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Amazon Fire HDX 8.9 (2014) im Test: Noch immer leicht und schnell
Mehr Pixel und Leistung

von Michael Knott
Das Amazon Fire HDX 8.9 hebt sich optisch wie der Vorgänger vor allem durch die auffällige Rückseite von der Konkurrenz ab.

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Das Amazon-Tablet Kindle Fire HDX 8.9 punktet im Test mit Leistung und Gewicht. Das konnte aber auch schon der Vorgänger gut. Hand legte Amazon unter der Haube an, etwa beim nun schnelleren Prozessor. Veränderungen gibt es jedoch auch bei der Software.

Ein Jahr ist es her, dass Amazon uns mit der Erstausgabe des Tablets Fire HDX 8.9 im Großen und Ganzen überzeugte. Damals lobten wir vor allem die hohe Auflösung des Displays, die Verarbeitung und die Leistung. Was macht der nun vorgestellte Nachfolger besser oder anders?

  • CPU: Snapdragon 8084 mit 2,5 Gigahertz / Adreno 420
  • RAM: 2 Gigabyte
  • Display: 8,9 Zoll (22,6 Zentimeter)
  • Auflösung: 2.560 x 1.600 Pixel
  • Gewicht: 375 Gramm
  • Speicher: 16 / 32 / 64
  • Preis WLAN-Version: 379 / 429 / 479 Euro (ohne "Spezialangebote" / Werbeeinblendungen jeweils 15 Euro mehr)

Verarbeitung und Optik

Äußerlich ist das Testgerät nicht von seinem Vorgänger zu unterscheiden. Kein auffälliges Detail verrät den einjährigen Entwicklungsvorsprung. Was Apple sich kaum leisten kann, geht bei Amazon in Ordnung. Einen Grund, großartig Hand an das HDX 8.9 zu legen, sehen wir ohnehin nicht. Mit 374 Gramm wiegt das aktuelle Amazon-Tablet drei Gramm mehr als unser Rezensionsgerät aus dem letzten Jahr. Noch immer gehört das Tablet zu den leichtesten Kandidaten. Apples iPad Air 2 wiegt mit 430 Gramm deutlich mehr, bietet aber auch einen größeren Bildschirm.

Amazon Fire HDX 8.9 in der 360-Grad-Ansicht

  360°
Amazon Fire HDX 8.9 in der 360-Grad-Ansicht. Klickt auf "Abspielen" um die Rundumansicht zu starten.

Auch wenn das Amazon-Tablet nicht aus dem von vielen Menschen so geschätzten Werkstoff Aluminium besteht, sondern aus einem Kunststoff-Magnesium-Mix, gibt es an der Verarbeitung nicht viel auszusetzen. Ein kleines Spaltmaß findet sich am uns zur Verfügung gestellten Tablet auf der linken Hälfte der Rückseite, an der Stelle, wo der klavierlackschwarze Kunststoff in den mattschwarzen Bereich übergeht. Darüber hinaus entdecken unsere Adleraugen keine hässlichen Produktionsrückstände oder Mängel.

Beim Versuch, das Amazon-Tablet mit zwei Händen zu verwinden, gibt es ächzende Laute von sich, und es ist ein deutliches Knacken der unter dem Display liegenden Komponenten zu vernehmen.

An nach wie vor ungewöhnlicher Stelle finden wir die Bedienelemente des Fire-Tablets. Amazon platziert die Lautstärkewippe sowie den Ein- und Ausschalter auf der Rückseite, von wo aus sie erst nach einer Eingewöhnungszeit blind zu treffen sind.

Display

Die sehr hohe Auflösung von 2.560 x 1.600 Bildpunkten führt zu einer Pixeldichte von 339 ppi - folgerichtig zu einer überaus scharfen Darstellung der Inhalte. Auch an Kontrast und maximaler Helligkeit haben wir nicht viel auszusetzen. Scheint die Sonne ungünstig auf den 8,9-Zöller, könnt ihr Inhalte unter Umständen jedoch kaum mehr entziffern. Der Fire-Touchscreen reflektiert genauso wie gefühlt 98 Prozent aller anderen von uns bislang getesteten Tablet-Anzeigen. Das iPad Air 2 bildet hier seit Neustem eine kleine, lobenswerte Ausnahme.

