht sich - aber verstehen und ich billige diese Demos auch.

Ein sicheres Endlager werden wir auch nicht finden, es geht ja nicht um Jahrzehnte, sondern um viele hundert Jahre, die das Zeugs gelagert werden muß, in einem Behältnis, das dem radioaktven Trommelfeuer so lange widersteht. Wer will denn für 500 Jahre oder mehr garantieren, daß der Salzstock hält, kein Wasser einbricht und auch nicht von einem Erdbeben zerstört wird? Die Verantwortung kann doch kein Mensch übernehmen.

Vielleicht wäre es eine Möglichkeit, das Zeugs in den Weltraum zu schießen, auf irgend eine Bahn, die von der Erde wegführt. Das wäre zwar im Moment teurer, wäre aber eine endgültige Lösung und würde niemandem schaden.
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Alt 01.12.2011, 17:42   # 16
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Das nächste Kapitel.

150 Kastoren müssen von Jülich, Quer durch NRW, nach Ahaus gebracht werden.

Der Forschungs-THTR (Kugelhaufenreaktor) muss entsorgt werden.

Jülich wollte ein Zwischenlager errichten, doch, angeblich nach atomrechtlichen Genehmigungen, sei das nicht möglich.

wen einer der Kastoren kollabiert reicht die freigesetze Strahlung über mehr als 100 Km in Windrichtung. Grosse Teile von NRW, Hessen, Niedersachsen, Thüringen, etc. würden unbewohnbar.

Muss das sein???

Quelle: Sat1 Nachrichten
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Alt 26.05.2012, 06:43 # --
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