Leistung

In der vierten Generation des Fire HDX 8.9 steckt eine Qualcomm-CPU mit vier Kernen und einer Taktfrequenz von bis zu 2,46 Gigahertz. Im Vergleich zum direkten Vorgängermodell (2,2 Gigahertz) handelt es sich um eine etwas leistungsfähigere CPU. Hinzu kommen zwei Gigabyte Arbeitsspeicher.

Im täglichen Umgang mit dem Fire HDX kommt kaum der Wunsch nach mehr Leistung auf. Apps öffnen sich zügig, und auch grafiklastige Spiele laufen flüssig. Auch Multitasking oder der Wechsel der Bildschirmausrichtung vom Hoch- ins Querformat geht flüssig von der Hand. Schade, dass auch der Testkandidat - genau wie Apples iPad-Reihe - nicht über die Möglichkeit verfügt, den Speicher mithilfe von SD-Karten zu erweitern. Ihr müsst euch also vor dem Kauf entscheiden, ob ihr zur 16-, 32- oder zur 64-Gigabyte-Variante greift.

Geekbench 3 attestiert dem Testgerät 1.086 Punkte im Single-Core-Modus. 3.117 Punkte sind es im Multi-Core-Test. Gute Werte, die das Amazon-Tablet aber nicht an die Spitze der Benchmark-Charts katapultieren. Zum Vergleich: Das iPad Air 2 von Apple erzielte im gleichen Benchmark-Test 1.807 beziehungsweise 4.486 Punkte. Das Samsung Galaxy Tab S erzielte 919/2.776 Punkte.

Die vom Hersteller angegebene Akkulaufzeit von elf Stunden konnten wir im Test nicht erreichen. Bei einem typischen Mix aus Surfen im Netz, dem Abspielen und Streamen von YouTube-Videos und der ein oder anderen Spiele-Runde gingen die Lichter im Schnitt nach knapp zehn Stunden aus. (Bildschirmhelligkeit auf 75 Prozent).

Software

Das installierte Fire OS in Version 4.5.1 basiert auf Android 4.4 (KitKat). Viel ist aber von der für viele Nutzer vertrauten Oberfläche nicht übrig geblieben. Es gibt keinen physikalischen Home-Button. Zum Homescreen gelangt ihr aus manchen Ebenen nur, wenn ihr mit dem Finger vom rechten Bildschirmrand aus in Richtung Mitte streicht.

Genau wie beim Vorgängermodell fühlt sich der Startbildschirm von Fire OS an wie die Pforte in die Produktwelt von Amazon. Vorzugsweise besorgt ihr euch daher Apps, Lesestoff und Videos über den Amazon-Store. Gut für Prime-Kunden, aber sicherlich nicht jedermanns Sache.

Amazon Fire HDX 8.9

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8,9 Zoll groß, schwarz, und... (Quelle: netzwelt)

Aus dem vorinstallierten App-Portfolio stechen "Mayday" und "Firefly" heraus. Solltet ihr einmal ein Problem mit dem Fire-Tablet bekommen, genügen wenige Klicks und ein Support-Mitarbeiter "entert" euren Bildschirm und versucht per Videochat, eine Lösung zu finden. Für manch einen klingt das vielleicht gruselig, für andere könnte es sich jedoch als echte Hilfe herausstellen.

Klickt ihr hingegen auf Firefly, öffnet sich automatisch die rückseitig verbaute Kamera des Tablets. Alles, was dem 8-Megapixel-Sensor danach unter die Linse kommt, wird gescannt und mit der Produktdatenbank abgeglichen. Erkennt die Software einen bekannten Artikel, könnt ihr das gescannte Produkt online bestellen. Amazon zufolge sind derzeit über 50 Millionen Artikel in der Datenbank hinterlegt. In unserem Test erkannte Firefly mühelos diverse Schokoriegel, spuckte Daten zu Preis und Verfügbarkeit von FIFA 15 aus, nachdem wir die Kamera über eine leere DVD-Hülle hielten und identifizierte unsere Apfelsaftschorle korrekt - konnte aber nichts mit "Spezial-Artikeln" wie einer iTunes-Geschenkkarte anfangen. Das Amazon-Smartphone Fire Phone hat sogar eine eigene Hardwaretaste für die Firefly-App. Für Windows Phone-Nutzer klingt dies bekannt - diverse Lumia-Smartphones erkennen nach dem Druck auf die Suche-Taste ebenfalls nicht nur Strichcodes, sondern auch Produkte anhand von Fotos.

Ein E-Mail-Programm installiert Amazon auf dem Tablet genauso vor wie eine eigene Adressdatenbank und die Browser-Eigenentwicklung mit dem Namen Silk. Die Bedienung von Letzterem gestaltet sich einfach. Zudem komprimiert der Browser Webseiten für den schnelleren Abruf auf eigenen Servern.

Der Download neuer Apps erfolgt stets über einen eigenen App-Store von Amazon. Die gängigsten Apps wie Facebook, Twitter, Skype und Co. finden sich aber auch hier. Auch relativ exotische Anwendungen wie Sonos oder Philips Hue sind gelistet.

Multimedia

Amazon verbaut zwei Lautsprecher am oberen Tablet-Rand. Durch die leicht angeschrägte Rückseite strahlen sie auch dann nicht die Tischplatte an, wenn das Fire HDX 8.9 flach auf dem Schreibtisch liegt. Gut! Ebenfalls gut: Die Lautsprecher tönen recht kräftig und übersteuern auch bei Maximallautstärke nicht.

Die rückseitige Kamera, deren Sensor mit klassenüblichen acht Megapixeln auflöst, liefert brauchbare Bilder. Ein mit dem Fire HDX 8.9 aufgenommenes Testbild in Originalauflösung könnt ihr an dieser Stelle herunterladen. Leider kommt es bei schlechten Lichtverhältnissen schnell zu störendem Bildrauschen. Da hilft auch die eingebaute Foto-LED nicht viel weiter.

Alternativen zum Testgerät findet ihr in unserer Bestenliste Tablet-PCs.

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Amazon Kindle Fire HDX 8.9
Vorteile
  • Preis-Leistungsverhältnis
  • Gewicht
  • Display
Nachteile
  • Enge Bindung an Amazon
  • Kein SD-Kartenschacht

Endnote Diese bewertet den Gesamteindruck des Produkts.
Informationen zum Leihgerät
Wir finden Stärken und Schwächen des Vorgängers

Amazon hat das Fire HDX 8.9 behutsam, aber sinnvoll verbessert. Stärken und Schwächen der Vorgängergeneration bleiben im Grunde gleich. Nach wie vor punktet das Tablet vor allem durch den niedrigen Einstiegspreis, durch Leistung und durch den sehr guten Bildschirm. Als Kritikpunkte sind die enge Anbindung an Amazon anzuführen. Bevor ihr euch zum Kauf entscheidet, solltet ihr in jedem Fall einen ausführliche Blick auf den Test der Vorgängergeneration mit vielen weiteren Hinweisen werfen.


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Einzelergebnisse
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Einsortierung
Amazon Kindle Fire HDX 8.9 wurde als Tablet-PC abgelegt. Das Produkt wurde in die Tablet-PC-Bestenlisten Alle Tablet-PCs, Die besten Kompakt-Tablets und Die besten Tablet-PCsaufgenommen. Zusätzlich wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Testbericht, Mobile Computing, Android, MWC 2016, Android 4.4 KitKat, Amazon, Amazon Fire Phone, Amazon Kindle Fire HDX 8.9 und Tablet-PC.
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